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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
18
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
columbia, Luller, Wendi, Sonja M, Katzenbaer, Tanja aus Bayern, Fuzzy-Mama, Yosemite, Dagmar D., fabianne

evtl bekomme ich einen Rat

Startbeitrag von Sonja M am 01.03.2006 14:28

Hallo.

Ich kenne mich mit diesem Thema leider gar net aus und informiere mich nun im Netz darüber.Der Grund ist,Mein zukünftiger Mann hat einen 9Jährigen Neffen mit ADS.Die wohnen unten und wir oben somit bekomm ich ja auch einiges mit.Auch das der Mutter es wohl peinlich ist und es auch am Kind auslässt.Was heisst auslassen ich sag mal so sie Ignoriert ihn einfach.Der Jüngste ist Mama´s Liebling und lässt dem Grossen es spühren.Auch leute aus der unmittelbaren Umgebung,Nachbarn,Lehrer und Mütter aus der Schule merken es.
Fabian darf nix.Er darf net nach draussen spielen wenn mal schönes Wetter ist nein er wird vor dem Fernseher gepackt.Meine kleine,3 Jahre geht nun zum Kinderturnen im Verein.Unser Verein hat Tischtennis,Mutter Kind Turnen,Geräteturnen,Fussball.Einfach alles was es am Sport gibt.Ein Beitrag einfach alles nutzen können.
Fabian sagte vor 3 Tagen er möchte auch in einen Verein damit er mit anderen Kindern spielen kann.Das sagte er zu mir und unserer Nachbarin die den verein leitet.Sie sagte mir das die Mutter zu ihr sagte das er in keinen Sportverein darf WEGEN ADS.Das er danach noch,öhm wie soll ich sagen,aufgedrehter ist.Fabian bekommt morgens Ritalin.Da ich über das Thema nun nix weiss konnte ich dazu nix sagen nur das ich es mir net vorstellen kann.Da ja das Kind es selber auch will.Und ich denke mal irgendwo muss er seine Agresionen ja auch ausleben können.Oder seh ich das falsch???Denn das Kind kommt wirklich sonst nie raus.Selbst wenn Mama und Papa mal in den Urlaub fahren müssen die Kinder zur Oma.Ich selbst als Mami eines Klumpfusskindes finde sowas unmöglich und möchte für den Jungen was tun.
Ich frage weil mein Freund der auch Pate bei Fabian ist ihm den Turnverein erst mal für 1 Jahr "schenken"will.Nur möchten wir ihm es net eher sagen sollte Die Mutter doch recht haben er sich dann freut und nix draus wird.Nur sehen wir auch das der Junge an fängt zu stottern und er wirklich unglücklich aussieht.

Ich hoffe ich bekomme hier Rat.Oder mir kann einer sagen wo wir uns erkundigen können...

Liebe Grüsse aus Butjadingen Sonja mit Luci und Baby im Bauch

Antworten:

Hi Sonja,
das hört sich ja alles ganz schön verfahren an.
Am schlimmsten finde ich, daß die Mutter sich offensichtlich für Fabian schämt und er das merkt.

Mir schießen jetzt alle möglichen Ideen durch den Kopf:

Kann jemand, der guten Kontakt zu Fabians Mama hat, mit ihr reden, ihr Mut machen, sagen wie VIELE ADS-ler es gibt ? (Evtl. dein Freund) - Kann natürlich als Einmischung empfunden werden.

Mit Sicherheit ist die Frau hochbelastet und unter Strom. Könnt ihr sie vielleicht entlasten, damit der Junge mal rauskommt und sie ein bischen Ruhe hat ? Mal mit ihm zu nem Fußballspiel oder Schlittschuhlaufen oder Spazierengehen oder , oder, oder ... gehen. Und ihr klarmachen, daß ihr damit leben könnt, daß er anders ist als andere Kinder.

Vermutlich hat Fabians Mama schon ablehnendes Verhalten der Umgebung erfahren, sonst würde sie wohl nicht so handeln. Das kennen hier sicher viele - ich auch. Da braucht es ganz schön Mut um dagegen anzustehen.

