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ADHS ADS Selbsthilfe
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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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BB, Britta F., Chaotentruppe, Tanja aus Bayern, icke WES, columbia, Andrea U., ini 2, tanja04, ErichW, Fuzzy-Mama, Katzenbaer

Keine Freunde...

Startbeitrag von Britta F. am 18.02.2006 12:37

Hallo, Leute!

Ich lese hier immer wieder mal Sätze wie: "Wenn xy mit seinen Kumpels zusammen ist..."

Hat irgendjemand ein Kind, das keine Freunde hat? Und zwar nicht, weil es aggressiv ist?

Ich habe momentan den Eindruck, als sei nicht nur mein achtjähriger ADHSler mit seinem "Anders-Sein" daran "schuld", daß er keine Freunde hat, sondern auch ich als Mutter.

Gestern hatten wir Kommunionstunde und die Kinder unterhielten sich. Alle sind acht oder neun Jahre alt und es waren insgesamt sieben Kinder.
Außer meinem Sohn kannten alle sämtliche Kanditaten von "Deutschland sucht den Superstar", alle hatten Donnerstagabend "Ups, die Pannenshow" (oder so ähnlich??) gesehen.
Und alle schauten mich an wie Autos, als ich sagte, daß wir abends immer vorlesen.

Ja, sagt mal, sehe ich das denn falsch? In meinen Augen sind das noch Kinder! Und ist es wirklich normal, in der dritten Klasse unter der Woche bis viertel nach neun TV zu sehen? Und am Wochenende bis Mitternacht?

Und liest echt keiner mehr vor? Ein Junge meinte zu mir, er sei doch kein Baby mehr, dem man vorlesen müsse.
Mein Sohn liest auch allein (Wilde Kerle oder Kleiner Vampir). Ich habe ihm Harry Potter (alle Bände) vorgelesen, Momo und momentan sind wir bei der Unendlichen Geschichte.

Ich habe den Eindruck, als würde ich ihn dadurch noch mehr ausgrenzen! Soll ich ihm auch mal "Deutschland sucht den Superstar" anmachen? Damit er mitreden kann? Es ist übrigens durchaus nicht so, daß er solche moderne Musik nicht kennt (Mutter Robbie Williams-Fan ;-) ). Wir sind auch noch jung, erst Anfang 30 und hören ausschließlich moderne Sachen.

Er ist schon total unsicher und seit Neustem haspelt er beim Reden und stockt und seine Stimme ist ganz leise. Allerdings nur in Gegenwart der anderen Kinder; zuhause redet er zwar umständlich und seine Ausdrucksweise ist ein wenig "blumig", aber er spricht deutlich und ununterbrochen.

Ach, das war ja wieder mal konfus, was ich hier schreibe...
Habe mal gelesen, daß hb Kinder häufig so allein sind. Mein Sohn ist sehr intelligent und auch ein guter Schüler, aber total im Rahmen (also nicht hb).

Eine unglückliche Britta F. grüßt...

Antworten:

Hallo Britta,

ich habe da wohl auch so ein "exotisches" Exemplar ;-)

Mein Sohn (8,5) schaut abends nach 19 Uhr kein Fernsehen mehr, schon gar nicht DSDS oder ähnliches. Da hätte er überhaupt kein Interesse dran. Ich schaue es übrigens auch nicht.

Er findet es total klasse, wenn ich ihm etwas vorlese.

Felix hat auch nie irgendwelche "Trends" mitgemacht. So wollte er nie diese Sammelkarten haben, hat keinen Gameboy, Playstation usw. Das ist einfach nicht seine Welt.

Dafür kann er sich endlos mit Lego oder Fischertechnik beschäftigen. Ist das denn verkehrt???

Leider findet er sehr schlecht Freunde. In der 1. Klasse hatte er einen Freund, der dann leider weggezogen ist. Momentan hat er keinen richtigen Freund, er trifft sich ab und zu mit einem Jungen, aber nicht regelmäßig.

Mein Sohn ist auch recht intelligent, an der Grenze zur HB.

