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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
columbia, Angelika (TanteGela), lausimichelmama, FrankR, Mottensprotte

Hilft autogenes Training?

Startbeitrag von columbia am 09.01.2006 12:39

Mein Sohn kommt abends nicht zur Ruhe, das war schon vor der Medikation so, ist jetzt aber oft noch schlimmer.

In den Weihnachtsferien ist er selten vor 23 Uhr eingeschlafen *gähn*. Er ist schon müde, findet aber nicht in den Schlaf. Der KA meinte, autogenes Training würde ihm guttun.

Hat da jemand Erfahrung? Kann sich ein ADHS Kind (7 1/2)überhaupt darauf einlassen? Oder zappelt er alle anderen im Kurs wach?

Was meint Ihr?

Viele Grüße, columbia

Antworten:

Hallo Columbia,

mein Sohn könnte sich ohne Medikament nicht darauf einlassen. Wenn überhaupt in einer 1:1-Situation, also mit dem Trainer alleine.

Das muss aber nicht auf Deinen Sohn zutreffen. darüber hinaus steht ja noch evtl. Aperger im Raum steht. Und da kann ich gar nicht mitreden...

Was sagt er denn zu seinen Einschlafschwierigkeiten? Kann er benennen, ob ihn was stört, ob er zuviele Gedanken im Kopf hat oder Angst vor dem schlafen hat?

Stört ihn das selbst oder ist es für einfach normal, dass er schlecht in den Schlaf findet?

Gab es Phasen, wo es geklappt hat?

Wie ist sein Schlaf, wenn er eingschlafen ist? Tief oder leicht? Albträume oder Nachtschreck und schlafwandeln?

Produziert sein Körper genug Melatonin? Das ist das köpereigene Schlafhormon. Bei dem Enkel unserer ehemlaigen Tagesmutter ist das so. Er hat von Geburt an kaum geschlafen und die Ärzte haben erst jetzt mir 2 Jahren entdeckt, dass sein Körper kaum Melatonin produziert. Er bekommt es nun als Medikament und kann nun zumindest stundenweise schlafen.


Viele Grüße,

Mottensprotte

von Mottensprotte - am 09.01.2006 15:36
Liebe Mottensprotte,

ich habe auch ein ungutes Gefühl, mit ihm in eine harmonische Mutter-Kind-Gruppe zu gehen - und die Harmonie zunichte zu machen. Dann kommen wieder diese vorwurfsvollen Blicke.....

Mein Sohn sagt selber, dass ihm so viele Gedanken im Kopf herumschwirren. Er kommt einfach nicht zur Ruhe. Er ist ein schon vom Typ her ein großer Denker und wenn er dann allein im Bett liegt, hat er die tollsten Ideen. Es stört ihn selber, weil er müde ist. Eigentlich braucht er viel Schlaf. Als Baby hat er grandios geschlafen - mit 4 Monaten hat er bereits die Nacht durchgeschlafen. Ich habe ihn immer zur selben Zeit hingelegt, vorher ein kleines Ritual - und weg war er.

Es klappt natürlich besser, wenn er sich am Tag ordentlich verausgabt hat. Aber bei dieser Kälte will er nicht lange draußen bleiben (verständlich). Ein Abendspaziergang hat ihn noch mehr aufgeputscht. Im Moment gebe ich ihm (homöopathisch) Coffea, damit geht es noch am besten.

Ganz schlimm war es, als er nur morgens und mittags Ritalin bekommen hat. Dann haben wir zur Probe noch 5 mg um 16 Uhr gegeben, das ging deutlich besser. Jetzt bekommt er concerta, mal sehen wie es heute, nach dem 1. Schultag klappt.

Wenn er dann mal schläft, wird er nicht mehr wach (leider auch nicht am Morgen trotz laut klingelnden Weckers!!). Man kann ihn sogar durchs Haus tragen! Albträume hat er auch nicht.

Ich muss ehrlich zugeben, von 8 Uhr morgens (der Kleine) bis 23.30 Uhr in der Nacht (der Große) ununterbrochen für meine Kinder da zu sein, ist mir einfach zuviel. Und die ganze Zeit dieses Geplapper - uff. Und dann soll ich auch immer gaaaannzz ruuuuuhhiiiigg bleiben!