Trotzdem kann es nicht so weitergehen, daß der arme Kerl (den die Ablehnung ja am meisten trifft, noch dazu von seiner Hauptbezugsperson!) die ganze Zeit vor dem Fernseher geparkt wird.

Bekommt er denn nachmittags keine Medikamente ? Wäre vielleicht sinnvoll, damit er in Vereinen o.ä. auch anschluß findet.
Da sollte seine Mama mal mit dem Arzt reden.

Gibts da auch einen Papa - und welche Rolle spielt er ?

Das ist das, was mir so einfällt, kurz bevor mir die Augen zufallen ;-)

Liebe Grüße, Iris

von Yosemite - am 01.03.2006 20:31
Hallo Sonja,

willkommen im Forum.

Du beschreibst eine sehr verzwickte Familiensituation. Eine Familie mit mehreren Kindern, davon eines mit ADS, unter ständiger Beobachtung der Verwandschaft, und auch der künftigen Verwandtschaft.

Wahrscheinlich kannst du dir gar nicht vorstellen unter welcher Belastungsprobe deine künftige Schwägerin steht, es wäre gut, du würdest dich zum Thema ADS einlesen, damit du deine Schwägerin unterstützen kannst.

Hier findest du Beiträge, die grundlegende Informationen vermitteln:
[www.ads-hyperaktivitaet.de]



von Dagmar D. - am 01.03.2006 20:55
Hallo Sonja,

das hört sich ja schlimm an.

Anscheinend hat die Mutter des Jungen sich nicht wirklich viel über ADS informiert, und auch der Arzt muss doch eigentlich Aufklärungsarbeit leisten.

Vielleicht kannst Du ihr ja mal dieses Forum zeigen. Aber du bist natürlich in einer schwierigen Situation - Mutter fühlt sich vielleicht auf den Schlips getreten.

Aber Dein Zukünftiger könnte sich doch - so als Patenonkel - etwas "einmischen". Die Idee mit dem geschenkten Beitrag des Sportvereins finde ich eine tolle Idee.

Du hast es doch mit deinem gesunden Menschenverstand gleich richtig erkannt, dass es vollkommen falsch ist, den Jungen "wegzusperren" und nur Fersehen zu lassen.
Das ist für alle Kinder falsch und auch oder gerade für ADS-Kinder, sie brauchen Freunde und möglichst irgendein Hobby,
wo sie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufbauen können und auch mal Erfolgserlebnisse haben. Auch Freunde sind ganz wichtig.

