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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
columbia, Sternchen*, alex70, fabianne

Was genau ist Familienhilfe?

Startbeitrag von columbia am 30.01.2006 17:42

Was tut so ein Familien-Berater, woher kommt er, wie kann man ihn bekommen?

Ich habe noch nie vorher davon gehört.....

Ich würde mich über Erklärungen freuen.

Viele Grüße, columbia

Antworten:

Hallo columbia!

Sozialpädagogische Familienhilfe beantragt man beim Jugendamt.

Ein Familienhelfer kann mehrere Funktionen haben,ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Also,bei uns war folgendes:
Wir waren in Familien-Rehakur und zum Ende gings darum,welche Hilfen wir Zuhause brauchen,daß sollten mein Göga+ich uns mal überlegen,gesagt,getan.

1.Hilfe zur Integration f.unseren Sohn
2.Familientherapie
3.Paartherapie/Gespräche

Da man die meisten Therapien auch selbst zahlen muß,wäre ich ja arm geworden,also mußten wir uns was anderes überlegen.

Ich rief unseren "alten"Verhaltentherapeuten an,der mir eine Adresse für die Unterbringung v.Jugendlichen gab,für den Notfall.
Ich da angerufen,mich nett unterhalten und da wurde mir gesagt,man hätte auch kurzfristig sozialp.Familienhelfer frei,ich möge das meinem Jugendamt sagen.

Antrag beim JA gestellt,3wo.später Fallkonferenz des Amtes,danach noch 2Wo.und der FH stellte sich vor,unser Hilfeplan sah dann so aus:

1.Erziehungsbeistand f.Sohn
2.Familiengespräche
3.Eltern/Paargspräche

Da war ich sehr glücklich und froh drüber,denn sonst wartet man ganz schön lange und ich muß sagen,es hätte nicht besser kommen können.
Gut,zum Anfang war er 3xdie Wo.hier,ist ja klar,aber dann wurde es anders eingeteilt,es hat uns sehr viel gebracht und geholfen,wichtig:
Beim Eltern/Paargespräch offen und ehrlich sein,sowie mitmachen,aber BEIDE Eltern,daß bringt sehr viel.

In den Familiengesprächen gehts darum,daß JEDER seine meinung sagen darf,nicht nur bestimmte Familienmitglieder,daß Probs besprochen werden,Termine ect.

Beim Erziehungsbeistand wird es je nach Probs vereinbart,was das Kind mit der Person macht,von Zimmer aufräumen,zu Freizeitaktionen,eingliederung in Jugendgr.ect.

Wie gesagt,wir hatten Glück,diese Adresse bekommen zu haben,ob das über das Amt auch so glatt gegangen wäre,kann ich nicht sagen.Dem Amt gegenüber habe ich nur immer offen gesagt,welche Hilfe ich brauche,evt.auch mit ärztl.Attest.

Wenn es jetzt noch Fragen gibt,dann frage.

MfG von Sternchen*

von Sternchen* - am 31.01.2006 11:19
Liebes Sternchen,

danke für deine ausführliche Antwort.

"Reicht" es für so einen Antrag, dass 1 Kind ADHS hat? Oder muss da noch mehr vorliegen?

Ich denke zwar, wir versuchen erst mal mit dem Elterntraining klarzukommen (fängt in ca. 1 Monat an, bei der Psychiaterin), aber falls wir damit nicht klarkommen, ist es schön, noch eine Alternative zu wissen.

Mein Mann und ich haben schon erkannt, dass wir beide viele Probleme haben, die durch das schwierige Familienleben und unsere Hilflosigkeit entstanden sind. Das ist schon ein Anfang, wir arbeiten daran.

Die Vorstellung ist verlockend, dass jemand mal IN die Familie kommt (und das ohne Super-Nannys Kameras!) und hier wirklich ganz konkret helfen kann!

Noch eine Frage zur Familien-Reha: unsere Psychiaterin meinte, in einer Kur würde sich vermutlich unser Sohn nicht wohlfühlen, da er Probleme mit (fremden) Gruppen hat. Und wenn die Reha für ihn geeignet wäre, dann würde es keine Maßnahmen für seinen kleinen Bruder und mich/uns geben (oder so ähnlich, ich habe es nicht mehr so im Kopf).

