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ADHS ADS Selbsthilfe
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8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
schabuhama, Lilly., Mottensprotte, frechdachs 0210, Britta F.

ADS-Verdacht. Viele Fragen, viele Gedanken...

Startbeitrag von schabuhama am 07.01.2006 19:24

Hallo zusammen,

ich bin neu hier. Habe mich bis jetzt in das Thema ADS eingelesen, Wissen selektiert in "passt" und "passt nicht" und versucht dabei nicht überall sofort hier zu schreien, was allerdings schwer fällt.

Vielleicht von Anfang an:
Meine Tochter (7) ist in der 1. Klasse und hat große Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Bekommt vieles nicht mit. Ist auf der falschen Buchseite. Usw. ... Die Lehrerin gab uns den Rat doch mal nach Absencen untersuchen zu lassen. Das ist eine Epilepsie-Form ohne Zuckungen, in denen die Betroffenen für kurze Zeit abwesend sind.
Der Neurologe allerdings hat verdacht auf ADS geäussert. EEG war auch unauffällig und die Sachen die ich ihm schilderte passen eben sehr gut auf ADS.
Er fragte auch gleich meinen Sohn betreffend viel, was ich aber alles sehr normal redete.

Meine Kinder hatten bis dahin für mich große Schulprobleme, vor allem mit der Konzentration. Und naja, daheim sind die Kids eh alle unterschiedlich.

Jetzt habe ich mich in das Thema etwas eingelesen und es klingelt schon oft.

Ich muss sagen, hätte mich spontan auch jemand gefragt, ob einer meiner Kids betroffen sein könnte, hätte ich noch eher meinen Sohn genannt als meine Tochter.

So, jetzt steh ich vor dem Prob, dass ich keine Mutter sein will, die sofort ein evtl. Krankheitsbild auf alle übernimmt und sagt: Hier hab ich noch einen Kanditaten davon!! Allerdings wegschauen will ich auch nicht. Fühle mich auch leicht in der Zwickmühle. Viele Sachen sah ich einfach als normal an. Ich kenne meine Kids ja nicht anders.

Wenn ich aber die Summe anschau und die Sachen die geschrieben werden, dann frage ich mich schon, ob das extreme gezicke meiner Tochter noch normal ist.

Oder wenn sie mir mal wieder sagt, sie wird ausziehen und ich bin eine böse Mutter. Wenn sie sich daheim an kaum eine Regel halten kann, egal wie konsequent ich auch bin. Ich habe es auf alle Arten schon versucht, ich komm nicht weiter.

Außerhalb ist sie ein Kind, das nicht groß aneckt. Daheim habe ich eine riesen Zicke.
Sie stolpert viel, bringt viel nicht zu Ende. Was mir auch jetzt erst bewusst in diesem Zusammenhang auffällt, sie langweilt sich oft. Kann sich kaum allein beschäftigen. Spielt alles nur kurz. Bis auf Puzzles. Die macht sie gern. Und wenn jemand ganz allein mit ihr ein Gesellschaftsspiel spielt.
Auf der anderen Seite ist sie super hilfsbereit (wenn sie nicht grad ihren Grand auf mich hat). Sie hat einen super Draht zu Tieren. Sie kann richtig lieb sein.

Mein Sohn: Ich bin Dauergast bei den Lehrern seit der 1. Klasse (er ist jetzt in der 2. Klasse). Er kann sich kaum konzentrieren. Hat erst Ende der 1. Klasse angefangen mit lesen und schreiben. Test auf LRS haben wir gemacht, er war kurz unter bestätigter LRS.
Die Lehrerin sagte vor Weihnachten zu mir, dass wir ihn doch irgendwie endlich mal motivieren müssten, was zu tun. Er wäre nicht dumm, nur so hat sie Angst er stürzt irgendwann ab und kommt dann nicht mehr nach. Und das fände sie schade.

Ach ich könnte hier Std. schreiben.

Aber die Frage ist immer, was denn nun normal ist oder nicht.

Eins ist sicher nicht normal. Mein Sohn macht mit mir oft bis zu 4 Std. Hausaufgaben, obwohl er in 20 Mins fertig sein könnte. Ich frage mich nun: Will er sie nicht machen, weil er nicht will. Oder will er sie nicht machen, weil er nicht kann.

