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ADHS ADS Selbsthilfe
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69
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Jasmin78, Voss, Lilly., Cornelia, Chaotentruppe, FrankR, Britta F., Hoffnungslos, fabianne, ErichW, ... und 10 weitere

Neu hier und am Ende!

Startbeitrag von Hoffnungslos am 09.03.2006 12:31

Hallo

Ich bin sehr froh dieses Forum hier gefunden zu haben. Ich hab schon ein bißchen gelesen und möchte mich nun Vorstellen.

Wir haben einen Sohn ( 26 Monate ) und einen Kleinen Sohn ( 9 Monate ).

Der Große wurde zwar 3 Wochen zu früh, aber kerngesund geboren. Die ersten 7-8 Monate war er das liebste Kind. Hat Nachts 12 Std am Stück geschlafen, Tagsüber auch nochmal 4-5 Std. Er hat sich gut allein beschäftigt, hat selten geweint.

Allerdings hat er kaum Körperkontakt zugelassen. Schon im alter von 5 Monaten hat er sich mit Händen und Füßen gegen "Kuscheln" oder ähnliches gewehrt.

Als er dann Beikost bekommen hat ( 5 Monate ) hat er die hartnäckig verweigert. Er konnte breiige Dinge nicht schlucken, hat viel gewürgt und geweint. Wir dachten er ist noch nicht so weit und haben erst einmal abgewartet. Das Problem blieb aber bis er 2 Jahre alt war.

Mit 8 Monaten hat er dann angefangen zu brüllen und zu kreischen sobald ihm etwas nicht gepaßt hat. Er war ständig in Bewegung. Einzig allein im Kinderwagen war er ruhig und brav. Mit 10,5 Monaten konnte er laufen und dann gings erst richtig los. Er brüllt, kreischt, zornt und bockt eigentlich den ganzen Tag aus den unterschiedlichsten Situationen heraus. In diesem Alter dachten wir noch nicht an Trotzphase.

Leider hielt diese Phase an und ich bin ein nervliches Wrack. Den ganzen Tag kreischt und schreit dieses Kind. Als er knapp 1,5 war, hab ich mir auf eigenen Faust eine Kinderpsychologin gesucht weil mich kein Arzt ernst genommen hat. Dort waren wir 1 Jahr in Behandlung, mit wenig Erfolg. Sie vermutet bei ihm Hyperaktivität und eine höhere Interlligenz.

Als er 2 war, waren wir in Köln bei Dr. Biedermann. Er hatte ein Blockade die gelöst wurde. Dadurch kann er jetz deutlich besser essen, aber sonst hat sich nichts verändert.

Wir gehen hier mittlerweile alle auf dem Zahnfleisch. Alles dreht sich um unseren Großen Sohn. Der Kleine hat mittlerweile panische Angst vor ihm weil er ihn permanent schlägt, tritt oder einfach nur anbrüllt ( bis vor 1 Monate war er sehr lieb und fürsorglich zu ihm ).

Er versucht sich permanent in den Mittelpunkt zu drängen. Die Wochenenden sind besonders schlimm. Er brüllt eigentlich ständig, tobt, wütet, schlägt....
Unsere Ehe besteht nur noch auf dem Papier, oftmals weiß ich am Abend nichtmal was mein Mann tagsüber an hatte, weil ich einfach nicht dazu komm ihn mir anzusehen.

Wenn er nicht schreit dann redet er, ununterbrochen. Aber nicht einfach normal, sondern enorm laut und quietschend. Man versteht sein eigenes Wort nicht wenn er spricht. Er wiederholt Sätze oder Wörter oft eine Stunde lang ohne Unterbrechung wenn er zb. etwas haben will, es aber nicht bekommt.

Er ist sehr hartnäckig und das geht an die Substanz. Wir haben mittlerweile schon so ziemlich alles probiert. Von Ignorieren, über Bestrafen, anschreien ( oftmals das einzige auf das der überhaupt reagiert ) und Festhalten.

Ich hab das Gefühl ihm ist es egal was wir von ihm verlangen oder ihm verbieten. Er macht es trotzdem / oder eben nicht. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen den wir täglich verlieren.