Liebe Grüße
Tanja

von tanja04 - am 18.02.2006 12:56
Hallo Tanja,

manchmal habe ich echt den Eindruck, zu streng zu sein. Aber für mich paßt es eben nicht zusammen, ein wahrnehmungsgestörtes Kind einerseits zu therapieren (VT und Medis), ihm aber andererseits kaum Grenzen zu geben.
Bei uns wird Fernsehen, Game Boy (gehört mir, er darf ihn sich leihen) und PC (steht im Wohnzimmer) streng reglementiert. Mein Sohn darf nach den Hausaufgaben (und NUR DANACH!) am Abend eine Sache wählen (entweder oder!) und je nachdem, wie die Hausis geklappt haben (Zeit) spielen oder gucken. Je schneller die Hausis fertig werden (vereinbarte Zeit), desto länger darf "gedaddelt" werden. Aber nie mehr als eine Stunde.

Ich werde sicher an meiner Erziehung festhalten, bin aber immer öfter verunsichert, ob ich damit wirklich das Beste für mein Kind tue. Momentan habe ich nicht gerade den Eindruck...leider.

Gruß,
Britta F.

von Britta F. - am 18.02.2006 13:03
Hallo,

man sollte nie vergessen, dass ein bewusstes Leben bei allen, die so etwas nicht praktizieren, Minderwertigkeitsgefühle, Unsicherheit, Ängste, Ablehnung, Neid erzeugt.

Es lohnt nicht, sich zuviel Kummer darum zu machen. Spätestens wenn in der Schule Kinder wie deines an den DSDS-Guckern vorbeiziehen, hat sich das Problem auch für deinen Sohn erledigt.

Ich würde versuchen, dem emotional nicht zuviel Gewicht zu geben. Es ist wirklich nur eine vorübergehende Phase.

FG Erich

von ErichW - am 18.02.2006 13:39
Hallo Britta,

unsere Jungs haben in der Woche zwischen 19-20 Uhr Feierabend. Dürfen dann noch lesen bis sie einschlafen.
Wenn meine Kinder nicht genug schlafen, sind sie unausstehlich. Deshalb bin ich da sehr konsequent (Selbstschutz)

Wann müssen eure Kinder ins Bett? Ist 19:30 für einen 10 Jährigen zu früh?

Mein Mann liest unserem Kleinsten vor bzw. oft übernimmt das freiwillig der große Bruder.

In der Woche wird so gut wie kein Fernsehen geschaut, schon aus Zeitmangel. Computer/Game Boy/ Playstation alles vorhanden, wird aber zeitlich begrenzt. Wobei wir keine klare Regeln haben. Mal mehr mal weniger,mal gar nicht.

Am Wochenende machen wir je nach Laune Ausnahmen. DSDS
kann dabei sein,Upps, Wetten dass... etc. Meistens halten sie nicht bis zu Ende durch, sondern schlafen gegen neun/zehn Uhr ein.

Meine Kinder haben nicht viele Freunde 1-4, das sollte reichen.
Sie kommen aber im Klassenverband ganz gut klar.

Ich zweifel auch manchmal an meiner Erziehung. Denke auch ich bin zu streng. Ist aber völliger Schwachsinn. Die Kinder brauchen ja genau das! Ich halte es frei nach dem Motto:
Ausnahmen bestätigen die Regel! Bei unseren Regeln handelt es sich im übrigen um ungeschriebene Gesetze. Ich komme mit den ganzen Vertragsgedöne, Punktepläne nicht klar. Dazu bin ich zu nachlässig ;-)

Wie mach ihr das? Gibt es Checklisten etc. Ich beneide das, wenn das konsequent umgesetzt wird.

Meine Kinder sind total klasse. Nur die Umwelt macht vieles kaputt und sie zweifeln an sich selbst. Ich glaube meinen Hypos täte es mal gut auf den Tisch zu hauen. Und das nicht nur zuhause. Die ziehen im Umfeld (Schule/Kindergarten)den Schwanz ein und fressen alles in sich rein. Ist nicht ganz so gut für ihr Selbstbewusstsein.

Ich leiste im Moment totale Aufbauarbeit Vielleicht erkennen sie ihre Stärken und können sie auch im Umfeld vertreten.

Liebe Grüsse und mach so weiter!

