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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hustelinchen, Jasmin78, Filiti, Konstance, stiermama, columbia

Verweigerung

Startbeitrag von Hustelinchen am 04.03.2006 20:54

Hallo.
Bin neu im Forum und weiss seit einer Woche, dass mein Sohn (6 Jahre)ADHs hat.Nun sagt seine Psychologin, dass er unbedingt in einen Verein gehen soll, um seine Sozialkompetenz zu trainieren.
Er will aber nicht !! Egal, wo wir ihn hinbringen (Schwimmen.Pfadfinder,Sportvereine),er verweigert sich.Dabei sind das alles Veranstaltungen, bei denen ich sicher bin, er hätte Spass daran, würde er sich nur trauen.
Bleib ich die ersten Male dabei, sitzt er bei mir und schaut den anderen zu.Will ich dann gehen, klammert er sich fest und weint.Gehe ich dann trotzdem, in der Hoffnung, er fängt sich wenn ich weg bin,setzt er sich weinend in eine Ecke bis die Stunde rum ist.Wir haben es spielerisch, mit Begeisterung und letztlich mit Überredungskunst versucht, er will nicht !!
Hat er Versagensängste, Angst vor Ablehnung durch andere Kinder (hat er schon oft erlebt)??
Wer hat einen Tipp für mich, wie ich meinen Kurzen in eine Gruppe integriere?

Antworten:

Liebes Hustelinchen,

eigentlich wundert es mich, dass die Psychologin den Rat gegeben hat, ihn in Gruppen zu bringen.

Gerade bei AD(H)Slern ist die Sozialkompetenz oft das Problem und das wird eben nicht besser, wenn man das Kind zwingt. Im Gegenteil.

Bevor bei uns die Diagnose gestellt war, hatte uns auch eine Psychologin von der Erziehungsberatung diesen Rat gegeben. Es endete nur in Kämpfen zwischen Sohni und mir. Da kann ich nur abraten!
Für meinen Sohn war Kiga/Schule immer schon mehr Gruppe als ihm recht war - am Nachmittag konnte er sich damit nicht auch noch abquälen!

Eigentlich wäre es Sache der Psychologin, durch eine geeignete Therapie gerade dieses Problem zu bearbeiten, oder?

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 04.03.2006 21:01
Also ich denke auch das man das Kind nicht dazu zwingen kann.
Ich hab bei meinem Sohn auch so einiges probiert und es hat nie geklappt. Auch bei ihm hat nichts geholfen an Überredungskünsten :-/

Inzwischen hab ich mir angewöhnt ihn so zu nehmen wie er ist, WAS bleibt mir denn sonst übrig? Und ich denke das es auch nicht gerade tragisch ist wenn er sich keinem Verein anschließt, da gibts wirklich schlimmeres.
Und überhaupt, selbst wenn er sich vereinsmäßig betätigen würde heißt das noch lange nicht das dadurch Freundschaften entstehen, bzw. er akzeptiert und in die Gruppe integriert wird....komische Psychologin hast Du da.

von Jasmin78 - am 05.03.2006 05:34
Hallo Hustelinchen,

bin grundsätzlich auch der Meinung, daß man nicht unbedingt einen Verein angehören muß. War selber auch nie in einem und verstehe die ganze "Vereinsmeierei" sowieso nicht.

ABER: Unseren Junior (knapp 8 Jahre, ADHS) habe ich, nachdem wir beim Fußball gescheitert sind, zu Karate angemeldet (vor ca. 1 Jahr). Ich denke, daß es nicht die Gemeinschaft an sich ist, die gut für Ihn ist, sondern das ERFOLGSERLEBNIS ! Bei Karate sind das die Gürtelprüfungen. Die besteht auch mein Kind bei mangelnder Konzentration, da diese Prüfung anfangs noch der Trainer abnimmt und natürlich auch mal ein Auge zudrückt. Da ADS-Kinder ja nicht besonders viel Erfolg in anderen Bereichen haben, finde ich das einfach wichtig, daß sie auch mal stolz sein können.

Schau doch mal, ob nicht Kindergartenfreunde oder Kinder aus der Nachbarschaft bereit sind, auch daran teilzunehmen. Sicherlich ist es doch einfacher für Deinen Sohn, wenn er einen Freund an seiner Seite hat.