Ich war schon ein paarmal soweit meine Koffer zu packen und zu gehen - wäre da nicht noch der Kleine der mich braucht.

Zusätzlich hat er seit einem vierteljahr den "Zwang" alles farblich zu benennen. Vieles was er sieht oder benutzt muß erst einmal benannt werden. Das macht er aber nicht einmal,sondern 20, 30 oder 40mal.

Ich trau mich kaum noch raus mit ihm weil er ständig ausrastet. Ich mag nicht mehr auf den Spielplatz oder ins Schwimmbad gehen und die anderen lieben netten zweijährigen sehen. Ich mag mir nicht mehr von anderen Müttern anhören wie schlimm doch Ihre Kinder sind, weil sie mit zwei Jahren auf einmal "So schlimm" sind nur weil sie zweimal in der Woche einen kleinen Wutanfall bekommen.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich kann nicht mehr. Weiß nicht wie ich die nächsten Jahre mit ihm überstehen soll.

Sorry das es so lang geworden ist und vielen Dank fürs lesen.

Viele Grüße

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Hallo Du,

Dein nickname gefällt mir gar nicht, auch wenn er verdeutlicht, wie schlecht es Dir geht...also sage ich einfach nur "Du".

Am liebsten möchte man Dich in den Arm nehmen und drücken und Dir ganz viel Kraft geben. Aber nicht einmal großartige Tipps kann ich Dir heute hier geben, weil ja bei Deinem Sohn noch keine Diagnose feststeht.

Die Kinderpsychologin vermutet eine Hochbegabung. Sicher hast Du schon gehört, daß AD(H)S und Hochbegabung gleichzeitig gar nicht so selten sind. Auch daß hyperaktive Kinder oftmals sehr früh laufen können ist nicht ungewöhnlich.
Dein Sohn scheint ja mit seinen 26 Monaten schon ziemlich weit zu sein (z.B. daß er Farben benennt, das können wahrhaftig nicht alle Zweijährigen).
Aber das reicht natürlich nicht aus, um mit Sicherheit sagen zu können: ja, so ist es.

Ich habe auch schon früh die Probleme mit meinem Sohn gehabt (er war allerdings ein Schreibaby, also fing es bei uns noch früher an als bei Euch!). Wir hatten auch ganz heftige ernährungstechnische Schwierigkeiten. Unser Sohn trank nicht richtig, bekam dauernd Durchfall, war mehrfach stationär, weil er kurz vor`m Austrocknen war und zudem noch ständig krank (schlimmste Neurodermitis, später Bronchitiden, dauernde Mittelohrentzündung). Im ersten Jahr waren wir mehr als 50 Mal beim Kinderarzt und mehr als zehnmal noch beim Notdienst, außerdem insgesamt sechs Wochen stationär.

Ich weiß also wirklich, wie es ist, wenn man auf dem Zahnfleisch geht, wie Du es beschreibst. Ich wußte auch nicht, wie ich zum nächsten Tag kommen sollte und Dir geht es da noch schlechter, denn Du hast noch ein zweites Kind! Meine Tochter kam erst zur Welt, als mein Sohn drei Jahre alt, dazwischen habe ich allerdings ein Baby in der Schwangerschaft verloren, was mich zusätzlich fertig gemacht hat.

Was genau Du jetzt mit Deinem Sohn tun solltest, kann ich Dir nicht sagen. Am besten versuchst Du es in einem SPZ oder bei einer Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe (dort erhältst Du Adressen von Fachleuten, die Dir weiterhelfen können).

Aber eins steht fest: Du brauchst Hilfe! Was sagt Dein Mann zu dazu? Unterstützt er Dich? Hilft er Dir im Haushalt? Kannst Du die Kinder auch mal fremdbetreuen lassen? Oder wenigstens mal einen von den Jungs "abgeben"?
Besteht die Möglichkeit, den Großen im Sommer in einem Kindergarten unterzubringen? Vielleicht wird sein Verhalten besser, wenn er mehr gefordert wird?

