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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Johannes Streif, Martino2004, HeidiS, Petra F., Gaby, AnnaS, Gidran

Erfolg bei Kostenübernahme f. HeBo-Schule?

Startbeitrag von Gidran am 08.06.2005 21:00

hallo alle zusammen,

wer hat erfahrungen mit der kostenübernahme durch das JA für die HeBo-schule gemacht?? ich will einen antrag stellen, der termin steht jetzt irgendwann an, wenn die sachbearbeiterin wieder gesund ist...
die eigene kostenübernahme steht ausser diskussion. von einer bekannten weiss ich, dass die schule zu dm-zeiten bereits 1900.-- dm monatlich gekostet hat, das internat damals dann noch extra mit 3000-3500 dm monatlich zu buche schlägt. völlig undenkbar, das selbst zu tragen....

ich würde mich sehr freuen, wenn ich etwas unterstützung bzgl. des know-how bekäme...

mein sohn ist nach 10 jahren untersuchungs-marathon endlich diagnostiziert worden. er geht in die 8-klasse realschule, wird aber wohl wiederholen müssen. die stimmung zwischen schule und uns ist ziemlich festgefahren, ich hatte hier schonmal über die androhung des verweises erzählt. da mein sohn in der grundschule bereits die dritte klasse freiwillig wiederholt hat, wäre er im falle einer wiederholung der 8.ten dann mit beendigung dieser mit seiner schulpflicht durch. ich habe die dumme ahnung, dass die realschule nicht bereit wäre auf antrag zu verlängern. ist für sie ja auch einfach, uns dann eben auf diesem weg loszuwerden wenn sie mit einem verweis schon nicht durchkommen...und dann?? unser versuch ihn auf eine gesamtschule wechseln zu lassen scheiterte, da: O-ton: "...sie nur daran interessiert sind, schüler aufzunehmen, die auf jeden fall die oberstufe besuchen würden..." mein sohn hat einen IQ von 123 und steht ohne schulabschluss da?? die zeit rennt...und der stein im magen wird immer grösser...

Antworten:

Immer mit der Ruhe und schlechte/gute Nachricht.

Ich habe mal nach dem Stichwort HeBo-Schule gegoogelt.

Für dich ist da noch lange nichts ausgestanden. Denn ich bin auf ein Post gestoßen, wo ein Junge von so einer Schule nicht angenommen wurde. Die verlangen wohl ein Psychologisches Gutachten. Entsprechendes wurde dort von Ärzten nicht angefertigt, und deshalb wurde der Junge nicht aufgenommen.

Thema Schulpflicht. Diese hört nicht auf, auch wenn deiner auf dem Papier 18 ist.

Ebenso ein Veweis. Laut meiner Kenntnis endet die Schulpflicht mit der Entlassung von einer Schule (Abschluss Zeugniss) und nicht vorher.

von Martino2004 - am 08.06.2005 22:37
Hallo Gidran,

Du darfst davon ausgehen, dass es zur Zeit ziemlich unmöglich ist, ein Kind auf Jugendamtskosten auf der HEBO unterzubringen. Die Jugendämter mauern, gerade bei dieser Schule, um keine Folgeanträge zu provozieren. Das ist denen einfach zu teuer.

In welcher Gegend wohnst Du denn? Käme vielleicht auch eine andere Privatschule in Eurer Nähe in Betracht ? Falls Du im Großraum Niederrhein/Ruhrgebiet wohnst, kannst Du mich mal anmailen. Vielleicht habe ich einen Tipp für Dich.

@Martino-leider irrst Du Dich. Nach 10 Pflichtschuljahren kann ein Kind ausgeschult werden. Verlängerung ist nur auf Antrag möglich. Der wird aber sehr oft abgelehnt bei unseren ADSlern- sind schließlich lästig und unbequem. Was glaubst Du, wie sonst die 10 % eines Jahrganges zustandekopmmen, die mittlerweile ohne Schulabschluss die Schule verlassen ? So sieht die traurige Wahrheit im (Ex-)Land der Dichter und Denker aus.

VG
Anna



von AnnaS - am 09.06.2005 03:44
Martino Anne hat Recht.

Gidran,
leider ist es so wie Anne es schreibt,ohne guten Anwalt und §35a wird man in den nächsten Jahren keine guten Aussichten haben.

Es wird ja an allen Ecken gespart und leider auf Kosten unserer Kinder.

Wobei ich alle Kinder meine ,die ja in D überhaupt keine Lobby haben.

Soetwas macht mich traurig.

Liebe Grüße
Gaby


P.S.

Ohne Adresse kann ich dir keine Infos bezügl. Hagen zukommen lassen.



von Gaby - am 09.06.2005 03:52

Re: Immer mit der Ruhe und schlechte/gute Nachricht.

Hallo Martino

leider nein, die Schulpflicht endet je nach Bundesland nach X Jahren (eventuell plus Absolvieren von 5 Hauptschuljahren), egal, ob da nun irgendein Abschluss gebaut worden ist oder nicht- so erklärt sich auch die Entlassung von Schülern aus der 8. Klasse ohne Hauptschulabschluss! Die sind halt seit der 5. Klasse einmal sitzengeblieben, möglicherweise zusätzlich auch schon mal in der Grundschule (Grundschulsitzenbleiben verlängert bei Hauptschülern die Schulpflicht um ein Jahr, aber es gibt Schulen, die das widerrechtlich ignorieren....) - und aus ists mit demSchulbesuch. Ist bei denen dann die Leistung weiterhin schlecht, kann die Schule beschließen "der schaffts sowieso nicht"- und tschüss!


