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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
majelom, Dagmar D., Andrea U., dariana

Zutiefst enttäuscht und verletzt :-(

Startbeitrag von majelom am 06.02.2006 18:01

Heute ist mal wieder so ein Katastrophentag.
Und natürlich ist der Auslöser mal wieder das Thema Schule gewesen.
Erst letzten Donnerstag hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Sohn.
Heute mußte ich aber durch einen Eintrag der Lehrerin in sein Hausaufgabenheft erfahren, daß er bereits am Freitag wieder rumgelogen hat und nur einen Teil seiner Hausaufgaben gemacht hat. Er hat sogar die Lehrerin getäuscht, sie unterschreibt nämlich, was er als Hausaufgaben in das Heft einträgt.
Mich hat er also am Freitag und auch heute ganz bewußt mehrfach angelogen.
Ich bin so dermaßen wütend geworden, daß ich gar keine Worte mehr fand, für das, wie ich mich fühle.


Ich bin bis aufs Herz gekränkt, sehe überhaupt keine Perspektive mehr, der Kinderpsychiater kann uns zur Zeit angeblich auch nicht weiterhelfen.

Mein Sohn strengt sich überhaupt nicht an.
Ich übernehme viel zu viel die Verantwortung für ihn; ich sollte ihn mal so richtig auflaufen lassen, glaube ich, aber ich nehme ihn immer noch in Schutz vor der Lehrerin.

Für meinen Sohn ist nach zwei, drei Stunden alles wieder vergessen, er ist lustig, albert rum, und ich??
Ich könnte ihn am liebsten gegen die Wand klatschen!!
Ich habe ihm vorhin gesagt, daß ich heute nicht mehr von ihm angesprochen werden will.
Mein Mann kümmert sich nun darum, daß er die ganzen Hausaufgaben, die er nachzuholen hat, erledigt. Und mein Sohn zetert natürlich rum, wie ungerecht alle gegen ihn sind und wie gemein alle sind, aber er?? Er ist das liebste Kind und muß nix, aber auch gar nix, dafür tun, daß man ihn liebhat!!
Oh Mann, ich habe sooo eine Wut in mir!! Das gibt es gar nicht!
Mußte das jetzt mal mir von der Seele schreiben....
Danke für´s Zuhören....

Antworten:

Hallo majelom,

welche Konsequenz hast du denn verhängt, nachdem du die Lügerei bemerkt hast?



von Dagmar D. - am 06.02.2006 18:56
Tja, gar keine!!

Ich habe ihm vor den Kopf geknallt, daß er mich nicht immer für doof verkaufen soll, weil es mal wieder eine absolut leicht zu durchschauende Lüge war ( bzw. mehrere), und dann sprudelte alles aus mir raus. Ich könne ihm sowieso nichts mehr glauben und nicht mehr vertrauen, er enttäuscht mich ja sowieso immer wieder usw.usw.... Schließlich habe ich mich so sehr hineingesteigert, daß ich gar nichts mehr sagen konnte. Ich habe ihm das Buch auf den Tisch geknallt und bin heulend aus seinem Zimmer gerannt.

Nach einer Viertelstunde bin ich wieder zu ihm, er war brav am Hausaufgaben machen und meinte :" Ich mache jetzt auch das, was ich wirklich aufhabe, Mama!"

Und ich merkte, wie sofort wieder die Wut und Enttäuschung in mir hochkam, weil er mir vorher noch versicherte ( "Ich schwöre!!"), daß er genau das aufhabe, was da stehe, was mir aber direkt wieder so vorkam, als ob er schnell was weggestrichen hatte in dem Heft ( das muß er wohl auf dem Nachhauseweg gemacht haben, weil die Lehrerin hatte ja unterschrieben und den Vermerk drunter gesetzt), und ich lasse mir das Heft immer sofort geben, wenn er zu Hause ist, damit er dort nichts ändern oder wegstreichen/radieren kann.

