freunde aussieben.....

Startbeitrag von Maike1911 am 13.11.2004 13:24

....ihr lieben,

wie haltet ihr res mit der "kontrolle" der freundschaften eurer süßen? meiner ist ja nun in der ersten klasse udn hat auch direkt ein paar kinder aus der nachbarschaft "aufgerissen". leider leider nur die, die ich persönlich für nicht "geeignet" für ihnempfinde, nichts gegen die kiddies, aber er hat sich mit dem sichern griff eines adslers genau die rausgefischt, die auch "nicht spielen können", nur am pc oder der playstation hängen, konflikte nicht mit worten sondern mit schubsen udn treten ausfechten....undundund. freundschaften gut und schön...aber ich merke, dass es ihm mehr schadet als nützt, auch wenn er das nicht so sehen kann mit seinen 6 jahren

ich persönlich finde es ganz doof, meinem kind zu sagen:"zu dem und dem gehst du aber nicht merh" spiel doch mal mit xy!" aber ich denke, da ist akuter handlungsbedarf, da er von diesen "spielnachmittagen" nur noch aufgedrehter und aggressiver zurückkommt. (er hält sich auch an keine zeiten, ich sage ihm zigmal, um 6 bist du bitte wieder da......meistens rufe ich dann gegen 10 nach 6 bei den eltern an und bitte darum, ihn nach hause zu schicken)...


...wenn meine mutter mir früher die freunde "ausgesucht" ich glaube, ich wäre ausgerastet.

wie macht ihr das?

liebe grüße

Antworten:

Hallo Maike,

in solchen Fällen habe ich mir die "Problemkinder" immer zu uns geholt. Wenn unser Junior mit einem spielen wollte, der mir nicht so richtig ins Konzept gepasst hat (gegenseitig hochschaukeln, aggressiv sein, knatschig sein - er hatte da so ein paar Kandidaten), dann habe ich ihn immer darum gebeten, dass bei uns gespielt wird.

Da hatte ich dann beide "unter den Augen des Gesetzes". Es durfte auch playstation usw gespielt werden, aber in Grenzen. Meist erst nach einem ausgiebigen Draußenspiel. Es durfte aber auch vorher nicht gefragt werden ("Wann ist denn endlich 5 Uhr, wann dürfen wir wieder rein?), sonst wurde die Spielzeit verkürzt. Brutale Mutter, nicht wahr? ;-). Aber es hat ganz gut funktioniert. Auf diese Weise habe ich die Kinder kennengelernt und dann anschließend mit den Müttern gesprochen und sie darum gebeten, ähnlich zu verfahren.

Unser Junior hatte in der GS einen Freund, bei dem von zuhause aus überhaupt nicht darauf geachtet wurde. Den Eltern war es schlichtweg egal, was, wie lange und wie oft ihr Sohn gespielt oder auch Filme gesehen hatte. Der hat sich Filme ab 18 reingezogen wie nix, Filme, die ich mir heute noch nicht ansehen würde.

Da gab es dann insofern eine Einschränkung, dass diese Treffen dann nur noch bei uns stattfinden durften. Da gab es keine Alternative. Das wurde zwar nicht gerade mit Kusshand angenommen, aber da habe ich mich durchgesetzt. Irgendwann kam dann auch die Einsicht bei unserem Kurzen. Mittlerweile gehen sie auf verschiedene Schulen und haben sich aus den Augen verloren.

Vielleicht nützen dir diese Tipps etwas?