Sicher hängen die Probleme auch mit der Geburt des Geschwisterkindes zusammen. Dein großer Sohn merkt nun nach und nach, wieviel Zeit so ein Zwerg in Anspruch nimmt. Anfangs war er noch "neu" und interessant und nun flacht die Begeisterung langsam ab.

Aber Du mußt auf jeden Fall sehen, wie und wo Du Deine Akkus mal wieder aufladen kannst, denn wenn ich Dein posting lese, kommen mir die Tränen, weil ich richtig spüren kann, wie schlecht es Dir geht und wie verzweifelt Du bist.

Mehr als das kann ich leider jetzt nicht sagen, aber schreib doch ruhig wieder, wenn Dir danach ist. Auch wenn Du noch keine definitive Diagnose hast.

Ein ganz dickes Kraftpaket sendet Dir

Britta F.

von Britta F. - am 09.03.2006 13:05
Hallo du,
ich kann verstehen, warum du dir diesen Nick-Namen gegeben hast in deiner Verfassung, die einem zeigt, daß du wirklich am Boden bist. Ich möchte dich erst einmal drücken und in den Arm nehmen. Ich lese aus deinem Bericht heraus, daß du auf einfachem Weg hier nicht rauskommst, ich finde, daß das Verhalten deines Älteren nicht der "Norm" entspricht, dazu ist es zu heftig. Gibt es Spezialkliniken in deiner Nähe, wo er einmal getestet, beobachtet werden kann? Oder erkundige dich wirklich einmal nach einer Selbsthilfegruppe, wo dir Fachärzte empfohlen werden können. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie "geoutet" du dich findest auf dem Spielplatz mit den so lieben Kindern, deren Mütter schon genervt sind, wenn die Lütten mal Piep sagen. Die haben allesamt absolut keinen Schimmer, wie gut sie es haben! Du mußt dir gegenüber aber auch einfach eingestehen, daß deine Kraftreserven aufgebraucht sind - denn da ist ja noch dein Kleiner, der viel Kraft fordert. Du brauchst unbedingt professionelle Hilfe! Ich drück dir ganz doll die Daumen. LG Andrea

von Andrea U. - am 09.03.2006 15:20
Hi du,
fühl dich mal in den Arm genommen und getröstet.

Ich kann dich verstehen. Mir geht es genauso.

Du bist mit deinen Problemen nicht allein, nicht die einzige die aufm Spielplatz oder in der Öffentlichkeit generell aufläuft.

Bei mir war es erstmal eine Erleichterung nicht allein zu sein.
Zu wissen das ich nicht Schuld bin.
Nicht mein Verhalten in der Schwangerschaft (zwar kein Alkohol oder Nikotin - aber Trennung und damit verbundener Streß), nicht meine Erziehung oder die Art wie ich mit ihm umgehe.

Such dir ganz dringend Hilfe - geh zu einer Selbsthilfegruppe in deiner Nähe - hol dir Unterstützung dort und laß dir einen Arzt empfehlen!

Einen Schritt auf einmal - denk nicht drüber nach was noch auf dich zu kommt - ein Schritt - ein Tag nach dem anderen.

*ganz viel Kraft*
White

von Whitewave - am 09.03.2006 16:37
Hallo Du !!

Von mir auch erstmal ein dickes Kraftpaket.

Ich kann es nachvollziehen ,wie du dich fühlst.

Bei mir war es schon in der Schwangerschaft,das ich gemerkt habe,es wird ein sehr lebhaftes Kind.Nur treten und trampeln war angesagt.Ich konnte keine Nacht mehr schlafen.

Und dann kam unser Filius zur Welt.Erste Nacht gleich Kinderklinik. er hörte immer auf zu atmen.

Danach zu Hause hat er nur noch geschrien.Nächte über Nächte.Ich habe mindestens 3mal in der Woche beim Kinderarzt gesessen.Auch er wusste keinen richtigen Rat.

Bis dato kannte ich so etwas nicht . Ich hatte schon zwei Kinder,die völlig problemlos waren.Die Großen waren damals schon 13 u. 11 Jahre.

