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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Klaus S., dariana, Katzenbaer, Martin Winkler, Hensch, Petra aus NRW, Christian79, Hoogie, Lilly.

ADS bei ERWACHSENEN

Startbeitrag von Klaus S. am 22.02.2006 19:13

hallo
ich bin ganz neu hier im Forum und habe auch noch fast keinen Artikel gelesen. Mag sein, daß meine Frage früher schon mal behandelt wurde:
Kennt sich jemand mit ADS bei Erwachsenen aus ?
zu mir: bin 45 Jahre alt und hege schon längere Zeit die Vermutung, daß ich ADS haben könnte.
Ich kam darauf, wie wohl viele, als ich im Zuge der ADS-Diagnose bei meinem 11 jährigen Sohn, einiges über ADS zu lesen begann.
Da mein Sohn nicht bei mir lebt und es mir kaum möglich ist, mit seiner Mutter darüber zu reden und weil ich auch seine Ärzte nicht sprechen darf, kann ich dort nicht auf Hilfe zurückgreifen.

Also:
Ich habe große Konzentrationsprobleme, was mir beruflich schon sehr lange schwer zu schaffen macht.
Ich war als Kind schon immer der "Zappler" , redete und dachte sehr durcheinander aber dennoch strukturiert und fand immer zum Thema zurück.
Das ist auch heut kein bischen anders, aber im Job teilweise sehr problematisch (bin Bauingenieur, selbständig)

Vor einem Jahr kam mir der Gedanke, daß ich (wie mein Sohn) ADS haben könnte und habe daraufhin bei einer Ärztin (Frau Dr. C. Neuhaus) nach nem Termin gefragt. Sie sagte mir, daß die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen würde, weder für eine Voruntersuchung (kostet 300 Euro) noch für eine Therapie.

Nun die FRAGE: Stimmt das oder hat jemand andere Erfahrungen gemacht ?
Wer weiß, ob ich auf eigene Faust Medikamente bekommen kann, um auszuprobieren, ob sie bei mir eine Wirkung zeigen ?
Wer kennt gute Ärzte ? Ich lebe in Esslingen (Raum Stuttgart)

Würde mich sehr freuen, einige Tips zu bekommen. Eine ärztliche Untersuchung auf eigene Rechnung kann ich mir momentan überhaupt nicht leisten, da ich ziemlich verschuldet bin.
Grüße an alle, Klaus

Antworten:

Eine Untersuchung kostet eigentlich gar nichts, da ADS bei Erwachsenen anerkannt ist. Hast du schwierigkeiten im Job und in der Beziehung deswegen. Wenns schlimm ist dann geh zum Arzt. Ein Ordentlicher Arzt würde dann auch beurteilen ob du Medikamente bekommst oder nicht. Man bekommt Medikamente erst ab bestimmten Schwere Grad. z.b ich darf sogar von meiner Ärztin aus kein Auto fahren bez. kann ich auch nicht und kriege zur Zeit das Medikament Strattera.

von Christian79 - am 22.02.2006 20:11
Ach so sorry, hate nicht gelesen das du selbständig bist. k. A wie das bei Privat Versicherten abläuft.

von Hoogie - am 22.02.2006 20:22
hallo :-)

bist du privat versichert frage deine kk ob sie eine untersuchung bezüglich des auschlusses von adhs übernimmt

bist du gesetzlich versichert suche einen facharzt für psychatrie / psychologie / neurologie ( muss nicht alles sein )auf .. von ihm kannst du einen poliklinikberechtigungsschein erhalten und dir eine uni klinik suchen , die eine ambulanz für die erwachsenen diagnose hat ( als beispiel )

es wird auch ärzte geben , die die erwachsenendiagnostik machen , aber namen von ärzten werden im forum nicht gepostet ..vielleicht kann dir jemand eine liste von ärzten aus deiner umgebung schicken

viel glück
dariana

von dariana - am 22.02.2006 20:34
Frag`doch mal in Deiner Nähe bei einer SHG nach, die können evtl. Adressen weitergeben. Vielleicht gibst Du mal Deinen Standort an, dann können Betroffene aus der näheren Umgebung Dir vielleicht konkret einen Arzt / eine Klinik nennen.
Viel Glück!

von Petra aus NRW - am 23.02.2006 06:53
Hallo Klaus,

ich glaub bei dir gibt es Ärzte...aber ob die für Erwachsene? weiß ich nciht genau...am besten du gehst zu SHG...die können dir auch sagen wo du am besten hingehst..die haben Erfahrung mit guten Ärzten damit du nicht an falsche kommst.
Ich selbst bin auch betroffen und auch nur durch meine Kids auf die Idee gekommen...obwohl ich schon Ärzte wegen meine Müdigkeit und Antriebslosigkeit aufgesucht habe...
Die Untersuchung wurde bei mir bezahlt....nur die Medikamente muss ich selbst zahlen. Naja, sie helfen, da nimmt man dass in kauf. Wobei mir ein REtard lieber wäre, mir aber zu teuer sind.

