Stationärer Aufenthalt für Mutter und Kind

Startbeitrag von Daniela Bock am 06.03.2005 11:30

Ich habe hier das erste Mal davon gehört, das man auch einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrischen Klinik machen kann, wo die Mutter oder der Vater dabei sein kann. Sowas wäre, meiner Meinung nach für Marco und unsere Familie eher denkbar wie als das er allein in einer Klinik ist.
Ich komme aus dem Raum Stuttgart.
Kann mir jemand weiterhelfen- eine Klinik oder eine Arzt empfehlen?

Im übrigen: Danke an alle für Eure Anteilnahme!

Grüßle Daniela

Antworten:

Hallo Daniela!

Wir waren letztes Jahr März/April hier mit Erfolg:

[www.klinik-bad-gottleuba.de]

und zwar als GANZE Familie als Familien-ADS-Rehakur.

Du kannst Dich mit dem leitenden Arzt der Kinder+Jugendklinik auch vorher per Mail in Verbindung setzen,er meldet sich auf jedenfall bei Dir.

Wir würden jederzeit wieder dahin fahren,gerade jetzt,wo da soviel Schnee liegt,kommen sehr gute Erinnerungen hoch!

Viel Glück wünscht Euch Sternchen*

von Sternchen* - am 06.03.2005 11:35
Hallo Daniela,
ich habe damit keine persönlichen Erfahrungen, aber von der Thematik her sieht es nicht schlecht aus.
Vielleicht kommen noch Anmerkungen dazu von Anderen.

[www.kjp.uni-marburg.de]

Ich wünsche Euch, dass alles gut wird

Anna



von AnnaS - am 06.03.2005 17:08
Hallo Daniela!

Soweit mir bekannt ist, gibt es kaum (keine) psychiatrische Klinik, die wirklich eine Familientherapie stationär anbietet. Ausnahmen könnten Herdecke bzw. ein Modellversuch in Köln sein.

Was es gibt, sind stationäre Reha- oder Mutter-Kind-Kliniken bzw. Aufenthalte. Für einen Rehaschwerpunkt für ADHS bin ich in Bad Bodenteich mit zuständig. Es gibt sehr unterschiedliche Ansätze und Zielsetzungen. Grundsätzlich sollte man sich daher VOR einem solchen Aufenthalt überlegen, welche Ziele und Erwartungen damit verbindet.

Ich erlebe es z.B. immer wieder, dass an eine Mutter-Kind-"Kur" gedacht wird, um eine kinderpsychiatrische Unterbringung eines Kindes "zu verhindern". Das ist selten möglich. Die meisten Mutter-Kind-Einrichtungen sind mehr oder weniger auf Erholung ausgerichtet. Die kinderpsychologische Betreuung ist unterschiedlich. Aber schon von der Dauer der Massnahme (meist 3 Wochen) kann man keine grossen Sprünge erwarten. Selten sind wirklich mehrere psychologische Fachkräfte fest angestellt oder erreichbar.

Dann gibt es stationäre Rehabilitationsmassnahmen. Hier liegt der Schwerpunkt deutlicher auf Behandlung. Ich persönlich meine, dass es nicht viel bringt, ein ADHS-Kind ALLEIN ohne Mutter und Geschwister "zu verschicken". Meistens wird das Kind sich in der neuen Klinikatmosphäre ganz manierlich zeigen, weil alles interessant und eine Art Abenteuerspielplatz ist. "Wir" in Bad Bodenteich nehmen daher immer Mutter und Kind(er) auf. Grundgedanke ist dabei, dass eben häufig auch die Mutter ADHS-Betroffen ist bzw mehrere Familienmitglieder (Väter und Geschwister) entweder direkt oder indirekt (Folgen) mit betroffen sind. Der Schwerpunkt bei uns liegt dann weniger auf einem klassischen Elterntraining im Sinne eines Selbstinstruktionstrainings. Vielmehr versuchen wir eine Kombination aus
a) Information über ADHS und Auswirkungen auf Erziehung und Familienstruktur
b) Interaktionsbezogene Arbeit zwischen Mutter und Kind (u.a. mit Videointeraktionsanalysen)
c) Elterngruppe (5 mal wöchentlich 90 min) mit konkreten pädagogischen Hilfen aber auch Aufzeigen von Problemlösemöglichkeiten bei psychischer Problematik der Eltern.
d) ADHS-Erwachsenengruppe (4 mal wöchentlich)
e) wenn erforderlich (häufiger) Überprüfung oder auch Neueinstellung einer medikamentösen Therapie

und natürlich für die Kids
1) Kinderpsychotherapie
2) Reittherapie
3) Bewegungstherapie in verschiedenen Formen
4) Kreativtherapie
5) Kinderbetreuung / Jugendclub
6) Schule / Lerntherapie

