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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lilly., Pedy, Cornelia, pigeier, Michaela#, Yosemite

ADS und Asperger - wer hat Erfahrung mit dieser Kombi ?

Startbeitrag von Yosemite am 26.12.2005 22:48

Hallo !
Mein Sohn (4 Jahre 9 Monate) hat von 2 versch Kinderpsychiatern eine Kombination von ADS und Asperger-Syndrom diagnostiziert bekommen, außerdem Teilleistungs-Hochbegabungen. In ihm kämpft also der Chaot ständig mit dem Ordnungswütigen ;-).
Hat jemand hier Erfahrungen mit Kindern , die auch dieses Problem haben ? Ich mache mir auch schon Gedanken um eine Schulform, da seine Begabungen sehr intensiv ausgeprägt sind, seine Defizite im Sozialverhalten allerdings auch. Bei - ich nenn es jetzt einfach mal so- besonderen Schulen, die wirklich auf Kinder eingehen, gibt es oft Wartelisten. Robin wird 2007 eingeschult.
Hat jemand Tipps, Ratschläge, Links oder Infoadressen für mich ? Ich wäre riesig dankbar dafür !
Liebe Grüsse, Celia

Antworten:

Hallo Celia,

schön, dass ihr die Diagnose schon so früh habt.

Am Besten kommst du auf die Mailingliste von [www.autismus-online.de], dort findest du Kontakt zu verschiedenen Listen, u.a. auch von Asperger-Eltern.

Schule: immerhin, ihr habt Auswahl an Spezialschulen!

Wir sind hier in einer mittelkleinen Stadt, aber wir hatten das Glück (nach Sonderpädagogischem Gutachten) in der Grundschule eine göttliche Lehrerin zu kriegen.
Und das ist auch schon die Crux: es steht und fällt mit den Lehrern.

Engagiert, liebevoll, konsequent, klar und eindeutig müssen sie sein, und auch die Kinder mögen, ihre Potentiale erkennen etc.
Eigentlich das, was für alle Kinder gut wäre, nur dass Normalos auch suboptimale Bedingungen wegstecken können....

Mein Sohn ist also auf einer ganz normalen Grundschule gewesen, mit dieser genialen Lehrerin und 4 Stunden sonderpädagogischem Förderbedarf, er besucht jetzt ein Gymnasium, letztes Jahr mit Vollzeitschulbegleitung, dieses Jahr nur noch die Hälfte mit Kämpfen mit JA und dem Kind....

Viele Grüße

Michaela

von Michaela# - am 27.12.2005 08:54
hallo,

ja, wir haben einen sohn (12) mit dieser problematik. lt. versorgungsamt 80% behindert. das bedeutet, dass er unter dem besonderem schutz der gesetze steht und nicht benachteiligt werden darf. auch nicht bei der auswahl der schule die er besuchen will. dazu gibt es ein urteil des BVG. unser sohn besucht die normale schule (gymasium+internat). es gibt leider keine schule für unsere kinder auch lt. der aussage des JA. Er darf jede schule besuchen.
wenn du dich telefonisch mit mir austauschen will, schreibe mir unter blazerx(jetzt kommt einklammeräffchen)web.de

grüße
thomas

von pigeier - am 27.12.2005 20:15
Hallo zusammen,

ja, Yosemite, es ist wirklich sehr gut, dass ihr schon so früh die Diagnose habt. Und es stimmt, *eigentlich* ist jede Schule zuständig und beschult werden sollte darum nach den kognitiven Fähigkleiten der Kinder.
Hierzu gibt es seit Juni 2000 eine Empfehlung der Kultusministerkonferenz, die die Minister aller Bundesländer unterzeichnet haben:
[www.kmk.org]


Nur läuft es leider dennoch nicht immer so vorbildlich.
Ich möchte dich nicht ängstigen, aber mein Sohn ist ein Beispiel dafür, wie schwierig es manchmal auch werden kann.

Mein Sohn (fast 14, Asperger Autismus, ADHS, hochbegabt, aber leider auch noch mit weiteren Handicaps) hat eine fürchterliche Schulodyssee hinter sich mit nur wenigen kurzzeitigen Lichtblicken und geht nun schon seit über einem Jahr gar nicht mehr zur Schule ...
Wie es weitergehen soll? - Keine Ahnung.

Darum sage auch ich: viel wichtiger als die Schulform sind die konkreten Lehrer/innen, die ihn beschulen werden. Im Zweifel lieber einen Kompromiss bei der Schulart machen, als an nicht hundertprozentig hinter euch stehende Lehrer/innen zu geraten.

