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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Filiti, Marylou, schabuhama, columbia, Cera

Den Teufel mit dem Bezelbub austreiben ?!

Startbeitrag von Cera am 31.01.2006 16:06

Mein Sohn 7,5 J. mit ADHS erhält seit dem Wochenende Methyldiphenat Hexal. Er war "vorher" schon ein eher streitlustiger Junge und schwer "handlebar". Jetzt ist er mega-aggressiv, neigt zu Weinkrämpfen und starker Unruhe (wie vorher noch nicht dagewesen). Die am häufigsten beschriebene Nebenwirkung trifft also voll zu. Auch schon beim Einschleichen beginnend mit einer halben Tabl. am Tag. Und zwar ca. 1/2 Std. nach der Einnahme bereits. Erst gegen halb sechs Abends hatten wir "unseren Jungen" wieder. Wir haben jetzt am dritten Tag auf 1 Morgens und 1 Mittags eingeschlichen hochdosiert (gem. Rücksprache Ärztin). Ich (Mutter) stelle fest, das Kind kann sich noch weniger konzentrieren, da es von der eigenen Agitation und Agressivität nochmehr abgelenkt wird. Hört dieser Zustand auf, nachdem sich das Kind an die Medikamente gewöhnt hat? Ansonsten wäre das ja, wie "den Teufel mit dem Bezelbub auszutreiben"... Hat jemand ähnliches erlebt???

Vielen Dank für Infos!

Antworten:

Liebe Cera,

mein Sohn ist auch 7,5 und hat auch Methyphenidat Hexal bekommen. Wir sollten allerdings erst nach einer Woche erhöhen, dann auch erst auf 5 mg morgens und 5 mg mittags.

Erst in der dritten Woche hat er morgens 1 ganze Tablette bekommen. Wir haben dann aber festgestellt, dass das schon zuviel war....

Die von dir beschriebenen Nebenwirkungen kenne ich nicht. Mein Sohn hatte anfangs Bauchschmerzen und war empfindlich/weinerlich, wenn ich einen strengen Tonfall hatte. Aber aggressiv war er bei mph Hexal nie. Und dass sich das problematische Verhalten noch verstärkt, würde mich veranlassen, sofort beim Arzt einen Termin zu verlangen.

Mein Sohn hat bei der Umstellung auf concerta depressives und aggressives Verhalten im Wechsel gezeigt. Am 2. Tag habe ich die Ärztin angerufen, weil ich ihm das auf keinen Fall einen dritten Tag zumuten wollte. Sie meinte, dass sei eine Überdosierung und wir sind erstmal zu mph Hexal zurückgekehrt.

Also, sprich unbedingt mit dem Arzt!

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 31.01.2006 16:21
Hallo,

meine Tochter (7) nimmt seit einer Woche Metylpheni Tad. Mein Sohn seit einer Woche Medikinet. Auch ich habe ähnliches festgestellt. Letzte Woche hat meine Tochter ca. 1/2 Std. nach der Einnahme den vollen Koller bekommen. Sie hat sich nicht angezogen, schrie rum und wir haben 2 Mal den Bus verpasst. Was vorher eher durch den Sohn passierte, der jetzt immer schon im Auto sitzt, wenn die Tochter sich noch anzieht. Auch nachmittags war erst mal "Lass mich!!!" angesagt.

Die letzten beiden Tage gingen. Auch nachmittags war es besser.

Sie bekommt momentan 5 mg morgens.

Mein Sohn bekommt früh und mittags 5 mg Medikinet. Bei meinem Sohn waren die Hausaufgaben schon mal wesentlich besser und das morgentliche Generve, weil er nicht weiter machte, war gar kein Problem mehr. Morgen habe ich einen Termin bei seiner Lehrerin. Einfach um mal wieder zu schauen, wie es so in der Schule läuft.

Ich habe mit beiden Lehrerinnen regelmässig Kontakt.

Am Donnerstag werden wir wieder beim Arzt sein, um die Dosierung zu kontrollieren und besprechen.

Liebe Grüße
schabu

von schabuhama - am 31.01.2006 18:14
Hallo Cera,

Kinder reagieren da total unterschiedlich. Ich würde es erst mal mit 2,5 mg probieren und sehen, wie er darauf reagiert.
Selbst 5mg könnten schon überdosiert sein.

Bei meinem Sohn habe ich z.T. die halben Tabletten noch gedrittelt, also praktisch Krümel gegeben. Weniger zeigte keine Wirkung, ein bisschen zu viel, und es führte zu dem Verhalten, das du beschreibst.

Manche Kinder brauchen auch eine sehr exakte Dosierung (nennt sich "geringe therapeutische Breite"), alle 2,5 Stunden, bei anderen funktioniert es, eine größere Dosis zu geben, die dann 4 Stunden anhält. Man kann es nur ausprobieren, und am besten ein Tagebuch führen, mit Angabe von Menge, Uhrzeit, Verhalten des Kindes.

Viel Erfolg,

Marianne

von Marylou - am 31.01.2006 18:29
Hallo Cera,

mein Sohn hat dieses Verhalten gezeigt, als er auf Concerta 18 mg eingestellt werden sollte. Er ist eigentlich ein ruhiges, verständiges Kind. Nach 3 Wochen und mit einem zähnefletschenden Kind voller Aggressionen im Schlepptau haben wir (Eltern und Psychologin) auf folgende Gaben umgestellt:

Medikinet 5 mg insgesamt 15 mg am Tag
7:30 3/4 Tabl. 10:00 3/4, 12:30 3/4, 14:30 1/2, 16:00 1/4.

In der Schule hat es es immer in einem ausgeschnittenen Fruchtgummi nach dem Pausenfrühstück eingenommen - war für ihn easy und er hat es nie vergessen.

Das ging 1 1/4 Jahr gut, dann war es zu wenig. Jetzt verträgt er Medikinet retard 20 mg + 2,5 mg um 14:00 Uhr für die Hausaufgaben.

Nie wieder Concerta für uns - aber andere Kinder vertragen es gut.

Grüße

Filiti.

von Filiti - am 31.01.2006 20:13
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