Anja

von Chaotentruppe - am 18.02.2006 13:39
Hallo Britta,

mach dir keine Sorgen, Fernsehen und Freunde haben nix miteinander zu tun! Meiner hat erst bei meinem Ex gelebt. Fernsehen ohne Limit, aber keine Freunde, weil Ex sich immer eingemischt hat und überall reinregiert (ADS....). Ist dann zu mir gezogen: kein Fernseher, hat er auch gar nicht vermißt. Und dafür kamen die Freunde! Weil ich ihn ermuntert habe, Kumpels einzuladen, ihn bei schönem Wetter aus der Wohnung regelrecht rausgeschmissen habe zum Spielen, er durfte andere zum Kindergeburtstag einladen (ging bei Ex alles nicht). Und ich habe ihn sofort in einem Fußballverein angemeldet (wollte er auch, Ex hatte das vorher alles verboten).

Jetzt hat er zwar nicht viele Freunde, trifft sich aber regelmäßig mit einigen, ist in der Klasse akzeptiert und angenommen, fühlt sich dahingehend absolut wohl.

Also liegts nicht am Fernsehen, sondern wie man möglichst ein offenes Umfeld schafft. Und mit seinen Freunden hat er genug andere Themen zum Reden. Die Chaoten haben den Wechsel aufs Gymmi sowieso nicht mitgemacht. Und statt panikartig nach Freunden zu suchen, geht er seine Freundschaften bewußt an, nicht auf Teufel komm raus mit jedem nur auf der Suche nach Anerkennung.

Und wenn's nicht die Klassenkameraden sind, dann hilft ein Sportverein unheimlich. Sollte aber eine Sportart in der Gruppe sein, und die Kids sollten nicht gerade 20 km weit weg wohnen. Und ich habe ihn auch ständig ermuntert, sich in den Schulpausen mit anderen für den Nachmittag zu verabreden, nach einem festen Zeitfenster für die Hausaufgaben. Hat eine Weile gedauert, bis er das geschafft hat, weil er zuerst tierisch Angst vor Absagen hatte.

Und beim Harry-Potter-lesen hatte er einen klaren Vorsprung, weil er sich den (mit 13) auf englisch reingezogen hat und nicht erst auf die deutsche Übersetzung gewartet.

Geduld, und zum Spielen rausschmeißen!

Viele Grüße, Kirsten

von Fuzzy-Mama - am 18.02.2006 15:05
Hallo Britta!

Lass Dich mal feste drücken!

Also das "Anders-Sein" spürt unser Sohnemann seit dem Kindergarten. Er wäre doch sooooo gerne wie die anderen.

Aber ich denke, das "Anders-Sein" und dadurch kaum oder keine Freunde zu haben, darf man nicht daran festmachen, wer über welche Fernsehsendung genaustens Bescheid weiss.

Ich glaube, auch wenn Sohnemann "Deutschland sucht den Superstar" usw. schauen dürfte, hätte er deswegen bestimmt keinen Freund mehr.
Er ist einfach anders und dieses Anderssein, die Welt und die Menschen anders wahrnehmen, das ist das eigentliche Problem.
Obwohl, wenn man es genau betrachtet - dann sind doch unsere beiden Söhne sehr tiefgründig und sehr sensibel auf das, was da um sie herum passiert. Und das kann, bei aller Problematik, doch auch sehr schön sein...

Ich habe mich ein wenig davon freigestrampelt Sohnemann das bieten zu müssen, was gerade "In" sein soll.
Zumindest haben wir bis jetzt noch keinen Gameboy und obwohl er schon öfters so ein Ding haben wollte, sind wir doch standhaft geblieben und werden es wohl auch bleiben.

Er hat auch schon mal die Pannenshow gesehen und fand die klasse! Da habe ich dann mal wieder Aufklärungsarbeit geleistet und ihm erklärt, dass diese "Pannen" (viele zumindest) in meinen Augen nicht lustig sind, da vieles nicht ohne Schmerzen abgehen kann. Die Sendung ist zum Glück kein Thema mehr.

Superstar hat er noch nie gesehen. "Töchterchen" schon (aber nur mit meinem Kommentar und der war bestimmt nicht positiv). Sie findet das alles jetzt auch nur noch "hochpeinlich" ...

Bücher sind für Sohnemann ein muss. Jeden Tag und immer vor dem Schlafen. Vorlesen ist jetzt, wo er so gut lesen kann, seltener geworden, geniesst es aber doch auch noch ab und zu.