Viele Grüße

Claudia

von ClaudiaW - am 13.11.2004 13:38
liebe claudia,

danke für deine tipps. sie hören sich sinnvoll an, wobei ich insgeheim bereits mit schreikrämpfen rechne...denn unsere playstation hat nur spiele, wo weder geballert noch "plattgemacht" wird. wie laaaaangweilig. aber ich gebe dir recht, wenn man den direkten einfluss hat, hat man doch ein besseres gefühl. nur befürchte ich, dass bei meinem kleinen nicht mit einsicht zu rechnen ist:-( auch, wenn ich es zu erklären versuche.


vielleicht muss ich tatsächlich einmal das gespräch mit den eltern der anderen suchen....bisschen schwierig, rein verständigungstechnisch, da sie fast ausnahmlslos ausländer sind und leider sehr wenig deutsch sprechen...aber ich werde es zumindest versuchen.

hat dein sohn denn das "mütterliche gesetz" rein verständnismäßig akzeptiert? oder es lediglich als "blödes verbot!" aufgefasst?

lieben gruß



von Maike1911 - am 13.11.2004 13:59
Hallo Maike,

uff, diese Frage stellt sich uns nicht, denn bevor ich auch nur daran denke, darüber nachdenken zu können, wurden WIR bereits ausgesiebt..

Leider darf Kenny schon mit dem Grossteil der Kinder (von Seitens der Eltern aus) nicht mehr spielen, weil er zu wild, zu frech, zu unbändig ist. Mir geht es einfach nur sch... dabei, wenn ich näher darüber nachdenke und würde darum, auch wenn ich könnte, garkeine Freunde mehr aussieben - ist für die betroffenen Kids vermutlich auch sehr schlimm.

Zur Zeit hat Kenny einen neuen Spielgefährten, neu hinzugezogen, in seiner Parallelklasse - und ADS ler - und seine Mama sieht es ähnlich wie ich - solange die Kids sich noch mögen greift sie nicht wirklich ein. Beide Kinder bekommen (noch) keine Medikamente - mal schauen wie lange..

Alles in allem finde ich Claudias Tipps prima.

Schönen Gruss

Sabine :-)



von sa-hummel - am 13.11.2004 17:16
Hallo,

mir ist es schon sehr oft passiert, dass mein Sohn aufgrund seines ADHS abgelehnt wurde. Er ist oft impulsiv und total aufgedreht wenn er sich das erste Mal mit einem anderen Kind trifft und das wollen die Eltern der "normalen" Kinder für ihr Kind natürlich nicht. Ich habe wegen der Abfuhren schon oft geheult und es hat mich immer wirklich getroffen, weil ich meinen Sohn einfach nicht ändern kann.

Ich finde deshalb, wir brauchen viel Verständnis von der Umwelt für unsere (ADHS)-Kinder und sollten das bei anderen Familien und Kindern auch haben. Ich würde deshalb den Umgang mit einem andern Kind nicht untersagen, sondern versuchen mit den Eltern zu sprechen und mich auf Richtlinien zu einigen.

Gruß
M.

von Cattleya - am 13.11.2004 17:23
Hallo Maike,

bei allem ADS hatte ich bei unserem immer das riesengroße Glück, dass man mit ihm argumentieren konnte.

Das soll nicht heißen, dass er alles widerspruchslos hingenommen hätte, aber bei manchen Dingen habe ich eben auch keinen Widerspruch geduldet :-). Da hieß es eben: Entweder hier oder gar nicht. Basta! Ich habe ihm das dann auch erklärt, insbesondere bei dem Jungen, der zuhause überhaupt keine Grenzen erfuhr.

Gaaaannnz langweilige eigene Spiele kenne ich auch *ggg*. Das ist genauso wie beim Essen. Bei den Nachbarn hat es auch immer besser geschmeckt :-))).

Auf der anderen Seite kann man sich ja auch mal ein neues Spiel für den Nachmittag ausleihen. Erst draußen austoben, dann drinnen neues Spiel ausprobieren. Vielleicht kannst du das ja übernehmen und die beiden dann damit überraschen.

Ansonsten ist unsrer ein perfekter ADS-Diskutierer. Manchmal denke ich, dass er das Diskutieren überhaupt erst erfunden hat. Jetzt ist er 13 und ich habe den Eindruck, dass es immer "schlimmer" wird. Die Argumente werden besser *ggg*. Außerdem ist er größer als ich und wenn gar nichts mehr geht, kommt sein umwerfender Charme hervor, eine liebevolle Umarmung: Na Vorgartenzwerg *grins*!

