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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Pflegemutti Birgit, Martino2004, mikathirn

Mein Bruder...

Startbeitrag von mikathirn am 07.04.2005 20:27

Hallo ihr Alle,
ich habe einen Bruder (seit heute 19 Jahre alt) Er war schon als Kind ein extremer ADHS-ler. Konnte nur eine Sonderschule besuchen, hat die Familie schwer Thyrannisiert, das volle Programm eben.
Nun macht er eine Ausbildung, die ihm auch sehr viel Spass macht.
Leider leidet er immernoch sehr unter ADS. Kann sich nicht organisieren, seinen Schreibtisch nicht in Ordnung halten, sein Zimmer ist kaum zu betreten, so viel Zeug liegt da herum. Er pflegt sich selbst nicht, vernachlässigt jegliche Hygiene. Er geht viel weg und trinkt auch nicht wenig Alkohol. Er sieht seine Shculprobleme nicht als Probleme an. und erkennt den Ernst der Lage nicht, wenn er jetzt seinen Ausbildungsplatz verlieren würde.
Wenn man ihn darauf anspricht, blockt er total ab, lehnt jegliche Hilfe ab und behauptet es würde doch alles gut laufen.
Meine Mutter hatte neulich einen Termin bei dem Arzt, der ihn früher schon bahandelt hat und der hat gesagt, das Beste wäre, wenn er eine Therapie machen würde und man ihn wieder auf Ritalin einstellen würde.
Die Therapie lehnt er absolut ab und Ritalin ist zu gefährlich, wei er eben Alkohol trinkt und Kifft.
Wie können wir meinem Bruder helfen, den Ernst der Lage zu erkennen, sich mit seiner Krankheit auseinander zu setzen und sich selbst zu organisieren?
Ist hier vielleicht jemand, der in gleichem Alter selbst betroffen war und mir sagen kann, wie sich mein Bruder fühlen könnte? Oder Eltern (Geschwister) die Kinder im gleichen Alter haben und mir ein paar Tipps geben könnten?
Ich hoffe auf Antworten und beantworte auch gerne Fragen, wenn ich jemandem helfen kann!
Danke, Mikathrin

Antworten:

Ach je!
Bei mir war es die erste Liebe, Überforderung, und Joints. Alk, dank des Autos damals nicht.

Die einzige Möglichkeit, wie ihr ihm helfen könntet, geht leider aufgrund des Alters nicht.

Damit meine ich, anketten, Kalter Alk Entzug.

Hört sich zwar Ironisch an, aber ich glaube richtig Helfen, das kann ihm kaum jemand. Der Harken, wie schon wo anders geschrieben, der Antrieb mus von dem Betroffenen selbst herkommen. Alles andere bewirkt nur Abblocken, oder kurzen Erfolg.

Meine kleine entsprechende Kariere (wieder vorgrab) .
14/15 Jahre, Alk, Tabletten
Tablettenentzug, durch abschließbaren Arzneischrank.
Alk Entzug, wegen noch anderer Dinge, Heim (Als Stationäre Therapie gerechnet, mit auswärtiger Schule) .

16/17 Jahre, Kaffee in extremer Stärke (für ADHSler ok, andere ungenießbar) .

18/... Kaffee weiter, und erst Aktuell reduziert auf Minimaß. Bin allerdings nicht Arbeitsfähig (entsprechende richtige Hypie Therapien wurden nie durchgeführt) .Ebenso würde mein Kaffee Konsum wegen Leistungsdruck wieder steigen, oder hoffentlich (beim hoffentlich richtigen Arzt) gegen Medi ausgetauscht werden.

Alk, Gelegenheitsversion. Oft nur ein oder 2 Schluck. Aber ab und zu mal mehr. Seit letztes Jahr wirklich realisiert, und ganz Trocken (fasse nichts mehr an).

Alles aus eigenem Antrieb geschafft. Dennoch muß man es erst mal wirklich Realisieren. Auch, das man ADHSler ist. In wirklichkeit hat es bei mir weit länger als 10 Jahre gedauert, denn ich hatte immer "Dicht" gemacht.

Ausser Joints. Die wurden mir aufgrund eines ungewollten zu hohen THC gehaltes ausgetrieben. Denn einmal das Gefühl zu haben, man bekommt sich aus der Sicht einer 2. Person mit, und dann eine Nacht Reiern, das reicht.

von Martino2004 - am 07.04.2005 23:31
Hallo,

ich kann dir keinen Rat geben. Will nur sagen so wie du deinen Bruder beschrieben hast, so hättest du auch meinen Sohn meinen können.
Viele Probleme in der Schule durch ADHS und nicht erkannte Legasthenie. Absolute Schulunlust. Lehre geschmissen, weil mit einem IQ von 115 in einem Berufsbildungswerk gelandet (irgendwie verstehe ich fast, dass er damit nicht klar kam).
Aber was eigentlich ausschlaggebend ist, dein Bruder genau wie mein Sohn finden die Situation nicht belastend, für sie scheint wirklich alles in Ordnung. Meinen Sohn hat seine Situation noch nie belastet, aber seine Umwelt wohl.

Ich glaube wir können nicht mehr machen, als dann da zu sein, wenn diese Menschen aufwachen, wenn sie Leidensdruck verspüren. Dann müssen wir da sein. So lange habe ich mir vorgenommen seine Lebensweise ein Stück weit zu akzeptieren. Und er zeigt ja dass es geht, ohne Arbeit, ohne Geld, zumindest für ihn, da er bei den Eltern seiner Freundin ernährt wird, da er dort auf dem Hof auch ordentlich körperlich arbeitet. Die Leute sind schon älter und freuen sich über so einen angehenden Schwiegersohn. Also es ist nicht dass was ich für ihn wollte, aber es geht ihm doch einigermaßen gut dabei.

LG Birgit

von Pflegemutti Birgit - am 08.04.2005 05:45
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