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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lilly., Marianne., Siggi_O, Katzenbaer, lausimichelmama, columbia, Yosemite, aventurin

"Freizeitgestaltung" - wie habt ihr das gemacht ?

Startbeitrag von Yosemite am 27.01.2006 20:39

Hallihallo - ja, ich bin´s schon wieder ;-)
Ich habe im Moment halt eine Menge Fragen und hoffe ihr seht es mir nach.
Ich würde Robin gerne irgendetwas in seiner Freizeit anbieten- Musikschule, Chor (er liebt Musik und Singen und ist laut Kiga sehr begabt auf dem Gebiet) oder Englisch für Vorschulkinder (er findet Englisch total spannend, weil wir uns als er noch kleiner war auf Englisch unterhalten haben, wenn er was nicht verstehen wollte. Er will immer alles mögliche ins Englische übersetzt haben).
Mein Problem dabei : Wie soll das klappen, wenn er da den Mogi macht, agressiv zu den Kindern ist oder plötzlich eine Null-Bock-Phase hat ? Dann sprengt er die ganze Veranstaltung . Aber ich kann ihn doch nicht bis auf weiteres nur zu Hause rumsitzen lassen ! Wie sollen die Betreuer das leisten ? Im Kiga werden sie trotz Integrationskraft kaum fertig mit ihm !
Soll ich dann dableiben ? Das ist doch nicht im Sinne des Erfinders !
Wie handhabt ihr so was ?
Liebe, dankbare Grüße, Iris

Antworten:

wenn er Probleme in der Gruppe hat, lass ihn doch was machen ohne Gruppe. Z.B. ein Instrument lernen.

Mein Sohn ging zu kommunion, danach zu den Ministranten. Dort haben sie ihn so akzeptiert wie er ist. Und er fühlt sich dort sehr wohl.

Man muss einfach viele Sachen ausprobieren. Wenn er sich irgendwo wohl fühlt, klappt das schon.
Ich hatte damals mit Karate bei ihm angefangen, da die dort auf Disziplin setzen. Die Konzentration fördert und das selbstbewußtsein stärkt....wäre das nichts??

LG Lilly

von Lilly. - am 28.01.2006 08:13
Was sagt denn Dein Sohn selber? Möchte er gerne etwas
Bestimmtes machen?

Mir war es wichtig, dass mein Sohn schwimmen lernt, was auch
nicht ganz unproblematisch war, weil er sich in der Gruppe
nicht konzentrieren konnte.

Wir haben dann einen Schwimmkurs
in einer Kleingruppe gesucht, der auch nicht in einem öffentlichen
Schwimmbad stattfindet (da sind wir auch nach 4 Jahren noch).
Da klappte es mit der Zeit immer besser.

Nun lernt er noch Tennis, aber auch da sind max. 4 Kinder in
einer Gruppe.

Während er im Kindergarten war, war er noch in der musika-
lischen Früherziehung, wo er sich aber zum Ende hin auch
verweigerte und nicht mehr mitmachte.

Ansonsten ist es so, dass wir auch darauf achten, nicht zu viel
zu machen, da er sonst klagt, dass es ihm zuviel wird (seit
er in der Schule ist, er ist 9).


Siggi

von Siggi_O - am 28.01.2006 09:36
Liebe Yosemite,

ich hatte meinen Sohn zur musik. Früherziehung und in einem Sportverein angemeldet. Anfangs fand er das auch ganz gut, aber nach ein paar Wochen wollte er nicht mehr gehen. Das ging bis zur völligen Verweigerung. Leider wussten wir damals noch nichts von seiner ADHS, waren aber bei der Erziehungsberatung. Die rieten uns, ihn auf jeden Fall weiterhin dort hinzuschicken - sonst würde er ja nie lernen, Dinge beizubehalten.

Was für ein schwachsinniger Rat!!!! Wie soll ein Kind beurteilen ob es etwas machen möchte, wenn es das nicht ausprobieren darf?

Ein paar Mal habe ich ihn dann noch hinter mir hergezogen, dann bat die Sportlehrerin um eine längere Pause, weil er die Gruppe massiv störte. Ich habe ihn schließlich von beiden Kursen abgemeldet, das war eine gute Entscheidung!

Auch ein späterer Kurs in einer Kleingruppe mit genau SEINEM Interessengebiet endete so.

Heute weiß ich, dass er einfach Schwierigkeiten in Gruppen hat. Und ich habe nur noch darauf bestanden, dass er schwimmen lernt. Das hat mehr oder weniger gut geklappt, zumindest kann er jetzt gut schwimmen.

Probiere es aus, vereinbare möglichst viele Probestunden und wenn du merkst, dass es Probleme gibt, melde ihn eben wieder ab.