Ich wünsche Dir viel Erfolg

LG
wendi

von Wendi - am 02.03.2006 09:43
Hallo Sonja,
zunächst einmal finde ich es gut, dass du dich erkundigst bevor du handelst. Normalerweise beruhigt es Kinder Sport zu treiben um sich auszutoben. Aber es gibt eben auch Kinder mit ADHS die gerade Sport im Verein nicht vertragen, weil sie da dann erst voll aufdrehen und völlig hyperaktiv werden (eigene Erfahrung). Man sagt dazu sie finden die Bremse nicht mehr und Sport im Verein heißt hier erst richtig Gas geben. Das betrifft m. Meinung nach allen Sport bei dem man viel rennen muss oder gerade "Aggressionen" abbauen (wo ist die Grenze?). Dazu die fehlende Fein- und manchmal auch fehlende Grobmotorik/Gleichgewicht. Meiner Erfahrung nach bezweifle ich ob man diese Kinder überhaupt körperlich erschöpfen kann. Dazu bräuchte es schon einen Marathon. Dazu kommt die Problematik des Mannschaftssports bzw. Bewegung in der Gruppe. Gerade ADSler sind meistens sehr berührungsempfindlich, fühlen sich schnell angegriffen wenn man sie z.B. versehentlich ankrempelt oder ihnen (z.B. beim Schlange stehen) zu nahe kommt. Auch ist es schwierig für sie überhaupt anzustehen und zu warten bis sie an der Reihe sind. Ich weiss nicht ob der Verein bzw. die anderen Kinder da Verständnis haben. Und das Letzte was eine Mutter gebrauchen kann sind dann noch Negativmeldungen nachmittags aus dem Verein. (Ihr Kind hat heute wieder....) sich nicht an Regeln halten, nicht mit anderen auskommen, die Kraft nicht richtig einschätzen, ungelenkig sein das ganze Programm eben. Besser wäre gezielt Sport zu treiben z.B. mit eurer Tochter zusammen, aber unbedingt unter einer fachlichen und gezielter Aufsicht (d.h. jemand der die ADHS-Problematik kennt und nicht so nebenher). Sonst bekommt er nicht mehr Selbstwertgefühl, nur noch mehr Probleme oben drauf. Wie es ist solche energiegeladenen Kinder aufzuziehen kann sich niemand vorstellen, der nicht selbst welche hat oder selbst betroffen ist. Man sieht nur die Äusserlichkeiten genau wie du beschreibst (fahren alleine in Urlaub, bei Oma und TV parken, ignorieren....) Es wäre gut wenn du sehen könntest warum sie das tut und die beste Hilfe wäre das Kind gerade als Pateneltern öfter mal zu euch einzuladen und mit viel Rücksicht und Einfühlungsvermögen zu behandeln. Dann wirst du verstehen dass sie ab und zu einfach eine Pause brauchen. Und es ziemlich gefährlich ist diese Kinder alleine auf die Straße oder nach draussen zu lassen wegen Unfallgefahr und auch weil es peinlich ist wg. Wutanfällen oder Geschrei. Die beste Möglichkeit etwas über ADS zu erfahren ist also dieses Kind zu "erforschen" und zu schauen was seine Mutter als positive Hilfe erfahren kann. Bitte keine Vorurteile. Dem Kind hintenherum den Gutschein zu schenken halte ich schon fast für Verrat. Das zeigt dass ihr nichts verstanden habt und ihre Entscheidung nicht respektiert. Ich fände Gutscheine für gemeinsame Unternehmungen mit dem ADS-Kind viel besser macht euch aber bitte auf alles (v.a. gefährliche) gefasst und lasst ihn nicht aus den Augen! Ich bin sicher, dass ihr alle viel mehr von dieser Art von Geschenk habt und sich so auch euer Verhältnis verbessern kann. Den Nachbarn, in der Schule, den Lehrern... kannst du anschließend mit deinen eigenen Erfahrungen ganz anders gegenübertreten. Wenn dann die Vereinsleiterin auch verstanden hat um was es geht kann sie immer noch eine Mitgliedschaft direkt anbieten. Sie trägt dann die Verantwortung und die ist bei einer Gruppe von Kindern wirklich nicht einfach. Deshalb werden auch viele ADS-Kinder von Vereinen ausgeschlossen. Das nächste Problem wäre noch das fehlende Durchhaltevermögen der Kinder. Sie lassen sich schnell für etwas begeistern aber wird er auch durchhalten da regelmässig gerne hinzugehen oder wird es eine Last und lästige Pflicht werden der Verein?
Da ADSler sehr kreativ sind wie wäre es mit Theater, Videofilm drehen, Schach spielen, malen, etwas veranstalten? Es geht darum, Stärken zu entdecken und zu fördern. Was kann er besonders gut? Dass Fabian gar nix darf halte ich für falsch. Es ist wohl nur der Eindruck von aussen.
Ritalin hilft schon aber es ist kein Wundermittel. Und es belastet den Stoffwechsel also sollte es gezielt gerade vormittags gegeben werden. Viele Eltern geben nachmittags nichts mehr oder weniger auch damit das Kind abends gut einschlafen kann. Und nicht jeder kann sich Ganztags-Retard-Präparate leisten (meistens nur für Privatpatienten).
Ich finde es toll, dass du dich um das Wohl eures Patenkindes sorgst und dir hier Hilfe holst (und nicht bei Leuten die keine Ahnung haben). Lobt und fördert dieses Kind wie es nur geht nur bitte vergesst die Absprache mit der Mutter nicht. Sonst war es einfach nur gut gemeint aber schlecht gemacht. Und ihr bekommt gar keinen Zugang mehr.
Hoffe dir geholfen zu haben (ich selbst habe ADS, mein Sohn ist 8 1/2 und hat ADHS, deshalb kann ich mich so gut einfühlen in euer Problem).
Liebe Grüße
Babs

von Luller - am 02.03.2006 10:21
Liebe Babs,

was du von Sportvereinen schreibst, kann ich nur bestätigen.

