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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
matthias1375, Siggi_O, Lilly., Dagmar D., netti1712

Und sie wirken doch...

Startbeitrag von Lilly. am 14.02.2006 10:58

Hallo,

habe gerade ne ordentliche Grippe. OK, heut ist es schon etwas besser. Aber keine Ahnung was mich geritten hat, dachte gehst heut mal ohne Medis arbeiten. Die Wirkung iss ja nicht mehr so da wie am Anfang...bzw. merke ich die Wirkung nicht...

Nach ner halben Stunde nahm ich sie dann doch. Was ist passiert: Ich saß vor dem Bildschirm und wußte nicht was ich machen soll......ich hatte was zu buchen, was ich jeden Tag mache und wußte nicht wie ich das machen soll!!!!!!!!!Dass darf doch nicht sein...komm du weißt das....nichts zu machen, schier noch statt im Haben ins Soll gebucht...sch.....


Soviel zum Thema die Medis wirken nicht....

Später hat alles wie immer, wie am Schnürchen geklappt.

Hatte ich früher auch, ist mir aber so heftig noch nie aufgefallen...

LG Lilly

Antworten:

Hallo Lilly,

so ein Erlebnis hatte ich am Freitag:
Ich hatte morgens brav meinen Medi-Timer eingepackt, nur
leider vorher keine Tabletten reingetan.

Also saß ich irgendwann in unserer Abteilungssitzung und dachte,
naja, du weißt ja jetzt, wie "zuhören" funktioniert, wird schon
schiefgehen....

... und irgendwann war ich dann doch abgehängt ...

Ist schon krass: Ich hatte wirklich den Willen aufmerksam zu
sein und es funktionierte nicht .... Soviel zum Thema "Pass doch
mal auf"

Also, sie wirken doch ... :)

Siggi

von Siggi_O - am 14.02.2006 11:40
hallo ihr zwei...

hab da mal mit gelesen...
und eine frage... wie alt seid ihr eigentlich? ich meine ihr müsst immer nich medis nehmen?hört das denn nie auf???

ich hab leider erst seit august eine diagnose für meine tochter, und noch keinen grossen erfahrungsaustausch...

entschuldigt meine etwas dumme frage.

mfg

netti

von netti1712 - am 14.02.2006 17:26

Re: "hört das nie auf, Süchtig??"

Hallo Netti,

zunächst (kleine Aufmunterung) Es gibt keine Frage die zu dumm ist um sie zu stellen.

Ich kann jetzt nur für mich sprechen. ich bin 30 Jahre und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. im Prinzip ist AD(H)S eine unheibhare Störung.

Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Homöo-Freaks"
die dann gleich von Sucht sprechen. Natürlich ist man auf eine Art süchtig weil man ja weiss dass man einmach sein leben mit der Tablette wesentlich besser im Griff hat. Ich falle beim weglassen halt in den alten Zustand zurück.

Von Sucht kann man jedoch nur sprechen wenn man beim weglassen Entzugserscheinungen bekommt Wie halluzinationen, multible Schmerzen usw. und man nur das entsprechende mittel einnimt um diese Erscheinungen zu verhindern.

Das Gehirn verfügt zwar über Kompensierungmechanismen, z. B. das Patienten nach einem Schlaganfall wieder sprechen lernen können, da andere Bereiche diese aufgaben übernehmen.

Man kann nur spekulieren ob bei einer frühzeitigen medikation das Gehirn welches dann noch in der Entwicklungsphase diese Störungs dauerhaft behebt wie bei einem Gebrochenen Knochen bei der nach einigerzeit ohne stabilisierung auskommt.

Ich denke wichtig ist sich für einen Weg zu entscheiden mit dem man gut leben kann , und erst nach Alternativen zu suchen wenn es zu Komplikationen kommt (z. B. veränderte Blutwerte (unwahrscheinlich) oder sonstiges). Denn es gibt immer irgentjemand der behautet es gäbe etwas besseres.

LG Matthias

von matthias1375 - am 14.02.2006 18:54
Hallo netti,

ich bin 35 Jahre und habe erst im Oktober 05 meine Diagnose bekommen und auch da erst mit behandlung angefangen. Von entzugserscheinungen ist hier auch keine Rede, da hast du Recht Matthias. Entzugserscheinungen sind für mich, wenn ich es nicht aushalte ohne Medis eben körperliche Entzugserscheinungen. Ich nehme sie weil ich damit mein Leben besser im Griff habe und bin heute froh so eine Hilfe zu haben.
Wenn von abhängigkeit die Rede wäre, würden wir ja nicht mal versuchen ohne das zu bewältigen. Aber in kleinen und leichten Situationen ist das schon Möglich. Aber mit Kinder und Hobbies, wann hat man da schon mal leichte Situationen??? Warum sollte ich sie nicht nehmen wenn ich keine Nebenwirkungen habe und es mir gut geht. Keine Panik, keine Ängste einfach Freude am Leben und an der Familie ohne das Gefühl zu haben dass Chaos überrennt einen und man da nicht mehr rauskommt.