Damals bin ich auch auf Zahnfleisch gelaufen.
Erstmal die Nächte,die wir durchgemacht haben um den Kleinen zu beruhigen,weil die beiden Großen ja auch morgens ausgeschlafen zur Schule mußten.Es war schrecklich.

Mein Mann ging natürlich fast jeden morgen unausgeschlafen zur Arbeit.

Dann die beiden Großen,die auch ein Recht tagsüber auf ihre Mutter hatten mit Hausaufgaben ect..
An ausruhen war nicht zu denken.

Mit 1 1/2 bekam unser Sprößling dann massivste Verdauungsprobleme. Einmal die Woche Klinik in der er jedesmal einen Einlauf bekam.Das ging ungefair ein halbes Jahr.

Mit 2 Jahren bekam er dann Essstörugen.Er verweigerte jegliche warme Mahlzeit.Also gab es nur noch kaltes essen für ihn.

Das Sprechen kam auch erst mit 2 Jahren,dann aber sofort ganze Sätze als ob er es schon jahrelang beherschen würde.

Es gab noch so vieles was nerven und kraftaufreibend war.

Ich war dann auch irgendwann mit den Nerven so am Ende,dass ich einen Psychologen aufgesucht habe.

Später bin ich dann mit dem Joggen angefangen,damit ich nicht ganz auf der Strecke bleibe.

Ich muß auch noch dazu sagen,das mein Mann mir bis jetzt immer viel geholfen hat.

Die Wochenenden sind sowieso meistens nur für Papa und Sohni.Das tut verdammt gut.

Ich wünsche dir,dass du auch eines Tages einen guten Weg für euch findest aus dieser Situation heraus zu finden.

Bis dahin versuche ganz stark zu sein.Ich weiß, es ist äusserst schwierig.

ganz liebe Grüße und eine dicke Umarmung

von Birgit

von Tante Rosa - am 09.03.2006 16:50
Du fühlst Dich in einer absolut auswegslosen Situation, möchtest nur noch abhauen, hast keine Kraft mehr.Alles ist Dir zuviel und zu siehst keine Perspektive daraus zu kommen.

Ich fühle mit Dir und schicke Dir einen riesen Sack voll Energie und Lebensfreude, denn beides kommt Dir abhanden.

Du brauchst Hilfe, Deine Familie braucht Hilfe, Dein Sohn braucht Hilfe!!!

Ist eine Uniklinik oder ein SPZ in Eur Nähe? In Köln findest Du sicher Anlaufstellen. Mache Druck das Du schnellst möglich einen Termin bekommst. Du kannst nicht mehr warten so verzweifelt wie Du bist.
Kannst Du eine Kur beantragen?

Es kann durch aus sein das Dein Sohn ADHS und HB ist. Sicher weißt Du das erst nach einer Diagnose.

Du kannst Dich aber auch zusätzlich an eine Erziehungsberatungsstelle wenden z.B Caritas. Hier bündeln sich auch qualifizierte Fachleute die Dir weiterhelfen können.

Kann Dir jemand Deinen Sohn mal für ein paar Stunden abnehmen? So das Du Zeit für Dich oder auch den kleineren hast?

Wie steht Dein Mann dazu?

Ich wünsche Dir das Du bald einen Weg findest. Versuche Dir ein Team zusammenzustellen: Guter Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater, Ergotherapeut und ein guter Kindergarten.
Viel Erfolg
Schlethi

von Schlethi - am 09.03.2006 17:51
Hi Hoffnungslos,

mein Rat: Suche sofort ein Frühförderzentrum in deiner Nähe auf (Überweisung durch deinen Kinderarzt). Dort soll man die Ursache der Störung bei deinem Kind diagnostizieren. Wahrscheinlich sind es Wahrnehmungs- und/oder sensorische Integrationsstörungen, und das kann man dort sofort und mittelfristig sehr erfolgreich behandeln.

von Voss - am 09.03.2006 18:04

Es gibt Kinder, die können Farben hören

Hallo

Zitat

Zusätzlich hat er seit einem vierteljahr den "Zwang" alles farblich zu benennen.


