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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
ulmi205, Lilly., Angelika (TanteGela), Monika Wulff, dariana

Diagnose für Erwachsene notwendig?

Startbeitrag von ulmi205 am 11.01.2006 14:14

Ich weiß, wenn ich mich hier im Forum durchlese finde ich jede Menge Beiträge zu diesem Thema, aber ich versuch das grade für mich persönlich auf die Reihe zu bekommen. Deswegen hört es euch einfach mal an und sagt mir was dazu.

Ich bin mir sicher, dass ich ADS habe, das liegt bei uns in der Familie, meine Schwester ist hochgradig betroffen, wir haben beide den typischen Lebensweg, ich bin besser in die Gesellschaft intergiert als sie, aber ich hatte vielleicht einfach mehr Glück.
Schwierigkeiten schon im KiGa, meine Mutter hat mich rausgenommen, weil ich nicht zurecht kam und die Kinder und Erzieherinnen, damals noch Nonnen, mich zum Sündenbock für alles machten.
In der Grundschule die typischen Zeugnisse: Ulmi träumt, schaut aus dem Fenster, könnte wenn sie wöllte... blablabla. Freunde Fehlanzeige, soziale Interaktion seeehr schwierig, kam mir einer krumm hab ich zugeschlagen, was bei einem Mädchen vor 30 Jahren nicht wirklich gut ankam, noch weniger als heute.
Dann in die Realschule, schwankende Leistungen,soziale Probleme, ich wurde nur behalten weil wir eine Versuchsschule waren die einen Sozialpädagogen an Bord hatte, der einiges für mich geradebog. Ich hatte mit Abstand die meisten Einträge ins Klassenbuch, aber die Schmid-Schwestern waren ja auch schon bekannt, meine Schwester ging mir 3 Jahre vorraus.
Schulische Ausbildung: in der Abschlussprüfung durchgefallen.
Beruf: nie Fuß gefasst und zur Zeit hab ich einfach das Glück, dass ich im öffentlichen Dienst an einer Stelle sitze an der man schludern kann, ohne dass es bemerkt wird. Ich hab sozusagen einen Fensterplatz und wenn es denn mal was zu tun gibt hab ich soooo viel Zeit dazu, dass ich damit zurecht komme. Auch wenn der Druck immer alles auf die letzte Minute zu machen mich dann schon schlaucht und auch dazu führt, dass ich Fehler mache und Dinge übersehe. Aktuell hab ich eine Messelektrode gehimmelt die ca. 200 Euronen kosten wird. Und nur weil ich vergessen hab die Pufferlösung aufzufüllen.

Das ist aber alles nicht wirklich mein Problem, damit komm ich zurecht und deswegen hab ich auch immer gesagt: "Weshalb um Himmels Willi soll ich mich diagnostizieren lassen? Was hab ich denn davon?"
Jetzt hab ich aber schon ein paar Mal gelesen, dass viele von euch besser mit ihren Kindern zurecht kommen und das gibt mir zu denken. Das ist nämlich einer meiner ganz schwachen Punkte, ich hab so viel Streit mit dem Entling, ich mach ihn oft wirklich richtig runter weil mir die Nerven durchgehen und ich hau schon auch mal zu. Das tut mir denn zwar Leid, aber ungeschehen kann ich es nicht machen. Für mich ist Kind haben Stress, ich nehm mir so oft vor geduldiger zu sein, mehr auf ihn einzugehen, aber ich bekomm es dann nicht hin.
Könnte das evtl. mit einer Diagnose und Medis besser werden? Dann würd ich es vielleicht doch noch machen. Auf der anderen Seite denk ich mir, ich bin halt nicht für´s Mutter sein geschaffen, manche sind dafür besser geeigent, manche schlechter. Ich bin halt so. Aber bin ich so, weil ich ADS habe oder einfach nur so...