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 28.01.2006 12:15
Hallo Iris,
bei meinem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr drauf ankommt... Gruppe ist nicht gleich Gruppe. Je nachdem, wie die Gruppe ist und wie sehr er für die Sache motiviert ist.
Fußball war bei uns eine echte Katastrophe *ggg*. Schwimmen ist problemlos, aber bringt dem sozialen Bereich leider nicht viel. Jeder kämpft für sich selbst mit dem Wasser.
Seit einiger Zeit geht er zu Pfadfinder-Treffen. Die Spielen, lernen etwas über die Natur und machen hoffenltich irgendwann lange Wanderungen *g*. Es sind dort keine Erwachsenen, sondern große Kinder (Jugendliche), die das Sagen haben. Ich habe das Gefühl, mein Rabauke (übrigens auch ein Robin *g*) hört besser auf die als auf Erwachsene. Jedenfalls gabs noch keine Klagen und er liebt diese Treffen. Die Ziele der Pfadfinder (sich helfen, zusammenhalten, in der Natur leben usw.) finde ich total super. Meistens wird das aber erst ab 6 angeboten.

Aber wenn deiner musikalisch so begabt ist, würde ich unbedingt etwas in der Art versuchen. Es gibt doch fast immer Probestunden. Wenn er wirklich singen will, denke ich, es geht auch.
Ich kenne ein hochgradiges ADS-Kind, das verdammt gut Fußball spielt, eine Sportart, die eigentlich gar nicht geht. Aber wenn man will, ist die Reizschwelle eine andere glaube ich.

Viel Glück bei der Suche!
Aventurin

von aventurin - am 28.01.2006 20:39
Hallo,

bei mir war es im Vorschulalter auch sehr schwierig. Es hat wieder und wieder nicht geklappt und ich hatte auch immer wieder eine gehörige Portion Frust zu verdauen.

Ich denke auch, dass es eine gute Idee ist, verschiedene Sachen zu probieren und aber auch wieder damit aufzuhören, sobald das Kind nicht mehr mag. Wir haben Schwimmverein, Theatergruppe und Englischkurs wieder gelassen. Was total wollte war Fußball, da ist er aber auf deutsch gesagt "grottenschlecht", aber er geht total gerne zum Trainig und solange es ihm Spaß macht ist es okay.

Was er sehr gerne macht ist Förderturnen im Angebot der Schule. Ich möchte jetzt so langsam Fußball auslaufen lassen und ihn auch zu den Pfadfindern tun, das möchte er auch machen und es ist (hoffe ich) nicht so stark leistungsorentiert wie ein Sportverein.

Jedenfalls vor der Schule ging bei ihm gar nichts, aufgrund der sozialen Schwierigkeiten, jetzt geht alles (er kann sich in jede gruppe ohne Probleme einfügen), es hapert aber an den motorischen Fähigkeiten, man muss halt das Richtige finden. Also nicht verzweifeln, besser etwas Geduld haben.

Gruß
Marianne

von Marianne. - am 29.01.2006 08:42
Marianne. schrieb:

Zitat

... es hapert aber an den motorischen Fähigkeiten, man muss halt das Richtige finden.


Hallo Marianne,

zur Zeit merke ich, dass meinem Sohn sein Mangel an
grobmotorischen Fähigkeiten bewusst wird. Er ist jetzt 9.

Noch geht er mit viel Freude seinen sportlichen Freizeitaktivitäten nach, obwohl gerade der Beinschlag beim
Brustschwimmen ihm einfach nicht gelingen will.

Auch als er merkte, dass er beim Skifahren der einzige war,
der es nach 2 Stunden nicht schaffte, den Hügel alleine runter-
zurutschen, kamen mit dem Frust auch die Tränen.

Schade finde ich, dass gerade die Kinder, für die Bewegung so
wichtig ist (O-Ton unserer Ärztin: Schwimmen und Tennis sind
besser als jede Ergotherapie), mangels sportlicher Leistung
ausgegrenzt werden.

Ich denke, dass sich mit zunehmendem Frust auch bei ihm
die Freizeitgestaltung wieder ändern wird. Davor habe ich
etwas Horror, da wir ständig jetzt schon Diskussion wegen
Computer und Fernsehzeiten haben und er auch schon
übergewichtig ist, nicht viel, aber merklich.

Gruß

Siggi

von Siggi_O - am 29.01.2006 12:09
Deshalb sollte man mehrer SAchen probieren um das zu finden wo sie talent haben. Fußball war auch der Horror für ihn. er ist nur planlos auf dem platz rumgelaufen wenn er mal spielen durfte, obwohl er jahre gespielt hat (in den bambini schon). Das hat er dann irgendwann mal aufgegeben (bin froh, wenn jemand ihn gefragt hat ob er fußball spielt, kam zur antwort: ja, aber ich bin der schlechteste!!). er fing dann nochmal in einem anderen Verein an und es machte ihm dort viel spaß da die trainer sehr darauf bedacht waren, dass keiner bevorzugt wird (zum spott von anderen vereinen). Aber irgendwann hat er einfach doch die Lust verloren (vielleicht wegen dem fahren, oder weil er einfach gesehen hat, dass er mehr machen muss als andere um das gleiche zu schaffen).
Er hat auch mit dem Turnen angefangen (ohne Medis als er noch jünger war) hat das aber aufgegeben. Später fing er das nochmal an und kam sehr bald in die Leistungsgruppe (mit den Medis). Da ist heute noch mit Begeisterung dabei. Auch Tennis spielt er seit 2 Jahren mit viel Spaß.

