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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dana B., Zappelfisch, Cornelia, Britta F., Claudia J., Monkele

Einnässen - es geht schonwieder los.

Startbeitrag von Dana B. am 07.01.2005 08:27

Hallo ihr lieben!

Meine Tochter ist 7 und hat ADS. Sie hatte es sehr schwer mit dem sauber werden und ist es eigentlich nie wirklich geworden. Lange Zeit nässte und kotete sie sowohl tagsüber als auch nachts ein. Die Nächte bekamen wir mittels einer Klingelhose gut in den Griff. Tagsüber dauerte es länger. Aber vor einem halben Jahr hat sie es endlich geschafft. Wir hatten zwar schon immer Phasen, in denen nichts passiert ist, aber noch nie so lange und ich war fest davon überzeugt, daß es jetzt ein Ende hat. Aber da habe ich mich leider getäuscht. Seit drei Wochen haben wir wieder das gleiche Problem. Tags und nachts. Aber das, was mich an der ganzen Sache am meisten ärgert ist ihre Begründung: Sie meint, sie hat ganz einfach keine Lust auf´s Klo zu gehen - wenn es im Bett schön kuschelig ist, oder sie gerade spielt ist es für sie eben nicht so wichtig. Sie würde dann auch die ganze Zeit mit der nassen Wäsche rumlaufen, es stört sie gar nicht.

Ich kann das gar nicht verstehen. Das muss sie doch eigentlich ekeln...?

Ich weiss, daß hier schon viel darüber geschrieben wurde. Würde mich trotzdem über Rat und Zuspruch freuen.

LG

Dana

Antworten:

Bin am verzweifeln - alles war so schön - und jetzt das...

Heute früh als erstes: ins Bett gemacht - zwei Stunden später eingepieselt und jetzt auch noch gekotet... Das hatten wir doch alles schon hinter uns... Ich versteh das nicht!

von Dana B. - am 07.01.2005 15:45
Hallo Dana,

es tut mir sehr leid, dass es momentan wieder so schief läuft bei Euch und auch, dass Du bisher noch keine Antwort bekommen hast.

Ich schicke Dir mal ein dickes Kraftpaket und hoffe es hilft ein bisschen.

Ich weiß gar nicht so recht, was ich Dir antworten soll und schreibe hauptsächlich, damit Du siehst, dass jemand Dein Posting liest und an Dich denkt.

Hat sich denn in letzter Zeit etwas bei Euch verändert? Hatte Deine Tochter ein unangenehmes Erlebnis oder so was?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es wirklich schön findet in Ihren eigenen Ausscheidungen zu liegen. Vielleicht mag sie nur nicht sagen, was der eigentliche Grund ist, dass sie es momentan wieder nicht kontrollieren kann.

Macht sie dann eigentlich selbst alles sauber? Ich denke, wenn sie 7 ist und den Grund angibt, dass es ja so kuschelig im Bett ist, dann müsste sie den Mist doch auch selbst beseitigen können.

Fühl Dich nochmals ganz arg gedrückt und Kopf hoch, es wird schon wieder besser werden.

Daumendrückende Grüße

Monkele

von Monkele - am 09.01.2005 22:15
Hallo Dana,

Mensch, das klingt wirklich übel...
da kann ich ja gar nicht richtig mitreden; mein Sohn ist sieben und näßt "nur" nachts ein; er war auch noch nie so lange trocken wie es Deine Tochter jetzt war. Ich stelle da dieselbe Frage wie Monkele: ist etwas besonderes vorgefallen? Bei uns hatte sich die Sache auch schon sehr verbessert, aber jetzt in den Ferien hat es wieder gar nicht geklappt, leider (mangelnder Rhythmus)...

Ich glaube aber auch, daß Deine Tochter über diesen Zustand nicht glücklich sein kann und damit etwas ausdrücken will, was sie vielleicht nicht verbalisieren kann. Und daß es "im Bett so kuschelig ist, daß sie gar nicht aufstehen mag" nehme ich ihr nicht ab, das klingt für mich nach einer Ausrede, um in Ruhe gelassen zu werden.

