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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Chaotentruppe, icke WES, andrea gotha, Jasmin78, fabianne, Tanja aus Bayern, Martino2004

Warum sind Männer so unsensibel?

Startbeitrag von Chaotentruppe am 25.02.2006 22:45

Hallo zusammen,

ich war bei der ADS Diagnostik und frage mich gerade, warum Männer gar nix verstehen? Meiner sagt, ich wäre doch soo taff. Er hätte ja gar nichts gemerkt, dass es mir nicht gut geht.

Und das seit drei Jahren. Ich hatte immer Probleme, konnte sie aber gut überspielen. Er sagt meine Probleme kommen durch das Forum. Ich steigere mich darein. Halloo??

Ich habe schon länger Probleme, die mir gerade bewusst werden.

Wir waren gerade bei Freunden und der Mann sagte: Warum warst Du bei einem Seelenklemptner? Ich habe nicht geantwortet und gesagt, dass ich darüber im Moment nicht reden möchte.

Ich habe es später trotzdem versucht zu erklären. Mann ist das Leben schwer. Ist es denn soo schlimm, wenn man sich Hilfe holt?

Ich mache das doch nicht weil mir langweilig ist.

LG Chaotentruppe

Antworten:

Hallo Du, auch noch wach?

Ich finde es sehr gut, dass Du Hilfe suchst. Es hilft doch garnix, alles in sich rein zu fressen.

Aber sei ehrlich, wer immer als selbständig, stark, unbeirrbar gilt (mehr oder weniger), keine "Probleme" hat oder zeigt (vermeintlich), dem glaubt man erst mal nicht. Wie es in dir aussieht, da haben sich wahrscheinlich die wenigstens darüber Gedanken gemacht.

Lass die anderen ruhig mal darüber nachdenken. Vielleicht erledigen sich die "Vorurteile" ja.

Nächtliche Grüße aus Bayern

die Tanja

von Tanja aus Bayern - am 25.02.2006 23:08
Moin,

Non Madam! Ich kenne es eher umgedreht!

Meistens sind die, welche ich kenne, eher zurückhaltend und verklemmt. Da gibt es nur wenige Ausnahmen. Oder halt ein par Promille zu fiel!

Parade Beispiel sind meine Mutter ( manchmal halt ihre Parade Beispiele als Hypie (ohne Diagnose, dennoch schreit es danach) ) .

Ebenso wie die Frau meines Trainers. Die macht vor kaum etwas halt. (Mein erster und letzter Streit mit der ist mir noch sehr gut in Erinnerung) .

Ich glaube, das ist der Grund, warum sie bei uns nicht mehr zu sehen ist. Denn jeder andere, welcher dort angemeldet ist, würde auch sofort raus fliegen.

Beispiele hätte ich noch aus meinem alten Bekanntenkreis zu genüge. Anders herum, kenne ich wenige.
(Sprichwort, die Frau hat die Zügel in der Hand) . Mein Ex ergreift da meistens eher die Flucht, sobald die Ehefrau (bei Geschäften) ins Spiel kommt.

Warum ich jedoch mit reichlich gut klar komme, liegt bestimmt an 2 Gründen. 1. Hypie, 2. Gay. Zusammen macht es da eine gute Basis.


Ironie, was vor einiger Zeit bei meinen Eltern ablief:
Mein Vater etwas vom Bau.
Meine Mutter, Vaters Schwester und ich beim Thema Stricken (kein Scherz).
Meine Mutter holt nen Korb irgendwo her, ich erkenne ihn sofort (mein alter, über 10 Jahre alt, dennoch spitze erhalten) .
Ich, meine perfekt, und dabei, xy müßte ungefähr die größe haben (Stricknadel, nicht auf den Aufdruck geachtet).
Mutter mit großen Augen, das es stimmt.
Vater schüttelt den Kopf, weil ich manches nicht weiß, aber Stricknadelgrößen.

Kicher, aber wirklich so abgelaufen.

von Martino2004 - am 26.02.2006 03:25
Hallo!

Ich finde es super, dass du dazu stehst, dass du dir hilfe holst! Dazu ist die hilfe ja da! nur ist das in unserer gesellschaft leider immer noch nicht anerkannt.

mein mann ist da leider auch nicht sehr verständnisvoll, wir haben leider in letzter zeit immer am wochenende differenzen. er kann oder will sich einfach nicht so auf das leben unseres sohnes einstellen. (beschäftigt sich ja auch nicht damit)

man steht ja wirklich ganz alleine im regen mit einer diagnose und weiß nicht, was tun. da braucht man doch professionelle hilfe! Ich versuche zur zeit, mütter mit den gleichen problemen ausfindig zu machen, um erfahrungen auszutauschen und hier ein netzwerk aufzubauen. hilft mir auch sehr

Glaub an dich und lass dich dadurch nicht unterkriegen! Und hier im forum gibt es viele mamis, die dich gedanklich unterstützen!

Ganz liebe grüße!



von fabianne - am 26.02.2006 15:53
Hallo zusammen,

danke erstsmal für den Zuspruch ;-)

ich war schon immer Jemand der Notfalls Hilfe annimmt.
Wie ihr geschrieben habt: dazu sind die Ärzte ja da!

Das das gesellschaftlich wenig anerkannt ist, das finde ich ziemlich schade.

Ich gehe jetzt diesen Weg und bin mir sicher, das das richtig ist.

Was habe ich mit der Meinung anderer Leute zu tun? Die müssen sich ja nicht mit meinen Gedanken quälen sondern ich.

Als Partner muss mein Mann mit zur Diagnostik und soll auch einen
Bogen über mich ausfüllen. Da geht kein Weg dran vorbei.