Da muss man dann schon aufpassen, dass einem die Grundsätze nicht flöten gehen *ggg*.

Viele Grüße

Claudia

von ClaudiaW - am 13.11.2004 17:30
hallo ihr lieben,

jasper und ich kommen gerade von einem spielnachmittag mit einem "von mir ausgesuchten" mitschüler und nachbarsjungen zurück.

jasper hatte erst überhaupt keine lust (boaaah....der ist ja langweilig...der hat ja gar keine playstation...der ist doof, ich will zu pablo (der hat ne playstation:-((()), benahm sich zuerst soooo dermaßen daneben und peinlich ("ich ess die blöden scheißwaffeln nicht.....ich gehe jetzt nach hause........der hat ja gar kein vernünftiges spielzeug = playstation:-(((), dass ich nahezu weinend am kaffeetisch saß, weil mir das so unangenehm war. der andere junge saß brav da und hat seine waffel gegessen und mit großen augen geschaut.

danach lief es jedoch für unsere verhältnisse echt super. sie waren zwei stunden draußen, kein streit, haben nachher drinnen gespielt, später zusammen den disneychannel geschaut, wobei jasper den anderen natürlich massiv mit seinen ständigen kommentaren und rumzappeln nervte....aber:

es hat geklappt! die eltern hatten super viel verständnis, ich habe ihnen viel über ads erklärt und sie waren total offen. ich denke, wir werden das ausbauen. ich merke, wie gut ihm ein "normales" kind als spielgefährte tut. das bestärkt mich wieder mal in punkto "aussieben"!

ich verstehe total, dass diejenigen von euch, die das am eigenen leib erfahren haben, dem gegenüber negativ eingestellt sind. klar, ich möchte auch kein kind diskriminieren, wäre todunglücklich, wenn meinem eigenen das wiederfahren sollte...aber im sinne meines kindes merke ich einfach, dass das "aussuchen" von spielgefährten offenbahr not tut. jasper ist zumindest sehr zufrieden, er hatte spaß und meinte: "da gehe ich ganz bald wieder hin." naja.

dir claudia danke für deine tipps. du hast viel wichtiges ausgesprochen. ich denke mal, ich werde ab jetzt tatsächlich weiter kontrollieren.


doch, ja, ich habe totales verständnis für die kinder, die so wie meiner anders sind, denke aber trotzdem, dass sie sich gegenseitig nicht gut tun, ich werte das gegenüber nicht als menschen ab, ich handele nur im sinne meines sohnes (auch wenn er es -NOCH-nicht begreift!!) und im sinne der anderen kinder. was ist eine nachmittag wert, der sich 5 stunden vor der playstation abspielt?????? außer, dass man ein total aufgedrehtes kind wieder bekommt.

aber ich werde auf jeden fall das gespräch mit den eltern suchen, um unsere lage zu erklären. auch da finde ich claudias tipp super, dass sich das ganze bei UNS zu hause abspielt, wenn überhaupt.

nochmal danke für eure reaktionen!!!

lieben gruß
.



von Maike1911 - am 13.11.2004 19:05
Hallo Ihr,

von Freunde aussieben halte ich nicht viel. Ab einem gewissen Alter treffen sie sich sowieso mit wem sie wollen. Mir ist es daher lieber, wenn meine Kinder die Freunde mit nach Hause bringen und ich weiss, mit wem sie zusammen sind.

