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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
BarnyHH, Sternchen*, creden, Martino2004, ErichW, Emma N., Gregor78

Ritalin-Kritik und Co.

Startbeitrag von Gregor78 am 20.03.2005 14:44

Hallo zusammen!

Das wurde hier schätzungsweise schon des öfteren diskutiert, aber ich hab grad nichts dazu gefunden (und der Link zum Thema unter "Informationen zu häufig gestellten Fragen" ist nicht anklickbar).

Ich befasse mich jetzt recht neu mit dem Thema ADS und Medikamente dazu. Als ich hier meinen ersten Beitrag geschrieben habe, da hatte ich schon mail im Postfach, bevor hier auch nur die erste Antwort kam, und zwar eine mail, die mich auf die seite www. a d s - k r i t i k.com (oder .de oder so) verwiesen hat (ein(e) gewisse(r) Dipl.Psych. Schmidt).

Nun, für mich ist das reichlich verwirrend. Es scheint, als lese die Ritalin-Kritik-Fraktion hier regelmäßig mit und wartet nur darauf, Neulinge "abzufangen".

Meine Frage:
Warum eifern diese Menschen derart gegen die Verwendung von Ritalin und Co.? Was haben sie persönlich davon, wenn sie mich als erwachsenen Mann davon abbringen, ein Medikament zu schlucken, welches mir hilft, meine Leben so zu leben, wie ich es eben leben möchte?

Das verstehe ich nicht und bin für Aufklärung dankbar!

Viele Grüße,
Gregor

Antworten:

Hallo Gregor,

die verbreitetsten Motive dürften Geld und Macht sein.

Wem mit Medikamenten geholfen werden kann, fällt als Kunde weg. Da schäumen Psychologen, Psychotherapeuten, Psychosekten, Nahrungsergänzer, Heilpraktiker und andere Kostgänger der ADSler aus nachvollziehbarem Grund.

Und dass Psychologen und Psychiater häufig genug diese Berufe ergreifen, um eine verkappte Macht über andere zu haben, zeigt einem jeder Kontakt mit Angehörigen dieser Berufsgruppen. Man widerspreche einfach mal einem Psychiater! Das ist häufig dicht an der Gotteslästerung. Jeder, der aufgrund einer erfolgreichen Medikation die (bei ADS meist erfolglosen) Dienste dieser Leute nicht mehr nötig hat, entfernt sich damit auch aus dem Machtbereich dieser Menschen. Ähnliches lässt sich für die diversen Pädagogengruppen sagen. Überhaupt ist für Leute aus diesen Berufsgruppen der Gedanke einfach unerträglich, dass ihre heilbringenden Fähigkeiten nicht nötig sind.

So simpel sehe ich das.

FG

Erich

von ErichW - am 20.03.2005 15:02
Ein anderer Erklärungsansatz:

Es gibt zwei gegensätzliche Positionen: Die eine ist, man muss nur hart genug an sich arbeiten, dann kann man sich so ändern, wie man sein will. Sprich: alles ist Sozialisation und nichts ist genetisch. Die andere Positon ist, dass alles angeboren ist und man nicht gegen seine Gene gegenan gehen kann.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, aber die meisten Leute hängen entweder der einen oder der anderen Theorie an. Wir ADHSler in diesem Forum halten es eher mit der genetischen Variante, weswegen wir ja auch Ritalin nehmen, um unsere genetischen Handicaps auszugleichen.

Die Ritalinkritiker hängen eher an der Theorie der Sozialisation. Sie haben ihr Leben lang daran geglaubt und hart an sich gearbeitet, um sich dem angestrebten Persönlichkeitsideal zu nähern. Wenn ihnen das bislang noch nicht gelungen ist, dann, so glauben sie, deswegen, weil sie sich noch nicht genügend angestrengt haben.

Wenn jetzt jemand daherkommt und ihnen erzählt, dass ihre ganzen bisherigen Anstrengungen vergeblich waren und sie so nie zum Ziel kommen werden, und dass sie den Erfolg mit einer kleinen Pille ohne große Mühe schon längst hätten erreichen können, dann stellt das ihr Weltbild auf den Kopf.

Nicht jeder ist bereit, das zu akzeptieren. Denn dann hätten diese Leute viel Lebenszeit und Kraft vergeudet, weil sie auf dem Irrweg waren. Sie hätten sich jahrelang geirrt. ...

Grüße von Emma

von Emma N. - am 20.03.2005 16:23
Also da ist einiges dran!
Wenn man entgegen derer Meinung ist, kommen sie mit "Erfahrung" an. Oder zu letzt bei mir, das doch die Ausprägung gar nicht so stark sein könne. Und das, obwohl mein Lebenslauf, und teilweise der Entlassungsbericht von der Tages Klinik, mit zusätzlicher Grundlage vom alten Beweis, nach entsprechendem Schreit.