Ich bekomme in das Kinderzimmer überhaupt keine Ordnung. Egal wie oft ich aufräume. Dachte immer, es liegt an meiner Erziehung, dass es immer so aussieht.

Ordnung im Schulranzen. Das gleiche: KEINE! Der Ranzen besteht aus fliegenden Blättern. Habe daheim einen großen Vorrat an Bleistiften, Buntstiften und Radiergummis. Wenn ich den Kids 4 Bleistifte am Montag ins Mäppchen lege, ist noch nicht gesagt, dass Freitag noch einer da ist. Radiergummi brauchen sie manchmal 3 Stück pro Woche - jeder von ihnen. Mal mehr, mal weniger...

Als mein Mann zu uns kam (Stiefvater der Kids), ist er fast verrückt geworden von dem ständigem geplapper meiner Tochter. Ich höre es schon gar nicht mehr. Sie schläft sogar redent ein. Wenn ich sie ermahne sie soll ruhig sein, schläft sie eher gar nicht ein.

Das alles sind Dinge, die für mich alle normal waren/sind. Und jetzt steh ich hier und denke: Ok, das passt auch und das auch und das auch.

Weiß auch nicht so recht was ich machen soll.

Bei meiner Tochter sollen wir jetzt 4 Wochen lang Methylpheni TAD testen und dann wieder zum Neurologen gehen.

Da nun alle, die man so hört schreien: OH NEIN! war ich da auch sehr verunsichert. Aber ich denke durch viel lesen inzwischen, dass es gar nicht so schlimm ist. Dennoch fällt es mir nicht leicht.

Außerdem kommt einem auch meist gleich entgegen: Modekrankheit!

Nun kam ich aber wegen Schulprobleme und will ja endlich mal Hilfe dafür. Dachte aber auch im ersten Moment: Mh, das sind ja fast alle Kids schnell. Mal sehen, was das Internet darüber her gibt.

Auch weiß ich nicht so recht, wie ich mit meinem Verdacht bzgl. meines Sohnes umgehen soll. Gleich den Arzt fragen? In 4 Wochen, wenn ich wegen der Tochter hin muss?

Bei AD(H)S hab ich halt immer an meinen Neffen gedacht, der sehr hyperaktiv ist und dachte deshalb immer, meine hätten das nicht. Im Vergleich zu ihm, sind meine Kids ruhiger.

Meine beste Freundin dagegen, fand sie schon immer anstrengend. Lieb aber anstrengend und vieles als nicht normal. Was ich ihr immer ausgeredet hab.

So, nun wurde mein Posting sehr lang. Hoffe es hat jemand bis hier durchgehalten.

Habt ihr auch solche Erfahrungen? Habt ihr Tips?

Lieben Gruß
schabu

Antworten:

Hallo Schabu,

herzlich willkommen hier!

Wie Du schon selbst geschrieben hast: das posting ist lang geworden! Aber verständlich, daß mal alles raus muß, denn Dein Kopf ist natürlich bis obenhin voll mit Gedanken und Sorgen.

So geht es uns allen am Anfang. Aber es ist schon prima, daß Du Dich eingelesen hast und Deinen Kindern helfen möchtest. Das ist der richtige Weg.

Am besten ist es, Du formulierst einige wenige spezielle Fragen. Gut wäre auch, wenn Du noch mal auf den Punkt bringst, was genau bei Deiner Tochter bisher gemacht wurde, um sie zu diagnostizieren (außer dem EEG als Ausschlußdiagnostik der Epilepsie).

Du wirst sicher Antworten erhalten. Bis dahin, bleib am Ball und mach Dir nicht zu viele Sorgen.

Liebe Grüße von

Britta F.

von Britta F. - am 08.01.2006 09:22
Hallo Britta,

vielen Dank für deine Antwort. Und deine Frage, wäre schon meine erste Frage. Bei ihr wurde bisher lediglich das EEG gemacht. Er hat uns noch einen Test angeboten, der aus Amerika kommt, aber nicht von der KK gezahlt wird (kostet 30 ¤). Leider weiß ich nicht mehr genau, wie der heißt. Es wird da wohl die Konzentration getestet.