Mit unserem Jüngsten (5) hatten wir vor ein paar Wochen diesbezüglich auch grosse Probleme. Wenn er mit seinem besten Freund aus der Nachbarschaft und Kindergarten zusammen war, hatten wir einen Chaos-Abend. Schimpfwörter, heulen, schreien, schlagen, wenn er seinen Willen nicht bekam ... bis hin zu aus Wut in die Hose machen ... Das was sich tagtäglich bei Nachbarn abspielt, hatten wir plötzlich auch wieder ... wir haben es wie Claudia gemacht, ab sofort wurde nur noch bei uns gespielt. Und alle Probleme halten sich wieder in Grenzen. Jetzt tummelt sich eben alles bei uns, obwohl unsere Playstation samt Spiele aus dem letzten Jahrhundert ist und wir fernsehtechnisch in der 1. Reihe sitzen (war das Erste, was wir nach der ADS-Diagnose unseres Grossen eingeschränkt haben).

Meiner Erfahrung nach, bringt es nicht viel mit den Eltern zu reden; sie hören zwar immer interessiert zu, aber ob sie es auch verstanden haben bezweifel in manchmal; oftmals hatte ich das Gefühl, dass ich dadurch meinen Kids Freundschaften schon im Vorfeld verbaue.

LG
Bedra

von Bedra - am 13.11.2004 20:23
hallo bedra,

der begriff "aussieben" hat ja nun mal leider etwas negatives an sich....... ich weiß nur nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.
klar ist es gut, das ganze irgenwo kontrolliert bei sich zu hause abgehen zu lassen....aber wenn da auch nur hauen, schreien und stechen herrscht.....

ich habe einfach die erfahrung gemacht, dass es mit einigen kindern ganz gesittet abläuft, mit anderen wiederum gar nicht, s.o. hauen und stechen.

und ist es da falsch, einfach zu sagen, "der kommt mir nicht mehr ins haus?" (mal krass ausgedrückt)
klar werden unsere kids in ein paar jahren ohnehin mit denjenigen zusammen sein, die sie selbst sich aussuchen, kann ich aber als mutter nicht solange einfach versuchen, einfluss zu nehmen?

ratlos.

maike



von Maike1911 - am 13.11.2004 20:44
Hallo Maike

klar kannst Du versuchen, Einfluss zu nehmen, aber ein striktes Verbot sollte sich auf den Extremfall beschränken, und ich hoffe, Dein Sohn hat soviel Instinkt, dass der nur sehr selten oder gar nicht eintritt.

Und glaub mir, eines Tages kommt der Moment, da kannst Du nichts mehr verbieten, was dann folgt, steht unter dem Motto:...wehe, wenn sie losgelassen!... Lass ihn lieber langsam da reinwachsen. Vermittele ihm Deine Wertevorstellungen, sag ihm, was Du für richtig hälst und was nicht ,damit er die Chance erhält, eigene zu entwickeln.

Es ist absolut unmöglich, die Aktivitäten und Kontakte Deines Sohnes nur nach Verträglichkeit und Nutzen zu steuern - und ehrlich gesagt auch nicht wünschenswert.

Dein Sohn muss auch diese Erfahrungen machen und lernen damit umzugehen- Du im Übrigen auch. Hätte ich meiner Tochter nur das erlaubt, was gut für sie ist- eiweih- das wäre ein armes Leben geworden! Die Erfahrung, woanders geht es anders zu und andere Familien erziehen ihre Kinder anders, ist für die Entwicklung unschätzbar. Meist ziehen sich die Kinder von allein zurück, wenn Ihnen eine Sache nicht geheuer ist. Erst mal da reinschnuppern, sollte aber erlaubt sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass Dein Sohn einen Kontakt bei dem es nur Hauen und Stechen gibt, von sich aus abbricht. Jungen haben allerdings auch von Natur aus das Bedürfnis ihre Kräfte zu messen, das gehört zur normalen Entwicklung.

Auch meiner Tochter bekommen lange Parties und Abende in der Jugenddisko überhaupt nicht. Sie ist dann total aufgedreht und am nächsten Tag unausstehlich. Das wird auch so bleiben, soll ich sie deshalb einsperren ? In gut drei Jahren ist sie volljährig, dann muss sie es alleine wissen.

