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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Cori69, lexicool, Taucherle, Martino2004, indigo_girl, Dana B.

Suche erwachsene ADSler / Erfahrungsberichte

Startbeitrag von Dana B. am 30.09.2005 19:58

Hallo ihr Lieben!

Habe mich schon lang nicht mehr gemeldet, aber heute brauche ich mal wieder Eure Hilfe.

Ich gehe seit Neuestem zum Elterntraining - WAS ICH UNBEDINGT JEDEM EMPFEHLEN MUSS - dort lernte ich eine ganz tolle Mutter kennen, der infolge der Diagnose ihrer Kinder bewusst wurde, dass auch sie ein Problem hat. Jedenfalls hat auch sie sich auf ADS testen lassen und ist positiv. Seitdem bekommt auch sie Medikamente und ist "wie ausgewechselt".

Kurz und gut, auch ich vermute bei mir ADS. Bin seit Jahren psychisch labil, immerwieder depressiv. Diagnose: Manisch - Depressive Erkrankung.

Damit kann ich mich aber nicht zufriedenstellen, denn ich sehe immer mehr parallelen zwischen meiner Tochter und mir. Und auch die Geschichte dieser Frau aus dem Elterntraining gleicht meiner so sehr...

Deshalb regen sich in mir immer mehr Fragen:

Wie war das bei Euch?
Woran habt ihr dieses "anders sein" festgemacht?
Wie alt wart ihr dabei?
Was hat sich seit dem für euch geändert?

Schreibt mir einfach alles, was Euch einfällt. Ich brauche momentan VIIIEEEL Input.

Ich danke schonmal im Voraus und hoffe auf reichliche Antworten.

LG

Dana

Antworten:

Hallo Dana,

ich bin neu hier (seit gestern), habe meinen Erfahrungsbericht etwas weiter unten geschrieben unter "hallo bin neu hier". Vielleicht kannst Du damit ja was anfangen?!

Bevor meine Kinder geboren waren, wäre ich nie auf die Idee gekommen, ein ADS zu haben. Daß mit mir was nicht stimmt wußte ich aber schon als ich ca. 8 Jahre alt war, hatte nur nie einen Namen dafür! Alle meinten ich sei faul,lahm und ein bisschen dumm! In der Pubertät wurde ich dann depressiv und dies hielt bis heute an. Vor zwei Jahren machte ich dann in eine Therapie gegen meine Depressionen und die Diagnose lautete "Anpassungsstörung"(wie bescheuert ,was?). Erst viel später, nach der Geburt meines zweiten Sohens, las ich ca. 6 Bücher über ADS bei Erwachsenen und Kinder und fand mich zu 100% wieder!!! Hierzu empfehle ich dir speziell für Frauen mit ADS das Buch "Chaosprinzessin" v. Sari Solden!!!

Zum Schluß nur noch so viel, heute bekomme ich ein Medikament und es geht vieles einfacher, aber die Depression kam wieder, was meiner Meinung nach an der Veränderten Wahrnehmung liegt. Ich sehe jetzt vieles "schärfer" und deshalb eben auch bewußter, was zur folge hat (bei mir), daß ich auch die Mißstände viel klarer sehe. nun bin ich in der Phase der Neustrukturierung meines Lebens. Spannende Sache....


Ich hoffe, Dir damit ein wenig helfen zu können.

Liebe Grüße,

ALex

von lexicool - am 01.10.2005 06:56
Hallo Dana, Hallo Alexandra!

Möchte Euch die Möglichkeit geben mich ziemlich genau kennenzulernen...
Hatte hier "quasi als Einstand" ein posting gesetzt, muß Ende August gewesen sein..., unter dem Betreff "ADS oder Depression???"
Es beschreibt quasi einen meiner Tage, bzw. Vormittage...

Vielleicht habt Ihr ja Lust über "suchen" da mal reinzuschauen...

Ich denke, daß auch Ihr Euch darin in gewisser Weise wiedererkennt...

Aber Vorsicht!, es ist super-lang und SEHR CHAOTISCH..., so bin ich nu mal...! ;-)

Liebe Grüße
Corinna

von Cori69 - am 01.10.2005 09:36
Hallo Corinna (schon wieder Du.... ;-) ),


danke für den Tip, werde gleich mal lesen.....
melde mich wieder!