Mein Sohn war auch im Verein, anfangs ganz begeistert (es war im Sommer im Stadion), aber in der Halle hat es ihn nur genervt. Er hat dann so gestört, dass die Leiterin mich gebeten hat, ihn nicht mehr zu bringen.

Du schreibst von Sportangeboten mit fachlicher und gezielter Aufsicht - kannst du da irgendetwas empfehlen? Mein Sohn bewegt sich eigentlich gern, aber diese Mannschafts-Situationen kann er nachmittags nicht mehr vertragen - er strengt sich schon am Vormittag so an!

Viele Grüße, columbia

P.S. Mach doch bitte beim Schreiben ein paar Absätze, dann fällt das Lesen viel leichter! - Danke

von columbia - am 02.03.2006 12:41
Hallo an Alle und viiiielen lieben Dank für eure Antworten.Ich habe mich sehr gefreut.Und geholfen hat es uns auch.....

Nachdem ich nun gestern einiges erfahren habe,habe ich mir Mut gefasst und bin nach Unten gegangen um mitd er Mutter zureden.

Ich habe ihr gesagt das wir gerne den Verein für Fabian bezahlen wollen ob sie was dagegen hat.Erst druckste sie hin und her und ja und nein und als ich Ihr dann sagte das WIR den Verein bezahlen und das ICH ihn dann auch hinbringen werde willigte Sie ein.Aber auch erst da als sie merkte sie hat NULL Arbeit damit.Was mich natürlich in meinen Verdacht bestärkte das es Sorry wenn ich das so sage nur Faulheit ist was mit dem Kind zu unternehmen.War mir aber in dem Moment erst mal egal denn ich hatte ja das OK.

Zu dem Verein selber ist zusagen die haben 12 Verschiedene Spaten z.B. Kinderturnen,Eltern/Kindturnen,Geräteturnen,Fussball,Tischtennis und soweiter.Er wird dann im Hauptverein angemeldet und kann sich dann selber entscheiden wo er gerne rein möchte er kann alles nutzen er kann eine Abteilung nutzen.Und ich denke mal der Verein kostet im Jahr 6,-Euro.sollte er nach 4 Wochen keine Lust mehr haben kann man diese 6,-Euro verkraften.Sagt er mal ich habe keine Lust ist das auch egal es ist keine Pflicht.Und das finde ich sehr schön.Meine Tochter die ein Klumpfusskind ist,ist auch in dem Verein und daher weiss ich wie gut er ist und wie mit diesen Kindern umgegangen wird.

Zu Fabian selber.Ich habe mich dann auch mal heute morgen mit der Mutter über Fabian und sein ADS Unterhalten.Also er bekommt Morgens Ritalin sagt euch das was sie sagte ne zahl 7,5.Nehme an die Dosis.Mittags bekommt er eine Viertel Tablette.Hoffe habe nix durch einander gebracht.Fabian ist net Hyperaktiv er bekommt die Medikamente NUR weil er in der Schule ohne sie nix behalten kann.Katja erklärte mir dann noch das er ADS hat was ja dann noch mal unterteilt wird und da hat er dann die Lernschwäche die nachmal unterteilt ist aber das habe ich mir net merken können.Fabian wurde auch Vorgestern im Krankenhaus Untersucht mit einem IQ-Test.Da kam dann raus das er voll im Wissensstand eines Zweit Klässler ist.Normalerweise währe er aber schon in der 3te Klasse.