Was ich allerdings jetzt schon unbedingt trainieren würde, ist das pünktliche Heimkommen. Da war ich gnadenlos und wir haben gute Erfahrungen gemacht. Am Besten, Du stehst in der ersten Zeit um Punkt 6 auf der Matte und kassierst ihn ein. Wenn man dann einge verlässliche Eltern besser kennt, kann man darum bitten, das Kind rechtzeitig loszuschicken. In diesem Punkt hart zu bleiben lohnt sich.

VG
Anna

von AnnaS - am 14.11.2004 06:39
Hallo Maike,

wenn's garnicht mehr klappt, dann schicke ich die Kids nach Vorwarnung nach Hause.

Siehe Annas Beitrag. Die Erfahrung habe ich bei den Grossen (12 und 14) auch gemacht. Alles was Du strikt verbietest, wird somit -spätestens wenns sie sich abnabeln müssen/wollen- um so interessanter.

Natürlich entscheidest letztendlich Du, wer bei Euch ein uns aus geht, aber Dein Sohn ist jetzt 6 und wird älter. Daran musst Du denken. Ich sage meinen Kindern auch wenn mir Freunde nicht so gut gefallen mit dem Resultat, dass sie auch unsere Freunde kritisieren.

Aber tröste Dich, ich fühle mich manchmal auch mehr als überfordert mit der ganzen Erziehung. *g*

LG
Bedra

von Bedra - am 14.11.2004 08:15
hallo ihr lieben,

aus euren netten und hilfreichen antworten ziehe ich nun also folgendes

1. den "umgang verbieten" nein, dafür kontrolliertes spielen bei uns zu hause


somit fällt das "aussieben" also flach. (hätte ich mich auch schwer getan)

und wieder mal - eigentlich als DIE antwort auf alles: konsequent sein:-(.............ach ja, damit wären wir eigentlich schon beim nächsten thema.

wie gelingt es euch, nach einem 8-stunden arbeitstag (genervt, verschnupft, kopfweh, draußen regnet's in strömen, die küche sieht aus wie hulle und es liegt jede menge bügelwäsche und ruft....)
mit einem laut pöbelnden nölenden adsler, der nichts lieber möchte als sich vor die playstation zu knallen und LAUTSTARK zu daddeln.......
.....faden verloren, ach ja: .....eben diesem kleinen sonnenschein trotzdem grenzen aufzuzeigen, ihm dieses zu untersagen und ihn stattdessen höflich anzuhalten, sein zimmer ein wenig in ordnung zu bringen (nur eines von 10000 beispielen)?

ich erwische mich leider des öfteren dabei, dass ich denke:"nun lass ihn doch, dann hast du wenigstens nen moment ruhe.....oder im umkehrschluss zwei stunden endlosdiskutieren mit beleidigungen - was ist in dem moment leicher zu ertragen?
.....ja, ich weiß, aber es fällt oft sooo schwer:-(((

@anna:

leider kann ich mich NOCH nicht auf den instinkt meines 6-jährigen verlassen....im gegenteil, je lauter und -ich sag mal vorsichtig- der fäkalsprache zugetaner die kollegen sind, umso schneller wird der "nette, höfliche und playmobilspielende" nachbarsjunge in die ecke gestellt.........egal, wie toll sie sich vorher verstanden haben. und da kann ich noch so lange versuchen, ihm den wert von freundschaften näher zu bringen......storno!

diese begebenheit war eigentlich auch der ausschlag für mein posting.


achja, kennt zufällig einer von euch das playstationspiel "tekken" (weiß gar nicht, wie man das schreibt) ? was um alles in der welt IST das? hört sich auf alle fälle übel an.

nochmal danke euch allen und noch einen schönen sonnigen sonntag von



von Maike1911 - am 14.11.2004 14:08
Hallo,

"Tekken" solltest Du mal ganz schnell vergessen. Wir haben zwar nur die allererste Version, aber ich habe beobachtet, dass die Kinder dann alles in Realität ausprobieren wollen und merklich agressiv sind. vollkontakt Kampfspiel und alles was Hände und Füsse hergeben ist erlaubt. Frage mich jetzt nicht nach dem Sinn.