Wie steht den L. dazu? Hätte er denn überhaupt Interesse an diesen Fernsehsendungen?
Hat er das Gefühl, dass wenn er mitreden könnte, dass ihn die anderen dann endlich akzeptieren? Dass er nur so Freunde gewinnen kann?
Und falls er mitreden könnte, wäre er dann nicht auch sehr kritisch und würde er dann nicht auch so manche Sendung als totalen "Scheiss" ansehen, einfach weil er intelligent ist, anders wahrnimmt, einfach besser tickt, als die, die auf so einen Schwachsinn abfahren?
Würde er dann nicht auch wieder in ein Loch fallen und denken "Warum finden die das toll und ich nicht?"
Müsste er sich dann nicht auch "verbiegen" und nur, um den anderen zu gefallen, das toll finden, was diese gerade als toll empfinden?

Hat er nicht das bessere Los mit Euch als Eltern, die sich kümmern, lesen, spielen und die Kinder nicht einfach vor dem Fernseher abstellen?

Ich glaube, viele von den Kindern, die über alles was der Fernseher bietet, Bescheid wissen, hätten doch gerne mal so eine kuschelige Mama im Arm die Zeit hat und vorliest! Aber das darf man ja vor den anderen nicht zugeben - wäre doch uncool!

Natürlich darf Sohnemann auch an den Computer und Fernsehsendungen schauen.
Aber seine Welt ist nicht nur auf das beschränkt, so wie leider bei vielen anderen Kids.

Mach Dir nicht so viele Gedanken! Ich weiss, es ist nicht leicht und man sucht halt auch die Schuld bei sich. Vielleicht hilft Dir das, dass mein Sohnemann sich öfters nach Euch erkundigt und immer wieder sagt, dass er und L. sich bestimmt gut verstehen würden...

Ein dickes Knuddel-Kraftpaket an Euch alle
Ini

P.S.: Sohnemann schnuppert nächste Woche in der 2. Klasse. Ich habe schon totale Bauchscherzen aber er freut sich irgendwie und ist total aufgeregt. Bin mal gespannt, wie die Kids auf ihn reagieren und wie er mit den dann ja wieder vorhandenen Defiziten zurechtkommt.
Es wird nicht leicht vor allem, wenn ich an das Arbeitstempo und an die noch nicht erlernte Schreibschrift denke.... aber es gibt im Moment keine andere Lösung...

von ini 2 - am 18.02.2006 15:34
Hallo Britta!
Ich selbst war als Kind bzw. Jugendlicher jemand, der fast gar keine sozialen Kontakte hatte. Das lag aber definitiv nicht an meinen Eltern. Vielmehr war ich mit den Schularbeiten derart ausgefüllt, dass für Freunde gar keine Zeit war. Außerdem war auch in der Schule für meine Mitschüler kein Platz für mich da. Ich diente denen eher als Prügelknabe. Hatten Andere "Scheiße gebaut", so wurden sie dafür bewundert. Hatte ich "Scheiße gebaut", wurde ich dafür eher ausgelacht.

von icke WES - am 18.02.2006 18:20
Hallo Britta,

meine Tochter ist 11,5 Jahre alt und hat leider auch keine Freunde. Alle ERklärungen von mir, daß man Freundschaften eben "pflegen" muß und daß man halt auch mal streitet, prallen an ihr ab. Bande die sie knüpft zerreissen sofort wieder.

Sie ist eben in ihrer anderen Art nicht einfach...

Es tut mir sehr leid und ich habe die Schuld auch schon bei mir gesucht.
Sie ist altersmässig hinterher, kann keine Filme wie Harry Potter oder ähnliches sehen und bei allem sehr ängstlich.

Sport im Verein liegt ihr überhaupt nicht und Jungschar ist auch kein Thema mehr.

Einzig und allein das Reiten lockt sie hinaus und das jetzt zwei Mal in der Woche.

Fersehen darf sie kontrolliert, abends bis 19.45 Uhr, geht dann gegen 20.15 Uhr ins Bett und liest noch bis um 21.30 Uhr. Vorher kann sie eh nicht einschlafen.
Sendungen die später kommen (Ups, Tiersendungen) nehmen wir auch mal auf.