Und er hat uns noch einen Test angeboten, der das Hören der Kids untersucht. Ein Test, der durch die gängigen Hörtests nicht gemacht wird. Viele wissen sicher besser, was ich meine. Kann es mom nicht besser benennen. Sorry.

Gemacht haben wir beide noch nicht, würde ich aber gern in 4 Wochen machen, wenn wir das nächste Mal dort sind.

Er hat sich sehr viel Zeit für das Gespräch genommen. Hat alle möglichen Situationen abgefragt. Sehr viel hinterfragt. Wie sie wann ist. Hab schon lang nicht mehr erlebt, dass sich ein Doc so viel Zeit genommen hat und so genau hinterfragt hat :-)

Was kann man denn noch an Tests machen? Besser gesagt, was sollte man machen? Wo sollte man sie machen? Was für Begleittherapie ist sinnvoll neben der Medikamentation?

Bei meinem Sohn wurde wie gesagt der LRS-Test letztes Jahr gemacht und die Konzentrationsfähikeit war auch damals katastrophal. Aber die damalige Psychologin wollte es dabei erst mal belassen und meinte, wenn er in der 2. Klasse immer noch nicht lesen und schreiben kann, können wir gern wiederkommen.

Lieben Gruß
schabu

von schabuhama - am 08.01.2006 09:51
Hallo schabu,

du erinnerst mich ein wenig an mich. Mein sohn extrem auffällig jahrelange sucherei nach der ursache....
tochter völlig unauffällig. ruhig, etwas langsam, sie nimmt kaum jemand war. eben als liebes braves kind. wobei zuhause auffällig zickig. in der schule gingen bei ihr die Probleme los. bekommt nichts auf die Reihe. hätte vorher nie geglaubt dass sie mal in der schule probleme bekommen wird. mittlerweile hatten wir auch die diagnose meines sohnes (nahc 2,5 Jahren suchen). hab mich dann eingelesen und auch von den träumerchen gehört. zum teil entsprach sie schon dem bild, aber ich konnte es nicht glauben, da sie in so vielen dingen so völlig anders war wie mein sohn. sie konnte schon ihr zimmer aufräumen wenn ich es ihr gesagt hatte, oder sie unter druck setzte, sie kann auch gut aufpassen im straßenverkehr (bedingt schon dadurch dass die sehr langsam ist) mein sohn hat probleme im straßenverkehr (er ist hyperaktiv, mit vollgas durchs leben. glaube das hängt damit ein wenig zusammen).
aber trotzdem stellte ich sie auch dem doc vom sohnemann vor.
Problem bei ihr war: sie war stolz bei dem doc vom sohnemann zu sein. und kann sich extrem für dinge begeistern so auch für die tests die natürlich gut ausfielen. Aber er sagte ausschließen könne er es nicht, aufgrund was ich erzählte wie die Lehrer sie in der Schule beschrieben und auch ich. ABer wir sollten das mal beobachten und fingen auch mit ERgo und Nachhilfe an. Ich dachte es lag auch am Lehrer und wartete einen Lehrerwechsel ab. ABer es wurde immer schlimmer. Der Lehrer fragte mich mal ob sie Valium bekäme..mehr zu Scherz um mir einfach zu beschreiben wie sie in der Schule ist....ende 3. Klasse war ich dann nochmal dort bei dem doc.....erneut tests und das zeugniss sprach auch mittlerweile für sich (vor allem die beurteilung). Sie hat auch ADS als Träumerchen. Wir fingen mit dem Medis an und entschlossen uns aber trotzdem sie die 3. wiederholen zu lassen um ihr Zeit zu geben und aus dieser Klasse rausholen die sie mittlerweile moppte.

Du wirst es mir nicht glauben: das ist jetzt ein halbes Jahr her. Ihre Leistung hat sich in diesem Schuljahr um 3 Noten verbessert. Ihre Hausaufgaben macht sie allein. Sie weiß immer was sie machen muss und macht sie auch. Was vorher nie vorkam. Sie machte vorher entweder die falschen oder nicht vollständig obwohl ich sie versuchte zu kontrollieren. Brauche ich alles nicht mehr.......

da die Geschichte vererbar ist, kann es schon sein dass beide betroffen sind.

mittlerweile weiß ich auch, dass ich es ebenfalls habe. Dass all meine Zweifel und Probleme darauf zurückzuführen sind. Ich nicht unfähig oder blöd bin....

