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Informationen zum Thema:
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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
hypa, Angelika (TanteGela), grit1, Mottensprotte

Das Grauen hat einen Namen...!

Startbeitrag von hypa am 01.03.2005 14:39

Den möchte ich aus Datenschutzgründen hier jetzt nicht nennen, aber den Status dieses Grauens werde ich mir jedoch nicht verkneifen.

*Meine jüngere Schwester*!

Ihres Zeichens auch Krankenschwester. Ganz offensichtlich jedoch eine von der Sorte, die über die Jahre emotionell so abgestumpft sind, das man vom Glauben abfallen kann
*Oh Neiiin! Bitte jetzt nicht wieder dieses Thema!* ;-)

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie in der Anästhesie arbeitet und die Narkosegase sich negativ auf ihr Gehirn ausgewirkt haben.

*Jetzt bin ich wirklich gemein, ich weiss*.

Aber aus verständlichen Gründen. Ihr habt mein gestriges Telefonat mit ihr nicht mitbekommen. Das ist auch gut so, denn dann würdet ihr euch auch so mies fühlen, wie ich jetzt.

Ich hatte bis vor ein paar Wochen ein super Verhältnis zu ihr. Wir konnten über alles reden, hatten überwiegend die gleiche Meinung und Einstellung. Stundenlanges philosophieren über Gott und die Welt. Ihre Probleme waren meine und umgekehrt.

Tja, und dann hat sie einen neuen Mann kennengelernt und dann....??

DAS wüsste ich auch gerne. Ich erkenne sie nicht wieder. Und was sie mir gestern abend um die Ohren geschlagen hat, war nicht von schlechten Eltern. Alles was sie vorher *Gut* an mir gefunden hat, ist nun umgekehrt und einen Dreck wert.

Ich bin eine Nervensäge, die nur anruft, wenn sie Probleme hat!

Ich hab gar nichts mehr kapiert und war/bin tief verletzt.
Schon allein deswegen, weil ich nun die einzige Person, zu der ich noch absolutes Vertrauen hatte, nun auch noch verloren habe.
Über das, was sie gesagt hat und wie sie sich geäussert hat, möchte ich mich hier und im mom nicht auslassen. Der Schock sitzt noch zu tief und ich bringe das Alles jetzt auch noch nicht auf die Reihe. Ich krieg das Gespräch irgendwie nicht sortiert, um diverse Äusserungen wiedergeben zu können.
Vielleicht später.
Im Moment versuche ich mich --- mal wieder --- auf die Füsse zu stellen und einen weiteren Tiefschlag zu verarbeiten.

Die Therapieerfolge der letzten Woche sind jedenfalls futsch!

Wieviel Leid kann ein Mensch eigentlich aushalten??

Eines weiss ich jedoch jetzt schon:

**DAS hat sie keinem Dummen gepfiffen**

Bisher war es nämlich jedesmal so, dass wenn sie einen neuen *Lebensabschnittsgefährten* gefunden hatte, plötzlich auf dem hohen Ross sass. Und wenn sie dann mal wieder gescheitert war, die Familie, sprich Eltern und die LIEBE Schwester, gut genug waren, sie mal wieder aufzufangen.

Diesmal aber nicht. Nicht mit mir. Diesmal fällt dieses *kleine A....loch ins Leere.

Ich hab zwar viel verloren, meinen *Kampfgeist* jedoch nicht. So.

Liebe Grüsse von einer tief verstörten und traurigen hypa

Antworten:

Ich hatte vor kurzem ein ähnliches Problem mit meiner Schwester. Habe auch hierzu gepostet, wobei es aber um die Erziehung meines Sohnes ging. Ich war furchtbar wütend und jetzt reichlich 3 Wochen später verstehen wir uns wieder gut, obwohl oder gerade weil wir das Thema ganz fallen gelassen haben. Ich denke jetzt, dass auch sie damals einen schlechten Tag hatte. Nur damals war ich auch so weit, dass ich nichts mehr von ihr wissen wollte. Vielleicht erst mal ein paar Nächte überschlafen, hat zumindest in dem Fall bei mir geholfen. Wobei ich hiermit Eure Probleme natürlich nicht schönreden will.

von grit1 - am 01.03.2005 16:38
Hallo Hypa,

das Problem habe ich mit meinem Bruder. So richtig verständnisvoll ist er, wenn es ihm selbst schlecht geht. Geht es ihm gut, dann kriege ich einiges um die Ohren geknallt.

Nach dem letzten Mal hatte ich die Schn... voll und ich habe mich nicht mehr gemeldet. Er rief dann nach 3 Wochen an.

Er ist sehr unstetig und damit kann ich schlecht leben. Also habe ich angefangen, mich innerlich zu distanzieren. Ich liebe ihn zwar als meinen Bruder, aber es ist nicht so, wie ein Freund sein sollte. Er ist zu unreflektiert und egozentrisch. Das ist schade, aber leider die Realität.

Viele Grüße,

Mottensprotte, die auch so oft die Welt und ihre Bewohner nicht versteht ;)

von Mottensprotte - am 02.03.2005 07:50

Blut ist dicker als Wasser

Hallo hypa!

Mein Vorschlag:

Schreib Deiner Schwester einen Brief. Lass alles raus, was Dich im Moment verletzt hat, was Dich an ihr immer wieder (wenn neuer Mann im Spiel) nervt.