Reicht auch für die Verordnung einer Reha die ADHS aus? Wir sind ansonsten gesundheitlich eher fit.....

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 31.01.2006 12:21

Re: Columbia

Hallo nochmal!

Um Familienhilfe zu bekommen reicht 1Kind mit ADHS aus,haben ja auch nur eines mit Diagnose und nachträglich diagnostiziertem Göga als Grenzfall(interessiert aber nicht weiter).Ihr kommt ja als Familie nicht klar und wollt da was verändern,daß ist wichtig.

Elterntraining ist immer gut.

Schön,daß IHE BEIDEN Eure Probs schon erkannt habt und daran arbeitet,daß ist die Beste Vorraussetzung,weiter so:o))

Was die Kur betrifft,hab ich folgendes beim MDK erlebt,vielleicht hilft es Dir/Euch für Eure Atteste:

Antrag war zuerst Vater+Sohn,abgelehnt,Sohn alleine in Psychoklinik,ich da angerufen,wegen Medis+Verhaltenstherapie gefragt:Nein sowas gibs bei uns nicht+Medis werden dem Kind weggenommen.Ich Widerspruch eingelegt,wir bekamen Einladung b.MDK.

Mein Mann nix gesagt,Ärztin dann:Tja,da Herr X...nix hat,fährt Frau X mit BEIDEN Kindern in Reha.Icvh dann gesagt,nö,wenn dann alle zusammen,sagte zu meinem Mann,er möge endlich seine Beschwerden/Schmerzen bekanntgeben,hat er gemacht und so sind WIR 4 dann gefahren.
Mit Verlängerung 6Wo.,wir haben es nicht bereut und würden sogar JETZT gerne wieder dahinfahren.

Hier der Link:
[klinik-bad-gottleuba.de]

Du kannst Dich auch gerne bei Dr.M...per Email melden+Tel.Nr. und Fragen stellen,er antwortet bestimmt o.ruft an,auch wenns etwas dauert.

Es gibt viele Kinder,die Angst haben,aber man kann lernen,sie zu überwinden,irgendwie waren alle in der Gruppe.

Wir hatten da ALLE unsere Einzelgespräche,Gruppengespräche-Themanbedingt,an Vorträgen ADS-bestimmt MUßTE jede betreffende Familie teilnehmen.

Dann hatten wir Paargespräche,wo unsere eigenen Probs angesprochen wurden,danach Familiengespräche und Anwendungen.Auch Geschwisterkinder waren dabei,unsere Tochter damals 10,5J.bekam auch Gespräche.Aber das kannst Du alles erfragen,es ist eine gute Erfahrung als"FAMILIE" eine Reha gemacht zu haben.

Also,alles angeben,von Kopfschmerzen bis?????....

Die Therapeuten sind echt gut,wir hatten unseren Spaß,haben aber auch hart miteinander gearbeitet.Und die N8-Schwestern können auch mal ein paar Tränen auffangen,manchmal sogar mit nem guten Tee:O))

Also,ran an den Speck!

Lieben Gruß von Sternchen*

von Sternchen* - am 31.01.2006 14:04

Danke, danke, danke!

Noch eine letzte Frage - du merkst, ich habe GAR keine Ahnung: Was ist jetzt der MDK????

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 31.01.2006 15:01

Re: Danke, danke, danke!

MDK= Medizinische Dienst der Krankenkassen

von Sternchen* - am 31.01.2006 15:02
hallo Columbia,

finde es ganz toll von dir, dass du hier so von deiner Beziehung schreibst! Auch wir haben seit der Geburt unseres Sohnes massive Probleme, die sich alle nur um das Kind drehen. Wir sind eigentlich ein tolles team und haben uns fest lieb, aber hier geraten wir an unsere grenzen. Ich habe oft Angst, dass die Krankheit unseres Sohnes unsere Ehe zerstören kann.