Ich habe damals auch Hilfe bekommen durch die SHG...sie sind sehr wertvoll da so viel Erfahrungswerte drinstecken....und sie verstehen einem auch und halten einem nicht für überspannt...

LG Lilly

von Lilly. - am 23.02.2006 08:32
Hallo Klaus,

au backe da bist du ja auch gleich wieder an eine klasse ärtztin geraten. Also prinzipiell kostet eine ADHS untersuchung nichts, jedoch ist die Art wie die Diagnose gestellt wird oft recht unterschiedilch. Von daher rate ich dir lieber gleich einen guten und auf ADHS spezialisierten Artzt aufzusuchen.
Zu schnell landet man in der schublade bei vielen Ärtzten wegen eines zu ungenauen tests, oder häufiger bei älteren Semestern zu erleben, das sie einen auslachen und ADHS für totalen blödsinn abtun.
Und das kann ganz schön demotivieren und frustrieren.

Die Idee mit der SHG find ich auch gut, darüber kommt man in der regel auch fix an einen guten Artzt. Eine Liste mit Selbsthilfe Gruppen in Deutschland findest du bei uns in der Anderswelt.

Ansonsten kopf hoch :)



von Hensch - am 23.02.2006 14:51
Hallo Klaus,
komme aus dem Raum KA und möchte mich auch testen lassen. Vom Kinderarzt meiner Tochter (ADS) bekam ich den Tip es in Mannheim oder in der Spezialambulanz an der Uni Würzburg zu probieren.
Viel Glück

LG Sabine

von Katzenbaer - am 23.02.2006 20:22
hallo an alle
erst mal vielen Dank, daß ihr mir Tips gegeben habt.
Na ja, so recht weiter komme ich damit auch nicht.
Ich lebe in der Nähe von Esslingen a.N. und dort ist auch die "berühmte" Ärztin C. Neuhaus angesiedelt.
Meines Wissens soll sie maßgebend an der Erforschung von ADS beteiligt gewesen sein.
Und genau in deren Praxis, die ja ganz in meiner Nähe ist, wurde mir gesagt, daß die Krankenkasse die Kosten NICHT übernimmt.
Bin übrigens gesetzlich versichert, obwohl ich selbständig arbeite.
Wer von euch hat denn Interesse, mich mal "privat" zu kontaktieren. Vielleicht wäre in einem Telefongespäch ein besseer Austausch möglich.
Wie gesagt, ich habe, mich "schlau" gemacht, wegen der Diagnose bei meinem 11jährigen Sohn und bin nicht zuletzt aus den sehr schönen "Geschichten" die hier auf der Startseite reingestellt wurden, auf die Idee gestossen, daß ich selbst ADS haben könnte. Besonders interessiert mich da natürlich das Thema "Erwachsene und ADS".
Wie so oft, informiert man sich ja erst dann, wenns einem ziemlich schlecht geht. Leider stecke ich bin momentan in einer sehr starken Krise drin. Wie bei vielen anderen wohl auch, befand sich der Ursprung der Krise im zerbrechen einer Beziehung.
Dabei habe ich festgestellt, daß ich seit zwei Jahren nicht in der Lage bin, meine Gedanken zu fixieren. Sie machen einfach, was sie wollen - so bin ich auf ADS gekommen.
Ist schon ziemlich blöd, wenn die Gedanken machen, was sie wollen, durch den Kopf rasen, wie eine wild gewordene Horde Affen, und ich selbst nach ZWEI Jahren noch nicht davon losgekommen bin.
Dabei hat mein Job wegen mangelnder Konzentration so dermaßen drunter gelitten, daß ich kurz davor bin, alles hinzuschmeisen.
Habe mir während dieser Zeit natürlich auch sehr oft die Frage gestellt, ob ich nicht einfach nur depressiv bin. Aber ich denke, das Hauptproblem liegt eben darin, meine Gedanken nicht in den Griff zu bekommen.
Und da kommt man natürlich auch auf die Frage, ob das denn nicht irgendwie DOCH geht.
Bin kein Freund von Medikamenten, aber bevor ich beruflich "vor die Hunde" gehe, möchte ich lieber medikamentös was machen.
Bleibt die Frage: WO gehe ich hin ?
Wer kennt im Raum Esslingen-Stuttgart einen kompetenten Arzt/Ärztin ?
Freue mich auf eure Antworten.
Liebe Grüße Klaus