Diese Lehrer/innen sollten gut informiert sein, was auf sie zukommt und wie sie auf die spezifischen Probleme des Kindes am besten reagieren sollten. Und vor allem sollten sie dem Kind das Gefühl geben, in seiner Eigenart wirklich angenommen zu werden.

Wenn du das Gefühl hast, dass die sozialen Probleme deines Sohnes so gravierend sind, dass sie nicht in der Klasse von dem Lehrer oder der Lehrerin alleine aufgefangen werden können, dann rate ich, frühzeitig für eine Schulbegleitung zu kämpfen (finanziert über Eingliederungshilfe); wenn irgend möglich eine, der Autismus ein Begriff ist.
Ob das durchsetzbar ist, hängt leider vor allem davon ab, wie die Ämter in eurem Wohnort dazu stehen ...


Doch nur Mut, bei den meisten Aspies klappt es mit der Schule durchaus, wenn sie genug Unterstützung bekommen.

Liebe Grüße
Cornelia



von Cornelia - am 27.12.2005 21:54
Hallo,

mit KOmbis Asperger hab ich keine Ahnung. Mein Sohn hat Kombi Tourette. Er macht jetzt die Hauptschule trotz seinen Begabungen. Aber wir haben uns diese Schule nach der Schule ausgesucht nicht danach ob HS,RS oder Gymnasium. Und sie kommen wirlich klasse mit ihm zurecht. Sicher, wir haben unsere Probleme, aber in der Schule wird er von den meisten Lehrern und Rektor voll akzeptiert und unterstützt. Das war für uns am wichtigesten. Leider haben wir bei uns auch nicht tolle auswahl an Schulen außer die Sonderschule, die für uns nie in Frage käme, da er eben sehr intellengent ist. Seine Probleme liegen ebenfalls im Sozialverhalten nicht in den schulischen Leistungen. Leider hatten wir eine GS die ihn nicht gefördert hat sondern eher das Gegenteil. Darauf solltet ihr achten. Am besten ihr führt schon vorab Gespräche, da erfährt man am besten die Einstellungen der Schulen.

Leider haben wir die Diagnosen sehr spät erhalten, da war der Zug für uns was die GS betrifft schon durch. Nutzt eure Chance, auch wenn es viel Nerven und Kampf bedeutet. Eurer Kind wird es euch danken.

Wir haben auch viel gekämpft, auch schon vor der Diagnose. Und das hat sich gelohnt. Wenn es nach bestimmten Psychologen oä. ginge wäre er auf der Sonderschule und in der Psychatrie...aber darauf haben wir uns nie eingelassen, da wir eben trotz allem unser Kind so gesehen haben, wie es wirklich ist.....dafür haben wir gekämpft, dass er in seinem Leben eine Chance haben wird. Später wenn alles gut läuft ein "normales" Leben führen kann und sich das verwirklichen kann was er möchte und nicht was ihm übrigbleibt weil wir nicht alles für ihn getan hätten.

Wichtig ist für mich, immer das beste für unsere Kinder rauszuholen und auch mal über den Tellerrand rauszuschauen und das zu machen was andere nicht verstehen und sehen.
Unsere KInder in ihren Stärken zu fördern soweit es geht.........

Leider kann ich nur von uns hier reden. Ich kenne mich mit Asperger nicht aus.....aber trotzdem haben wir es auch nicht leicht, deshalb hoffe ich dir mit meinen Worten auch etwas Mut zu machen und Kraft zu geben.....denn der Weg den wir alle vor und hinter uns haben ist kein leichter und wird auch kein leichter. Außer man gibt seine Kinder auf. Aber da du hier Hilfe suchst, bist du auch ein Kämpfer für dein Kind.

Liebe Grüße
Lilly

von Lilly. - am 28.12.2005 14:07
Hallo Celia,
ich kann auch nur sagen ... da hattest du echt sehr großes Glück,
dass du diese Diagnose sooo früh bekommen hast
(bin echt voll erstaunt).

Zu ADS und Asperger:
Eventuell könnte ich da da ein bisschen weiterhelfen.
Allerdings werden Adressen hier gelöscht.
Wenn du möchtest ...
Klick oben auf meinen Namen, habe meine E-Mail-Adresse hinterlegt.
Könnte dir dann was zuschicken.

Liebe Grüße
Pedy



von Pedy - am 29.12.2005 14:38
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