Karate hat er 4 Jahre gemacht. Das letzte Jahr haben wir ihn regelrecht hinprügeln müssen....war ihm dann doch zu langweilig wie er sagte.

Keyboard hat er auch schon gespielt, aber der Lehrer hat da auch nicht gepaßt dass er die Lust verlor.

Er hat in der Schule Handball gelernt und hat den Wunsch geäußert Handball spielen zu dürfen. Da für ihn eben die Bewegung wichtig ist, ist er jetzt mal probeweise dabei.

Ich will damit sagen, dass man einfach ausprobieren muss. Oft liegt es am Übungsleiter oder Lehrer ob es ihnen Spaß macht. Manchmal ist es auch nicht das richtige dann sollte man ihn auch aufhören lassen. Ist für unsere Kinder einfach der richtige WEg. Man darf nichts erzwingen....

LG Lilly

von Lilly. - am 29.01.2006 12:35
Hallo,

mein Sohn sagt immer wenn ihn jemand fragt, welche Position er bim Fußballspielen immer einnimmt: "Ich bin der Ersatzspieler!". Die Vereine wollen alle die Meisterschaft gewinnen, deshalb werden die etwas schlechteren Kinder aussortiert.

Was ich vergessen habe, mein Sohn kann sehr gut Skifahren. Ich habe ihn seit er 4 ist immer 2 mal im Jahr eine Woche zum Skikurs geschickt und jetzt fährt er sehr gut (alle Pisten). Skifahren bezeichtet er als das Schönste was es überhaupt gibt! Ich war bei den Kursen nie dabei (die Kinder wurden jeden Tag mit dem Bus abgeholt) und kann nicht sagen, ob es da irgendeinen Schlüsselfaktor gibt.

Liebe Grüße

Marianne

von Marianne. - am 29.01.2006 14:24
Ja, Marianne. Skifahren ist auch eine leidenschaft meines Sohnes. Leider wohnen wir zu weit weg von irgendwelchen Pisten. Er hat es sehr schnell gelernt, weil er eben keine Angst hat. Ich sage immer er ist eine (entschuldigt das Wort) Pistensau. wenn er einen kleinen Hübel sieht wird er schon oben mit viel Jauchzen angepeilt. Kein Berg kann zu steil und hügelig sein.
Jetzt würde er gerne snowboard lernen. Aber leider habe ich angst, da er keine Gefahren einschätzt.....
Skifahren kommt ADHS´ler doch eigentlich gut an, weil es mit geschwindigkeit und adrenalin zu tun hat.....auch können sie es gut da sie ja keine Angst kennen und auch keine Gefahren.

Im Gegensatz zu den Träumerchen (meine Tochter). Sie hat angst vor dem Fahren.....

LG Lilly

von Lilly. - am 29.01.2006 15:51
Hallo,

meine Tochter ist 11 und hat leider fast keine Freunde.
Im Kindergarten war das Problem noch nicht so gross gewesen, es wurde erst ab der Einschulung schlimmer.

Vereinssport war noch nie ihre Sache und auch im Kinderturnen hat es ihr ab 9 nicht mehr gefallen.

Sie ist allerdings wahnsinnig tierlieb, holt sich liebend gerne einen Hund aus der Nachbarschaft und geht Gassi, bei Wind und Wetter.
Dann haben wir das Glück einen Reiterhof in der Nähe zu haben. Da ich selbst auch reite hat sie schon klein angefangen und geht mit Begeisterung einmal pro Woche in
die Reitstunde. Da hat sie "ihr" Tier für sich und muss nicht teilen.
Falls jedoch mal kein Hund "verfügbar" ist sitzt sie auch mal
jeden Mittag zuhause und ist nicht rauszukriegen.

Sabine

von Katzenbaer - am 29.01.2006 17:28
hallo :o)

jetzt melde ich mich mal zwischendurch durchs forum ...
vielleicht gibt es "psychomotorik" angebote in eurer gegend?
ich weiss, daß es z.b. in bad homburg(glaube ich) eine gruppe "kinder& psychomotorik im wald" gibt.. das ist viell. eine schöne und "förderliche" freizeitgestaltung für deinen sohni und vor allem sind dort betreuer, die sich , denke ich auskennen,bzw. für ads-kinder verständis aufbringen.
es istw ohl 1x inder woche einen nachmittag lang.
i.dieser gruppe ist auch eine motopädagogin. die gruppe ist wohl vor allem für kinder , die "anders" sind (wahrnehmunsgstörungen, hyper-undhypoaktiv, usw)..
ich werde mich für unseren schatz demnächst wohl mal kundig machen.
ich habe auch leider hemmungen ihn in eine normale vereins-gruppe oder dergleichen zu tun, weil ich denke,da wäre er überfordert udn würde nicht verstanden werden .- viell. muss man sowas auch einfach mal ausprobieren.
ganz herzl. grüsse m.



von lausimichelmama - am 03.02.2006 23:40
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