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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
sandraN, Lilly., Sternchen*, Angelika (TanteGela), Dunstkreis, Filiti

Schulwechsel-Hilfe

Startbeitrag von sandraN am 26.01.2006 21:05

Hallo,
erstmal wünsche ich allen einen schönen Abend !
So und jetzt zu meinem Problem. Kann mir jemand Tipps geben wie wir einen Schulwechsel so unproblematisch wie möglich über die Bühne bringen????
Unser ältester Sohn ( wir haben drei) hat ADHS und bekommt seit 3 1/2 Jahren Ritalin .Leider ist er für sein Alter viel zu klein und leidet sehr darunter ,außerdem scheint er so der potentielle Opfertyp , große Klappe(die hat er leider sehr oft wirklich nicht im Griff) und zu klein für sein Alter zusein. Die Schule bekommt er auch ganz gut hin ,(er geht auf eine Realschule) aber den schlimmen Ärger den er immer wieder mit seinen Mitschülern hat ist nichtmehr auszuhalten. Er wird von denen mitunter bis nach Hause verfolgt und auch Nachmittags noch aufgelauert und verprügelt.
Ständig kommt er mit kaputten oder schmutzigen Sachen nach Hause und weint das er nichtmehr in diese Schule gehen will.
Wir stehen zwar ständig mit dem Direx seiner Schule in Verbindung aber da tut sich nicht wirklich eine dauerhafte Lösung auf. Heute kam er wieder so verzweifelt und weinend nach Hause das ich gesagt habe ,jetzt ist Schluss , jetzt muß endlich mal was passieren sonst geht er uns noch völlig kaputt und in einem halben Jahr ist er vieleicht aus dem Fenster gesprungen. Ich sehe das mein Sohn in seiner Klasse ständig und auf die bösartigste Weise gemobbt wird. Wenn wir dann mit dem Lehrer oder dem Direx gesprochen haben geht es mal wieder für ein / zwei Wochen und dann geht es wieder los. Vor zwei Wochen z.B. wurde er verprügelt weil dem anderen seine Handschuhe nicht gefallen haben und als ich den Schläger dann zur Rede gestellt habe sagte der zu mir "der ist sonst immer so frech da muß man draufschlagen" . Das ist jetzt eine 7. Klasse was passiert in zwei oder drei Jahren ??

Wenn uns also jemand irgend welche Tipps ,wir nehmen Hände ringend alles nicht nur zum Schulwechsel, geben kann wären wir sehr dankbar.

Viele Grüße sandraN

Antworten:

In zwei Jahren wird schlimmer, in drei Jahren besser. :)

Ich wurde früher auch gemobbt, und irgendwie immer abwertend von der Klasse behandelt, aber als ich dann pappen geblieben bin inner neuten Klasse wars viel besser.
Das war n Neustart und der war super. In der neuen Klasse kam ich wesentlich besser zurecht.

Wenn das wirklich so mega krass ist, bloß weg da, und seht zu das der Neustart gescheit verläuft. Redet mit den Lehrer und sagt denen warum ihr wechselt, dass er da n Problem Kind ist, und die genau hinschaun sollen!
Nicht dass das da wieder genauso losgeht.
Wäre ja dann der reine Horror!!!

von Dunstkreis - am 26.01.2006 21:16
Hallo Sandra und herzlich willkommen hier im Forum!

Zu dem Mobbing-Problem hätte ich ein paar Fragen:

1) kennst Du die Kinder, die Deinen Sohn ärgern?

2) kennst Du deren Eltern?

Falls ja, würde ich den direkten Kontakt zunächst zu den Kindern suchen und ihnen klipp und klar sagen, dass ihr nicht mehr zusehen werdet.

Sollte sich das Verhalten nicht ändern, droht damit, dass ihr zu ihren Eltern geht und dann auch die beschädigten Sachen ersetzt haben wollt.

Da sich die Sache auf dem Nachhauseweg abspielt, kann sich die Schule nicht aus der Verantwortung ziehen.
Immerhin ist der Schulweg auch versichert, falls körperliche Schäden durch Unfall etc. entstehen.

Schreibt dem Lehrer und Rektor einen Brief (mit Durchschlag an die Schulbehörde), in dem ihr auf die bisherigen - ergebnislosen - Gespräche eingeht und deutlich macht, dass ihr dem Mobbing (benutzt dieses Wort!) nicht mehr tatenlos zusehen werdet und sie auffordert, endlich konsequent tätig zu werden.

Wenn es immer die selben Mitschüler sind, kann eine Klassenkonferenz einberufen werden.
Manchmal reicht dieses Signal schon aus, damit Ruhe ist.


Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 26.01.2006 21:23

Re: @Angelika

Hallo Angelika,
ja wir kennen die Kinder und auch die Eltern , sie sind fast alle aus unserem Dorf, und mit denen reden bringt auch nichts das haben wir schon versucht.

Leider gibt es noch Orte in denen man als Zugezogener Recht haben kann und es trotzdem nicht bekommt weil , wenn es darauf an kommt halten alle zusammen egal ob Recht oder Unrecht

Morgen Vormittag haben wir einen Termin beim Direktor aber ich glaube ehrlich gesagt nicht an eine dauerhafte Lösung
mal sehen was es uns bringt

Liebe Grüße Sandra

von sandraN - am 26.01.2006 21:46

Re: sandraN

Hallo Sandra,

meinem Sohn ging es genauso - seit dem Kindergarten ausgegrenzt, ab der 3. Klasse richtig gemobbt, nach einem Jahr quasi als Tradition von 3/4 der Klasse.
Auch hier kleines Dorf, wir sind hingezogen, als mein Großer 5 Jahre war und wurde schon im Kindergarten von den anderen Jungs ausgerenzt. Der Klassenlehrer erkannte die Situation, hoffte aber, dass sich alles langsam - auch durch das Projekt "faustlos" die Medikamenteneinstellung (hat bei uns lange gedauert) und Aufbau Selbstbewußtsein - bessert. Hat sich nicht!

