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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Mamabär02, Filiti, taks

Loben, loben, loben

Startbeitrag von taks am 02.02.2006 07:51

Hallo,

mir fällt immer wieder zu spät auf, dass ich meine Kinder eigentlich mehr loben sollte.

Theroretich weiß ich ja aus zahlreichen Ratgebern, daß die Motivation der Ursprung allen Lernens ist, aber mir fällt es einfach schwer, meinen 12 jährigen Sohn für Kleinigkeiten zu loben, wenn noch ein Berg Erledigungen ansteht.

Wenn er z.B. nur einen Bruchteil seiner Hausaufgaben gut und schnell erledigt hat, bin ich natürlich froh.
A B E R es fehlt eben noch der Rest und da bin ich wieder genervt, wenn der nicht erledigt wird.
So wird das Lob gleich wieder aufgehoben und durch Kritik ersetzt.

So kann ich Abends nach einem schiefgelaufenen Tag nicht umschalten und das Positive Revue passieren lassen.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass mein Sohn so manches ernstgemeinte Lob überhaupt nicht mitbekommt und sich beschwert, dass ich ihn ja nie loben würde.

Welche Erfahrungen habt Ihr denn gemacht und wie lobt man richtig, damit die Kinder weiterhin motiviert am Ball bleiben?

LG
taks

Antworten:

Hallo Taks,

ich weiß auch nicht, was "richtig" ist, habe aber gemerkt, dass es wichtig ist, alles ganz normal oder sogar fröhlich zu sagen - am Anfang bin ich dabei innerlich fast zerplatzt - aber das legt sich schnell, wenn das Kind gut darauf reagiert.

Also - bei Hausaufgaben war es in der Grundschule so - ich habe alle 10 Minuten (war so verabredet) reingeschaut und den Fortschritt der Arbeit angesehen - und gelobt, was er so in den wenigen Minuten geschafft hat - egal, auch wenn es wenig war.
Das war wichtig, weil mein Sohn am Anfang vor dem Berg saß und weinte, weil er sich nicht vorstellen konnte, es überhaupt zu schaffen.

In der 4. Klasse habe ich mir die Hausaufgaben hinterher zeigen lassen und dafür gelobt - habe mir immer gezielt was rausgesucht, was wirklich schön war -
besonders schön geschriebene Worte,
dass die Buchstaben auf den Zeilen standen und nicht Achterbahn fuhren,
habe die richtig gerechneten Aufgaben gezählt und dann die falschen - Sohni hat dann die Fehlerprozente mit dem Taschenrechner berechnet - das konnte er von ganz allein.

Jetzt in der 5. Klasse lasse ich mir nur wenig zeigen, schaue aber ab und zu rein, ob er sich an die Regeln hält (aufgeräumter Schreibtisch, erst alles einheften, linker Stapel unerledigt, rechts der Schulranzen, der die erledigten Aufgaben aufnimmt).

Ich lobe seine Schrift, versuche ihn zu motivieren, mehr an die Rechtschreibung zu denken, indem ich Passagen heraussuche, die wirklich gut sind - das macht ihn sicherer, dass er es kann - nur nicht immer und überall.
Die Fortschritte in der neuen Klasse ohne Mobbing sind groß - vielleicht brauche ich mir irgendwann keine Sorgen mehr zu machen.

Insgesamt versuche ich einfach freundlicher zu sein, auch wenn mir manches wie "Pipifax" vorkommt - für ihn ist es eine Leistung.
Also mein Tipp: das Positives suchen, die Fehler zusammen suchen und.... freundlich, aber bestimmt sein.

Grüße
Filiti

von Filiti - am 02.02.2006 08:38
Ich kann Filiti nur recht geben!
Immer versuchen das Positive hervorzuheben und sei es noch so klein ;-( !

Bei uns war es allerdings so, daß sowohl Lob, als auch Kritik/Bestrafung an ihm abprallten. Vor allem ohne Medis. Seit wir die haben bessert es sich und er kann sich über gute Noten oder Lob manchmal tatsächlich freuen.

Ein Psychologe sagte mir mal, daß es durchaus Kinder gibt, die auf Lob nicht reagieren, weil sie ja eigentlich genau wissen, wie etwas sein sollte und es eigentlich als selbstverständlich ansehen, daß es dann so ist. Wenn es die Eltern auch als Ausnahme, Besserung, Steigerung und lobenswert finden.

Wir sind deshalb dazu übergegangen Lob nur ganz beiläufig zu "erteilen", indem wir (Eltern) uns darüber unterhalten, daß er etwas toll gemacht hätte. Es kommt schon an, (die Kids kriegen ja immer große Ohren, wenn sie mitkriegen, daß man sich über sie unterhält *g*). Denn wenn er auch wirklich selber der Meinung ist, daß es super war, dann springt er mittlerweile darauf an und dann kriegt er das Lob selbstverständlich auch direkt und evtl. ne Belohnung dazu.

mamabär

von Mamabär02 - am 02.02.2006 08:59
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