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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
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Fragezeichen

Partner mit ADHS?!

Startbeitrag von Fragezeichen am 19.01.2006 22:49

Mein Mann leidet sehr wahrscheinlich unter dieser Störung. Wir sind seit 6,5 Jahren zusammen, und ich war jetzt wieder die letzten Tage so genervt.

Ein sehr großes Problem für mich ist, dass er zu viel Geld ausgibt. Er schafft es einfach nicht, wirklich zu sparen. Er ist super impulsiv und telefoniert z. B. sehr viel. Obwohl er sich schon ein wenig gebessert hat, wir haben immer Geldmangel. Ich hole ständig von meinem Ersparten, damit es für den Monat reicht - und ich habe die Nase echt so voll, weil sich im Grunde nichts ändert. Er telefoniert munter drauf los o. ä. Alles genöle von mir nutzt nix - höchstens kurzfristig. Ich habe echte Existenzängste, weil ich echt sparen kann, wie ich will. Wenn er nicht mitmacht, werden wir niemals ins Plus kommen.

Natürlich gibt es noch andere Probleme. Er hat mich die letzten Tage ziemlich genervt. Wir waren für vier Tage weggefahren. Da hat er auf der Hinfahrt hinterm Steuer gezappelt. Ständig zum Beifahrer und nach hinten geschaut. Oft musste ich ihm sagen, dass er endlich mal auf die Straße gucken soll. Dann hat er sich nach meinen Beinen erkundigt, ob die auch warm genug seien und dabei andauernd meine Kaffeetasse, die dort hinten stand, umgestoßen. Ich natürlich: Mecker, Moser, Giftel. Naja, und er ist ziemlich aufbrausend manchmal. Dann: Jetzt telefoniert er schon wieder mit dem Handy - zu Hause liegen die unbezahlten Rechnungen, die ihn anscheinend gar nicht interessieren.

Jedenfalls sehe in der letzten Zeit auch fast nur noch die schlechten Seiten an ihm. Ich mache mir Gedanken, was ich denn tun kann, damit das endlich besser wird. Ich denke ja nicht nur an mich dabei. Wenn er niemanden hat, der ihn ein wenig immer wieder in die richtige Richtung schubst, da würde er total untergehen in seinem Chaos. Doch das kann nicht ewig so weitergehen. Ich weiß einfach nicht, was ich mit ihm machen soll.

Er war früher in der Schule und zu Hause ein echtes Problemkind. Störte dauernd den Unterricht. Seine Mutter war häufig in die Schule zitiert worden. Er hat sich oft beim Spielen verletzt. Schlechte Noten, obwohl nicht dumm. In einem Fach hat er sogar ausgesprochen gute Leistungen erzielt, weil es ihn interessierte.

Das Problem ist, dass er wohl auch ziemlich von Drogen "begeistert" ist. Er raucht ziemlich viel. Da er seit einiger Zeit an Panikattacken leidet - er klagt über ständige Schmerzen in der linken Brustgegend - hat der Arzt ihm Alprazolam verabreicht. Zunächst wollte er es nicht nehmen - auch weil ich gepredigt habe, dass dieses Zeugs abhängig macht und keine Probleme wirklich löst. Der Arzt hat ihm aber nochmals eingeredet, dass er diese Tabletten unbedingt nehmen soll. Jetzt nimmt er sie schon über ein halbes Jahr. Keine wirkliche Besserung. Mit den Medikamenten ist er allein gelassen. Er holt sich eben regelmäßig seinen Nachschub - mehr nicht. Da die Schmerzen auf jeden Fall zurückkommen, wenn er die Tabletten absetzt, wird er wohl so schnell nicht davon wegkommen. Das Schlimme ist, dass er es wohl einsieht, dass das nix bringt, auf der anderen Seite aber hellauf begeistert ist von diesen Wunderpillen. Nur schlucken - und schon geht's wieder gut - für eine Zeit lang.

Was hatte ich Mühe und Not, um ihm begreiflich zu machen, dass Schnaps auch keine Lösung ist - auch wenn es ihm dann total gut geht damit. War halt so zwei-, dreimal der Fall - auf einer Party hat ihn jemand damit abgefüllt - und wie. Seitdem zeigt er trotz allem eine gewisse Zuneigung zu diesem Gesöff - trinkt ganz gerne mal einen Rosé. Schläft danach gut - meint er. Also alles Reden und Schwafeln nutzt da dann auch nicht viel - auch dass sein Vater Alkoholiker gewesen ist und dadurch letztendlich sein Leben gelassen hat.

Also eine Affinität zu "Drogen" ist auf jeden Fall vorhanden. Ich predige und predige - irgendwann heißt es dann, du hast ja Recht, Schatz - und bald darauf scheint alles wieder vergessen.

Ich bin ziemlich sicher, dass es das ist, was ihm von Kind an das Leben schwer macht. Habe eben die letzten Tage fast nur noch das Schlechte an ihm sehen können ("Jetzt telefoniert er schon wieder unnötig", oder auf der Fahrt "Schau doch endlich mal nach vorne, wo du hinfährst" z. B.). Ich denke mir dann immer, ich kann doch nicht ständig bloß nörgeln und meckern. Desweiteren nutzt es ja auch nicht wirklich etwas.

Wo kann man das ADHS-Syndrom diagnostizieren lassen? Was passiert danach, wenn der Test positiv ausfällt? Habt ihr gute Erfahrungen mit euren Ärzten gemacht? Ich habe da echt Angst, dass er in falsche Hände geraten könnte!!!!!!

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