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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sigmund Denker (20,m), Angelika (TanteGela), Chris G, Inge1, georgia

HILFE, PANIK !!!

Startbeitrag von Sigmund Denker (20,m) am 28.01.2006 12:17

Hi,

ich suche kompetente Tipps im Umgang mit Panikattacken. Hier meine Fragen:

1. Muss ich meine Ernährung umstellen?
2. Muss ich meine Lebensgewohnheiten umstellen?
3. Helfen Entspannungsübungen?
4. Fühlt sich eine PA wirklich an wie ein Herzinfarkt???
5. Helfen Medis und wen, welche???

1000 Dank für Euere Antworten. Bin komplett am Arsch.

Antworten:

Hi Sigmund,

ich habe (ein Glück) keine eigenen Erfahrungen mit Ängsten oder gar Panikattacken, aber im Netdoktor habe ich folgendes gefunden:

Wie können Angststörungen behandelt werden?

Sowohl Medikamente als auch eine geeignete Psychotherapie kommen als Behandlungsmethode in Frage. Wird medikamentös behandelt, so haben sich besonders Medikamente aus der Klasse der Antidepressiva bewährt. Vor allem neuere Antidepressiva, die weniger Nebenwirkungen haben, finden Anwendung (so genannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI).

Beruhigungsmittel, so genannte Tranquilizer, können wegen ihrer angstlösenden Wirkung süchtig machen und sollten daher nur unter ärztlicher Aufsicht und, was ganz wichtig ist, zeitlich befristet eingesetzt werden.

Entspannungstechniken, wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jakobson und dergleichen, werden immer häufiger in Therapien eingebaut.

Für die Behandlung der Angststörungen hat sich vor allem die Verhaltenstherapie bewährt. Unter Aufsicht einer Fachperson werden die an einer Angststörung Leidenden in die angstauslösende Situation geführt. Diese Vorstellung alleine ruft bei vielen Betroffenen schon eine mehr oder weniger große Angst hervor. Ziel und Zweck dieser Methode ist jedoch nicht das Quälen des Patienten, sondern ihm zu zeigen, dass die befürchtete Katastrophe nicht eintritt. Mit der Zeit erkennt die Person, dass sie Einfluss auf das Ausmaß der Angst hat. Sie beherrscht die Angst und nicht umgekehrt.

Bei der Sozialphobie verlernen die Betroffenen mit der Zeit die Fähigkeit, sich in sozialen Situationen richtig zu verhalten. In Gruppentherapien werden Rollenspiele eingesetzt, in denen ganz alltägliche Situationen nachgespielt werden. Das so genannte Soziale-Kompetenz-Training hilft der Person, die verlernten Fertigkeiten wieder einzusetzen.



Tipps bei Angststörungen

Sie sind nicht alleine! Die Krankheit Angst ist in all ihren unterschiedlichen Ausprägungen weit verbreitet. Fast jeder Zehnte leidet an einer Angststörung.

Es kann Ihnen geholfen werden! Versuchen Sie, so schnell wie möglich professionelle Hilfe aufzusuchen. Je länger Sie diesen Schritt hinausschieben, desto schwieriger wird die Therapie. Wenden Sie sich an eine vertraute Person, einen vertrauenswürdigen Arzt. Diese Menschen können Ihnen helfen, sich über mögliche Therapiemöglichkeiten zu informieren. Versuchen Sie nicht mit der Störung zurecht zu kommen. Gehen Sie dagegen vor! Informieren Sie sich auch hier über mögliche Selbsthilfegruppen!

Versuchen Sie nicht, durch Vermeidung der angstauslösenden Situation Ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Dadurch kommt es zu keiner Lösung derselben. Meist entstehen lediglich weitere Schwierigkeiten, weil sich die Angst nur stärker in Ihrem Leben verfestigt.

Nehmen Sie nicht immer wieder Beruhigungsmittel zur Dämpfung der Angst ein. Beruhigungsmittel können leicht abhängig machen. Die Therapie der Angststörung wird dadurch zusätzlich erschwert.