Zeit für die Beziehung ist da irgendwie auch nicht mehr, geschweige denn für Hobbies!

Viele Grüße, flaming star

von columbia - am 09.01.2006 16:32
Hallo columbia,

ich halte Autogenes Training wirklich für eine sehr seriöse und wunderbare Sache, wenn es denn klappt, und ich beneide jeden, der es erfolgreich erlernen konnte und davon profitiert - aber auf die Gefahr hin, an die Wand genagelt zu werden, behaupte ich mal ganz ketzerisch, daß AT jedenfalls bei echtem und ordentlich ausgeprägtem ADS-Hypismus nicht wirklich funktionieren KANN, wobei ich frecherweise gar die These in den Raum stelle, daß ein Erfolg mit AT den Verdacht bzw. die Diagnose ADHS (wie gesagt mindestens die hyperaktive Variante) geradezu widerlegt - immerhin ein Ergebnis, mit dem man ja gut leben könnte, wenn denn AT auf geebnete Bahnen gelenkt hätte... (Ich würde mich natürlich gern eines Besseren belehren lassen - aber ich brauche unanfechtbare Beweise *duck*).

Ich (hochgradig hyperaktiv seit der Säuglingszeit bis hinein in den jetzigen Herbst des Lebens) habe - eben gerade deswegen, aber damals in Unkenntnis von Begriff und Ursache - in mehrjährigem Abstand zwei AT-Kurse begonnen und bin beide Male kläglichst gescheitert (und habe mich furchtbar über mich selbst geärgert), da mir selten das penetrante Gedankenstakkato in der Birne so total im Wege stand wie in diesen Situationen. Später, als inzwischen wissender ADHSler, fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen...

Diese meine persönliche Erfahrung soll nun um Himmels willen niemand davon abhalten, es zu probieren. Man sollte sich dabei nur bewußt machen, daß AT gegen ADHS aus naheliegenden Gründen nicht die Therapie der ersten Wahl ist und als solche schließlich auch nicht gehandelt wird. Wenn Ihr aber nicht gerade zwei Mal in der Woche 200 km mit dem Auto fahren müßtet, um so einen Kurs zu besuchen, sondern vielleicht in einer größeren Stadt lebt, in der zB eine nahe gelegene Volkshochschule die Kurse für erschwingliche Gebühren anbietet, würde ich es durchaus mal versuchen. Nur Versuch macht klug.

LG Frank



von FrankR - am 09.01.2006 18:57
hallo,

ich habe einen 5 jährigen der abends auch nicht schlafen kann ( er hat diag.Wahrnehmungsstörungen und/er hat Verdacht auf ADHS- demnächst geht`s zur entgültigen Diagnose)

Seit er mit 2 aus dem Gitterbett rasuklettern konnte, gibt es keinen Abend mehr qn dem er mühelos alleine einschläft.

Er ist müde-das sagt er selbst-braucht sehr viel Schlaf und findet aber nicht in den Schlaf.
Er hat auch die tollsten Ideen abends und "philosophiert" herum-redet etc pp. Bei uns ist auch oft erst gegen 23 Uhr mal später mal früher Ruhe.
Ich wollte Dir sagen ,daß ich kann Dich total gut verstehen kann!!- So lieb wie man die Kinder auch hat-aber von morgens früh bis nachts für sie da sein zu (müssen) ist schon oft zu viel...-man fühlt sich irgendwie permanent "fremdbestimmt". meine Kraft lässt auch langsam total nach..
Ich werde wohl Dr Kuehle (www.Dr-Kuehle.de) ansprechen- der ist in Giessen und hat ein Schlaflabor in seiner Praxis. Viell. kann so jmd helfen...hat Tipps oder so?
Tut mir leid, daß ich Dir (noch?) nicht weiterhelfen kann. Wenn ich was erfahre lass ich`s Dich gerne wissen. kannst mich auch gerne anmailen
VLG lausimichelmama
P.S. habe gerade gestren auf ner amerik. hp gelesen, daß ADS Kinder, dei nciht einschlafen können es amnchmal sogar hilft, wenn sie nachts Ritalin bekommen..
Coffea, lavendel, autogenes Training, beruhigungsmusik etc pp haben wir alles durch



von lausimichelmama - am 10.01.2006 14:18
Hallo lausimichelmama (super Name!)!

