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Informationen zum Thema:
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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Chaotentruppe, Voss, A.Maria, columbia, Schlethi, Filiti, Britta66

Adhs und Hochbegabung

Startbeitrag von Britta66 am 08.03.2006 17:35

Hallo ihr da im Netz,
bin ganz neu hier und ziemlich verzweifelt!Mein Sohn (11),Adhs Kind und hochbegabt droht nun zum Schulversager zu werden.Die Schulprobleme sind massiv,die familiären langsam auch!Wird jetzt mit Stratterra eingestellt.Wer hat Erfahrung?

Antworten:

Hallo Britta,
naja Erfahrung habe ich nicht - aber auch so einen Jungen daheim.

Wir (zweimal Hochschulstudium, zweimal Promotion, zweimal ständig theoretisierend im Beruf) sind fast verzweifelt, weil unser Großer (10 Jahre) sich zwar für Archäologie, Schach und die Galaxis an sich interessierte, mit 15 Monaten mit Zweiwortsätzen anfing und das Wissen wie ein Staubsauger an sich riss, sich die kompliziertesten Erklärungen merken konnte (natürlich alles auch im Rahmen des Alters), in der Grundschule aber der Punshingball war und seine Leistungen immer durchschnittlich bei katastrophaler Rechtschreibung.

Bis die Diagnose kam: ausgeprägtes ADS, hochbegabt, Rechtschreibschwäche, Koordinationsprobleme.

Seit etwa 2 Jahren bekommt er Medikinet und hat seit dem viel aufgeholt. Sein Problem in der Schule (Realschule 5. Klasse, Grundschulempfehlung aber nur mit Ach und Krach durch einen verständnisvollen Lehrer) ist sein Minimalismus - er macht das, was von ihm verlangt wird, nicht mehr. Wahrscheinlich auch hier ein einfacher Grund: Früher waren die normalen Hausaufgaben manchmal schon zuviel, weil die Konzentration fehlte - so hat es cih bei ihm festgesetzt. Aber auch das wird langsam besser. Der Fleiß, den er bei seinem Nachholbedarf dringend braucht, ist ein wenig zurückgekehrt und wächst ganz langsam.

Seit er nicht mehr mit den früheren Klassenkameraden zusammen sein muss, einen ganz netten Freund gefunden hat, er viele Rechtschreibprobleme immer mehr ohne viel Üben, aber mit regelmäßigem Üben in den Griff gebracht hat, geht es ihm und uns besser.

Natürlich hätten wir ihn anfangs gern auf dem Gymnasium gesehen - denkt ja jeder Hochbegabung muss doch hierin führen. Doch jetzt bin ich mit jedem Erfolg (außer den 6en in den Diktaten, die er trotz anerkannter Rechtschreibschwäche verpasst bekommt) zufrieden und denke, falls er so gut bleibt, kann er immer noch weiter machen.

Er ist glücklich - und das war er lange nicht. Glückliche Menschen können mehr leisten als unglückliche, also ist es genau so gut wie es ist.

Mit den Medis - wenn sie denn richtig sind und dein Kind gut eingestellt ist - wird es besser werden. Aber auch ihr als Eltern müsst eure Reaktionen in den Griff kriegen. So haben alle einen Neuanfang, den ihr sicher unbedingt braucht.

Auch mit Schulen kann man reden. Wenn das nicht mehr geht, dann hilft ein Schulwechsel.

Und lasst ihm auch Zeit - die braucht er. Seit konsequent, aber unterstützend. Auch wenn er mal eine Klasse wiederholt, dann nicht, weil es es intelektuell nicht schafft, sondern weil er sich selbst im Weg gestanden ist.

Es gibt auch andere Seiten zu diesem Thema:

[www.adhs-anderswelt.de]

[www.eigen-sinn.homepage.t-online.de]

Viele Grüße und viel Glück für eure Zukunft


Filiti

von Filiti - am 09.03.2006 08:31
Hallo zusammen,

also Erfahrungen mit Strattera habe ich nicht, deshalb kann ich nicht direkt helfen.

Aber mein Sohn ist auch so ein Exemplar. Wir haben ihn an einem Gymnasium angemeldet. Grade heute morgen haben wir uns gefragt, ob das wohl die richtige Entscheidung war.

Er schreibt heute eine Arbeit und der Füller war wieder nicht auffindbar. Es ist zum verzweifeln und keine Besserung in Sicht.
Er ist total zerstreut. Er macht seine Aufgaben und lässt sie vorsichtshalber zu hause liegen ;-)

ER bekommt Medikinet retard 20mg seit Jan.

Wie erzieht ihr eure Kinder in Sachen Ordnung? Ich bekomme das nicht in den Griff. Gibt es Konsequenzen wenn der 20. Füller verloren geht? Oder soll ich etwas mehr Geduld aufbringen und abwarten?