Vermeiden Sie es, Alkohol als Angstlöser einzusetzen! Alkohol kann, wenn überhaupt, nur im Moment helfen. Auch hier besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, was die Situation entscheidend verschlimmert. Allgemein sollte Alkohol niemals als Problemlöser eingesetzt werden!


Quellen für den Artikel:
Payk: Psychiatrie und Psychotherapie

Quelle hier: www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/angststoerungen.htm

Ich weiß nicht, ob dir das wirklich weiter hilft. Es gibt übrigens auch ein spezielles Forum für Angststörungen. Vielleicht machst du dich mal hier schlau:

[angstforum.info]


Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, doch ein wenig geholfen zu haben!

Liebe Grüße von

Georgia

von georgia - am 28.01.2006 13:06
Also die Homepage ist schonmal en sehr großer Gewinn. Danke. Ich weiß jetzt aber nicht so sicher, ob

ANGST = PANIK???

Bei mir kommt das total plötzlich...



von Sigmund Denker (20,m) - am 28.01.2006 16:01
Hallo Siegmund,
ich habe dir eine Mail geschickt.

Lieben Gruß
Inge

von Inge1 - am 28.01.2006 16:12
Hallo Sigmund,

ob ich kompetent bin, weiss ich nicht, müssen andere beurteilen. Ich kann Dir nur von meinen eigenen Erfahrungen und Empfindungen berichten:

Der Unterschied liegt in der Definition: Hast Du "nur" Angst oder hast Du Panik?

Ich habe mal meine Panikattacken irgendwo so beschrieben:

>Es fühlt sich an, als ob mir jemand aus heiterem Himmel und ohne jede Vorwarnung einen zu engen Taucheranzug anziehen will. Es fängt bei den Knien an, (das zu eng werden) und arbeitet sich langsam nach oben. Je höher es kommt, desto mehr Panik kommt auf, denn ich habe das Gefühl, sobald dies meinen Hals erreicht, werde ich ersticken. Und mein einziger Gedanke ist nur noch, diesen "Taucheranzug" nicht bis zum Hals kommen zu lassen!

Gleichzeitig entsteht am ganzen Körper ein unkontrollierbares Zittern, (so stelle ich mir den kalten Drogenentzug vor!), kann auch von heftigen Schweissausbrüchen begleitet sein, wechselt mit extremen Frieren ab.

Das alles kommt also den körperlichen Empfindungen wie bei einem Herzinfarkt (der als Enge aber nur die Brustkorbenge kennt!) tatsächlich sehr nahe!

Im Netz habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Betroffene meine Definition als absolut zutreffend empfanden, aber selbstverständlich kann jede PA variieren, noch anderes beinhalten oder nicht alle Symptome, die ich hatte. Ganz sicher ist aber eines gleich, die als körperlich, den ganzen Rumpf umfassende Enge und die Panik, die teilweise auch regelrechte Todesangst auslösen kann.

Geholfen hat mir, Techniken dagegen zu entwickeln, vor allem keine Angst vor der Panik zu entwickeln, sondern sie als eine Art Signal früher erkennen zu können, ein Frühwarnsystem sozusagen dagegen zu entwickeln.
Hilfreich war hier sicher auch Ritalin, was ja auch eine stimmungssteigernde Wirkung hat, Antidepressiva wollte ich nicht nehmen, vor dem Zeug habe ich Mores...., ausserdem empfinde ich mich nicht als zur Depression neigend, sondern eher das Gegenteil..., optimistisch, idealistisch manchmal.

Und da die PA ja eh immer aus heiterem Himmel kommen, also nicht auf einer schon vorher oder länger bestehenden offenen depressiven Verstimmung heraus entstehen, war es für mich logischer, diese direkter anzugehen.
Entspannungstechniken können hilfreich sein, ich habe mir aber einfach meine eigenen Waffen aus vielen Tipps zurechtgebastelt.