Wisst ihr was ich meine? Hab ich mich klar genug ausgedrückt? Lang genug ist es ja... *ggg*

Antworten:

Dazu brauche ich nur zu sagen: ja

genauso dachte ich auch.....aber es ist nicht so....

mach es!!!! es kann ja nicht schlimmer werden oder??? du kannst doch nichts verlieren nur gewinnen. Wenn du es schon nicht wegen dir machst mach es wegen deiner Kid.

Hab meinem Doc auch gesagt, es ist unzumutbar für meine Familie. Er sagte: sie haben doch auch ein Recht auf Lebensqualität!!!

aber sei nicht blauäugig. Mit den Medis sind Prob. nicht weg. Sie schaffen nur die Basis daran zu arbeiten. Bei bewirken die Medis, dass ich nicht mehr so impulsiv bin. Mir kommt es so vor, dass ich jetzt schneller denken als handeln kann. Vorher war es andersrum. Klar, es gibt auch rückschläge. Aber ich sehe die als anlass daran zu arbeiten. Denn der Fortschritt ist erkennbar.
Mich nicht mit Terminen zuzuladen und auch nein zu sagen. Habe ich diese Woche schon 2x gemacht!!
Bei kommt auch erschwerend dazu, dass ich nicht nur an mir arbeiten muss sondern ich auch 2 ADS Kinder habe. Meine Tochter habe soweit im Griff....aber mein Sohn hat zusätzlich noch Tourette. Im Augenblick wieder die absolute Katastrophe!!! Hausaufgaben....am liebsten gar nicht machen, mich anlügen....wir hatten das alles mal so gut im Griff....habe das Gefühl dass die Dosierung nicht reicht...vor allem am Nachmittag....dass macht meine Entwicklung nicht leichter...da man sehr oft am verzeifeln ist, man kann ihm sooo schlecht helfen auch wegen seinen Tics und den anderen die ihn nachäffen....das kostet mich manchmal zu viel Kraft um noch an mir zu arbeiten....

aber in kleinen Schritten merke ich schon einen Fortschritt, nicht so schnell wegen den oben genannten Gründen aber sie sind da!!! Und nicht zu übersehen.....

Was ich damit eigentlich sagen wollte, es ist nicht so dass man die medis nimmt und gleich ist alles gut. Da fängt die Arbeit erst richtig an....aber man kommt vorwärts. Am mir gegarbeitet habe ich schon mein Leben lang...aber ohne Erfolg....jetzt greift es, weil ich auch viele Dinge einfach klarer sehe...

LG Lilly

von Lilly. - am 11.01.2006 14:55
Danke für die Antwort Lilly. Irgendwie schade, dass du die Einzige bist...

Dass Medis nicht alle Probleme lösen weiß ich doch vom Entling. Aber helfen sie mir tatsächlich mein Sachen besser in den Griff zu bekommen...?
Inzwischen bin ich auch fast überzeugt. Ich hatte gestern so ein fieses Gespräch mit meinem Chef, anscheinend hat er den Eindruck ich bin etwas beschränkt und faul außerdem. Das erinnert mich sooo an meine Kindheit...

Ich denke, ich werd die Diagnose mal angehen.



von ulmi205 - am 13.01.2006 09:30
das solltest du auf alle Fälle machen. Es ist mit den Medis mit sicherheit ein Versuch wert. Kannst ja jederzeit beenden wenn du merkst ist doch nicht das richtige.

Erzähl dann wie es bei dir weitergeht.

Ich weiß auch nicht, aber manchmal ist so hier, dass keine reaktion kommt. Warum weiß ich auch nicht.

LG Lilly

von Lilly. - am 13.01.2006 09:50
Hallo Ulmi !
Nun möchte ich dir auch noch antworten .
Erst mal eine Frage : Könnte die Diagnose einen Nachteil für dich haben ?? Ich denke nicht , entweder es würde mit Medis besser werden oder man müsste wieder dahin zurück wo man jetzt ist .