Also konnte ich in dem Moment nicht darauf reagieren, daß er sich selbständig drangegeben hatte, was ja auch schon mal ein kleiner Erfolg ist, sondern ich sagte nur ( wieder mit fst heulender Stimme, daß er mich heute nicht mehr ansprechen soll.

Ich habe jetzt ein schlechtes gewissen, aber immer noch eine furchtbare Wut auf ihn, während er wie immer oben mit seiner Schwester rumtillt. Jetzt wirkt ja auch die Arznei nicht mehr, ich denke, das hat auch keinen Zweck, wenn ich jetzt noch mit ihm reden würde, abgesehen davon, daß ich das wirklich nicht will, zumindest heute nicht mehr.
Ich gehe gleich noch kurz zu ihm und sage ihm Gute Nacht und das war´s dann.

von majelom - am 06.02.2006 19:12
hallo majelom :-)

ich habe dir in deinem ersten thread geantwortet ...dazu möchte ich allerdings nun noch ergänzen , dass du auch bei " unserem modell " konsequenzen nennen und DURCHZIEHEN musst , wenn er sich nicht an seine 60 minuten aufgabe hält...danach kann er ja spielen oder die zeit sonstwie verbringen , aber bestehe auf die 60 minuten

ich habe auch die erfahrung gemacht , dass es punkte gibt wo man nicht mehr reden kann und auch ich wurde angelogen , weil meine tochter meine ständigen wiederholungen satt hatte

sie versprach mir dann das blaue vom himmel nur um ihre ruhe zu haben...was davon gehabt haben wir beide nicht

versuch es mal mit den 60 minuten..aber dann zieh es auch mindestens 4 wochen durch

gib ihm auch an tagen wo keine hausaufgaben auf sind und am wochenende eine 60 minuten aufgabe ...er braucht ja die regelmässigkeit

liebe grüsse
dariana

von dariana - am 06.02.2006 19:29
Hallo majelom,

tja, nur zu brüllen und keine Konsequenzen parat zu haben, führt zur Muttertaubheit bei Kindern, sonst zu keinen weiteren Folgen.

Führe morgen ein Gespräch mit deinem Sohn, stelle klare Regeln auf, kontrolliere diese *jeden* Tag und kündige deinem Sohn eine bestimmte Konsequenz an, die du dann auch sicher durchführen kannst.

Ansonsten kann ich mich Dariana nur anschließen.



von Dagmar D. - am 06.02.2006 21:41
>>tja, nur zu brüllen und keine Konsequenzen parat zu haben, führt zur Muttertaubheit bei Kindern, sonst zu keinen weiteren Folgen.