Leg den Brief nach Fertigstellung mindestens für 24 Stunden weg.

Dann lies ihn nochmal und entscheide danach, ob Du ihn wirklich wegschicken möchtest.

Das hilft Dir, die ganze Wut auf Deine Schwester an die Adresse zu richten, die der Auslöser war.
Ganz egal, ob Du den Brief dann wegschickst oder nicht.

Später, wenn sich Euer Verhältnis (wovon ich stark ausgehe) wieder normalisiert hat, kannst Du Deiner Schwester den Brief mal zum Lesen geben, falls Du ihn nicht wegschickst.

Vielleicht versteht sie dann, wie tief verletzt Du bist.

Zur Zeit würde ich den persönlichen oder telefonischen Kontakt meiden, dann könnten die Fetzen fliegen und Verletzungen entstehen, die ihr beide eigentlich so nicht wolltet.

Mit meinem Bruder habe ich vor über 20 Jahren eine ähnliche Situation erlebt.
Nach einer Funkstille von einigen Monaten konnten wir wieder vernünftig miteinander sprechen, und das bis heute.

Also, Kopf hoch, Emotionen rauslassen (aber bitte NUR im Brief) und dann sortiere Dich neu.

Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 02.03.2005 08:22

Re: Blut ist dicker als Wasser

Das ist ein sehr guter Vorschlag. Seit ich in Therapie bin, habe ich mir eh angewöhnt, wenn ich auf eine email o.ä antworte, zu warten und noch einmal drüberzulesen, bis ich sie endgültig wegschicke. Genauso mache ich es auch, wenn so was wie mit meiner Schwester passiert.

Ich schreibe es im Outlook und speichere es dann in Entwürfe. Dann kann ich immer noch entscheiden, ob ich es abschicke oder nicht.

Sie ist schliesslich nicht der einzige und erste Mensch, der mir sehr weh getan hat, seit meinem Befund. Und so wie es aussieht, wird sie auch nicht die letzte gewesen sein.

Was mich eigentlich am meisten verletzt hat, ist die Tatsache, dass unser Verhältnis schon einmal zerstört worden ist. Da war auch ich diejenige, die den ersten Schritt gemacht hat und es hat mich sehr, sehr viel Zeit und Mühe gekostet, dieses Verhältnis aufzubauen. Wieder umsonst.

Zudem hat sie sich so blöd über unseren Vater geäussert, dass es mich abgelöscht hat.
Unser Vater ist im vergangenen Jahr im Februar an Prostatakrebs operiert worden. Mal abgesehen davon, dass dies eine sehr grosse, schwierige und risikoreiche OP ist, mein Vater zu diesem Zeitpunkt 71 Jahre alt war, hinterher 3 Lungenembolien überlebt hat, bestrahlt werden musste, Medikamente ohne Ende schlucken musste und noch muss, sollte man doch überglücklich sein, den Vater noch zu haben, oder nicht??

*Aber nein, diese kleine Spinnerin regt sich doch allen Ernstes über die Persönlichkeitsveränderung unseres Vaters auf!!*

Ich muss hierzu erklären, dass mein Vater zur Nachbehandlung bis an sein Lebensende weibliche Hormone einnehmen muss. Da ist diese Veränderung normal und logisch. Er ist dadurch viel weicher und sensibler geworden. Früher war er sehr autoritär, introvertiert und hatte Berührungsängste. Ich kann mich nicht erinnern, dass er mich als Kind mal auf den Schoss oder in den Arm genommen hat.

Jetzt aber....! Ich habe letztens zu ihm gesagt, *dass er jetzt der Vater wäre, den ich mir immer gewünscht habe*. So feinfühlig! Das glaubt man kaum.

Nein, tut mir leid. Ich kann mich mit einer derartigen Änderung nicht identifizieren.
Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass ihr der neue Mann an ihrer Seite sehr wichtig ist. Aber die Menschen, die vor ihm immer an ihrer Seite gestanden sind und für sie da waren, schlägt man nicht so vor den Kopf.

Liebe Angelika, ich werde Deinen Ratschlag beherzigen und erst einmal abwarten. Allerdings glaube ich nicht, dass sie den ersten Schritt machen wird, da ich bei unserem Telefonat nicht gerade zimperlich mit ihr umgegangen bin.
Mich hatte es einfach ausgehängt und ich habe ihr ein paar deutlich Worte gesagt. Ich fürchte nur, ich war etwas zu deutlich.

Eben so, wie wir ADHS'ler sein können, wenn die Wirkung der Medis nachlässt, man sich in diesem empfindlichen Loch befindet und du dann auch noch blöd angemault wirst.....*ööööhm*ineckestell*

Dabei habe ich nur angerufen, weil ich ihr einen PC schenken wollte!

*Wenn es für Dummheit einen Preis gäbe, hätte ich wahrscheinlich ein Regal voll*.

Nun ja, ich konzentrier mich jetzt erst mal auf mich. Damit habe ich mom genug zu tun.

Was weiter kommt weiss ich nicht. Ich lass mich aber gerne überraschen. Für Dein aufbauendes Posting bin ich jedenfalls sehr froh. Es hat mir gut getan.
Morgen ist ein neuer Tag, nicht wahr?

LG

hypa



von hypa - am 02.03.2005 15:52
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