Schon wieder eine Frage!

Startbeitrag von columbia am 01.02.2006 16:07

Hallo Ihr Lieben!

Ihr habt mir jetzt schon so viel geholfen, ich habe schon sooo viel gelernt über ADHS.

Ich frage mich, ob es sinnvoll oder nötig ist, dass mein Sohn von morgens bis zum Abend Medis bekommt. Ist es für ihn schwierig "umzuschalten"? Ist der Wechsel unangenehm, wenn die Wirkung aufhört? Erschwert es sein Leben, wenn er nur bis zum frühen Nachmittag die Wirkung hat? Für die Hausaufgaben reicht es gerade noch.

Seit gestern bekommt er medikinet retard 10 mg, nur morgens. Ich habe den Eindruck, damit geht es ihm richtig gut. Der Rebound, der bei Mph Hexal ziemlich extrem war, bleibt aus!!! Er zieht sich am Nachmittag mal zurück, aber ist ganz friedlich dabei.

Wir sollen das jetzt erst einmal 2 Wochen testen - ich hoffe, dass die Einschlafstörungen auch weniger werden. Gestern war es zwar noch nicht gut, aber auch nicht richtig schlimm.

Ich freue mich auf eure Antworten.
Columbia

Antworten:

Hallo columbia,

schwer zu sagen...für manche kids ist eine durchgängige Medikation sicher am einfachsten zu verkraften.
Bei meinem Sohn liegt der Schwerpunkt zur Zeit in der Konzentrationsfähigkeit. Er braucht also die Medis bis nach den Hausaufgaben-so kommen wir mit Medikinet 20mg retard morgens ganz gut über den Tag. Der rebound ist mal mehr, mal weniger heftig. Aber auszuhalten, denn um diese Uhrzeit (später Nachmittag) werden von ihm auch keine Höchstleistungen mehr erwartet.

Bei manchen Kindern ist es aber sicher besser, wenn sie nicht in einen heftigen rebound geraten.

Was ich nicht mehr mache: die Medis am Wochenende weglassen. Mein Sohn ist dann völlig von der Rolle ob der veränderten Wahrnehmung. Die Stimmung war nicht zum Aushalten! Ich finde, es ist auch für das Kind nicht schön, wenn es sich in seiner freien Zeit nicht wohl fühlt und auch wieder vermehrt Ärger mit seiner Umgebung hat.

Manche machen auch in den Ferien mal einen Auslaßversuch. Aber das ist unterschiedlich. Wir haben ja erst´im Sommer mit den Medis angefangen und sie bis jetzt (bis auf drei oder vier Ausnahmen!) durchgehend gegeben.


Liebe Grüße,

Britta F.

von Britta F. - am 01.02.2006 18:36
Hallo Columbia,

Deine Frage habe ich mir auch schon oft gestellt und ich denke, jeder muß sich sein Kind genau ansehen, wo die Schwierigkeiten liegen.
Unsere Kinder sind sich manchmal so ähnlich und doch sind sie in Alltagssituationen grundverschieden.

Mein Sohn ist nicht hyperaktiv, aber er hat extreme Konzentrationsprobleme besonders in der Schule.
Damit er dort zurecht kommt, bekommt er Medikinet Retard. Auch für die Schularbeiten sind sie leider nötig.
Ansonsten ist er damit etwas gedämpft und bedrückt. Das gefällt mir überhaupt nicht und entspricht auch nicht seinem Wesen.

Seit der Medikation hat er sich Nachmittags sehr zurückgezogen und spielt kaum noch mit Freunden. Er ist sehr einsam und antriebslos.

Deshalb lassen wir am Wochenende und in den Ferien alle Tabletten sausen und leben mit seiner Schusseligkeit und Vergesslichkeit.

Alles Liebe
taks

von taks - am 01.02.2006 21:28
Hallo Columbia,

bei unserem Sohn ist eine durchgehende Medikation nötig (und war sie schon von Anfang an), da er

- sehr impulsiv ist, und dadurch in der Zeit ohne Medis große Probleme mit seinen Mitmenschen (Freunde und/oder Familie) hat, selber auch unglücklich ist damit

- akustisch sehr empfindlich ist, aber nichts wegfiltern kann, das kleinste Geräusch stört ihn und regt ihn auf, also kann er sich nur in sein Zimmer zurückziehen

- wegen seiner Konzetrationsstörungen aber auch wenn er allein ist, nicht in der Lage ist, Dinge zu tun, die ihm Spaß machen (Puzzle, Lego/Mindstorms bauen)

Ohne Medis hat er praktisch keinen Zugriff auf seine Fähigkeiten und Interessen, deshalb bekommt er sie auch, solange es nötig ist.

Liebe Grüße,

Marianne

von Marylou - am 01.02.2006 22:14
Hallo taks,

das hört sich aber stark nach überdosierung an....?? Welche Dosis bekommt er??

LG Lilly

von Lilly. - am 02.02.2006 05:32
Hallo Lilly,

du glaubst gar nicht, wie verzweifelt ich nach der richtigen Dosierung suche.

Mein Sohn reagierte schon mal so still und in sich gekehrt mit Concerta 36 mg.
Daraufhin haben wir auf Medikinet Retard umgestellt.

Mit 18mg ist er ein fröhlicher und lachender Junge. Die Konzentration ist so lala und die Bereitschaft zu lernen gleich null. Diskussionen über die Erledigung von Pflichten dauern zu Hause stundenlang und sind heftigst.

In der Schule weigert er sich aber wohl nicht und kommt auch mit seinen Klassenkameraden gut zurecht. (Er nimmt morgens 10mg MR ein.)

Nachmittags erhöhe ich aber die Dosis auf 7.5mg, denn dann fängt er komischerweise ohne Diskussion seine Hausaufgaben an.
Dann steht mein Sohn aber so neben sich und ist wie ein Roboter.
Er schafft es nicht, sich zu verabreden oder jemanden anzurufen.

Wenn 5mg zu wenig und 7.5mg zu viel sind, wie kann ich da noch weiter probieren?

Manchmal könnte ich diese Medikamente an die Wand schmeißen!

Ohne geht es nicht und mit auch nicht.

LG
taks

von taks - am 02.02.2006 07:27
Schon mal über andere Medikamente nachgedacht??
ich habe schon was von Amphetaminsaft gehört. Da kenne ich mich leider gar nicht aus. Aber kann man das nicht vielleicht besser dosieren??

Hast du schon mal versucht mittags nochmal 10mg retard zu geben?? da wird nicht gleich der ganze Wirkstoff freigegeben. Bei den 7,5 mg werden die gleich freigesetzt.

Leider ist es oft ein ausprobieren.

Wir haben jetzt auch probieren müssen, wobei mein Doc eine große Hilfe ist und uns dosierung vorschlägt anhand meinen Schilderungen. Z.B. hat er Concerta36mg+10mg Medikinet morgens bekommen. Hatte mal gepasst, aber da er Tiapridex dazu bekommt, kann es sein dass die sich in der Wirkung widersprechen. Deshalb reicht das so nicht aus. Concerta hat nur vormittags (wenn überhaupt) gewirkt. Die Medikinet hat vormittags gewirkt. Jetzt haben wir umgestellt auf 20mg Medikinet retard 1x vormittags und 1x mittags. Dass klappt im Moment ganz gut.

LG Lilly

von Lilly. - am 02.02.2006 11:36
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