von majelom - am 07.02.2006 10:22
Liebe Malejom,
wie alt ist dein Sohn? Ich habe mich eben in dir wiedergefunden... Meiner ist mittlerweile 15 (!), und momentan denke ich, es wird immer schlimmer mit ihm. Ich weiß nicht, wie oft ich schon heulend aus seinem Zimmer gelaufen bin.... Ich habe oft das Gefühl, es prallt alles an ihm ab - nur das nicht, was ihn interessiert. Dann ist er zuckersüß. Versprechen tut er viel, halten nichts. Ich habe Verbote verhängt: Kein Internet, sein Telefon gesperrt, Ausgangssperre verhängt. Alles ohne Erfolg. Dann sitzt er in seinem Zimmer und zeichnet oder spielt Gitarre. Ich denke sehr oft, er versteht gar nicht, was ich meine. Lügen kann er brillant. Aber es kann doch nicht sein, daß ein Kind bewußt jeden Tag Streß mit seinen Eltern provoziert. Ich hatte gerade ein langes "Verständnisgespräch" mit ihm, erklärte ihm, daß ich ihm eine lange Leine lassen könnte, wenn er wenigstens seine paar kleinen Pflichten erfüllen würde etc. Er sagte JA zu allem. Ich flehte ihn förmlich an, abends doch nun endlich seine Schultasche zu packen, noch einmal zu kontrollieren, ob er alles hat. Er wieder: JA, mach ich. Sprachs, ging zur Schule - auf dem Schreibtisch lagen Federmappe und wichtige Bücher und Hefte. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich wirklich die Hoffnung aufgebe. Wenn ich nicht streng kontrolliere, vergißt er alles. Ich muß ihm stündlich im Nacken sitzen. Frage ich: Wie kommt das, daß du alles vergißt? Antwort: Ich weiß es nicht. Ich denke immer, ich habe alles eingepackt.... Und das mit 15 ! Der Kinderarzt, dem ich ab und zu lange Mails schreibe, um mich mal freizuschwimmen, antwortete mir heute:
"Die Probleme liegen im Verhalten zu Hause und in seiner Faulheit und Vergeßlichkeit. Sollte Ihr Sohn "nicht anbeißen", würde ich ihn in Ruhe lassen, ihn so nehmen wie er genommen werde möche: Als selbständigen jungen Mann und mich dann einen Deck scheren um sein Zimmer, seine Kleidung, seine Schulsachen. Er signalisiert ja: das kann ich alles selbst! laßt mich in Ruhe! - Dann lassen sie ihn halt! Dann wird er sich in seine Höhle zurückziehen und so lange so bleiben, bis er "verwandelt" wieder raus kommt - auch wenn er eine Ehrenrunde dreht!"
Dies alles hilft dir sicher nicht allzu viel weiter, zeigt dir aber, daß du absolut nicht allein bist mit deiner Verzweiflung und deinen Sorgen. Ich kann ihn nicht allein schalten und walten lassen, ich hatte das mal 1/2 Jahr versucht - und dann überschütteten mich Lehreranrufe, daß er gar nichts mehr auf die Reihe kriegt.. Liebe Grüße Andrea

von Andrea U. - am 07.02.2006 12:31
Hallo Andrea!
ja, es tut "gut" zu hören, daß auch andere Kinder solche gefühle bei ihren Eltern hervorrufen :-))
Mein Sohn ist erst 10, aber wir haben schon reichlich mit ihm durchgemacht.

Erst letztes Jahr, wo er eine Vorladung bei der Polizei hatte, weil er auf einer Baustelle an einem Neubau mit Teer die weißen Klinkerwände verziert hatte....

Ich glaube, ich war tasuendmal aufgeregter als mein Sohn bei der Polizei..

Ich habe auch furchtbare Angst in bezug auf seine Zukunft, bzw. wenn er in die Pubertät kommt und sich dann gar nichts mehr sagen lässt von uns.

Heute mittag hatte ich auch ein Gespäch mit ihm, und er sah mich wie ein begossener Pudel an mit Tränen in den Augen.

Auf die Frage, warum er mir denn nich die Wahrheit erzählt, was in Bezug auf Schule ja ganz oft vorkommt, antwortete er, weil er Angst hat, daß ich ihn schlage.

Wie bitte???
Ich habe ihn, seit er auf der Welt ist, zweimal geschüttelt, geschlagen noch nie! Auch mein Mann hat ihn noch nie geschlagen, ich möchte ja nicht wissen, was er vielleicht woanders erzählt?!

Ich weiß nicht, ob das wirklich Ängste von ihm sind, oder ob sich da mal wieder was zurechtfantasiert.
Zumindest habe ich den Eindruck, daß zwischen uns im Moment so einiges im Argen liegt. Ich weiß aber nicht, wie wir aus dieser miesen Stimmung herauskommen können.
Die Lehrerin hat heute auch zu meinem Sohn gesagt, daß sie nicht mehr in sein Hausaufgabenheft schaut, und unterschreibt, ob er die HA eingetragen hat. Er hätte zu oft gelogen und geschummelt in der letzten Zeit, also müsse er sich erst mal wieder "beweisen".
Das haten wir auch alles schon mal, das Ende vom Lied war, daß wir einen Brief nach Hause bekamen, wo irgendwelche Paragrafen aus der Schulordnung zitiert wurden, daß mein Sohn und wir als Eltern dafür sorgen müssten, daß er seine Materialien in der Schule hat, daß er seine Hauaufgaben erledigt, daß er sich am Unterricht beteiligt, etc.
Sollte dies nicht geschehen, müsse er die Schule verlassen.
Wenn ich mich jetzt also rausnehme, und ihn sich selbst üerlasse, werden wir in spätestens zwei Wochen wieder so einen Brief bekommen.
Juchhu :-((

von majelom - am 07.02.2006 17:14
Hallo majelom,

du weist auf einen wichtigen Unterschied hin, Andreas Sohn ist 15 und mitten in der Pubertät, dein Sohn ist erst 10 Jahre.