Auf jedenfall war ich heute los und habe ihn Angemeldet.Und wenn er heute schon will kann er von 16-17Uhr schon am Fussball teilnehmen.

von Sonja M - am 02.03.2006 13:01
Hallo columbia und alle anderen,

entschuldige wg. der Absätze. Ich werde mich anstrengen :-) Ich schreibe meistens so wie ich denke drauflos.

Ideal wäre ein persönlicher Fitness-Coach, nur müsste der wirklich topfit sein, um mithalten zu können (also wohl auch jünger als jede ADS-Mami) und sollte sich mit ADS auskennen, um eben rechtzeitig eingreifen zu können oder entspr. Rücksicht zu nehmen. Meine Kinderärztin hat mir ernsthaft empfohlen ihn rennen zu lassen und mit dem Fahrrad nebeher zu fahren bis er nicht mehr kann. Das hat mich aber zu sehr an Gassi gehen erinnert und die Sportlehrer sagen auch er findet den Aus-Knopf nicht mehr wenn er aufgedreht wird, außerdem hätte ich wahrscheinlich vorher schlapp gemacht *grins*.

Also eigentlich hängt sehr viel vom Trainer ab. Fechten soll ja gut sein für ADSler. Ich kann mir aber nicht vorstellen wie es ein taktil überempfindliches Kind wie meines in einem Ganzkörperanzug und hinter einer Maske aushalten könnte?! Allein die normale Kleidung auf dem Körper nervt ihn enorm.

Der Trainer sollte kerngesund, flexibel, sympathisch und überaus freundlich sein, eine Esels-Geduld und ein dickes Fell haben, Spezialkenntnisse über ADS mitbringen, das Kind wirklich lieben und alles verzeihen können. Nebenbei sollte er topfit sein und etwas vom Sport verstehen und das alles am besten noch gratis machen. Hat jemand so eine Perle? Die ersten Voraussetzungen würde ich ja noch erfüllen, aber wenn ich wirklich Zeit übrig habe lege ich mich am liebsten aufs Sofa so geschafft bin ich!

Babs

von Luller - am 02.03.2006 13:01
Hallo Sonja,
unsere Beiträge haben sich wohl überkreuzt.

Wegen der versch. Sparten: Tischtennis (oder auch Reiten) soll auch gut sein für ADSler, Fussball kann ich mir irgendwie schwer vorstellen auch Geräteturnen, lasse mich da aber gerne belehren. Hauptsache es macht ihm Spass. Bitte lasst es aber langsam angehen nicht alles auf einmal (Reizüberflutung, dazu noch der Lärmpegel in der Halle....) er kann ja nach und nach hineinschnuppern und schauen wo es für ihn passt.

Ich finde es toll dass du ihn hinbringen würdest und abholen. Das ist wirklich eine große Hilfe. Die ständige Fahrerei bzw. Bringerei und Abholerei ist nämlich wirklich belastend. Evtl. hat er auch noch Ergotherapie oder Verhaltenstherapie und dann die ganzen Termine für die Eltern (Elterntraining, Gespräch beim Psychologen), Schulfahrtermine, Elternabend, Lehrergespräche, am Ende noch Geschwisterkinder oder Beruf... ADS-Mutter zu sein ist ein Vollzeitjob! Faul wäre eher das Kind (in Vereine wenn es nicht passt) abzuschieben oder in eine Ganztagsschule obwohl ich jede Mutter verstehen kann die sich nicht mehr anders zu helfen weiss. Es nur als Faulheit abzutun halte ich widerum für falsch.

Ich habe fast das Gefühl du machst es dir in deiner Beurteilung zu einfach. "Urteile nie über einen Menschen bevor du eine Woche in seinen Mokkassins gelaufen bist" so lautet ein indianisches Sprichwort. Ich denke wirklich nur eine Woche Rollentausch und du würdest so manches anders sehen.
Du musst dich überwinden um mit ihr zu reden. Warum? Du musst dich doch auch nicht überwinden um mit den Nachbarn/Lehrern/anderen Eltern über F. zu reden. Was ist das eigentliche Problem? Ich finde du kannst dabei nur gewinnen und dass du dich getraut hast mit ihr zu reden wg. dem Verein das finde ich wirklich toll!! Weiter so!