Spiele am PC auch nur nach den Hausaufgaben und max 1 Stunde.
In der Schule fühlt sie sich auch abgelehnt, aber das war schon in der Grundschule so.

Bin auch oft sehr traurig und weiß nicht was ich machen soll.

Liebe Grüße

Sabine

von Katzenbaer - am 18.02.2006 18:44
Hallo,
mein Großer wird jetzt 13, hat keinen dicken Freund. Zeitweise habe ich gedacht, ist müßte es erzwingen. Habe ihn zu den Pfadfindern geschickt, in den Schwimmverein, zum Gitarrespielen. Hat alles nichts genutzt. Der einzige relativ beständige Freund stammt noch aus Kindergartenzeiten, gehen
seit der ersten Klasse zusammen. Seit August hat er nun Tennis für sich entdeckt. Auch da habe ich ihn ins Schnuppertennis gezwungen, nach dem Motto, wirds was isses recht, wirds nix isses auch o.k. Aber einen "Freund" hat er bis dato auch da nicht gefunden.

Fernsehen, etc. sind ein riesen Thema bei uns, auch bei den jüngeren Geschwistern. Natürlich wissen sie, was DSDS ist (aber ich wußte es lange Zeit nicht!) Pannenshow etc. Dürfen das auch mal mit uns anschauen (allerdings nur aufgenommen). Ansonsten gibt es nach dem Abendessen keinen Medienrummel mehr. Einzige Ausnahme sind die Nachrichten oder derzeit Olympia. Und da wird nachher oft drüber gesprochen, erklärt und Meinung gebildet. Wir finden, gerade das ist wichtig und in der Schule können Sie mit diesem Wissen irgendwann punkten. Sei es beim Diskutieren lernen, Berichte schreiben, Meinung kundtun und vertreten, etc.

Liebe Grüße
die Tanja

von Tanja aus Bayern - am 19.02.2006 13:09
Liebe Britta,

mein Sohn (7 1/2) hatte auch nie Freunde. Nur mit einem Nachbarn spielte er ab und zu.

Jetzt nimmt er schon seit November Medis und in den letzten Wochen haben MEHRERE Jungs hier angerufen um sich mit ihm zu verabreden!!!!!!!!!!

Mein Sohn ist auch hb und ist sehr anspruchsvoll bei der Auswahl seiner Freunde. Bisher konnten die anderen aber durch sein ADHS gar nichts mit ihm anfangen, ich glaube nicht, dass die Intelligenz "schuld" war. Er kann sich nur jetzt besser auf die Kinder einlassen und das finde ich ganz wunderbar.

Er hat sogar letzte Woche eine Einladung zu einem Geburtstag bekommen - und will hingehen!!!!

Er will in keinen Verein o.ä., da ist nichts zu machen. Ich lasse ihn, denn unter Zwang bringt das eh nichts, dann verweigert er sich dort.

Fernsehen und Computer werden bei uns auch stark rationiert. Solche Sendungen am Abend sind gar nicht drin, ich finde auch nicht, dass Kinder in dem Alter das unbedingt sehen müssen. Außerdem braucht Sohni immer 1 Stunde zum Einschlafen, egal wann er ins Bett geht. Wenn er dann bis 22 Uhr fernsieht, ist der nächste Tag grauenhaft.

Seine Fernsehzeit nutzt er auch freiwillig für "Wissen macht ah" oder ähnliche Sendungen. Diese Sendungen nehme ich auf und er darf sie am nächsten Tag sehen, weil ab 19 Uhr der Apparat ausbleibt. Dann lese ich noch vor und kuschele mit ihm, wenn er will. Er findet es zum Glück - gar nicht uncool, in meinem Arm zu liegen und einer Geschichte zuzuhören. Um 20 Uhr ist das Licht aus.

Ausnahmen kann ich leider nicht machen, dann fragt er täglich, ob nicht wieder eine Ausnahme möglich ist.

Ich finde, du machst das ganz richtig!

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 19.02.2006 13:38

Re: Keine Freunde...@all

Hallo, Ihr alle!

Recht lieben Dank für die vielen netten Worte und das Verständnis. Tut echt gut...