Wenn dein Sohn Tränen in deinen Augen sieht, zeigst du deinem Sohn sehr deutlich, welche Macht er über dich hat und dass er stärker ist als du.

Das bedeutet, euer Eltern-Kind-Verhältnis ist auf den Kopf gestellt, nicht ihr habt das Sagen, sondern euer Sohn. wie soll das erst werden, wenn dein Sohn in die Pubertät kommt??

Ich würde dir raten, an einem Elterntraining teilzunehmen, sodass du lernst deinen Sohn zu loben und ihm angemessen Grenzen zu setzen. Zusätzlich kann der Besuch einer Erziehungsberatungsstelle hilfreich sein. Ihr müsst unbedingt wieder ein Eltern-Kind-Verhältnis herstellen, in dem die *Eltern* die Grenzen setzen.



von Dagmar D. - am 07.02.2006 21:27

Dagmar: Re: Zutiefst enttäuscht und verletzt :-(

Liebe Dagmar,
ich bin doch selbst auch mit meinem Latein am Ende. Und Tränen - wenn man am Ende ist, kann man sie nicht immer zurückhalten. Gestern war der nächste Riesenkrach. Er hat das 3. Mal "vergessen", mittags mit dem Hund Gassi zu gehen - trotz diverser Erklärungen, daß das Tier doch auf uns angewiesen ist. Er vergißt nichts, was ihn interessiert. Gestern abend sollte er kurz mit dem Hund raus - und kam um 23 Uhr wieder. Hat seine Freundin vom Sport abgeholt, mir das aber nicht gesagt. Diese Beispiele sind nicht mehr zu zählen. Um halb sieben abends ist er zu "krank" (Schnupfen), um zum Gitarrenunterricht zu gehen, den wir auch bei Ausfall zahlen müssen, 3 Stunden später kann er 1 1/2 Stunden draußen herumspazieren. Ich bin es so leid, und ich bin gesundheitlich mittlerweile so angeschlagen, daß mir die Tränen nur noch locker sitzen. Mittlerweile habe ich zwischendurch so einen Druck auf der Brust, daß ich kaum Luft kriege. Unser Sohn hat überhaupt kein Unrechtbewußtsein. Er versteht bzw. will gar nicht verstehen, was ich meine. Heute mittag rufe ich unseren Kinderarzt an, ich brauche einfach Rat. So geht es nicht weiter. Liebe traurige Grüße Andrea

von Andrea U. - am 08.02.2006 09:16
Hallo Dagmar!
Du sagst, wir sollen eine Erziehungsberatung aufsuchen.

- Haben wir bereits, als unser Sohn 2 3/4 Jahre alt war.
Du sagst, wir sollen ein Elterntraining machen
- haben wir bereits, als er in der ersten und zweiten Klasse war, ca. 1,5 Jahre gemacht.
- Wir waren inzwischen bei zwei Beratuungsstellen,
- wir waren bei drei Kinderpsychiatern,
- wir waren fünf Jahre mit ihm in der Ergotherapie, -
- wir werden seit ca. einem Jahr vom Schulpsychologischen Dienst betreut,
- ich bin in einer Selbsthilfegruppe,
- und last not least bin ich selbst Erzieherin mit Schwerpunkt Heilpädagogik
- ich habe mich letzten Sommer für drei Jahre beurlauben lassen, damit ich voll und ganz für meine Kinder dasein kann

... also "Fachwissen" und gute Ratschläge müßte ich inzwischen mehr als genug bekommen haben.
Und ich weiß auch, daß bei uns was nicht stimmt.