Was er nun genau hat ist wohl ADS ohne H also der Träumertyp mit einer Lernschwäche ich tippe mal auf Lese- oder Rechtschreibschwäche oder Rechenschwäche. Was noch mehr Förderung seitens der Eltern/Therapeuten bedarf. Das ist wirklich nicht leicht. Versuche dich bitte noch einmal einzufühlen was die Frau für einen Alltag hat.

Liebe Grüße

Babs

von Luller - am 02.03.2006 13:23
An columbia:

Tschuldige, noch was vergessen *typisch*

Im Freien war es OK, aber nicht in der Halle. Das erinnert mich daran, wie ich mit meinen Kindern im Mutter-Kind-Turnen war (ca. 20 Kleinkinder und deren Mütter). Ich war nach der einen Stunde in der Halle wirklich fix und fertig, nur wegen dem Geräuschpegel und der vielen Bewegung, ich hatte nur noch so Kopfschmerzen, die Kinder waren aber erst richtig in Fahrt...

Die anderen fanden das gar nicht schlimm mit dem Lärm, wahrscheinlich fanden sie es nicht einmal laut. Das liegt einfach an der verschiedenen Wahrnehmung, ich bin überhaupt sehr geräuschempfindlich und hellhörig.

Außerdem kann es vorkommen dass man sich in der Halle eingeengt (bedrängt) fühlt. Kennst du das Gefühl in der überfüllten Straßenbahn?

Lg Babs

von Luller - am 02.03.2006 13:29
hallo Columbia,

das mit dem Vereinssport geht uns leider auch so.

Wir können auch nicht mehr zum Eislaufen, da es meistens so endet, dass er einem anderen Kind weh tut.

Wir fahren jetzt (wenn alle gesund sind) 1x pro Woche mit Freunden (die uns kennen und verstehen) ins Hallenbad. Ich möchte, dass er endlich richtig schwimmen lernt (wird 7), also üben wir vorher 1/2 Stunde. Dann dürfen die Kids toben.
Das geht erstaunlicherweise SEHR gut, hier gibts auch kaum Probleme. Nachher ist er müde (das schaffe ich sonst nie!!) und hat auch großen Hunger.
Im Sommer fahren wir fast täglich zum See raus - alle Kinder da. Hier glaubt man nicht, dass er sonst so Probleme hat. Diese 2 Monate sind Luxus pur in unserem Alltag!! (der Haushalt ist dann im absoluten Ausnahmezustand..)

Und sobald sich alles nach drinnen richtet, ab Herbst, gehts wieder los mit den problemen.

Da wir glücklicherweise in den Bergen wohnen, können wir am Wochenende zum Schifahren. Ich versuche, 1x pro Woche nach den Hausaufgaben (in der 1. Klasse geht das noch) auch für 2 Stunden zum Schifahren zu kommen. Da richte ich mich natürlich nach ihm, mit anderen Kindern (und Müttern)funktioniert das nicht.

Bei anderen Sportartenn, z.B. Fußball wird er noch aufgedrehter, da er sich total auf sein Gleichgewicht konzentrieren muß, auf einem Bein stehen und mit einem Schießen - das schafft er noch nicht!

Judo, etc. wird immer so angepriesen - aber mein Sohn wird dabei einfach viel zu grob, akzeptiert die Grenzen nicht. Versuche es aber nächstes Jahr wieder damit. Habt Ihr Erfahrung damit?

Wünsche euch allen, dass für Eure Kinder doch das passende zu finden ist und bin dankbar für Anregungen, was man in den restlichen 3 Jahreszeiten mit den nicht müde zu kriegenden und eher agressiven Jungs machen kann!!



von fabianne - am 02.03.2006 19:21
Liebe Fabianne,

wir wohnen leider ganz besonders weit von den Bergen entfernt - und fahren in den Osterferien endlich in den Skiurlaub.

