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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ipsen, Meike S., Geetanjali, Andrea U., Friederikev, sternenblitz, Ricki 01

Alles wird gut!! Zum Freuen für alle, die gelegentlich verzweifeln

Startbeitrag von Meike S. am 09.05.2005 17:45

Hallo, ihr Lieben,
ich war schon lange nicht mehr hier bei euch. Heute möchte ich einmal eine positive Bilanz ziehen.

Meine Kinder sind inzwischen 11 und 13. Wir haben richtig schlimme Zeiten erlebt. Meine Tochter stand kurz vor dem Rauswurf aus der Schule, kein Kind wollte was mit ihr zu tun haben, überall ist sie aufgefallen, wir sind kaum noch unter Leute gegangen. Sie war lange, lange Zeit ein echter Problemfall und trotz aller möglichen Hilfen war ihre Impulsivität und ihre emotionalen Achterbahnfahrten schrecklich. Medikamentös haben wir lange nach dem richtigen Mittel gesucht. Ich selbst war auch völlig neben der Spur, weil ich mir soviel Sorgen um sie gemacht habe. Oft habe ich gedacht: "Warum wollte ich bloß Kinder haben?" Immer wieder der Gedanke: Das schaffe ich nicht!

Aber ob man's glaubt oder nicht, trotz aller negativen Erfahrungen und Unkenrufe aus Nachbarschaft, Schule (ausnahmsweise mal nicht die Lehrer, sondern die Eltern der Mitschüler) und Familie, macht sie sich inzwischen richtig gut. Schule haut hin, zuhause hat sich's beruhigt und unser Verhältnis ist richtig gut geworden, obwohl sie mitten in der Pubertät steckt.

Mein Kleiner schafft den Übertritt ans Gymnasium und seine Fein- und grobmotorischen Störungen fallen kaum noch auf, seine ständigen Unfälle sind vorbei und sein Einkoten hat jetzt mit der richtigen Medikation vollständig aufgehört.

Also, an alle, die um die Zukunft ihrer Kinder bangen und oft am Ende ihrer Kraft sind: ich möchte euch Mut machen. Bleibt dran, werft die Flinte nicht ins Korn, nach schlechten Zeiten kommen oft genug nicht noch schlechtere, sondern auch gute! Ich bin froh, dass ich meine beiden Chaoten habe, das Leben mit ihnen macht Spaß und ist schön!!

Viele ermutigende Grüße
Meike

Antworten:

Herzlichen Glückwunsch! (Ist ernst gemeint, auch wenn es sich in dieser Kürze vielleicht merkwürdig anhört.) ;-)

von sternenblitz - am 09.05.2005 17:55
Hallo Meike,

das freut mich für dich und deine Kids.
Ich hab´mal gelesen, das manche ADSler in der Pubertät ruhiger werden. Das scheint ja bei euch tatsächlich so zu sein.

Mein Spezi ist 12J., also auch dabei zu mu(puber)tieren.
Leider kommt er mir im Moment so vor, als ob er in die Zeiten seiner frühen Kindheit retardiert.

Trotzdem oder gerade deshalb, bleibe ich am Ball und stehe zu ihm, auch wenn´s manchmal schwer fällt.

Ich freue mich immer, wenn hier im Forum etwas positives zu lesen ist.

Liebe Grüße,
Ricki

von Ricki 01 - am 09.05.2005 19:48
Hallo Meike,
das hört sich wirklich klasse an, Glückwunsch!
Liebe Grüße,
Friederike

von Friederikev - am 10.05.2005 07:55
Hallo Meike,

wunderbar für Euch, dass es Euch gut geht!

Was habt ihr gemacht, um dorthin zu kommen? Medikamente hast du schon angesprochen. Was hat deinen Kindern noch gut getan? Oder glaubst du, die Probleme wachsen sich jetzt einfach ein wenig raus?

Ipsen (Anette H.)

von Ipsen - am 10.05.2005 09:03
Hallo!
Ich glaube, die Probleme wachsen wirklich etwas während der Pubertät heraus. Mein 14-Jähriger ist zwar nach wie vor sehr unkonzentriert, stört aber den Unterricht nicht mehr, so daß seine Einzelbank-Strafversetzung rückgängig gemacht wurde. Er war oft der Schwätzer während des Unterrichts, störte die anderen (bekam natürlich auch dann die Schuld, wenn er es nicht war). Aber mittlerweile bekomme ich von immer mehr Lehrern die Antwort, daß er den Unterricht nicht mehr stört. Darüber bin ich heilfroh. Jahrelang mochte ich allein deswegen nicht zum Elternsprechtag gehen. Alles Liebe.

von Andrea U. - am 10.05.2005 11:02
Hallo,
ja, ohne Medikamente kriegt sie ihre Impulsivität, die Wutausbrüche und die Frustrationsintoleranz nicht in den Griff. Zuerst haben wir Metylphenidat in sämtlichen Erscheinungsformen ausprobiert. Das hat zwar was für die Aufmerksamkeit gebracht, aber alle anderen Symptome waren nach wir vor schlimm.

Mit der Umstellung auf DL-Amphetaminsulfat kam dann die Wende und der drohende Schulverweis war aus der Welt. Derzeit macht sie eine Studie zu Strattera mit, wir sind ganz zuversichtlich, dass dies ihr was bringt. Sie schläft besser und ist ausgeglichener, insgesamt weniger depressiv und somit fröhlicher und hat auch mehr Antrieb.

Ganz viel haben auch die Lehrer gebracht, die meine Kleine immer unterstützt haben. Sie hat zwei Lehrerinnen an ihrer Schule, die einen besonders guten Draht zu ihr haben. Sie wissen die positiven Seiten zu schätzen, ihren Wortwitz, ihren Gerechtigkeitssinn, ihre Fairness und ihre Intelligenz. So möchte ich auch einmal eine Lanze für die vielgescholtenen Lehrer brechen. Ohne diese beiden verständnisvollen Exemplare hätte meine Tochter keine Chance gehabt.

Einiges hat sich wohl tatsächlich mit der Zeit rausgewachsen. Sie hat jetzt bereits einen recht erwachsenen Blick auf ihre Erkrankung und hat gelernt, dass sie anders als die anderen ist und kann diese Tatsache auch akzeptieren.



von Meike S. - am 10.05.2005 13:10
Vielen Dank fürs Mutmachen, tut gut zu lesen wenn man (noch)mitendrin steckt und verständnisvolle Lehrer sind wirklich ein Geschenk. Schön so etwas zu lesen.

von Geetanjali - am 10.05.2005 16:41
Liebe Meike,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Wir kommen mit Medikinet gottseidank prima klar und müssen nicht lange nach passenden Mitteln suchen.

Gruß von Anette

von Ipsen - am 10.05.2005 18:08
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