Eine Freundin hatte bis in die erste Klasse hinein diese Schwierigkeiten bei ihrem Sohn; er war auch dauernd naß gepieselt (tagsüber). Sie mußten Toilettentraining machen und der Sache ansonsten so wenig Aufmerksamkeit schenken wie möglich. Auch mußte der Junge sich immer allein umziehen und auch die Hose selber auswaschen.

Darf ich fragen, ob Deine Tochter auch in psychologischer Behandlung ist? Liegen nämlich keine organischen Ursachen vor und war das Kind bereits etwa ein halbes Jahr trocken und sauber, so spricht man ja von "sekundärer Enuresis". Da gehen die Mediziner oft von psychischen Ursachen aus (das berühmte Einnässen nach der Geburt eines Geschwisters zum Beispiel).

Bei der primären Enuresis (Kinder, die noch nie trocken waren) liegt eine Entwicklungsverzögerung vor, d.h. der Reifeprozeß eines bestimmten Hormones im Gehirn ist verzögert, das Hormon wird nicht ausgeschüttet. Der Impuls "Blase voll" erreicht das Gehirn nicht und das Gehirn kann nicht reagieren, d.h. es weckt seinen Besitzer/seine Besitzerin nicht rechtzeitig.

Aber bei Deiner Tochter klingt das schon anders und immerhin hat sie es ja auch schon "hinbekommen". Ich gehe davon aus, daß sie organisch o.k. ist?

Vielleicht schreibst Du noch mal mehr über Deine Kleine. Nimmt sie Medikamente? Und hat sich vielleicht was ereignet, was sie nicht verarbeiten kann?

Bis dahin drücke ich Dich mal aus der Ferne und wünsche Dir ganz viel Kraft!! Und beleib so gelassen wie möglich (hört sich so leicht an, ich weiß...ist total schwer, erst recht, wenn ein Kind auch tagsüber einnäßt).

Ganz liebe Grüße, Britta

von Britta F. - am 10.01.2005 08:27
Hallo Monkele und Britta!

Erst einmal möchte ich Euch für Eure lieben Worte danken. Das tut wirklich gut. Ich habe mir auch schon furchtbar den Kopf zerbrochen, was vorgefallen sein könnte. Aber mir ist einfach nichts eingefallen. An den Ferien kann es nicht liegen, da es schon davor anfing. Damals dachte ich, daß sie echt fertig und langsam urlaubsreif ist. Aber zu Hause wurde es dann schnell schlimmer. Ich habe wirklich alles versucht, habe sie regelmässig aufs Klo geschickt, mit dem Ergebnis, dass sie 20 Minuten danach wieder mit nasser Hose ankam.Ihre Sachen muss sie selber sauber machen. Auch das Bett abziehen. Dass Bestrafung nicht hilft, ist uns schon früh aufgefallen. Für sie ist das schlimmste, mein entäuschtes Gesicht zu sehen.

Ich war mit Gina vor zwei Jahren bei einer Psychologin. Die hatte mir damals erzählt mit Gina wäre alles in Ordnung. Auch körperlich fehlt ihr nichts. Ich bin dann mit ihr zu einem anderen Arzt, der Gott sei Dank den ADS-Test gemacht hat. So sind wir die Sonderschule umgangen, zu der sie vom Kindergarten aus gehen sollte. Aber das Einnässen hat sich damit noch nicht gegeben.

In drei Wochen haben wir einen Termin bei einem Kinder-Psychiater wegen verdacht auf LRS. Ich bin total froh und hoffe, dass er uns auch bei diesem Problem helfen kann. Denn das mit Gina nicht alles stimmt bekommen wir von allen Seiten zu spüren.

Ich dachte auch schon manchmal sie wäre depressiv. Ihre Lehrerin sagte mir, sie sei sehr beliebt, würde sich aber zurückziehen und sei sehr still. Das hat mich total gewundert. Zu Hause ist sie immer lustig und aufgedreht, wird aber traurig wenn es um die Schule geht, weil sie der Meinung ist, dass sie keine Freunde hat und keiner sie mag...

Gott... ich könnte jetzt noch ewig so weiter schreiben, aber ich möchte eure Nerven nicht überstrapazieren...