LG Alex

von lexicool - am 01.10.2005 09:53
Hallo Corinna ;-)


habe eben deine "Geschichte" gelesen - "ADS oder Depression"-
ich muss bitterlich weinen!

Das ist mein Leben, GENAU SO!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

AHA-Erlebnis pur, Gänsehaut.....

bin im Moment nicht in der Lage mehr zu schreiben, außer besser hätte ich MEIN Leben nicht beschreiben können!!!!!!

Bald mehr.......


LG Alex

von lexicool - am 01.10.2005 11:22
Alex...

Sch...! jetzt hab' ich auch feuchte Augen...!

Hey..., Kopf hoch!!!!!!!!! ;-)

Bis bald wieder!!! :-)

Corinna

von Cori69 - am 01.10.2005 13:18
Hallo Dana, Alex, Corinna

bin jetzt 27 und bei mir wurde ADHS vor ca. 3 Jahren endeckt.
Schon als Kind hatte ich Schwierigkeiten und mit ca. 7 auch meine erste Therapie.

So ab 14 wars dann ganz aus und ich habe ziemlich lange gebraucht wieder auf den Damm zu kommen.
Was ich zum Glück geschafft habe, so hole ich auf dem 2. Bildungsweg (für Erwachsene aller Alterstufen) mein Abitur nach und werde im Mai die Prüfungen beginnen. :-)

Aber als Langzeitfolge der "Nichterkennung" von Fachleuten, kämpfe ich trotz allen (Therapie, Medis und viel Unterstüzung) immer noch mit Selbsthass und starken sozialen Unsicherheiten.
Das Methylph. hilft mir zwar gut. Nur glaube ich langsam bzw. momentan, dass bei mir keine Antidepressiva mehr helfen.

Wenn du mehr wissen willst kannst du gerne Fragen.
LG indigo_girl

von indigo_girl - am 01.10.2005 18:43
Ich nehm mal wieder die Kurzfassung!

Nach langem gerenne meiner Eltern (haben den gleichen Lauf wie die Aktuellen Eltern hier) kam die Diagnose. Da war ich 13 (ungefähr) .

Damals, MPH und co waren in der Wirkung nicht so bekannt.

Behandlung, reine Phosphat Diat (Medikamente verweigert) , die natürlich nach hinten los ging.

Bei mir, der abolute Klassiker. Elterliche Eskalation. Heimaufenthalt (15/16) . Mit ca. 18 Elternhaus verlassen und Kontackt abbruch. Wußte von meinem ADHS nicht/nichts mehr. Nie kam jemand bei mir durch.

Mit 28, Typisch ADHS, bekomme ich einen Gedanken Sprung mit einem Stichwort.

Danach mußte ich einiges aufrollen. Eigene Ärzte Rennerei. Ohne wirklichen Erfolg. Nächste Woche kommt jedoch alle Hoffnung. Denn ich gehe zu der Ecke, welche wirklich darüber bescheid wissen und helfen können.

Das war es eigentlich. Nur habe ich wieder Kontackt zu meinen Eltern. Dieses Mal, absolut Spitze!

von Martino2004 - am 01.10.2005 19:01
Hi Corinna,

habe mich auch auf die Suche nach deinem "Einstandsposting" gemacht - ganz so chaotisch ist es bei mir nicht (mehr) - ich arbeite viel mit To-Do-Listen und streng geregelten Tagesabläufen... Die funktionieren aber nur, wenn meine Kinder ihre fixen Termine haben und ich meine Arbeit darum herum planen muss.

Hatte zeitenweise sogar einen Essensplan, weil ich sonst keine Ahnung gehabt hätte, was ich auf den Tisch bringen soll. Und eben strickte Vorratshaltung. Die aber eher, weil ich nicht mehr einkaufen gehen mag, weil ich mich da überfordert fühle und nicht mehr unter Leute gehen will, die ich nicht kenne. Also immer wenn ich das vorletzte Päckchen von etwas anbreche, sofort auf den Einkaufszettel. Alles muss seinen festen Platz haben, sonst suche ich mich zu Tode (zum Glück ist der Kopf angewachsen... das ist ein Spruch, den ich als Kind nur zu oft zu hören bekam)

Die letzten Jahre habe ich immer versucht, mich zu drosseln. Habe an einer Gesprächsführungsschulung teilgenommen. In jeder Situation ist also jetzt die eine, die nach aussen agiert und zugleich innen drin eine, die mit Argusaugen überwacht, was die draussen macht. Das ist eine irrsinnige Konzentrationsleistung, ich kann nicht einfach irgendwo dabei sein, ich muss ständig bewußt auf mein Umfeld und seine Reaktionen auf mich achten. In größeren Gruppen strengt mich so an, dass ich vielfach nur noch dabei bin, ohne mich einzubringen.