Es tut schon gut, hier zu lesen, dass wir nicht die einzigen mit diesen Problemen sind. Wie wars denn beim autogenen Training?

Ich habe heute noch mal mit der Psychiaterin gesprochen, weil mir mein Sohn heute schon regelrecht depressiv erschien. Und aggressiv auf meine (ruhigen, freundlichen) Nachfragen reagierte. Ich kannte ihn nicht mehr wieder! Und er hat GAR NICHTS mehr gegessen. Sie sagte, es könne eine Überdosierung sein, also wird er ab morgen eine deutlich niedrigere Dosis bekommen. Dann beobachten wir wieder.

Wir hatten schon den Versuch, ihm um 16 Uhr noch 5 mg Ritalin zu geben, aber nach einigen Tagen war das auch nichts mehr, es fing dann mit diesen niedergeschlagenen Tagen an. War dann vielleicht insgesamt zu viel. Ist das schwierig!!

Wenn du etwas Neues weißt, freue ich mich über deine Info!

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 10.01.2006 16:16
Hallo zusammen!

Ich kenne jede Menge Leute, die von autogenem Training nicht profitieren.

Mag sein, weil ich mich vorwiegend in ADS-Kreisen rumtreibe?

Auch in unserer SHG für Menschen mit Angst- und Panikattacken war kein einziger, der sich wirklich darauf einlassen konnte.

Im Gegenteil.

Der größte Teil hatte während des Versuchs der Entspannung so heftige Panikattacken, dass der Schuss nach hinten losging.

Wegen der Einschlafprobleme bei Kindern, die unser Fuzzi auch hatte, vielleicht ein paar Tipps:

1) immer dasselbe Ritual. Und langweilig muss es sein!!

2) vorlesen, irgendwas Harmloses. TKKG oder andere Räuberpistolen sind nicht geeignet, Märchen finde ich auch nicht so toll für den Abend

3) wir haben uns dann immer noch für einige Minuten mit zu Fuzzi ins Bett gelegt und den Tag Revue passieren lassen.
Was war nicht so toll, was hat prima geklappt.
Wenn man das mit Körperkontakt macht, also das Kind im Arm hat, ließ bei unserem Sohnemann auch die Rumzappelei nach und er konnte sich auf das Schlafen einlassen

4) wir haben dann immer noch gebetet und dem lieben Gott für den Tag gedankt, aber das muss jeder für seine Familie entscheiden

5) eine Wasserbuddel stand im/am Bett

6) ein klitzekleines Nachtlicht war an

7) die Tür war immer einen Spalt offen

8) wieder aufstehen gab es nur bei ECHTEN Problemen, nicht etwa bei "ich hab noch was vergessen zu erzählen" oder "Mama, weißt Du eigentlich......"

Das hat bei uns immer besser geklappt.
Man sollte signalisieren, dass man für ein weiteres Unterhaltungsprogramm nicht zur Verfügung steht, das kapieren dann auch die Kinder.

Wenn man den Sprössling anfangs auch x-mal wieder ins Bett zurücktragen muss, immer mit möglichst wenig Hoppei.
Also keine lautstarken Diskussionen, kaum Emotion zeigen, sondern Langeweile.........gähn.

(Mitunter schlafen dann die Eltern eher als die Kinder *gg*)

Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 11.01.2006 05:49
Danke für die vielen Anregungen.

Die Punkte 1 - 7 machen wir schon genau so, den Körperkontakt mag er nicht immer, manchmal macht ihn das noch zappeliger oder er holt in den Gesprächen wahnsinnig weit aus, hat immer neue Ideen.

Tja, und an Punkt 8 müssen wir echt noch arbeiten. Vermutlich regen wir uns viel zu oft auf. Er kommt eben immer wieder, hat immer noch etwas mitzuteilen und es gelingt uns eben immer nur bei guter Tagesform, ihn auch noch zum 7. Mal gelangweilt wieder ins Bett zu bringen. Aber wir werden besser.

Das autogene Training hat der KA vorgeschlagen, ich habe die Psychiaterin noch nicht danach gefragt, ob es für meinen Sohn sinnvoll ist. Aber je mehr Antworten ich lese, desto mehr wird mein Bauchgefühl bestätigt "würde nur wieder Kampf werden". Ich lasse es einfach sein.

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 11.01.2006 13:37
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