Ich glaube, ich drücke mich entweder falsch aus oder ich werde nicht richtig verstanden.
Ich bin leider keine Maschine, die ihre Gefühle ausschaltet und in der und der Situation nach Schema XY agiert...

Ich bin stark ( nach außen hin)
aber vorgestern ist mein Fass übergelaufen, und ich denke nicht, daß mein Sohn dadurch Macht über mich gespürt hat, sondern er war bestürzt, daß seine sonst so toughe Mama wie ein Häufchen Elend auf der Bettkante hockte und zutiefst verzweifelt war....

Wir sind hier durch und durch strukturiert und reglementiert, mein Sohn kennt seine Grenzen sehr wohl,
auf sämtliche Aktionen und Reaktionen folgen Konsequenzen,
aber mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo wir nicht mehr weiterwissen!!

Die Lehrerin meines Sohnes sagt, sie ist seit 37 Jahren Lehrerin, sie hat in ihrem ganzen Berufsleben noch nicht ein Kind gehabt, daß so ist wie mein Sohn.
Da frage ich mich, warum das sein kann, ich sehe doch, daß es hier zu Hause einigermaßen klappt und ich sehe auch, was er bisher für Fortschritte gemacht hat.

von majelom - am 08.02.2006 09:30

@ Andrea Re: Dagmar: Re: Zutiefst enttäuscht und verletzt :-(

Hallo Andrea,

was du schreibst kenne ich von unseren auch.

Felix hat in der Pubertät auch nicht mehr regelmäßig Geige geübt. Da haben wir ihn vor die Wahl gestellt, sein Instrument so zu spielen, wie es seine Lehrerin verlangt oder eben aufzuhören. Er hat sich fürs Aufhören entschieden. Das war o.k. und eine Baustelle weniger.

Wir haben in dieser Zeit der Pubertät systematisch Baustellen abgeschafft. Immer wenn wir an einen Konfliktpunkt kamen, haben wir uns genau überlegt, ob es uns Wert ist, Kraft zu investieren oder ob wir diesen Punkt in die Liste derer aufnehmen, die uns nicht wichtig sind.

Im nächsten Schritt haben wir aufgehört Felix gegenüber die Punkte anzusprechen, die uns nachrangig erschienen. Wir stellten in diesen Punkten keine Forderungen mehr, also konnte er uns nicht enttäuschen. Das entschärfte die Familiensituation ganz radikal und schonte meine Kräfte.

Die einzigen Punkte, die wir für ganz unverzichtbar hielten, waren solche, die sich auf das soziale Zusammenleben bezogen, also Respekt gegenüber uns und Achtung vor seinen Geschwistern.

Unsere ADS'ler haben ja auch immer wieder lichte Momente. In solchen kam er an und wollte Aufgaben freiwillig übernehmen. Selbst wenn von ihm das Angebot kam, er werde das jetzt immer tun, haben wir ihn diese Sache nur in diesem einen Moment übernehmen lassen. Denn man weiß auch, in solchen Momenten bekommen wir viel versprochen, das im Alltag aber nicht gehalten wird.

Hatte er die Aufgabe, die er übernommen hatte, beendet, wurde er kräftig gelobt, was seine Motivation steigerte immer wieder mal Tätigkeiten zu übernehmen. Da wir das aber nicht forderten, sondern die Zeit eingeplant hatten, es selbst zu tun, waren die Konflikte umschifft.

Natürlich hatte ich auch immer wieder Momente, in denen meine Kraftreserven erschöpft waren, ich denke, das kennen wir alle. Und natürlich habe ich auch Momente gehabt, in denen ich einfach nur geheult habe, abends wenn die Kinder im Bett waren, nie vor den Kindern, das ist wichtig.