Ich weiß nicht welche komischen tests aus amerika er machen will. Aber die Tests für ADS werden von der KK übernommen. Sprich ihn darauf an und such dir ggf. einen anderen Arzt...

LG Lilly

von Lilly. - am 09.01.2006 06:45

Hallo Lilly,

vielen Dank für deine Antwort.

Meine Kleine ist ja noch in der 1. Klasse, aber die Lehrerin befürchtet jetzt schon, dass sie den Anschluss verliert, wenn wir nicht aufpassen.

Als sie in die Schule kam, hatte ich wirklich Hoffnung, sie packt das besser und nicht mit dem Chaos von meinem Sohn. Als ich merkte, dass sie in Deutsch und in Mathe nicht wirklich mitkam und auch so ihre Probleme hatte und die Hausaufgaben einfach ein Drama sind, war ich erst mal ... UFF!

Im Straßenverkehr ist das eher ein Chaos mit ihr. Sohnemann passt gut auf, aber bei ihr. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie fast in ein Auto läuft.

Wie gesagt sind beide Kids gegen meinen Neffen wirklich nicht hyperaktiv. Aber das liegt vielleicht daran, dass er sehr hyperaktiv ist und man dann nur mit ihm vergleicht. ;-)

Gestern sagte ich zu einer Freundin, dass ich eigentlich immer im Kampf mit meinen Kids war, was Regeln und extreme Trotzphasen usw. betrifft. Ich dachte immer, das ist halt so...

Ergo hatte sie ein Jahr lang. Allerdings haben wir dann mit der Einschulung aufgehört, damit sie sich erst mal auf dieSchule konzentrieren kann.

Die Tests für ADS, die du ansprichst. Was sind das denn für Tests?

Lieben Gruß
schabu

von schabuhama - am 09.01.2006 07:04

Hallo Schabuhama,

Dein Posting hätte von mir vor ca. 1/2 Jahr sein können.

Ich hatte mit meiner Tochter 8 Jahre (jetzt 2 Kl.) die gleichen Probleme und bin von meinem HNO Arzt auf ADHS angesprochen worden. Anfangs war ich wie vor den Kopf geschlagen und wusste nicht vor und nicht zurück, weil ich meine Süße auch nicht in eine Schublade stecken wollte.
Ich war bis dato der Ansicht, das ich zwar ein kleinen Hibbel und Frechdachs habe aber fand das alles ganz okay da ich es ja nicht anders kannte.
Ich habe dann bei einer Kinderpsychologin einen Ads test machen lassen.
Der besteht aus vielen vielen einzel Test. Sie hat das alles gut mitgemacht und wir haben erstmal mit Ergotherapie angefangen und jetzt im Frühjahr wird bei der Kinderpschologin eine spezielle Therapie zwecks Konzentration und Koordination gemacht.

Frag doch einfach mal bei ein paar Kinderpsy. an ob die diese Test machen, da ich weiß das nicht alle mit ADS/H zu tun haben.

Ich muss sagen wir haben es erst mal ohne Medi´s ausprobiert und einfach ein paar andere Regeln eingeführt ( habe an einem Elterntraining teilgenommen) und haben bis jetzt zu den Ferien Zeit um zu schauen wie es so geht oder ob wir für die Schulzeit Medi´s einsetzen. Noch geht es aber ich muss sagen , das solche zeiten wie jetzt wo Hausaufgaben anstehen oft der Horror sind, weil sie mit ihren Gedanken überall und nirgends ist. Und das ist halt manchmal nicht einfach, aber ich kann besser damit umgehen als noch vor einem halben Jahr.

Uns wurde auch ein Test des Freiburger Blicklabor angeraten der uns aber locker mal 150¤ hätte kosten sollen. Wir haben mit der Kinderpsy. gesprochen und sie hat davon abgeraten, da viele Test angeboten werden die nicht wirklich förderlich sind außer dem der sie anbietet und kassiert.