Kann es sein das Dein Sohn ein Synästhetiker ist?
Dieses Chaos im Kopf könnte sein Verhalten erklären.
Laß es von einem Fachmann abklären. Vielleicht gibt es dann Wege in eine Normalität.

Schau Dir mal die Links an
[berg.heim.at]
[www.zeit.de]
[www.3sat.de]

VG
Heike 63

von Heike 63 - am 09.03.2006 18:22
Hallo Hoffnungslos,

ohje, Du Arme, laß Dich erstmal drücken. Als ich Deinen Beitrag durchgelesen habe, hab ich regelrecht mitgelitten mit Dir.

Also, die Eigenschaften die er so an sich hat sind wohl sehr ADS-typisch. Ich sag das halt jetzt mal graderaus, war halt auch mein erster Gedanke beim Lesen.

Hast Du Dich schonmal nach einem Arzt umgesehen der sich auch mit ADS bei jüngeren Kindern beschäftigt? Die gibt es auch. Sind wahrscheinlich eher selten zu finden, aber ein Versuch wärs doch wert oder?

Ich mein, so kanns ja auch nicht weitergehen mit eurer Familie oder? Wenn Du jetzt nochmal 3 Jahre wartest dann kannst Dich doch echt wegschmeißen und Deinen kleinen Sohn wahrscheinlich gleich mit. Der braucht Dich doch auch.

Und Dein Großer kommt ja sicher bald in den Kindergarten und was ist wenn er sich da auch so benimmt? Die setzen ihn nach kürzester Zeit vor die Türe, was seinem Gesamtzustand sicher auch nicht förderlich ist.

Leider kann ich Dir jetzt auch nicht so helfen, wie ichs gerne würde....

Viele Grüße

Jasmin

von Jasmin78 - am 09.03.2006 18:39

Re: Es gibt Kinder, die können Farben hören

Hi Heike,

Synästhesie scheint mir nicht so wahrscheinlich, weil damit kein Wiederholungszwang verbunden ist, warum auch. Ich bin selbst eher schwacher Synästhetiker (es gibt da so einen brombeerfarbenen Wahnsinnsgeschmack in meinem Kopf, einfach irre), aber als Kind hat sich das praktisch überhaupt nicht bemerkbar gemacht. Es hat mich auch nie gestört.

Diese Wiederholerei erinnert mich eher an einen Vergewisserungszwang, und von der Gesamtschilderung würde ich wiederum ganz vorsichtig äußern, dass mir spontan das Stichwort Autismus einfiel.

Auf jeden Fall müssen da wirklich kundige Ärzte ran.

Grüße

Erich



von ErichW - am 09.03.2006 18:45

Re: @jasmin

Hallo Jasmin,

verpasst hast du nichts. Es handelt sich um einen alten Bekannten, für den ADS nur ein Konstrukt ist und der in regelmäßigen Abständen hier im Forum auftaucht um Eltern doch von der Diagnose ADS abzubringen.
Er ist dabei so verbohrt, dass seine Posts leicht zu durchschauen sind.

Viele Grüße
Dagmar

von Dagmar D. - am 09.03.2006 18:55

@erich

Hi Erich,

ich hab mal in einem Buch gelesen das ADS-ler auch diesen Hang zu Wiederholungen haben...aber gut, er könnte auch in die autistische Richtung gehen. Bei meinem Sohn vermutet man ja auch neben ADS einen gaaaanz leichten Asperger-Anteil. Wobei ich mir immer denke das dieser Anteil doch eher das ADS ist.

von Jasmin78 - am 09.03.2006 18:56

Re: @jasmin

Hi Dagma,

na toll echt! Muß gestehen, ich war grad im Diskussionforum und hab den Link -Ads-Kritik- von Voss angeklickt.
Irgendwie ist das doch echt krank was die da machen oder?
Wenn ich sowas lese fühle ich mich als Mutter tief getroffen und auch schwer beleidigt.