Wie ich es schaffen, konsequent zu sein? Bei mir sieht es ja schliesslich nicht anders aus bei Dir - zumindest in der Küche.*g*
Ich habe 3 von der Sorte + Mann + mich! Bei uns gibt es zwischenzeitlich für alles irgendwelche Pläne/Vereinbarungen an die sich alle halten müssen. Manches schleift sich dadurch einfach ein. Jedes konsequent sein ist am Anfang schwer und kostet Nerven, aber irgendwie läuft es dann nach eins/zwei Wochen, wenn ich nur durchgehalten habe. Schreien habe ich mir ganz abgewöhnt, ich verlasse einfach den Raum und suche mir ein ruhiges Plätzchen für ein paar Minuten.

Vielleicht kann ich Dir einen konkreten Rat geben, wenn Du mir sagst, bei was Du nicht konsequent sein kannst ...

LG
Bedra

von Bedra - am 14.11.2004 18:11
liebe bedra,

"tekken" spielt er halt immer bei seinem freund (der, den ich aussieben wollte)...wir zu hause haben genau zwei spiele: autorennen und spyro, wo ein kleiner drache seinen weg machen muss.

thema konsequenz:

ich schaffe es oft einfach nicht, mir die zeit und geduld zu nehmen, ruhig auf "pöbeln" und dergleichen zu reagieren.
ich werde recht schnell laut, bin ungeduldig, aufbrausend, eben genau wie mein sohn (habe dein posting wegen ads und vererbung gelesen).
versuche mir andauernd, die ruhe anzutun, aber es gelingt mir einfach nur selten.

bei jasper muss man auch nicht meinen, man kann argumentativ was bewirken. er setzt immer noch einen drauf. meine mama meint immer:"du musst den jungen einfach in sein zimmer verfrachten, und wehe, er kommt raus" (seit 30jahren grundschullehrerin und jede mege erfahrung)...aber auch das......wenig erfolge.

jasper ist der held im totdiskutieren....und das mit 6 jahren:-(
ich fühle mich sooo oft als zweiter sieger. und bin es leider auch.

ich habe übrigens auch ads (auch, wenn ich nicht diagnostiziert bin) selbstdiagnose:-)))), meistere meinen alltag leidlich und bin im übrigen - oder umgekehrt- ein abbild meines sohnes, was das ganze nur noch schwieriger macht.

ich bin im pr bereich tätig und mache meinen job gut, denke ich. kämpfe aber auch tagtäglich mit dem "normalen" büroalltag. schreibtisch? katastrophe!!!!! kurzeitgedächtnis???? ohhh mein gottt......aber ich habe meine nische gefunden und bin da sehr kreativ, auch beliebt, und komme ganz gut klar:-)

beschweren tut man sich zwar regelmäßig bei mir darüber, dass ich wieder mal nen termin vergessen habe, nach 10 min nicht mehr wusste, wer gerade den chef dringend sprechen wollte, wieder mal den wichtigen ordner irgendwo hin gelegt habe...aber vergessen WOHIN...etcetcetc

wir haben mit meinem sonnenschein schon sooo viel versucht, belohnungsspiele etc.....bislang ohne nennenswerte erfolge. nun warte ich sehnsüchtig auf den 14.12., wo ich nochmal beim psychiater vorstellig werde.....und wo wir hoffentlich dann die einstellung besprechen.

nochmal zum thema konsequenz: ich bewundere die menschen, die das einfach durchziehen, ich bin eher so typ mama, der zehnmal nein und dann doch im schwachen moment ja sagt:-(

verkehrt. weiß ich auch. aber: ich arbeite daran!


liebe grüße, über deine tipps wäre ich sehr froh!

maike



von Maike1911 - am 14.11.2004 19:42
Hallo Claudia,

Zitat

Ansonsten ist unsrer ein perfekter ADS-Diskutierer. Manchmal denke ich, dass er das Diskutieren überhaupt erst erfunden hat. Jetzt ist er 13 und ich habe den Eindruck, dass es immer "schlimmer" wird. Die Argumente werden besser *ggg*. Außerdem ist er größer als ich und wenn gar nichts mehr geht, kommt sein umwerfender Charme hervor, eine liebevolle Umarmung: Na Vorgartenzwerg *grins*!