Wäre es für dich auch eine Möglichkeit mal den Anforderungskatalog zu durchforsten und evtl. einige Punkte auf die Liste der nicht notwendigen Dinge zu setzen. Könnten dort evtl. der Hund und die Gitarre drauf?



von Dagmar D. - am 08.02.2006 16:29

Re: @ Andrea Re: Dagmar: Re: Zutiefst enttäuscht und verletzt :-(

Liebe Dagmar,
vielen lieben Dank für deine lange Antwort. Ja, das Beste ist, wir arbeiten wirklich einen "Muß"-Katalog aus. Er hat wahrlich nicht viele Pflichten. Was mich erschüttert: er liebt den Hund (knapp 9 Jahre), einen kuscheliger kleiner Pudel, der sehr verschmust und pflegeleicht ist - und doch "vergißt" er ihn 3 x hintereinander. Ich mag nicht daran denken, wie oft der Hund 9-10 Stunden gar nicht zum Gassigehen raus kam in der letzten Zeit, weil ich meinen Sohn ja nicht erwischt habe vorher... Die härteste Strafe kam von seiner 23-jährigen Schwester (sie ist letztes Jahr ausgezogen). Sie wollte ihren Bruder mit ins Konzert nehmen, das hat sie ihm gestrichen und ihn einen "Tierquäler" genannt... So eine Strafe geht ihm wohl schon nahe - obwohl, mir gegenüber hat er natürlich kein Wort darüber verloren, daß das Konzert passé ist...
Gitarre und Gesangsunterricht sind sein A & O, da ist er immer am Ball, übt stundenlang und soll ja wirklich gut sein, zumindest sagt das der Gitarrenlehrer. Sohnemann muß nun auch in Zukunft die Wäsche aufhängen und abnehmen (das meiste ist eh von ihm täglich). Das tut er dann auch, wenn ich ihm das sage. Allerdings ist sein Fortgehen abends stark eingeschränkt jetzt, nachdem ich festgestellt habe, daß seine meisten Freunde auch gar nicht soooo lange wegdürfen (diese Sprüche kennen wir ja alle). Ganz liebe Grüße

von Andrea U. - am 09.02.2006 14:59

Re: @ Andrea Re: Dagmar: Re: Zutiefst enttäuscht und verletzt :-(

Hallo Andrea,

ist es sein Hund? Meine Tochter hat Kaninchen, die sie auch über alles liebt. Doch sie "vergisst" sie auch immer wieder mal. Sie meint das nicht böse, doch damit den Tieren nichts passiert, habe ich es mir angewöhnt einmal pro Woche nach ihnen zu schauen und das aufzufüllen, was verschwitzt wurde. Ich denke, das ist o.k., denn wir Erwachsenen vergessen doch auch ab und zu mal etwas ;-)

Die Wäscheregelung sieht bei uns wie folgt aus:
Als unsere Kinder ins 5. Schuljahr kamen, waren sie allein für ihre Wäsche zuständig. D.h., ich habe gewaschen was in der Wäschetonne lag (was nicht drin war, musste ein paar Tage warten), und habe die Wäsche getrocknet.

Anschließend habe ich die Wäsche im Korb in ihr Zimmer gestellt, sie mussten sie also bügeln, zusammenlegen und in den Schrank räumen. Wobei es mir egal war, wann sie das taten, es gab Wochen, da lebten sie aus dem Wäschekorb *g*.
Seit längerer Zeit (ich weiß nicht genau seit wann) machen sie ihre Wäsche komplett.

Wir fanden diese Regelung ganz gut, denn unser Ziel war, dass sie selbsständig werden und sich selbst versorgen lernten. Da sie aber nur für die eigene Wäsche zuständig waren, gab es keine Konflikte, denn es hing niemand davon ab, ob, wann und wie sie ihre Arbeit erledigten.

Unsere Regelung erzählten wir einige Jahre später in der Erziehungsberatung unserem Berater. Der war ganz begeistert und fragte uns, ob er diese Idee an andere weitergeben könne. Sage einer Erziehungsberater seien nicht lernfähig ;-)

Deine Tochter ist ja klasse :-) Das ist eine gute Übung für eigene Kinder ;-)



von Dagmar D. - am 09.02.2006 16:43
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