Vor kurzem war ich bei einer Psychotherapeutin die mir versucht hat einzureden das mein Sohn völlig gesund, also kein ADS-ler ist. Mann, ich hab echt gedacht mich haut aus den Latschen! Bei der hab ich mich nie wieder gemeldet.

von Jasmin78 - am 09.03.2006 18:59
Hallo Britta,

paßt jetzt nicht zum posting von "Hoffnungslos", aber ich muss hier kurz schreiben: Du beschreibst unseren Sohn!!

Auch er war ein Schreikind von Anfang an - bereits im Krankenhaus! Er hatte ständig Mittelohrentzündungen und Bronchities, auch wir kannten alle Notdienste um Umkreis von 50 km.
Hatte ebenfalls Durchfall, kurz vor dem Austrocknen, war ebenfalls 7 x stationär im Krankenhaus. Haben Spezialgerät zum Inhalieren gekauft.

Es wurde allerdings besser, als er mit 4 die Rachenmandeln rausbekam.

Interessant,dass es bei ähnlichem Syptom ähnliche Krankheitsgeschichten gibt!
Ob es wohl damit etwas auf sich hat?



von fabianne - am 09.03.2006 19:00
Hallo Du,

bin auch noch ziemlich neu hier, habe aber bereits erfahren können, wie sehr du hier in diesem Forum aufgenommen und aufgefangen wirst!

Ich freue mich mit Dir, dass du den Weg hierher gefunden hast! Da du auf diese Seite geschaut hast, hast du dich wohl schon etwas mit ADS beschäftigt und auch schon die Vermutung, dass dein Sohn davon betroffen sein könnte.
Das ist schon ein Riesenschritt!

Wie die anderen hier auch empfehlen - nun ist ein Team oder Netzwerk von guten Helfern erforderlich.

Wir haben leider auch viele Ärzte gewechselt, bis wir endlich jetzt (Sohni ist jetzt 7 geworden) einen super Kinderarzt gefunden haben, der uns ernst nimmt und sich auch damit auskennt. Natürlich ist es ein Privatarzt, wie sollte es auch anders sein....

Kurz unser Weg zur Diagnose: auf Eigeninitiative (Zeitungsartikel über ADS mit Fragebogen), Verzweiflung etc. haben wir Kontakt mit der Sonderkindergärtnerin (heißt in Deutschland wahrscheinlich anders) einen Termin bei einer sehr erfahrenen Kinderpsychologin gemacht, die 2 verschiedene Entwicklungstest mit unserem Sohn gemacht hat. Dann Diagnose ADS, wobie die Logopädin schon immer von einer Diskrepanz in der Kommunikation der rechten und linken Gehirnhälfte gesprochen hat. Wir haben auf Anraten der Ergotherapeutin mit Osteopatie angefangen - das Kind war nach 3 Terminen viel ruhiger! Allerdings blieb er während Behandlung nicht liegen - ich habe ihm dabei Geschichten vorgelesen. Nun sind wir bei der Ergotherapeutin, die wirklich tolle Spiele etc. mit ihmmacht. Das Kind hat Spass an diesen Terminen und es hilft ihm wirklich.

Ich kenne mich zuwenig aus, ob man das mit deinem Sohn in seinem Alter bereits machen kann, aber ich denke schon - diese Therapiestunden werden für Kinder wirklich als "Spaßstunden" gesehen.

Ein Tipp aus unserer Erfahrung: unsere Ehe war nur mehr ein Alibi, es funktionierte nichts mehr, es gibt durch Sohni bedingt auch heute immer noch Konflikte. Aber wir versuchen, immer wieder mal einen Babysitter (nur Omas etc.) zu finden und einen Abend für uns zu haben. Wir gehen immer weg, das ist besser als in der Wohnung zu sein. Ein paar Stunden in einem netten Restaurant, ein toller Kinofilm oder ein entspannter Abend bei Freunden - das tut gut!! Und 1x pro Jahr fahren wir für ein Wochenende weg - allein!
Ihr solltet versuchen, an Eurer Ehe festzuhalten und wieder zueinander finden! Ihr habt euch doch lieb und die Kinder brauchen Euch!