Aber da wird dann lieber schnell eine Diagnose gemacht, die einem passt, und welche man Behandeln kann. Sprich, Geld Verdienen.

Zeugen für Schlamperei, Engstirnigkeit und so, die habe ich. Aber es ist einfach Lehrgeld.


Übrigens, mit der Sache bei mir, also Aufdeckung, Ritalin und Co, kam sie erst entgegen, als ich im Grunde die Fakten auf den tisch knallte. Damit meine ich, das Wissen allein über ADS (Dopamin und Co. ) .

von Martino2004 - am 20.03.2005 18:07
meines erachtens kann sich nur jemand, der selbst ads hat, wirklich in einen ads´ler hineinversetzen und ihn richtig behandeln. so fällt es auch immer wieder schwer mit nicht-ads´lern über das thema zu diskutieren; da kommt immer dieses argument: was willst du denn, dir geht es doch gut. aber die müssen ja auch nicht in dieser eingefahrenen gesellschaft mit einer wahrnehmung zurechtkommen, die mit den dort gesetzten regeln nicht klarkommt. klar hat man inzwischen schemata entwickelt, um sich doch irgendwie anzupassen, den wahnsinnigen kraftakt dahinter und dann noch die selbstwertproblematik, mit der man zudem zu kämpfen hat, sieht natürlich niemand.

genau so sehe ich das mit diesen sog. ads-kritikern. Sie können sich einfach nicht in die menschen hineinversetzen, weil sie eine andere wahrnehmung haben und die problematik deshalb nicht verstehen. meist haben therapeuten selbst arge persönlichkeitsprobleme, die sie erst dazu gebracht haben, den beruf zu ergreifen, damit sie evtl. auch sich selbst verstehen lernen. meine theorie ist nun, dass deren probleme tatsächlich meist in deren sozialisation entstanden sind und deshalb die äußerlich eher unauffälligen ads´ler auch in diese kategorie einordnen. denn wir haben meist mehr probleme mit uns selbst, als die gesellschaft mit uns hat. erst, wenn ein mensch in das gesellschaftliche raster nicht reinpasst und auffällig wird (z.b. bei krankheitsbildern wie schizophrenie usw.), dann wird auch an den stoffwechsel gedacht.

unser leid ist aber meist für "außenstehende", also nicht-ads´ler nicht zu greifen, weil wir uns doch von außen betrachtet, einigermaßen aufgrund der erarbeiteten schemata einigermaßen durch das gesellschaftliche moloch winden. den kraftakt und die unsicherheit und selbskasteiungen dahinter werden nicht bemerkt. man denkt deshalb, dass die wenigen sichtbaren auffälligkeiten mit ein wenig gequatsche oder irgendeinem nahrungsblödsinn abgestellt werden können.

aus diesem grund traue ich bezüglich ads nur leuten über den weg, die die problematik von sich selbst kennen. ich habe es aufgegeben sonst jemandem davon zu erzählen.

von creden - am 20.03.2005 19:12
Hallo Erich,
geniaaaaal!
Außerdem kratzt der Mißerfolg ihrer Bemühungen diesen Leuten doch etwas am Selbstbewußtsein. Und dann schreien sie halt "DOPING!".

Daß Methylphenidat für einen ADS'ler in etwa dasselbe ist wie für einen Menschen mit Diabetes Typ I das Insulin, das sehen sie nicht: Beim ADS'ler stirbt schließlich nur die Seele, nicht der Körper.

Grüße
Barny, dessen Seele vielleicht wieder lebendig wird

von BarnyHH - am 21.03.2005 18:28
Hallo!

Das paßt ja mal wieder direkt zu unserem Vortrag in der Schule.

Diese Menschen verunsichern die Hilfesuchenden,da kann man nur mit den Kopf schütteln,echt.
Wie so ein Mensch in unseren Vortrag +Schule gekommen ist,sowie ALLEN unbekannt ist,ist schleierhaft,die scheinen ja überall zu sein.

Auch dieser Herr wird auf den entsprechenden Seite zu finden sein,hats ja OFFIZIELL angekündigt+er hätte irgendwie als Verhaltentherap.Lehrer oder mit Verhaltentherapeut+Lehrer????gearbeitet/mitgearbeitet????....habs durch den Lärm nicht so ganz mitgekriegt,aber nen DICKEN Hals!

Aber er hat leider bei uns Pech gehabt,dieÄrztin war gut drauf,wir auch,werden uns nochmehr Fachleute einladen.
Laßt Euch nicht verunsichern.

In dem Sinne,Algen,ect.ADE und Gute N8
wünscht Sternchen*

von Sternchen* - am 21.03.2005 23:37
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