Danke für Eure Geduld und für´s Zuhören.

Ganz liebe Grüße

Dana

von Dana B. - am 10.01.2005 18:27
Hallo nochmal, liebe Dana,

vielleicht liegst Du mit dem Verdacht auf Depressionen auch gar nicht so verkehrt. Hör auf Deinen Bauch und besprich Dich mit dem Kinderpsychiater; vielleicht kann der Dir und Gina ja helfen?

Mit Depressionen kenne ich mich ja leider auch aus. Bei uns war es in den Ferien ganz schlimm. Da kamen Sachen wie an Neujahr: "Ich habe auch im neuen Jahr kein Glück. Ich habe nie Glück..." oder "Diese Welle hätte mich mal wegreißen sollen, das wäre nicht so schlimm gewesen." Und das ist noch harmlos...

Das eigene Kind so betrübt zu sehen, tut unendlich weh und man kann nicht helfen. Unser Kleiner wird in absehbarer Zeit eine Verhaltenstherapie beginnen. Bis dahin sind noch einige andere Termine zu bewältigen (Augenarzt und EEG zur Migräneabklärung, vermutlich wieder mal Urologie; leider hat bei uns die Klingelhose nichts bewirkt).

Fühl Dich mal fest gedrückt, ich glaube, das kannst Du im Moment gut gebrauchen...

Mut machende Grüße von Britta (der es selbst momentan auch nicht viel besser geht; irgendwie ist auch die Jahreszeit mitschuldig daran, oder?)

von Britta F. - am 10.01.2005 21:03
Hallo Dana,

ich würde dir raten, nochmal sorgfältig abklären zu lassen, ob nicht doch eine organische Ursache dahinter steckt.

Auf keinen Fall würde ich deiner Tochter Vorwürfe machen.
Ich denke auch, dass ihr Kommentar dazu wohl eher aus Verlegenheit entstanden ist.

Vielleicht findest du hier noch irgendwelche neuen Infos zu dem Problem?

[www.autismus-etcetera.de]


Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Gute und dir die Kraft, damit möglichst gelassen umzugehen.

Lieben Gruß
Cornelia



von Cornelia - am 11.01.2005 20:08
Hallo,

ich kenne das Problem auch vom Sohn meines Lebensgefährten. Er ist jetzt sieben und nässt regelmäßig nachts ein.
Wenn er bei uns ist setzen wir ihn auch nachts noch ein bis zweimal auf die Toillette und trotzdem ist er morgens nass.
Und läuft auch mit den nassen sachen rum als wenn nicht wäre.
Ich habe beschlossen, wenn seine Mutter schon nichts unternimmt als zu schimpfen oder ihm nachts Windeln anzuziehen, ihn zumindest morgens seine gesamten Sachen selbst auswaschen zu lassen...nebst nassem Bettzeug.

Das eigentliche Problem aber ist..wie bekommen wir die Mutter, die offensichtlich mit drei größeren Kindern, alle mehr oder weniger Verhaltensgestört, und einem eineinhalbjährigen Baby total überfordert ist, dazu endlich mit dem Jungen zu einem Kinderpsychologen zu gehen.
Statt immer wieder den Vater, der sie nicht mehr ertragen hat und darum ging, für all das verantwortlich zu machen. Sicherlich..eine Trennung traumatisiert Kinder in gewisser weise, aber eben deshalb sollte ein Psychologe zu Rate gezogen werden.
Wie macht man ihr das bloß begreiflich?

Weiß jemand Rat?

Wäre toll

Gruß

Zappelfisch

von Zappelfisch - am 14.01.2005 09:44
Hallo Zappelfisch,

in den allermeisten Fällen ist nächtlichen Einnässen KEIN pychologisches Problem!

Weder Schimpfen, noch das Kind die nassen Sachen auswaschen zu lassen ist darum angebracht!

Im Gegenteil, das dürfte dann eher noch ein zusätzliches psychologisches Problem daraus machen!

Das Kind nässt nicht ein, um euch zu ärgern!

Es kann das nicht kontrollieren!

10% aller 7-jährigen Kinder nässen nachts ein.
Das ist also nichts Ungewöhnliches.