Natürlich weiß ich, daß ich meinem Sohn keine Freunde "verschaffen" kann, indem ich ihm Sendungen erlaube, die ich für Müll halte. Er hat noch nie danach verlangt, sie zu sehen. Bei der Pannenshow glaube ich schon, daß er lachen würde (bis ich ihm erklären würde, daß die Leute sich wehtun, so wie Du, Ini, es auch geschildert hast.).

Auch habt Ihr sicher Recht damit, daß wir Eltern mehr darunter leiden, wenn unsere Kinder keinen Anschluß finden, als die Kinder es oft tun. Mein Sohn jammert auch nicht ständig nach anderen Kindern. Aber er freut sich eben schon sehr, wenn er denn mal verabredet ist.

Für ihn ist Freundschaft etwas ganz Besonderes. Er sagt selbst, daß er nur einen Freund hat. Dies ist der gleichaltrige Sohn einer Freundin, den er schon seit seinem ersten Lebensjahr kennt. Die beiden sehen sich aber selten, denn dieser Junge ist das genaue Gegenteil von meinem Sohn; super-beliebt, da steht das Telefon keinen Nachmittag still. Und eigentlich verabrede ich mit meiner Freundin ein Treffen, damit sie ihrem Sohn frühzeitig sagen kann, daß er sich diesen Tag freihalten soll.
Ich habe jetzt schon Angst vor dem Tag, an dem dieser Junge mal sagt, daß er eigentlich gar nicht mit meinem Sohn spielen will. Er ist ein ganz lieber Kerl, aber ich weiß nicht, ob er sich von allein melden würde...

Jedenfalls danke ich Euch nochmals herzlich-Ihr kennt solche Tage sicher, an denen man so verzweifelt ist.

Bis dann,
Britta F.

von Britta F. - am 19.02.2006 13:44

Re: Keine Freunde...@all

Hallo Britta!

Ich hoffe, dass sich die Kontaktarmut Deines Sohnes nicht das ganze Leben fortsetzt. Denn spätestens, wenn er in 20 - 25 Jahren merkt, dass fast alle seine dann ehemaligen Mitschüler schon eine eigene Familie mit Kindern haben, wird er merken, dass er bezihungsunfähig ist.
Daher solltest Du schon das Knüpfen und Pflegen von Freundschaften fördern.
Gibt es in Deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe? Dann kannst Du dich u.U. dort anschließen und Deine Kontakte dazu nutzen, ihn mit anderen Kindern, die das gleiche gesundheitliche Problem haben, bekannt machen.

von icke WES - am 19.02.2006 18:35

Re: Keine Freunde...@all

Hallo,

ich bin schon lange in einer SHG. Trotzdem halte ich ab einem gewissen Alter nichts mehr davon, für meine Kinder Verabredungen zu treffen. Außerdem ist es nicht so, daß mein Sohn beziehungsunfähig ist. Er hat durchaus Kontakte (auch zu anderen ADSlern), diese beschränken sich aber auf wenige Termine. Beispielsweise besuchen wir am Wochenende Freunde, die drei Kinder haben, mit denen er sich absolut gut versteht, aber sie wohnen sehr weit weg.

Mehr als den Besuch im Fußballverein kann ich ihm meiner Meinung nach als Kontaktknüpfung nicht bieten. Er muß schon auch selbst was draus machen.

Leider ist es eben in seiner Klasse so, daß die Kinder (s.o.) alle medien-gesteuert sind. Da kann er dann nicht mithalten. Ich werde aber trotzdem meine Form der Erziehnung weiterführen und ihn mit Büchern, Theater, Musical etc. in Kontakt bringen. Das ist mir wichtig und ich kann eben nicht gegen meine Überzeugung arbeiten.

Übrigens ist er in seiner Fußballmannschaft voll akzeptiert als guter Verteidiger, da hat noch nie jemand gesagt, daß er "komisch" sei oder nicht mitreden könne.
Sind wahrscheinlich auch einfach die falschen Kinder...

Danke für Deinen Beitrag.