Inzwischen bin ich so erschöpft, dass ich mich fühle, als hätte ich eine Dauergrippe. Ich muss aber mein Chaos im Griff behalten, strickte Regeln und Abläufe schaffen und einhalten, damit mein Sohn (Diagnose ADS/ADHS) seine feste Strukturen um sich findet, die er braucht...

Ach ja, ich bin noch "ganz neu" hier und habe durch das Suchen nach Informationen über ADS/ADHS und Medikamente wegen meines Sohnes meine eigene Kindheit und Schulzeit wieder vor Augen bekommen und erschreckende Parallelen entdeckt... und eben die Erkenntnis, dass ich wohl auch ein kleines AufmerksamkeitsDefizit habe...

Der nächste Tagesordnungspunkt steht an... Abendessen richten, Kinder abfüttern...

Liebe Grüße
Taucherle

von Taucherle - am 03.10.2005 16:23
Hallo Taucherle!

Das was Du da von Dir berichtest kenne ich im Grunde auch, ansatzweise allerdings nur... ;-)

Da ist so mancher Tag der "scheinbar" gut verläuft, an dem ich einige Dinge stramm verfolge und am Ende auch tatsächlich umgesetzt kriege...

Vieles weiß ich theoretisch auch zu regeln, mich quasi zu steuern, feste Planungen machen, vieles notieren usw...

Das mit dem Vorrat, von wegen direkt für den nächsten Einkauf aufschreiben, wenn noch eins übrig ist... das mache ich genauso... ging sonst auch nicht! ;-)
Und von wegen "gut das der Kopf angewachsen ist..", das kenne ich auch schon von Kind an...! ;-)))

Es fällt mir nur dennoch an "zu vielen Tagen" schwer es auch umzusetzen... geht dann einfach nicht, weil ich irgendwas anderes dazwischen kommen lasse und "mein Ding" dann einfach hinten anstelle...
Und wenn das dann einmal wieder eingerissen ist, habe ich den Faden wieder verloren...

Ich glaube inzwischen fast, daß ich heute sehr viel besser dran wäre, also besser zurecht käme, wenn ich jemanden an meiner Seite hätte der mich da unterstützt...
Leider empfinde ich meinen Freund genau gegenteilig, das bißchen System was ich mir aufbaue, macht er mir immer wieder zunichte...

So bin ich zur Zeit erstrangig mit dem Gedanken beschäftigt wie ich mein Leben zunächst von Grund auf neu gestalten kann um sowohl für mich als auch für meinen Sohn wieder MEHR zu sein...!!!

Aber das ist jetzt hier vielleicht nicht ganz der richtige Platz dafür..., oder?

Jedenfalls DANKE für Dein posting!!!

Wünsche Dir weiterhin "ALLES GUTE" und bleib weiter so stark wie bisher!!!

Liebe Grüße
Corinna

von Cori69 - am 03.10.2005 18:52
Hi Corinna,

musste grade lachen, denn mein Göga ist auch so ein "Systemvernichter". Im Job absolut perfekt, Akten top geführt, zuhause bis vor kurzem nicht einmal in der Lage, das eben verwendete Werkzeug wieder aufzuräumen...

Ich weiss nicht, ob mir einer gut täte, der mich strukturiert... ich denke, ich würde eher verweigern...

Aber manchmal möchte ich mich einfach nur treiben lassen, mit meinen drei Jungs das tun, was mir gerade einfällt - aber ich bin inzwischen so an Selbst-Kontrolle gewöhnt, dass Spontaneität mich eher erschreckt... Habe ich mir da selber ein Korsett angelegt?