Meine Kids nehmen auch beide und ich hoffe, dass durch die frühe Gabe und entwicklung dass sie es mal ohne schaffen. Diese Hilfe haben wir leider in unserer Jugend nicht gehabt und haben es auch nie richtig lernen können mit den Problemen des ADS umzugehen und strategieen zu lernen. Vielleicht ist das die Chance unserer Kinder.

LG Lilly

von Lilly. - am 14.02.2006 20:51
Hallo Matthias,

>Von Sucht kann man jedoch nur sprechen wenn man beim weglassen Entzugserscheinungen bekommt Wie halluzinationen, multible Schmerzen usw.>

da muss ich dir widersprechen. Süchte können auch ohne die von dir genannten Entzugserscheinungen vorliegen, denke doch nur mal an Magersucht oder Internetsucht.

Mich wundert es dennoch, dass du hier den Begriff Sucht einführst. ADS ist eine Stoffwechselstörung, die mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden kann.

Es gibt weitere Stoffwechselerkrankungen, gegen die man Medizin nehmen muss, wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion, an der ich selbst leide. Obwohl ich meine Schilddrüsenmedizin jeden Tag nehmen muss und solche Tage, an denen ich es vergessen habe, einfach nur schrecklich sind, würde ich nie von Sucht sprechen.

Genauso wenig würde ein Diabetiker von Sucht sprechen, obwohl er auf die tägliche Insulingabe angewiesen ist oder Herzkranker Mensch, der täglich Medikamente nehmen muss. Weißt du, ich habe viele jahre im Krankenhaus gearbeitet und dort vom Kind an viele Menschen/Krankheiten kennen gelernt, bei denen Menschen z.T. von Kind an Medikamente nehmen müssen, z.B. um Schmerzen zu ertragen oder Fehlfunktionen des Körpers auszugleichen, doch niemand von all den Patienten sprach von Sucht.

Es verwundert mich immer wieder, dass ADS'ler ihre Medikamenteneinnahme mit dem Thema Sucht in einem Atemzug nennen.



von Dagmar D. - am 14.02.2006 21:03
Hallo Dagmar,

vielen Dank, ich gebe Dir 100% Recht.

Zitat

Mich wundert es dennoch, dass du hier den Begriff Sucht
einführst. ADS ist eine Stoffwechselstörung, die mit Hilfe
von Medikamenten behandelt werden kann.
...

Es verwundert mich immer wieder, dass ADS'ler ihre
Medikamenteneinnahme mit dem Thema Sucht in einem Atemzug
nennen.


Ich halte das für eine ganz gefährliche Koketterie (ist hoffentlich
richtig geschrieben).

ADSler müssen sich so oft noch rechtfertigen für die Medikamente, die sie nehmen müssen - sogar bis hinein
in die SHGs. Da sollte man schon sehr auf die verwendeten Begriffe achten.


Siggi

von Siggi_O - am 15.02.2006 07:06

fatales missverständnis

Hallo Dagmar,

Ich kann deine Empörung nicht ganz nachvollziehen. zum einen sagst du, dass meine definition von Sucht nicht richtig ist und dass würde bedeuten, dass du der meinung bist das MPH eine Sucht erzeugst und im selben Atemzug wirfst du mir vor ADS´ler als süchtig zu bezeichnen.

Das ist ja wohl ein krasser Wiederspruch.

Ich hab den Begriff Sucht eingebracht weil die Alternativmediziner gerne von Sucht sprechen und "Neulinge" geren verunsichern. Ich finde es wichtig, Hier aufgeklärt wird.

Warum geht den ein Internetsüchtiger ständig ins internet??

Was glaubts du was passiert wenn er es nicht tut??

Glauibst du er sitzt nur vor der Kiste damit sein Leben erleichtert wird??

Ich würde mir hierzu einpaar Gedanken machen bevor Du jemanden angreifst.

LG Matthias

von matthias1375 - am 15.02.2006 18:24

Guter Beitrag

Ich kann Dir in allen Punkten nur zustimmen. Du hast mich scheinbar richtig verstanden, im Gegensatz zu den anderen.

LG Matthias

von matthias1375 - am 15.02.2006 18:27

Re: fatales missverständnis

Zitat

Ich hab den Begriff Sucht eingebracht weil die
Alternativmediziner gerne von Sucht sprechen und "Neulinge"
geren verunsichern. Ich finde es wichtig, Hier aufgeklärt wird.


Hallo Matthias,

ja, den Punkt kann ich gut nachvollziehen. Nur fand ich es
voreilig von Dir, den Begriff ins Spiel zu bringen. Du verteidigst Dich gegen einen Vorwurf, der so gar nicht im Raum stand.

Getreu der Devise "wo Rauch ist, da ist auch Feuer" wird
dies gerade Neulinge, die sich beginnen zu informieren,
möglicherweise verunsichern.

Denn wenn schon ein Selbstbetroffener von sich das Thema
zur Sprache bringt, dann muss doch was dran sein?

Damit spielst Du den Ideologen
auf der andere Seite geradezu den Ball zu.

Aber die Medikamente, die Art und Weise, wie sie wirken, haben auch nichts, gar nichts mit Sucht zu tun.

Und dies kann nicht oft genug wiederholt werden.

Nichts für ungut.

Siggi

von Siggi_O - am 16.02.2006 05:11
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