Gruß, Britta F.

von Britta F. - am 20.02.2006 10:03

Re: @Britta:Keine Freunde...@all

Liebe Britta,
mein jetzt 15-Jähriger war sehr lange ausgegrenzt bzw. geduldet als "Ersatzspielfreund", wenn andere mal keine Zeit hatten. Er wurde dann auch rasch wieder links liegengelassen, wenn die Kinder dann einen anderen Spielkameraden trafen. Größter Knackpunkt war wohl, daß er gern die Richtung bestimmte. Ich habe in der Zeit wohl noch mehr geheult als mein Sohn, weinn er sich die Nase am Fenster plattdrückte und traurig den anderen beim Spielen zuschaute. Ich habe ihn dann einem Institut vorgestellt, er wurde getestet. Heraus kam neben ADS eine "stark herabgesetzte Frustrationsgrenze". 2 1/2 Jahre hatte er Einzeltherapie bei einer sehr guten Kinderpsychologen. Dort lernte er, wie man verliert, ohne das Spiel gegen die Wand zu pfeffern, auch mal nachzugeben, also Kompromisse einzugehen etc. Von da an ging es bergauf. Heute hat er so einen Riesenfreundeskreis, daß ich aufgegeben habe, mir alle Namen zu merken. Übrigens: als meine Töchter klein waren und der Game Boy in Mode kam, habe ich mich sehr, sehr lange gewehrt, ihnen auch einen zu kaufen. Aber ich kam nicht umhin, sie waren die Letzten, die einen bekamen - aber sie wollten eben auch "mitreden". Das sehe ich ähnlich, was einige Fernsehsendungen betrifft. Kinder, deren Eltern in unserem Freundeskreis sehr streng waren - von denen sind in der Pubertät gerade die damals Bravsten ausgebrochen - mehr Alkohol testen etc. Kinder, deren Eltern ich damals beneidet habe, weil alles so am Schnürchen lief, gerade davon kenne ich mehrere, die jetzt teils sehr über das Ziel hinausschießen. Man muß wohl immer versuchen, die goldene Mitte zu treffen, das ist sicher nicht immer ganz einfach. Liebe Grüße

von Andrea U. - am 20.02.2006 13:34
Hallo Bettina,

bin schon lange nicht mehr hier gewesen. Ich hoffe es geht Euch soweit gut.

Ich komme mir auch schon immer vor wie ein echter Kontrollfreak und total altmodisch. Mein Sohn geht abends um 19.30 zu Bett, vorher gibts eine Gute-Nachtgeschichte. Er hat noch nie einen 20.15 Film gesehen (auch kein Disney etc.). Da er immer am nächsten Tag vor 6.00 aufsteht, soll er wenigstens abends schlafen.

Nun ist er ja noch ein bißchen jünger als Deiner (7/1. Klasse), aber ich bin schon manchmal erstaunt was andere so dürfen, oder was andere Mütter ihren Kindern so zutrauen (zumuten?).

Da sind die knapp 7-Jährigen den ganzen Nachmittag alleine Zuhause. Machen schon alleine Hausaufgaben. Spielen am PC Spiele die für sie noch gar nicht geeignet sind (weil keiner da der kontrolliert). Womöglich stundenlang.

Wenn die Jungs rausgehen, weiß niemand wo sie sich aufhalten. Sie werden auch nicht gesucht, irgendwie verlassen sich die Eltern darauf dass die Kids schon irgendwann wieder zuhause auftauchen...

Und dann komm ich. Ich will immer in etwa wissen wo mein Sohn ist. Er soll nicht einfach abhauen ohne Bescheid zu sagen (gehört meiner Meinung nach zum guten Ton). Ich möchte auch das er zu bestimmten Zeiten wieder zu Hause ist, das klappt natürlich nicht, wenn er sich mit diesem Jungen verabredet hat, da keiner da ist, er ihn darauf hinweist das er nach Hause kommen soll. PC gibt es bei uns nur 1/2 Std./Tag. Manchmal gar nicht - es tut ihm nicht immer gut (Hypie).

Also die anderen (oder ein Teil der anderen) scheinen machen zu können was sie wollen und bei uns ist doch sehr viel reglementiert. Nur noch wenige Eltern setzen sich anscheinend so mit ihren Kindern auseinander.

Sorry, mein Text ist jetzt sehr lang geworden - hatte ich gar nicht vor ;0).

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 22.02.2006 22:09
Ein 7-jähriger der die Hausaufgaben alleine mache? Ich habe auch einen. Der macht aber keine Hausis alleine. Er hat tausend Fragen, manchmal völlig unbegründet, aber für ihn wichtig.