Mein Sohn hat aber schon angekündigt, dass er nicht in die Skischule will *heul*. Wir werden das durchziehen - wenn er jetzt nicht skifahren lernt, wann dann? Ich höre auch immer wieder, das ADHSler gut mit dem Skifahren klarkommen, stimmt das? (Bitte mach mir Hoffnung!!!)

Mein Sohn hatte zum Glück nie Angst vor Wasser, da er aber im Schwimmkurs nicht zurecht kam, habe ich ihm ein paar Privat-Stunden geben lassen. In kürzester Zeit hatte er das Seepferdchen. Danach wollte er aber nicht weitermachen. Erst als er in der Schule merkte, dass andere Kinder besser schwimmen können, ließ er sich zu einem Kurs überreden. Bis Bronze hat er geschafft, jetzt will er nicht mehr. Immerhin geht er jetzt wirklich nicht mehr unter!

Judo kommt überhaupt nicht in Frage, das macht man ja barfuß (er hat anscheinend Wahrnehmungsstörungen an den Füßen). Fußball hat ihn noch nie interessiert, wir werden im Frühling noch einen Anlauf mit Leichtathletik starten. Er kann jedenfalls schnell rennen.....

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 03.03.2006 08:02
Hallo Fabienne,

hier noch ein paar "sportliche" Tipps:

Wir haben gute Erfahrungen gemacht mir Voltigieren, bekanntlich sehr gut bei ADS und/oder zu wenig Körpergefühl, was ja auch oft die Begleiterscheinung bei ADS ist.
Später, wenn die Kinder das Gefühl für die Tiere entwickelt haben, können sie dann das Reiten erlernen. So ist es zumindest bei uns im Verein.

Außerdem hat unser Sohn Karate gemacht, er hatte einen Super-Trainer, sehr verständnisvoll. Dort wird viel auf Disziplin geachtet und die Kids lernen, sich zu konzentrieren und die Kraft richtig einzusetzen.

Im Moment macht Sohnemann leider nur noch Fußball, aber dafür lebt er. Er hat sehr viel gelernt, ist sehr erfolgreich, (Torschützenkönig), das hat ihm sehr geholfen, selbstbewusster zu werden. Anfangs hatte er dort seine Probleme, vor allem damit, sich in der Gruppe unterzuordnen, aber es wurde immer besser.

Viel Erfolg bei der Suche nach einem geeigneten Sport

Wendi

von Wendi - am 03.03.2006 09:53
Liebe Columbia,

wenn dein Sohn momentan nicht Skifahren will (wahrscheinlich traut er sich das einfach nicht zu und hat Angst nicht gut zu sein), dann lass ihn doch einfach Schlitten fahren. Geht auch prima zum Austoben. Und wenn er dann die anderen mit den Skiern sieht, wird er möglicherweise doch wollen. Wenn ihr nicht in den Bergen wohnt, kann er sich das wahrscheinlich gar nicht so vorstellen. Ggf. probiert er auch Snowboarden aus (ist noch viel schwieriger, man steckt ständig mit dem Kopf im Schnee, aber die Kids lieben das komischerweise trotzdem).

Meiner (Mischtyp ADHS/ ADS) hat von mir Fahrradfahren, Schwimmen und auch Skifahren gelernt. Und fährt mir mit den Skiern absolut davon, hab keine Chance mehr. Hat echt Talent, der Junge. Trotzdem er eigentlich schon motorische Einschränkungen hat, vor allem im Schulsport. Aber die Motivation ist für ihn einfach die Geschwindigkeit dabei. Obwohl er kein ausgesprochener Risikofahrer ist, sondern auch immer wieder an seiner Technik feilt.

Er macht Sport nur, wenn ihn etwas extrem motiviert (Fußball z.B.), aber dafür auf keinen Fall auch nur 2 Meter zuviel zu Fuß gehen! Dann aber volle Kante.