von Klaus S. - am 23.02.2006 21:29
hallo klaus :-)

soweit ich informiert bin ist frau neuhaus keine ärztin und dein leiden in ehren , aber du wirkst auf mich etwas beratungsresistent

auf gut deutsch..hier einen arzt genannt zu bekommen den du dann aufsuchst und der dir ein btm rezept in die hand drückt , weil du ja bereits eine eigendiagnose gestellt hast

a ) ist unseriös
b ) kannst du vergessen

selbst , wenn frau neuhaus ärztin wäre ( ich gehe jetzt einfach davon aus , dass ich recht habe und sie ist keine ) ...selbst dann ist es legitim , wenn die erwachsenen diagnostik zum ausschluss von adhs privat bezahlt werden muss

es ist sogar legitim , wenn ein arzt ausschliesslich nur privatpatienten sprich selbstzahler annimmt..es ist eine frage ob er sich das leisten kann

ich habe alle postings gelesen und du hast super tipps bekommen

viel erfolg
dariana

von dariana - am 23.02.2006 21:43
hallo ihr lieben

ich muß euch tausendmal danken.
Durch den link von "Hensch" (lieben Dank) bin ich zum Anderswelt-Forum gelangt.
Ich bin erstaunt, wie viele Menschen es außer mir gibt, denen auch ständig tausende von Gedanken durch den Kopf rasen und es somit genauso geht wie mir.
Dachte bisher immer, das wäre nur bei mir so, denn egal, mit wem ich redete (Freunde etc.) keiner hat WIRKLICH verstanden, was ich meinte.

ENDLICH merke ich, daß ich ja "normal" bin.
Welch Freude !
Bin jetzt richtig euphorisch und habe Hoffnung, daß sich bald was ändern könnte, in meinem "Chaos-Gehirn"

Liebe Grüße und DANKE ALLEN
Klaus

von Klaus S. - am 24.02.2006 12:39
Cordula Neuhaus ist Psychologin, keine Ärztin.

Sie ist sehr stark ausgebucht, wie die meisten ADHS-Experten.

In und um Stuttgart gibt es aber aktive Selbsthilfegruppen vom ADS eV (www.adsev.de). Daneben wäre das Bürgerspital in Stuttgart einen Kontakt wert (meine ich jedenfalls gehört zu haben, dass dort eine ADHS-Ambulanz auch für Erwachsene sein soll).

Zur Kostenfrage : Prinzipiell kann das kostenlos sein, muss aber nicht. Man muss halt einen Arzt oder psychologischen Experten finden, der das über die Kasse abrechnen darf und mit der Bezahlung zufrieden ist. Die übliche Kassenabrechnung deckt in aller Regel kaum die Kosten für eine gründliche Diagnostik bzw. die Diagnostiker könnten davon nicht leben und müssten dies durch andere Dinge gegensubventionieren. Das geht bei Schwerpunktpraxen für ADHS nicht (in einer Klinik bzw. an eine Klinik angeschlossene Ambulanz aber schon eher).

Ich habe mich auch sehr lange dagegen gesträubt, weil es natürlich nicht für alle bezahlbar wird. Aber andererseits gibt man halt wie selbstverständlich mal entsprechende Summen für die KFZ-Reperatur oder aber den Heizungsmonteur aus (womit ich das jetzt nicht pauschal gleichgesetzt wissen möchte). Aus Sicht eines Arztes kann ich persönlich mir die ambulante ADHS-Diagnostik bzw. Therapie schon allein wegen einer nicht vorhandenen Kassenzulassung nur für Selbstzahler / Privatpatienten leisten. Das ist dann ein Angebot, dass man ja auch nicht annehmen MUSS.



von Martin Winkler - am 25.02.2006 14:13
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