So ein Bürschlein soll das alles alleine schaffen? Nee, nee.

Ich denke mir manchmal, die Mütter, die behaupten, ihre 7-jährigen machen alles alleine und toll, schwindeln vielleicht doch ein ganz klein wenig. Warum immer sie das auch erzählen, ich weiß es nicht. Vielleicht müßte man sonst Schwächen eingestehen oder Unzulänglichkeiten, oder man könnte in Erklärungsnot geraten, oder als Rabenmutter gestempelt sein?

Könnte doch auch sein, oder?

Nächtliche nichtschlafenkönnende Grüße

die Tanja

von Tanja aus Bayern - am 22.02.2006 22:27
Sorry, ich meinte natürlich: Hallo Britta! (War wohl in Gedanken bei meiner Freundin..., bin im moment sehr unkonzentriert)

LG,
Birgit

von BB - am 23.02.2006 08:30
Hallo Tanja, hoffe Du hast heute trotzdem ausgeschlafen ;0).

in dem Fall ist es ja so, dass die Mutter sich bei Freundinnen rumdrückt und nicht mal zu Hause ist. Dem Jungen bleibt also keine andere Wahl.

Die hat es schon fertig gebracht ihn als Säugling nach draußen schlafen zu legen und 1 - 2 Std. einkaufen zu fahren... Sowas versteh ich nicht und kommt für mich auch schon Richtung Vernachlässigung. Die Nachbarn müssen ja erst mal merken das niemand da ist und warum der Kleine stundenlang schreit!Denn der Junge verhält sich auch schon ziemlich assozial, er erhält einfach zu wenig Erziehung - weil sich niemand zuständig fühlt. Eigentlich schade!


Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 23.02.2006 08:34
Hallo,

ich halte es auch so wie ihr, mich wundert es immer wenn ich 4-Jährige alleine durch die Gegend latschen sehe. Ich mache
mir bei meinem 10 Jährigen noch Sorgen, wenn ich ihn mal alleine weglasse. Ob das immer so gut ist?

Warum soll ein 7-Jähriger nicht seine Hausis alleine machen?

Mein inzwischen 8 Jähriger macht die Hausaufgaben auch alleine. Natürlich bin ich bei Fragen da (also allezeit ansprechbar), aber im Prinzip finde ich, sind es seine Hausaufgaben.

Ich habe drei Kinder und Beruf, die Zeit der Hausaufgaben nutze ich um die Küche aufzuräumen und vielleicht anschließend auch mal eine kleine Pause zu haben.

Wenn ich dann noch mit allen Kindern Hausaufgaben machen soll???? Wo bleibe ich denn da?

Liebe Grüße

Anja

von Chaotentruppe - am 23.02.2006 08:40
Hallo Anja,

wie oben schon beschrieben ist es ja nicht so dass er seine Hausaufgaben nicht alleine machen soll. Soll meiner ja auch.

Es ist so, dass keiner da ist. Im Haus. Und - zumindest bei uns ist das so - mein Sohn muß schon ab und zu mal was fragen oder brauch eine Erklärung. Und vor allem schau ich noch mal drüber ob die Aufgaben soweit richtig gelöst sind. Ist das nicht normal?

Ständig steckt er die Stifte seiner Mitschüler ein. Da aber anscheinend keiner mal nach seinen Sachen schaut kommt auch nie mehr was zurück... Die Jungs gehen erst seit September in die Schule. Ich finde da muß man schon noch danach schauen...

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 23.02.2006 08:57
Hallo Birgit,

das habe ich wohl falsch verstanden. Natürlich ist das normal.
Ich lasse mir auch die Aufgaben zeigen. Täglich, auch bei dem Großen noch.

Wenn gesaut wurde, dann macht er es eben nochmal.

Liebe Grüße

Anja

von Chaotentruppe - am 23.02.2006 09:03
Hallo Anja,

bei uns gibt es Sternchen (er ist da sehr zugänglich für). Und für die Stempel der Lehrerin...

Jetzt gab es ja die ersten Zeugnisse. Ich bin sehr froh über die Beurteilungen die jetzt für jedes Fach abgegeben werden müssen. Es gab keine Überraschungen. Alles wie erwartet.

Liebe Grüße,
Birgit

von BB - am 23.02.2006 09:08
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