Da muss man dann schon aufpassen, dass einem die Grundsätze nicht flöten gehen *ggg*.


L O L

Kann ich mir bestens vorstellen *ggg*
Unter uns: sie sind doch klasse, unsere Kinder, nicht wahr??

Gruß
Marisa

von Marisa - am 14.11.2004 23:44
Hallo Maike,

sei Dir gewiß, konsequent sein ist für alle schwer, für mich auch. Aber ich habe wohl meinen Weg langsam gefunden. Aber erst, seit ich morgens vier Kinder in Schach halten muß und darauf achten muß, daß Leon rechtzeitig zur Schule und Clara zum KiGa kommt. Seitdem gibt es zu gewissen Dingen keine Diskussion mehr und auch kein bitte, bitte und "würdest Du mal...", sondern klare, knappe Anweisungen. Und wer die nicht befolgt, wird einmal verwarnt. Dann werden Konsequenzen (aber logische!) angekündigt und wer dann noch nicht hört, hat eben Pech gehabt und muß sein Fehlverhalten ausbaden. Gegen Geschrei und Geheule bin ich mittlerweile ziemlich immun und wenn es mir zu doll wird, gehe ich raus. Ansonsten leise zählen und an Palmen und Strand denken. Hört sich ja wieder mega-klugscheißerig an...es gelingt mir auch nicht immer. Aber was ich mittlerweile raus hab, ist, nur Dinge als Konsequenz anzukündigen, die ich auch wirklich einhalten kann. Zum Beispiel würde ich nie solche Strafen verhängen, wie "nicht zum Geburtstag vom Freund gehen zu dürfen" oder so. Eher wirklich logische Schlußfolgerungen, die die Kinder auch verstehen können. Wer kein Mittag ißt, kriegt keine Süßigkeiten, wer zu spät nach Hause kommt, muß beim nächsten Mal früher kommen, wer seine Legos noch aufräumen muß kommt zu spät zum Kinderprogramm im TV...die Regeln gelten für alle.
Aber ich kann Dich soo gut verstehen, denn ich fürchte, nach einem harten Arbeitstag würde mir das auch schwerfallen. Und ich erlaube den Kindern, wenn es mir selber schlecht geht, auch mal eine Fernsehsendung außer der Reihe. Oder, wie gestern beim Geburtstag meines Opas: da darf dann auch mal eine Stunde am Stück Gameboy gespielt werden (der gehört übrigens mir und Leon muß immer fragen, bevor er ihn sich ausleihen darf!), denn es ist einfach stinklangweilig. Und was wäre das Leben ohne Ausnahmen!? Langweilig.
Und als Letztes: was für mich dazu gehört, ist Glaubwürdigkeit und Verläßlichkeit. Wer Strafen konsequent verhängt und will, daß diese eingehalten werden, darf dann nicht doch weich werden und muß andersherum auch seine Versprechungen einhalten; das finde ich total wichtig. Wenn ich Leon verspreche, ihm abends ein Kapitel Harry Potter vorzulesen, dann muß ich das einhalten. Wie soll er`s sonst kapieren? Deshalb verspreche ich auch nur Dinge, die ich auch 100%ig einhalten kann. Oder ich weise darauf hin, daß noch was dazwischen kommen kann, z.B. "Am Wochenende gehen wir schwimmen, wenn keiner krank ist."
Habe mich mal wieder verquatscht. Typisch Sprechdurchfall. Sorry.
Liebe Grüße, Britta

von Britta F. - am 15.11.2004 09:26
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