Mein Junge ist jetzt in der 5. KLasse. Wir haben darauf bestanden, dass er nicht in die Klasse mit seinen ehemaligen Mitschülern kommt, er geht in eine Selbstverteidigungsgruppe - nicht um zurückzuschlagen, sondern ein besseres Körpergefühl und weniger Angst zu haben - es macht ihm Spaß.

Wir haben damals mit den Grundschuleltern in einem Elternabend gesprochen (keine Einsicht!), daraufhin haben die tätlichen Angriffe in der Schule fast aufgehört (verbale Angriffe nicht), dafür auf die Freizeit verlagert - also ist die Schule nicht mehr zuständig und die Kinder haben einfach kollektiv gelogen - es hieß dann, drei oder vier sagen was anderes als einer - also lügt der Eine - "blaue Flecken?: na er wird wohl hingefallen sein - ist ja auch nicht so geschickt, ihr Sohn."

Jetzt ist es besser - Schulwechsel hilft, Klassenwechsel vielleicht auch. Allerdings solltest Du ihm auch sagen, dass verbale Provokationen bei sowas nicht gut sind, denn das gibt den anderen eine vermeindliche Rechtfertigung für ihr tun.

Lieber nur die bissigen (bestimmt auch manchmal gerechtfertigten Bemerkungen) denken und im Stillen über die Deppen lachen - das hat meinem Sohn auch schon geholfen.

Jetzt gibt es nur noch manchmal Probleme im Schulbus, doch hier reicht unsere Präsenz an der Haustür - die schlimmsten Jungs steigen jetzt lieber eine Haltestelle früher aus und lassen meinen Sohn in Ruhe - OK ich kann ziemlich böse gucken und bin 1,80 m groß - das hilft wohl auch bei 12-14jährigen.

Aber es gibt jetzt auch neue Streitschlichter an der Schule und die sind für den Schulweg auch zuständig. Ich hoffe, mein Sohn geht das Problem an, wenn es wieder schlimmer wird.

Viele Grüße

Filiti

von Filiti - am 27.01.2006 08:13

Re: @Angelika

Hallo Sandra!

Ich kann mich Angelika nur anschließen,ich habs selbst mit meinem Sohn erlebt.

Auch wir haben mit den Lehrern+Direx geredet,aber da helfen im Endefekt nur Taten.

Ich habe mich auch mit der Schulbehörde angelegt,Beschwerdebriefe geschrieben ect. und als mein Sohn mit Rippenprellungen nach Hause kam,nochmals hin zur Schule,aber nix passierte,auch die lehrer wollten während des Unterrichts nichts gesehen haben.

Auf dem Nachhauseweg dasselbe wie bei Euch,bis mein Mann mal unverhofft an der Haltestelle stand(in anderen Klamotten)und es dann beobachtete.Da er selbst Busfahrer+Aufsichtsperson ist(die es aber nicht wissen),hat er sie zur Rede gestellt und für die entsprechenden Antworten durften sie dann aussteigen und nach Hause laufen.Danach war erstaml Schluß.

Dann hab ich mich selbst auf den Weg gemacht und mich bei den umliegenden Schulen erkundigt,sowie bei einer ev.Privatschule,wo er dann letztendlich hinkam und auch heute noch ist.
Da gibs sowas nicht und wenn,klärt die Schule es dort mit den Kids selbst,wir werden nur in Kenntnis gesetzt.

Wünsche Euch viel Kraft und Mut,ihr werdet auch was anderes finden.

Liebe Grüße von Sternchen*

von Sternchen* - am 27.01.2006 08:23
Hallo,
bei meiner Kleinen ist ADS letztes Jahr in den Sommerferien diagnostiziert worden, gleichzeitig mit beginn der Medis haben wir uns entschlossen sie das 3. Schuljahr wiederholen zu lassen, da auch sie massive Probleme mit dem Mobbing hatte. Ich wollte ihr auch noch etwas Zeit verschaffen. Auch habe ich den Vorteil im Wiederholen gesehen, dass sie 1. noch ein Jahr mehr Zeit bis zum Schulwechsel, 2. sie von den mobbenden Klasse wegkommt, 3. sie jetzt die älteste in der Klasse ist und auch ein bißchen weiter. so ist sie nicht mehr die unterlegene die man mobbt. die aus der alten klasse haben sie einfach überrannt, eben weil die ihr einfach irgendwie überlegen waren.(sie ist ende märz geboren, daher eine von den jüngeren)

Und es hat sich gelohnt. Sie fühlt sich in der Klasse sehr wohl. KOmmt mit. Weiß immer was die Lehrerin sagte. Und die Noten haben sich in 2 Fächer sogar um 3 Noten verbessert. Ihre Hausaufgaben macht sie selbstständig, ohne dass sie mich fragen wie geht das?? oder weiß nicht was ich machen muss......

LG LIlly

von Lilly. - am 27.01.2006 12:43
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