Liebe Grüße
frechdachs

von frechdachs 0210 - am 09.01.2006 11:51
wie diese Tests heißen weiß ich nicht. Bei meinem Sohn wurden beim Ergotherapeuten tests gemacht, bei ein Psychologin(die sagte mir aber ADS gibt es nicht, glaubte ich ihr auch lange-zu lange), wir waren im pädaudiologischen Institut, EEG, KOnzentrationstest, IQ test und ich weiß nicht was alles, auch wurden Fragebögen ausgefüllt und Schulbeurteilungen einbezogen genauso meine Beschreibungen....die Diagnose wurde bei einem Kinder-und Jugendpsychiater gestellt. ADS kann nur nach dem ausschlussverfahren festgestellt werden. Das heißt, es werden andere Ursachen ausgeschlossen, deshalb die TEsts ob nicht eine andere Störung vorliegt.
Leider ist es nicht anhand von irgendwelchen Blutwerten oä. nachweisbar. Das würde uns das Leben deutlich leichter machen....

Die Probleme hatten wir auch schon bei beiden in der 1. Klasse. Leider hatte meine Tochter eine Lehrerin die immer sagte dass nichts mit ihr wäre. ADS ist für sie hyperaktive und freche Kinder....wenn überhaupt gibt...der Rest kommt einfach nicht mit und ist faul....die gute Frau ist in meinen Augen völlig fehl am Platz. Ein anderer Lehrer hätte es vielleicht schon erkannt. Oder sie auch gefördert. Aber sie wurde am liebsten nach hinten gesetzt...

Bei meinem Sohn hat uns auch die Lehrerin angesprochen wir sollen ihn testen lassen.......in der 1. Klasse...

LG Lilly

von Lilly. - am 09.01.2006 12:52
Hallo Schabu,

auch von mir: Herzlich willkommen!

Mein Sohn (7) und ich (36) sind beide ADS-ler und nehmen Medikinet. Er wurde schon mit 5 diagnostiziert und darüber bin ich sehr froh. Je eher, desto besser. Denn dann ist der Leidensweg kürzer.

Es hört sich an, als hätten Deine Kinder eine verständnisvolle Lehrerin. Das ist schon mal optimal! Denn dann hast Du jemanden, der auf Eurer Seite ist und nicht gegen Euch kämpft.

ADS heisst nicht Hyperaktiv! Es gibt die zurückgezogenen Träumerchen und die Mischtypen. Ich selbst mag diese Kategorien nicht. - Meinen Sohn und mich würde ich zwar als impulsiv, aber nicht hyperaktiv bezeichnen. Wir werden dann hyper, wenn wir unter Reizüberflutungsstress stehen. Also eine Art natürliche Reaktion auf die Adrenalinschübe. So erkläre ich mir das zumindest. Denn er ist genau wie ich gerne unter Menschen, aber auch gerne für sich alleine und liest, spielt und hört CDs. Er trifft sich gerne mit anderen Kindern, aber er braucht die stillen Nachmittage (2-3 unter der Woche), sondern "dreht er durch". Zuviele Menschen, zuviele Geräusche, zuviele optische Eindrücke machen uns alle.

Lass Dich nicht kirre machen. Wenn man am Anfang der Diagnostik steht, geben so viele Leute gefragt und ungefragt ihren Senf dazu. Und die meisten haben leider keine Ahnung wovon sie reden!

Hör auf Dein Gefühl, mach Dich kundig.

Ich sehe ADS übrigens nicht als Krankheit, sondern als eine Andersartigkeit der Wahrnehmung. Wir sind zwar einerseits zu dünnhäutig und kommen manchmal mit den - für andere - einfachsten Situationen nicht klar, aber andererseits sind wir sehr empfänglich für ganz feine emotionale Schwingungen, sind sehr kreativ und uns machen manche Kleinigkeiten glücklich, die andere nicht wahrnehmen können.

Natürlich ist es medizinisch gesehen eine Krankheit. Denn unter der Voraussetzung kann erst Diagnostik und Behandlung erfolgen. Aber das ist die medizinische Betrachtungsweise. Ich versuche mehr meine menschliche Perspektive an uns anzulegen, damit wir uns zwar anders, aber eben nicht minderwertiger fühlen können.

Viele Grüße,

Mottensprotte

von Mottensprotte - am 09.01.2006 15:21
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