Also gebt dem Kind nachts Windeln und behandelt das Einnässen so beiläufig und selbstverständlich wie möglich.

Es ist sinnvoll, das Kind dem Kinderarzt vorzustellen, damit dieser nachsieht, ob das Kind organisch gesund ist (es gibt einige organische Möglichkeiten, weshalb das Kind einnässen könnte).

Wenn es organisch gesund ist, dass wird es höchstwahrscheinlich nicht merken, wann es zur Toilette muss.

Das Gehirn schickt ihm keinen Weckreiz, wenn die Blase voll ist.

Es kann nichts dafür!

Trotzdem nützt es in der Regel nichts, das Kind nachts zu wecken. Das raubt nur euch und ihm den Schlaf. Es kann sein, dass es, kaum dass es wieder eingeschlafen ist, trotzdem einnässt. Nicht um euch zu ärgern, sondern weil sein Gehirn diese Impulse im Schlaf noch nicht ausreichend kontrollieren kann.


Das Beste ist dann, einfach Geduld zu haben und abzuwarten.

Mit jedem Jahr, das es älter wird, steigt die Chance, dass sich das Problem von alleine löst.

Legt abends frische Wäsche bereit. Wenn das Kind relativ selbständig ist, kann es das vielleicht schon alleine wechseln. Wenn nicht, dann helft ihm dabei ohne zu schimpfen.

Windeln sind durchaus angebracht. Dann ist die Wäsche mit etwas Glück nicht immer so nass.
Ein Gummischutz auf der Matratze kann diese schützen.
Aber ohne Vorwürfe, ohne das Ganze für das Kind peinlich zu machen!

Versucht einfach, möglichst wenig Stress daraus zu machen. Ein Baby würdet ihr doch auch nicht deshalb schimpfen und bestrafen.

Das Gehirn dieses Kindes funktioniert aber in diesem einen speziellen Bereich noch wie das eines Babys. Das Kind hat keinen Einfluss darauf.
Und auch die Mutter des Kindes nicht.


Gruß
Cornelia



von Cornelia - am 14.01.2005 10:41
Doch..die Mutter hätte Einfluß darauf..sie läßt ja nicht einmal abklären ob es vielleicht organisch ist geschweige denn ob es es ein psychisches Problem ist.


Im übrigen schimpfen wir nicht, aber ich unterstütze es auch nicht..er läuft mit der nassen Wäsche ungerührt rum, auch wenn frisches bereit liegt, also soll er die Sachen selbst waschen!

Es geht mir nicht darum das Kind zu blamieren...

Meine Frage lautete eigentlich..

Wie bekommt man die Mutter dazu endlich etwas zu unternehmen und nicht nur auf den Jungen zu schimpfen, wieviel Arbeit er ihr doch macht.

Ein Rat in dieser Richtung wäre wertvoller :o)

Denn..wenn der Junge einige Zeit bei uns war..siehe da..ist er Nachts nicht mehr nass...

Muß doch einen tieferen Grund haben, oder bist du da andere Meinung?

Gruß

Zappelfisch

von Zappelfisch - am 14.01.2005 13:41
Hallo Dana,
bist du schon mit deiner Tochter weitergekommen?
Ich habe genau das gleiche Problem. Bis jetzt (toi toi toi) beschränkt sich das Einnässen überwiegend auf den Tag. Aus leidlicher Erfahrung weiß ich, dass nach vier bis fünf Wochen bei uns meist ein nächtliches Einnässen dazu kommt.
Auch meine Tochter ist 7 und kommt mir mit der gleichen Begründung.
Ich bin es fürchterlich leid und finde keine vernünftige Erklärung, warum es mal wochenweise gut funktioniert (kein Einnässen oder Einkoten) und dann mal wieder gar nicht. Das Einkoten haben wir mit striktem Toilettentraining fast in den Griff bekommen, beim Einnässen funktioniert das nicht.

Würde mich sehr dafür interessieren, wie es mit deiner Tochter bezüglich des Einnässens weitergegangen ist.
LG

von Claudia J. - am 17.04.2005 01:12
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