Wird sich schon was finden.

von Fuzzy-Mama - am 03.03.2006 13:23
Hallo Columbia,

meine Tochter ist 11 und hypoaktiv.

Sportverein geht leider gar nicht, auch nicht turnen und Mannschaftssport.

Meine Tochter reitet seit 5 Jahren und das mit Begeisterung (ist wohl angeboren und vererbt- ich liebe Pferde über alles!). Sie geht einmal pro Woche in die Reitstunde und hat dann noch einmal pro Woche ein Pflegepferd zum Schmusen und auch reiten.
Ansonsten macht sie gar nichts- kein Interesse!!

Skifahren können wir auch nur im Urlaub da wir auch weit weg von den Bergen wohnen.
Sie hat sich auch geweigert in den Skikurs zu gehen, haben dann aber einen Deal gemacht (wie immer-seufz):
4 Tage Skikurs OHNE Mittagessen (Essen mit uns) und dann noch 2 Tage Skifahren mit uns. Alternative wäre 5 Tage Kurs mit Mittagsbetreuung.
Da hat sie dann wohl nachgedacht und unter Gezeter und Geheul dem Vorschlag 1 zugestimmt. Manchmal muß ich sie unter Druck setzen sonst gehe ich unter...

Viel Spaß im Skiurlaub!!!

Achso, Skifahren geht gut, sie ist zwar vorsichtig und ängstlich und die Größte im Kurs, aber Hauptsache Spaß gehabt!!
Hängt natürlich auch viel vom Lehrer ab...
Das Skirennen zum Abschluß wollte sie nicht mitmachen (..ich verliere da sowieso...), war dann auch ok so.

LG Sabine

von Katzenbaer - am 04.03.2006 09:51
Liebe Sabine,

so einen Deal werde ich mit ihm auch machen: Er will NIEMALS in einer Gruppe Mittag essen - ich wollte ihn sowieso nur vormittags anmelden. Das muss er ja nicht wissen *grins*.

Dann kann ich mich auf den "Kompromiss" einlassen. An so einem Skirennen nimmt er garantiert auch nicht teil - ist auch egal. Vermutlich wird ihm sein knapp 5-jähriger Bruder schon nach kurzer Zeit davonfahren - ich hoffe, die kommen in verschiedene Gruppen...

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 04.03.2006 15:33
Liebe Fuzzy-Mama,

wir waren kürzlich in einer Skihalle (es ist echt traurig, wenn die Berge soooo weit weg sind) und ich bin nach 8 Jahren erstmals wieder Ski gefahren. Mein Sohn hat zugesehen, ich bin zum Glück nicht hingefallen und habe ihm immer strahlend zugewinkt. Seitdem ist er nicht mehr ganz so negativ eingestellt.

Mein Mann und ich wollen ja auch endlich mal wieder Skifahren, deshalb soll er in die Skischule. Sonst muss ja wieder einer mit zum Schlitten fahren (findet er übrigens sowieso blöd). Aber wir haben eine Wohnung gleich im Skigebiet, notfalls muss er vormittags dort alleine bleiben. Man kann sich auch nicht zu sehr einschränken.

Ich werde jetzt 4 Wochen lang nur noch positiv denken, vielleicht färbt das auf ihn ab!

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 04.03.2006 15:38
Hallo,
hab erst jetzt gelesen, vielleicht interessierts noch jemand.

Mein Hypo ist ein sehr guter Schwimmer, will aber nicht im Verein. Jetzt hat er Tennis entdeckt. Da kann er sich an der Übungswand am Tennisplatz so richtig verausgaben. Es sind drei Jungs in der Gruppe und werden von Trainer so richtig rangenommen. Das gefällt im sehr gut - ist ja fast wie eine 1 zu 1 Betreuung.

Ansonsten geht er waaaaahnsinnig gerne an die Kletterwand vom Alpenverein. Da muss er sich konzentrieren wenn er weiter kommen will. Und für das Körpergefühl ist es, denke ich, auch von Vorteil.

Liebe Grüße

die Tanja

von Tanja aus Bayern - am 12.03.2006 22:05
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