Würde aber einen kleinen Verein wählen, da er es in der großen Masse sicherlich schwerer hat.

Viel Glück

Irene

von stiermama - am 05.03.2006 08:55
Hallo!
Hab mich sehr über eure Antworten gefreut, da ich selber ein unheimlich schlechtes Gefühl im Bauch hatte,wenn ich meinen Sohn gezwungen habe an etwas teilzunehmen.
An Karate hab ich auch schon gedacht. Meine Tochter (14) hat das 5 Jahre lang gemacht, bis sie Rheuma bekam. Es hat ihr sehr gut getan.
Für meinen Sohn hab ich den Gedanken eigendlich wieder verworfen, weil ich Angst habe, dass er die erlernten Griffe und Schläge in einem Anfall von Übermut auch in der Freizeit bei anderen Kindern anwendet.Er ist eigendlich nicht aggressiv, schlägt allerdings beim spielerischen Raufen oft über die Stränge, ohne es zu merken. Die anderen Kinder haben teilweise schon Angst vor ihm.Kapputte Brillen usw. sind an der Tagesordnung. Ist da Karate der richtige Sport ?
Der kleine Mann bekommt noch keine Medikamente, vielleicht weden diese Überreaktionen ja besser, wenn die Medikamente, die er eventuell bekommen soll, greifen.

von Hustelinchen - am 05.03.2006 10:15
Hallo Hustelinchen,

mein Sohnemann fand auch jeden Verein ziemlich doof, als er 6 Jahre alt war, egal was wir ihm angeboten haben.

Der Durchbruch kam dann mit 8 Jahren; von ganz allein äusserte er den Wunsch Karate und Standardtanz im Verein zu probieren. In beiden Gruppen waren Kinder, die er aus seiner Schule bereits kannte.

Gib ihm einfach Zeit. Unsere Kids brauchen immer ein bisschen länger sich an neue Situationen zu gewöhnen.
Und wenn du dann die ersten 20mal da bleiben musst, ist doch egal, wenn dein Sohni das braucht. Wenn er sich sicher genug fühlt, sagt er dir schon von allein, das er das auch allein schafft.

Liebe Grüße Konstance



von Konstance - am 05.03.2006 14:14
Hallo Carmen,

komisch, Du hast echt recht, bei uns ist es genauso.
Während andere Kinder schon mit 3 ins Turnen gehen, hat halt meiner erst vor kurzem, mit 5 Jahren, damit angefangen.
Davor war echt NICHTS zu machen!
Und jetzt hat er einen Riesenspaß daran :-)

von Jasmin78 - am 05.03.2006 19:33
hallo Hustelinchen,
auch mein Sohn wollte nicht richtig zum Turnen in den Verein, Fußball fehlanzeige, Schwimmenlernen mit Eltern ja, im Kurs nein und so weiter.

Zu den Pfadfindern ist er aber gegangen - vielleicht weil es eine sehr christliche Truppe ist und sie sehr auf Einigung, Verstehen und Rücksichtnahme aus sind - es sind keine Engelchen, sie raufen und schreien und haben ihre Abenteuer - aber es hält sich im Rahmen und so geht er gerne hin.

Wir haben ihm immer Angebote gemacht, er hat es sich angeschaut und dann ja oder nein gesagt. Man sollte niemanden zwingen. Leider gibt es hier kein Kinderschachgruppe, das hätte ihm sicher gefallen.

Jetzt (mit 10 Jahren) geht er zu den Pfadis, lernt seit 2,5 Jahren Flöte in der Gruppe und hat 2mal die Woche Kinderselbstverteidigung (sowas wie taek wan do). Das liebt er sehr, da dort sehr diszipliniert vorgegangen wird, Schläger rausfliegen und der Lehrer ein ganz gradliniger, netter Mensch ist, der von Anfang an auf Selbstdiszipin achtet. Es macht meinem Großen wirklich Spaß. Und der Kinderarzt meinte: "Prima, das ist Turbo-Ergotherapie!"

Also - keine Panik, wenn deiner noch nicht weg will, das kommt später sicherlich und ein großer Vereinsfreund muss er ja nicht werden.

Grüße

Filiti

von Filiti - am 06.03.2006 08:29
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