Liebe Grüße

Anja



von Chaotentruppe - am 09.03.2006 09:46
Auch ich habe keine Erfahrung mit Strattera und keine direkte Erfahrung mit hochbegabten Kindern. Habe jedoch viel gelesen.
Bei Hochbegabten ist es häufig das Dilemma das sie hochkomplizierte Zusammenhänge begreifen, aber die einfachsten Zusammhänge nicht nachvollziehen können oder eine dicke LRS haben. Viele Hochbegabten sind aus diesen Gründen schon auf Sonderschulen gelandet, wenn keine kämpfenden Eltern im Rücken standen.

Von vielen Professoren ist bekannt, dass sie sehr zerstreut sind und die einfachsten Alltagssituationen vor Vergesslichkeit nicht gemeistert bekommen. Das ist fast so etwas wie eine Teilleistungsstörung in praktischer Kompetenz.

Ein Sohn der zum x-ten male den Füller verliert, darf ihn sicherlich von seinem Taschengeld ersetzen.
Diese Kinder brauchen wie alle ADS´ler eine klare Strukur im Alltag. Ich bin auch stetig bemüht meinem Sohn Ordnung bei zu bringen.
Die Schultasche soll einen Abend vorher gepackt sein und es gibt eine Art Checkliste was alles drin sin muss. ich kontolliere noch mal. Ehrlich gestanden bin ich auch nicht die ordentlichste, dass erschwert meine Ordnungserziehung natürlich enorm:-)

L.G
Schlethi

von Schlethi - am 09.03.2006 13:04
Liebe Britta,

ich habe auch so ein Exemplar. Die HB wurde schon mit knapp 5 Jahren erkannt, die ADHS erst mit 7 1/2. Ich wusste, dass seine Probleme nicht nur durch die HB kommen können.

Er bekommt seit November Medis, seit 4 Wochen medikinet retard, damit läuft es sehr gut.

Ich habe den Tag genau strukturiert, in seinem Zimmer hängt ein genauer Plan mit Uhrzeiten. Seitdem dieser Plan dort hängt, setzt er sich tatsächlich zur vorgegebenen Zeit an die Hausis, macht sich zur richtigen Zeit bettfertig (nur Einschlafen kann er nicht zur vorgegebenen Zeit).

Ich glaube, er hatte vorher einfach kein Zeitgefühl oder keinen Überblick, was alles zu tun ist.

Mein Sohn hat eine sehr ordnungsliebende Lehrerin, alles ist in farblich vorgegebenen Mappen, Ordnern, alles von ihr mit Klebe-Etiketten versehen - einfach genial. So lernt er schon von Anfang an, wie er Ordnung halten kann.

Das kannst du aber sicher auch jetzt noch so sortieren....

Auch sein Zimmer habe ich entsprechend durchstrukturiert.

Du hast nicht geschrieben, wieso dein Sohn zum Schulversager wird und ob er jetzt schon andere Medis bekommt.

Ohne Medis konnte mein Sohn auch nichts durchhalten und in der Schule nur zurechtkommen, weil es noch sehr einfach war für ihn. Er war aber extrem frustriert, war zuhause motzig und hat seinen Frust an mir und seinem kleinen Bruder ausgelassen. Das ist auch schon viel besser geworden. Er ist jetzt sehr viel glücklicher und das zieht sich durch den Tag....

Viele Grüße, columbia

von columbia - am 09.03.2006 15:27
Hi Britta66,

ADHS und Hochbegabung haben grundsätzlich gar nichts miteinander zu tun. Bei guter Erziehung entwickeln sich hochbegabte Kinder unauffällig. Dazu gehört natürlich, dass sie entsprechend ihrer Begabung behandelt, unterrichtet und erzogen werden sollten, sonst entwickeln sie Verhaltensschwierigkeiten wie andere falsch behandelte Kinder auch.
Ich würde einen schulpsychologischen Dienst in deiner Nähe aufsuchen. Bei richtiger pädagogisch-erzieherischer Behandlung in Schule und Familie wird sich dein Kind prächtig entwickeln. Von ADHS dann keine Spur!

von Voss - am 09.03.2006 17:59
Hallo!

ADS und Hochbegabung haben sehr wohl miteinander zu tun!
Natürlich gibt es auch Hochbegabung ohne ADS, aber auch ADS ohne Hochbegabung.

Das man ADS mit richtiger Erziehung unterdrücken kann?? Häää
Ja- dann habe ich ja wohl meine drei Kinder falsch erzogen.

Komisch, dass sie überall gerne gesehen sind und durch ihre gute Erziehung auffallen. Es gibt nämlich auch ADS ohne Hyperaktivität. Und noch sooo vieles mehr!

@ Schlethi

Bei mir ist es mit der Ordnung wie bei dir, deshalb fällt mir auch das Anleiten meiner Kinder schwer. Gibt ja auch wichtigeres im Leben ;-)


LG

Anja



von Chaotentruppe - am 09.03.2006 18:29
Hallo Voss,

warum hast Du auf diesen Beitrag nicht geantwortet?

Fällt Dir dazu nichts ein? Gibt es keine Argumente?

???

LG



von Chaotentruppe - am 09.03.2006 23:27
Mein Sohn ist 13 und nimmt seit einem Jahr Strattera. Sein IQ ist 129. Davor nahm er Concerta.
Was möchtest Du wissen?
LG

von A.Maria - am 26.04.2006 11:49
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