LG, Fabianne



von fabianne - am 31.01.2006 22:13
Liebe Fabienne,

der Umgang mit ADHS Kindern erfordert sehr viel Kraft und Geduld (ich bin eigentlich eher ungeduldig...).

Wir haben die Diagnose erst bekommen, nachdem wir 4 1/2 Jahre (seit Kindergartenbeginn) zu hören bekamen, alles sei nur eine Sache von inkonsequenter Erziehung. Da mein Mann beruflich stark gefordert ist und sich fast gar nicht um die Erziehung kümmern kann, fällt der Schwarze Peter also immer an mich. Ich habe Bücher gewälzt, Erziehungsberatung aufgesucht etc. Auch mein Mann dachte, es läge an mir!!! Und dann diese ständigen Gespräche mit Erzieherinnen, Lehrerin - alle voller Vorwürfe.

Mein Mann dachte, ich lebe im Schlaraffenland, bin schön zu Hause und trinke nett mit anderen Müttern Kaffee. Dabei war der ganze Tag ein einziger Kampf. Jede Einladung war eine Katastrophe. Lange Zeit war ich völlig isoliert, da meine früheren Freundinnen alle arbeiteten. Ich wollte so gern wieder arbeiten, aber dieses Kind ganztags im Kindergarten? Undenkbar. Er litt ja schon am Vormittag so sehr.

Und da soll eine Ehe nicht leiden?? Ich glaube sogar, dass ganz viele Ehen mit ADHS Kindern das nicht aushalten. Aber der erste Schritt, die Ehe zu verbessern, ist doch, dass man die Probleme erkennt. Dass der Mann sich von der Vorstellung verabschiedet, abends eine ausgeruhte, freundlich lächelnde Frau anzutreffen. Dass die Mutter sich Oasen sucht und diese auch regelmäßig nutzt. Dass BEIDE ein Elterntraining machen.

Für uns war die Diagnose auch eine riesige Erleichterung. Mein Mann kann endlich anerkennen, was ich leiste und worauf ich verzichte.

Und wir sind nicht mehr sauer auf unseren Sohn, dass er viele Unternehmungen kaputt macht. Er kann einfach nicht anders. Seit er die Medis nimmt, wird es ja langsam besser.

Viele Grüße,
columbia

von columbia - am 01.02.2006 08:12
Hallo,

wir haben auch eine Reha beantragt (über die Kinder- und Jugendpsychologin).

Unser Sohn (9 J.) hat ADHS u.a. auch teilleistungsstörungen, besonders ausgeprägt sind seine Aggressivität und Impulsivität.

Seit einem Jahr macht er eine Ergotherapie, seit Oktober 2005 nimmt er Medikinet retard (im Moment bin ich sehr zufrieden damit) und seit Dezember letzten Jahres macht er eine Verhaltenstherapie.

Ich habe lange im Internet nach einer geeigneten Reha gesucht. Als erstes war mir das Therapiekonzept der Rehaklinik in Neuharlingersiel aufgefallen, vor allem weil auch ein Elternteil mit therapiert wird. Mir war es sehr wichtig das nicht nur mein Kind eine Therapie bekommt sondern das auch ich geschult werde.

Mittlerweile ist mir von der LVA die Klinik Hochried in Murnau am Staffelsee genehmigt worden. Diese Klinik bietet aber das gleiche Konzept wie die Klinik in Neuharlingersiel (sowie auch das Caritashaus am Feldberg).

Schau mal unter:

www.rehaklinik-neuharlingersiel.de und
www.klinikhochried.de

im Internet nach.

Ich sowie auch mein 5jähriger Sohn werden unseren großen Sohn zur Reha begleiten. Wir sind ansonsten auch ziemlich fit,
nur halt das adhs unseres großen belastet schon irgendwie die ganze Familie.

Die Kinder- und Jugendpsychologin hat den Antrag (welchen ich bei der Krankenkasse beantragt habe) ausgefüllt und die Reha war innerhalb 10 Tagen gleich für 6 Wochen genehmigt.

Ich hoffe ich habe Dir etwas weitergeholfen.

Liebe Grüße
alex70

von alex70 - am 11.02.2006 22:28
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