Ganz wichtig ist hier, erste Anzeichen nicht unter den Teppich kehren, sondern sie ernst nehmen! Kürzer treten, eine Auszeit nehmen! Das kann 1 Std. sein, oder auch ein paar Stunden, oder 1 Tag.

Mit der Ernährung hat dies m.M. nach nichts zu tun, aber sehr wohl mit den Lebensgewohnheiten.
Also evtle. Stressfaktoren suchen, (das müssen nicht immer nur zu viele Termine sein, sondern kann auch ein zu hoher Anspruch an sich selbst sein!), sie ausschalten zu versuchen.

Sehr viel hat mir dabei gebracht, dass ich es versucht habe, wie eine Grippe oder so anzunehmen..., jo, manchen erwischt es halt, manchen nicht..., aber wenn ich weiss, es erwischt mich vielleicht häufiger als andere, kann ich nun auch gezielter vorbeugen...und so nach und nach pendelte es sich dann auch ein.

Meine PA wurden weniger heftig, immer mehr kontrollierbar und bremsbar und bleiben seit ca. 3 Jahren ganz aus und ich nehme mittlerweile keine Medikamente mehr.

(Schnell auf Holz klopf...;-)

Viele Grüsse, Chris G

von Chris G - am 29.01.2006 00:41
Hallo Sigmund!

Panikatttacken/Angststörungen haben sicher nichts grundsätzlich mit der Ernährung zu tun, aber wie ich Dir schon schrieb, Koffein kann Panik verstärken.

Panikattacken fühlten sich für mich nicht wie ein Herzinfarkt an, sondern eher, als wenn sich ein dichter Wattenebel langsam um meinen Kopf legt, ich nicht mehr denken kann, zudem der Puls rast und meine Beine richtig weich werden.
So, als ob ich mich auflösen würde.

Zudem das alles beherrschende Gefühl von Flucht.
Weg hier, weg von diesen Empfindungen, weg, weg, weg.

Ich hab´s schon häufiger hier im Forum geschrieben.

Mir hat letztendlich eine kombinierte Behandlung aus Medikamenten (angstlösendes Antidepressivum) und Therapie geholfen, und natürlich der Besuch einer Selbsthilfegruppe.

Mittlerweile bin ich ziemlich sicher, dass Panikattacken Begleiterscheinungen von ADS sind

Ein Freund aus unserer damaligen Gruppe, heute immer noch mein bester Freund, hat es mal so formuliert.

"Wenn Du im Elbtunnel steckst und an einer Panikattacke stirbst, wirst Du morgen groß in der Bildzeitung stehen!
Du wärst nämlich die Erste, die an einer Panikattacke gestorben ist"

Im Klartext heißt das, dass Panikattacken zwar äußerst unangenehm sind und auch das Gefühl vermitteln, das letzte Stündlein habe geschlagen, aber sicher niemand daran sterben kann.

Schon alleine das sicher zu wissen, war für viele Leute unserer Gruppe sehr hilfreich.

Kommt die Panik, dann lass sie zu.
Nimm sie wahr, und - klingt verrückt, wirkt aber - sprich mit ihr.

Schließlich war/ist Angst-Flucht-etc. in gewissen Situationen für den Menschen eine lebensrettende Maßnahme.

Um einen Arztbesuch wirst Du nicht herumkommen, denn alleine werden die wenigsten Betroffenen damit fertig.

Von einer Selbsttherapie mit Alkohol oder irgendwelchen Tabletten kann ich Dir nur dringendst abraten!!!!

Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 29.01.2006 09:04
Also diese Woche hat es sich nach schlechtem Start erheblich verbessert, weil ich nix mehr spannendes gemacht habe. Hält das so an oder holt mich die Angst auch in meinem neuen ruhigen Leben wieder ein?

Habe jedenfalls en Termin bei nem Doktor...



von Sigmund Denker (20,m) - am 02.02.2006 17:16
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