Das heißt nicht, dass du mit Erreichen der Zeitspanne X von der schule musst - da könnte man ja kein Abitur machen- aber es heißt, dass du nach dieser Zeitspanne keine Schulpflicht mehr hast. Also sozusagen freiwillig verlängerst. Und das hat eben die eine oder andere rechtliche Konsequenz.
Was anderes ist es, dass möglicherweise (ich weiß nicht genau) bei Leuten, die mitten in einer "Schullaufbahn" drinstecken, Rechte bestehen auf Hilfen, diese zu Ende zu führen- und das kann dann eben auchmall ein, zwei Jährchen über die Schulpflicht hinaus sein (bei Abi noch länger). Aber wie gesagt, genau weiß ich das leider nicht.

Gruß
Petra

von Petra F. - am 09.06.2005 05:19
Hallo Gidran,

sehr wahrscheinlich musst du dich nach einer anderen Möglichkeit umsehen.

Falls ein Schüler bis zu Ostern zurückgestuft wird, zählt dieses Schuljahr nicht. Ich nehme mal an, das geschah bei deinem Sohn in der dritten Klasse so nicht?

Eine andere Möglichkeit, dich an die Arbeitsagentur zu wenden. Dort werden Maßnahmen zum Erreichen des Hauptschulabschlusses angeboten.

Ist dort dein Sohn schon gemeldet?

Beim Jugendamt nicht nur die Hebo-Schule ansprechen, sondern auch nach Alternativmöglichkeiten fragen.

Ebenso dort um Unterstützung für die weitere Schulbildung bitten.

Das Ziel sollte auf jeden Fall das Erreichen Hauptschulabschlusses sein. Schafft er den, dann weitere Schulabschlüsse anstreben.

Viel Erfolg und lass den Stein im Magen nicht zu groß werden.
Es wird sich eine Möglichkeit zeigen, da bin ich mir sicher.

freundlichen Gruß

HeidiS

von HeidiS - am 09.06.2005 06:40
Hallo Gidran,

wie ich bereits früher einmal in einem ähnlichen Fall postete, gibt es durchaus zahlreiche Fälle, in denen das Schulgeld für Einrichtungen wie die HEBO-Schule plus Heimunterbringung übernommen wurde und noch wird.

Eine Finanzierung über §35a wird jedoch immer unwahrscheinlich - die meisten Ämter lassen diese Kosten über die Sozialhilfe laufen. Das heißt: Das Vermögen des Kindes wie auch Einkommen und Vermögen der Eltern werden berücksichtigt. Herr Biegert, der Schulleiter der HEBO-Schule, begrüßt dies grundsätzlich, denn entsprechende Leistungen sollen auch in Zukunft zur Verfügung stehen. Die bisherige Handhabung des §35a machte die Kommunen leider in vielen Fällen zu Zahlmeistern einer von ihnen nicht verschuldeten miesen Schul- und Familienpolitik.

Mein Tip: Die Karten gegenüber dem Jugendamt/Sozialamt offen auf den Tisch legen und eine Eigenbeteiligung an der Obergrenze des Machbaren anbieten, damit den Amtsmitarbeitern der Ernst der Lage wie auch der eigenen Absichten glaubhaft wird. Konzilianz bringt dabei i.d.R. mehr als Drohungen mit dem Anwalt, denn viele Gemeinden treibt die schiere Finanznot dazu, ersteinmal zu prozessieren. Das aber führt zu Verzögerungen, die manche Hilfe während des Verfahrens obsolet macht.

Herzliche Grüße,
Johannes

www.therapaed.de
www.jaegerburg.de

von Johannes Streif - am 13.06.2005 18:41

@ Johannes Streif

Johannes Streif schrieb:

Zitat

... gibt es durchaus zahlreiche Fälle, in denen das
Schulgeld für Einrichtungen wie die HEBO-Schule plus
Heimunterbringung übernommen wurde und noch wird.
...


Ich möchte absolut nicht unhöflich sein. Aber Heim sollte soweit wie möglich ausgeschlossen werden.

Warum? Kinder, welche eine Familie haben scheinen nicht gerade selten in der Situation zu leiden.

Erfahrung aus 1 1/2 Heim.
3 Personen weiß ich, welche in der Zeit abgehauen sind. Weil sie dort nicht mehr sein wollten.
Ich selbst stand kurz davor.
Aktuelle weis ich von einem Mädchen (Zufalls Kontakt) , das der Bruder einer Freundin ebenso so schnell, wie es geht aus einem Heim raus wollte.

von Martino2004 - am 13.06.2005 19:42

Re: @ Johannes Streif

Hallo Martino,

viele Kinder, welche die HEBO-Schule besuchen, leben im Bonn-Kölner Raum in Heimeinrichtungen. Das ist anders auch gar nicht zu leisten, denn die Notwendigkeit einer Beschulung in engem Rahmen erlaubt selten die gleichzeitige Unterbringung in einem wenig betreuten Setting.

Grundsätzlich teile ich die Ansicht, dass Heimunterbringungen vermieden werden sollten. Der Hauptgrund dafür ist, dass das deutsche Arbeits- und Tarifrecht immer über den Ansprüchen der Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen steht. Kaum eine Mutter und kaum ein Vater sagen nach 8 Stunden, dass sie jetzt Feierabend haben und für das Kind über's Wochenende nicht erreichbar sind, doch irgend jemand anderes zum Aufpassen kommen würde, mit dem man ja genauso gut reden könne ...

Johannes

von Johannes Streif - am 14.06.2005 04:54
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