Bei den Kindern macht man doch auch fast jeden Versuch um ihnen zu helfen . Warum nicht bei Dir ?

Also ich würde sagen du hast eigentlich nichts zu verlieren , einen Versuch ist es einfach wert .

Und ich glaube nicht das nur Mütter die den ganzen Tag "pädagogisch wertvoll " sind , gute Mütter sind .

Das reelle Leben ist leider oft das Gegenteil davon und leider müssen das die Kinder auch lernen .

Lieben und Daumendrückenden Gruß
Moni

von Monika Wulff - am 13.01.2006 10:16
hallo ulmi :-)

um auch einen satz von monika aufzugreifen...bei den kindern macht man alles um ihnen zu helfen ..warum nicht bei dir ?

oder besser gesagt...warum kannst du dir nicht helfen / helfen lassen oder scheust dich davor ?

vielleicht liegt das in einer ads begründet :-) ich selber habe mich nach langem hin und her auch entschlossen einen arzt zu finden der bei mir die diagnostik macht..warum ich das mache würde jetzt im einzeln hier den rahmen sprengen , aber ich möchte dir mut machen die diagnostik anzugehen
ich bin selbst davon überzeugt ads zu haben ...diese erkenntnis war für mich auch ein langwieriger prozess und ich muss nun für mich selber jetzt endlich gewissheit haben..auch weil ich seit jahren auf diverse psychische erkrankungen behandelt werde, deren diagnose in keinem fall wirklich gesichert waren

dein zögern kann ich verstehen...verstandesmässig wirst du schon lange wissen , dass du die diagnostik machen solltest...aber...wie das so ist bei ads ...man beschäftigt sich gerne mit den problemen anderer ( u.a. auch der kinder ) und kümmert sich nicht um sich...man hat für probleme dritter jederzeit die besten lösungen parat...an der eigenen problematik verzweifelt man

gönne dir selber gewissheit ..sollte sich die diagnose bestätigen wirst du davon profitieren und deine kinder auch , weil wie du bereits geschrieben hast leidet ihr alle unter deinen..ich sag mal kontrollverlusten ( kugelblitz )

viele grüsse
dariana

von dariana - am 13.01.2006 11:27
Hmmm, stimmt eigentlich... für den Entling hab ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und ich überleg mir, ob ich´s tun soll oder nicht. Komisch wa?
Irgendwie scheine ich zu denken, dass ich doch bis heute durchgekommen bin. und das nichtmal schlecht, aber eine Therapie hab ich z.B. auch schon. Damals, als der Entling auf die Welt kam und leider gar nicht so "funktionierte" wie ich mir das vorgestellt hatte....
Dann immer diese depressiven Phasen... das hängt ja doch alles damit zusammen...

Wie gesagt, ich werd mal den Hintern hochnehmen. *ggg*



von ulmi205 - am 13.01.2006 11:36
ich habe auch lange gezögert bis ich zum Arzt gegangen bin....wenn ich ehrlich bin...hatte ich auch damals angst davor...aber das braucht man nicht zu haben...im Gegenteil...man wird das erste mal verstanden...
ich bereue heute solange gewartet zu haben...ich könnte heute schon viel weiter sein...

du hast mehr zu verlieren wenn du nicht gehst als wenn du gehst...lass dir das von uns versichern die den Weg schon gegangen sind und genauso wie du gezögert haben.....

LG Lilly

von Lilly. - am 13.01.2006 18:59
Hallo Ulmi!

Ich hab´s hier im Forum schon häufig geschrieben.

Eine Diagnostik und Behandlung halte ich IMMER für notwendig, wenn der LEIDENSDRUCK (egal ob kleiner Mensch oder großer) so hoch ist, dass der Mensch leidet.

Da das offenbar bei Dir der Fall ist, mach Dich auf den Weg, Du wirst bestimmt davon profitieren!

Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 14.01.2006 09:03
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