Wenn es dieses Forum nicht gäbe, dann hätte ich bestimmt schon einige Nervenzusammenbrüche erlitten oder aufgegeben. Aber hier wird man verstanden und immer herzlich unterstützt.

Danke an Euch

Chaotentruppe

von Chaotentruppe - am 26.02.2006 18:54
Hi Anja,

ja sag mal, ist jetzt bei Dir ganz plötzlich gar kein ADS mehr im Spiel? Oder hab ich da was falsch verstanden? Sinds jetzt eher Depressionen oder wie?

Also nee, manche Männer echt...aber ich denke, das er in Wirklichkeit nur halb so stoffelig ist wies jetzt rüberkommt, er kann halt schlecht damit umgehen was aber NICHT heißt das er im Kern nicht verstanden hat um was es geht, er leidet ganz sicher nicht weniger mit als Du....behaupte ich jetzt mal so.

von Jasmin78 - am 26.02.2006 19:23
Hallo Jasmin,

ich gehe gerade zur ADS-Diagnostik. Ich habe nur das Eingangsgespräch gehabt. Da meinte die Ärztin bereits, das meine
Probleme sicher behandlungsbedürftig sind. Ob nun ADS vorliegt oder nicht.

Die ADS Fragebögen muss ich noch ausfüllen. EEG, Blutuntersuchung, Konzentrationstest stehen noch aus.

Wenn ich mir den Fragebogen anschaue, dann passen ganz viele Fragen auf mich, so daß ich davon ausgehe ADS zu haben.

Liebe Grüße

Anja

von Chaotentruppe - am 26.02.2006 19:31
Nicht alle Männer sind so unsensibel, nur die, die diese Probleme bei sich nicht kennen.
Jeder Mensch weiß, was Kopfschmerzen oder sonstige Schmerzen sind. Wenn Du also behauptest, Du hast Schmerzen im linken Knie, weil Du Dich z.B. gestoßen hast, so wird er damit umgehen können, weil auch eines Seiner Körperteile schmerzhafte Bekanntschaft mit der Tischkannte oder so ähnlich gemacht hat. Wenn ein blauer Fleck sichtbar ist, erst Recht. Je nach dem, wie stark Deine Schmerzen sind, bringt er Dich u.U. zum Unfallarzt.
Psychische Probleme kann jemand der selbst nicht darunter leidet, nur sehr sehr schwer verstehen. Ich bin seit einigen Jahren Nutzer eines Sozialpsychiatriuschen Vereins und komme dort mit anderen Nutzern, die alle ein anderes Krankheitsbild haben, in Kontakt. Auch mir, obschon selbst betroffen, fällt es schwer, die Probleme der Anderen zu verstehen und ernst zu nehmen.
Dass psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft zu wenig akzeptiert sind, liegt nicht am Geschlecht Deines Mannes. Ich glaube eher, dass das noch ein Erbe aus der Nazi-Zeit ist, als der Deutsche als DIE HERRENRASSE galt und keine Schwächen haben durfte. Wer irgendwelche Schwächen aufwies, wurde aussortiert (in Richtung Gaskammer z.B.). Ich glaube, daraus kommt das Denken auch heute noch.
Ich hatte 10 Jahre lang, vom 18. bis 28. Lebensjahr im ca. 600km vom Wohnort meines Vaters entfernten Berlin gelebt. Im letzten Jahr meines dortigen Aufenthalts musste ich mich auch in psychiatrische Behandlung begeben. Ich zog dann aber wieder zurück in die Wohnung meines Vaters und begab mich auch dort wieder in entsprechende Behandlung. Wenn ich angab, dort einen Termin zu haben so sagte er nur: "Gehst Du wieder zu dem komischen Arzt?" Ich glaube, das sagt schon alles. Oder???

von icke WES - am 27.02.2006 18:55
Wenn ich meinen Freund bitte, mal mit zum Arzt (Psychiater ) zu gehen, der mich behandelt und wirklich kompetent ist, dazu ein super Mensch... sagt mein Partner."... der kann mir auch nicht sagen, wie ich mit dir umgehen soll." oder das gibt es nicht, dass ein Arzt einem raten kann der mich nur einmal im Quartal sieht. Er kann sich das nicht vorstellen, obwohl er selbst eine Behinderung hat, die ist aber handfest (Beinprothese), trotzdem kann er sich nicht hinein versetzen. dabei hat er selber Probleme mit seinem starken Vermeidungsverhalten in vielerlei Beziehungen.
Eine Aggressionsberaterin sagte mir mal, dass Männer ein Problem durch tatkräftige Hilfe in ein paar Wochen aus der Welt geschafft haben wollen, zumindest stark gebessert sehen wollen. Wenn das Problem dann trotz Einsatz länger anhält, können viele Männer nicht damit umgehen. Ich weiß nicht, ob da was dran ist. Eure Meinung!



von andrea gotha - am 28.02.2006 18:48
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die Antworten. Da weiss man wieder: ich bin nicht alleine! Vielleicht kann ich meinen Mann durch eure Antworten besser verstehen.

Er kann sich halt nicht so in mich hineinversetzen. Wie auch.

Ich hoffe durch die Behandlung besser klar zu kommen. Dauert halt noch etwas....

Liebe Grüße und danke an euch

Anja

von Chaotentruppe - am 28.02.2006 21:55
@andrea!
Das gesundheitliche Problem Deines Freundes ist für Jedermann offensichtlich. Ein fehlendes Bein sieht man, auch wenn es durch eine Protese erstzt wird.
Jeder kann sich vorstellen, dass der / die Betroffene mit Einschränkungen zu kämpfen hat, ein "Holzbein ist nunmal kein vollständiger Knochenersatz.
Anders ist es bei neurologischen bzw. psychischen Erkrankungen. Diese sieht man nicht so leicht.

von icke WES - am 04.03.2006 18:34
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