Ist dieses kontrollierte Leben jetzt was gutes oder nicht... Zehrt es so meine Kraft auf, dass ich irgendwann vor dem Burn-Out stehe?

Was ist mit dem, was mich eigentlich ausmacht, was an mir wertvoll ist und welche Gaben in mir stecken, was ich gerne mache und mir Spaß macht - das ist durch die letzten Jahre den Funktionierens so nach Hinten gerückt...

Und wenn ich mich an Zeiten erinnern will, in denen ich unter Menschen Spaß hatte, kommen mir nur Situationen in den Sinn, in denen ich kein Fettnäpfchen ausgelassen habe, Freunde verprellt habe, angeeckt bin, andere platt geredet habe... so dass es mir jedes Mal selbst bei der Erinnerung noch Schweißausbrüche macht und ich eine rote Birne bekomme.

Wie war ein schönes Zitat das in einem der Foren gepostet war:
"Hilf der Mutter, dann hilfst Du dem Kind" oder so...

Bisher steht bei meinem Großen fest, dass er ADS hat, mit hyperaktiven Zügen... ich habe drei Söhne, 6 1/2, 5 und 3 1/2 Jahre alt. Und wohl einen Mann, der wie ich auch ein wenig selber betroffen sein muss... anders könnte er es wohl kaum mit mir aushalten :-)

Lieben Gruß
Taucherle

von Taucherle - am 03.10.2005 19:59
Hallo,

eigentlich heißt es ja, dass Links gelöscht werden, da ich aber den Link zu nachfolgender Seite hier von den ADS-Seiten hatte, denke ich es ist i.O.

[www.dr-kuehle.de]

Ihr findet dort ein Forum und da ist auch das Thema ADHS im Erwachsenenalter angesprochen worden, bisher allerdings noch wenige Einträge...

Gruß
Taucherle

von Taucherle - am 04.10.2005 13:28
Hi Taucherle!

Hm..., also im Job ist "meiner" auch sehr erfolgreich, aber auch nur deswegen, weil er "Meister im Delegieren" ist! ;-)
Er ist mehr als ein Chaot!!! ...aber er liebt sein Chaos und kommt alleine auch gut damit zurecht!

Nur... ist zu dumm, wenn wir uns gegenseitig mit unserem Chaos im Weg stehen, deswegen ständig aneinander ecken...!
Oder jeder im Chaos des anderen "rumpfuscht"...!
Verstehst Du?

DAS FUNKTIONIERT NICHT!!!

(wenn ich 'ne Diagnose bei IHM stellen müßte...: hochgradig AD(H!)S! Dabei sowas von uneinsichtig und nicht kritikfähig... kannste Dir gar nicht vorstellen!!! ;-)

Das schlimmste aber für mich ist, daß wir überhaupt nicht vernünftig über Probleme, Gefühle, Gedanken etc. reden können. Es ist einfach nicht sein Ding sich über andere (auch nicht über mich und meinen Sohn!) Gedanken zu machen...
"Ich hätte doch alles was ich brauche, also könnt' es doch keine Probleme geben...!?" Ist echt zum ko.....!!!

Ich renne ständig vor eine Mauer...!

Bin einfach nur überglücklich darüber, daß ich in Familie und Freundeskreis Menschen habe, mit denen ich mich besser austauschen kann!

Für Dich finde ich's allerdings irgendwie sehr schade, daß Du quasi gar nicht mehr "spontan" sein kannst... hört sich irgendwie für mich an, als wärst Du nicht mehr Du selbst sondern funktionierst nur noch für Deine Familie und das Umfeld... ?!
Versteh mich bitte nicht falsch...! Aber auf Ewig kann's das doch auch nicht sein, oder...?!

Aber dennoch: es sollte, ob mit oder ohne ADS, ob mit oder ohne Medis, ALLES in einem relativ ausgeglichenen Verhältnis stehen...

Von Zeit zu Zeit, denke ich, sollten wir uns alle mal immer wieder die Frage stellen "Ist alles ok so wie's läuft, oder läuft gehörig was schief?"

Tja... und da ist bei mir ein ganz großer Wurm drin!

(huch!!! schon wieder so viel geschrieben...! ...wollte doch "nur mal eben..."! ;-)))

Liebe Grüße
Corinna

von Cori69 - am 04.10.2005 19:42
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