Vielleicht der wichtigste Wirkfaktoren einer stationären Behandlung ist
a) die veränderte Umgebung bzw. Entaktualisierung von häuslichen / schulischen Konflikten
b) Gemeinschaftsgefühl unter den Müttern und unter den ADHS-Kindern
c) der kombinierte Therapieansatz, d.h. verschiedene Massnahmen können ineinander greifen

Es gäbe eine Reihe von Dingen, die ich noch gerne einführen würde (z.B. ein noch gezielteres Soziales Kompetenztraining). Wichtig ist aber, dass in der Dauer von 4-6 Wochen bei uns nicht alle Probleme verändert oder gar waschmaschinenartig beseitigt werden. Vielmehr ist eine solche Massnahme ein Baustein innerhalb eines multimodalen Therapiekonzeptes. (Bei uns schwerpunktmässig für Mütter, die eben selber psychische Belastungen durch ADHS und begleitende Störungen wie Depression, Burnout, Adipositas, Essstörungen, Schmerz, Trauma oder Persönlichkeitsstörungen) haben.



von Martin Winkler - am 07.03.2005 08:21
Hallo,

habe eben diesen Beitrag beim stöbern gefunden.

Ich suche eine geeignete Reha-Klinik.

Mein Sohn (9 Jahre) hat ADHS. Große Probleme hat er mit seiner Impulsivität und Aggressivität. Zudem hat er teilleistungsstörungen und ist an der Grenze zu LRS. Er geht zur Ergotherapie und macht auch eine Verhaltenstherapie. Mein 2. Sohn (5 Jahre) bekommt im Moment nur Ergotherapie wg. der Motorik, ansonsten ist da alles OK.

Seit ca. 3 Monaten bekommt mein großer Medikinet retard, welches er auch gut verträgt. Am schlimmsten ist für mich im Moment die psychische Belastung bzw. der Dauerstress mit der Schule und immer die Angst das der Stress - gerade mit der Schule - wieder von vorne los geht (im Moment ist etwas Ruhe eingekehrt).

Nun suche ich eine Reha die ich zusammen mit meinen Söhnen, vor allem aber wegen dem großen, besuchen kann. Vor allem möchte auch ich lernen mit seiner Krankheit umzugehen bzw. geschult zu werden. Ich möchte nicht einfach nur als Begleitperson mitfahren. Mein kleiner Sohn müßte mit in die Reha, weil mein Mann berufstätig ist und daheim keine ausreichende Betreuung möglich ist.

Ich persönlich möchte auch einige Behandlungen bekommen.

Gibt es in diesem Zusammenhang neue Infos über Reha Kliniken? Gibt es mittlerweile diese multimodalen Therapiekonzepte?, wo?

Liebe Grüße
alex70

von alex70 - am 22.01.2006 12:41
Hallo,

habe eben diesen Beitrag beim stöbern gefunden.

Ich suche eine geeignete Reha-Klinik.

Mein Sohn (9 Jahre) hat ADHS. Große Probleme hat er mit seiner Impulsivität und Aggressivität. Zudem hat er teilleistungsstörungen und ist an der Grenze zu LRS. Er geht zur Ergotherapie und macht auch eine Verhaltenstherapie. Mein 2. Sohn (5 Jahre) bekommt im Moment nur Ergotherapie wg. der Motorik, ansonsten ist da alles OK.

Seit ca. 3 Monaten bekommt mein großer Medikinet retard, welches er auch gut verträgt. Am schlimmsten ist für mich im Moment die psychische Belastung bzw. der Dauerstress mit der Schule und immer die Angst das der Stress - gerade mit der Schule - wieder von vorne los geht (im Moment ist etwas Ruhe eingekehrt).

Nun suche ich eine Reha die ich zusammen mit meinen Söhnen, vor allem aber wegen dem großen, besuchen kann. Vor allem möchte auch ich lernen mit seiner Krankheit umzugehen bzw. geschult zu werden. Ich möchte nicht einfach nur als Begleitperson mitfahren. Mein kleiner Sohn müßte mit in die Reha, weil mein Mann berufstätig ist und daheim keine ausreichende Betreuung möglich ist.

Ich persönlich möchte auch einige Behandlungen bekommen.

Gibt es in diesem Zusammenhang neue Infos über Reha Kliniken? Gibt es mittlerweile diese multimodalen Therapiekonzepte?, wo?

Liebe Grüße
alex70

von alex70 - am 22.01.2006 12:41
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