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft - tu dir ganz schnell irgendetwas Gutes - ein heißes Bad, wenn die Kids schlafen, etwas extra-Pflege etc. !

Alles Gute!!



von fabianne - am 09.03.2006 19:25

Re: @voss

Jaja, ist ja schon gut!
Die Psychotherapeutin, wenn Dus genau wissen möchtest, hat mir gesagt, das unser Sohn kein ADS hat weil mein Mann hochbegabt ist und ich weit über durchschnitt bin. Daraus schloß sie das es mein Sohn wohl auch sein muß und ansonsten kerngesund ist.
HALLO?!
Ich hab sofort gemerkt das es keine Hochbegabung ist bei meinem Sohn. Grad weil ich auch meinen Mann z.B. erlebe und sehe was ausschließliche HB wirklich bedeutet und an mir halt, nebst hoher Intelligenz, stark das ADS sehe und spüre, spürte ich wohl auch das mein Sohn nicht so ist wie mein Mann sondern total wie ich.

Mein Sohn hat halt beides, eine hohe Intelligenz und ADS.

WAS also ist schade? Zu erkennen und sich eingestehen wies wirklich steht um das Kind? Dazu stehen damit ich ihm helfen kann? Sorry, ich glaub mit Dir brauch ich nicht weiterzureden!

von Jasmin78 - am 09.03.2006 19:30

Das kenn ich auch ...

Hallo Du,

ich kann gut verstehen , daß du dich hoffnungslos fühlst. Du kommst dir vielleicht vor, als wärest Du in einem Irrgarten, aus dem es keinen Weg gibt. Jeder Tag ist ein Riesenberg vor dessen AUfstieg Du dich fürchtest.

Aber du hast doch schon den richtigen Weg eingeschlagen: du bist zu einem Fachmann gegangen - und du hast den Weg hierher gefunden ;-) !!!

Was deinen Sohnemann angeht klingt das schon nach ADS. Was mir beim Lesen deines Beitrags allerdings auch aufgefallen ist : die ständigen Wiederholungen , Stereotypien , das unaufhörliche Reden, das Unbeeindrucktsein von deinem Verhalten in der Intensität - das hat mir - unter anderem natürlich - der KiPsy als DIE Kennzeichen eines Asperger-syndroms bei meinem Sohn benannt.

Das ist es (vermute ich) was Erich und die anderen mit Autismus meinen, da AS eine "milde Autismusform" ist.

Aber das sind alles nur Mutmaßungen. Das kann wirklich nur der Facharzt klären.

Ich könnte mir vorstellen, daß du davor zurückschreckst, das Kerlchen in den Kindergarten zu schicken, frei nach dem Motto:
oh Gott was wird da nur los sein ??? Was wird er da anstellen ??? usw.

Hatte ich auch. Aber ich habe den Erzieherinnen von Anfang an gesagt, was Sache ist und wir haben Integration beantragt. Das aknn eine echte Hilfe sein.

Und wenn er erst mal im Kindergarten ist, hast du einen Teil des Tages für deinen Kleinen (und vielleicht auch ein bischen für dich ?) und kannst nachmittags ganz anders auf ihn eingehen.

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft ! Hol Dir so viel Hilfe wie möglich, dann schaffst Du´s.

Liebe Grüße, Iris mit Robin (knapp 5, ADS und Asperger)

von Yosemite - am 09.03.2006 19:31

Re: @voss

Mal andersrum: Bist Du so einfach gestrickt, das Du Dich nicht auf ausergewöhnliche Menschen(ja gerade dazu gehören wir ADS-ler!) und ihre Einstellungen einlassen kannst?

Wies aussieht net, denn das Forum hier ist voll davon und Du hast echt null Plan wie man richtig mit ihnen umzugehen hat.

Ich? Ich würde mich wohl eher als Realist bezeichnen.

von Jasmin78 - am 09.03.2006 19:36

Re: @voss

Hi Jasmin,
das klingt ziemlich kraus, entschuldige bitte. Ist die Hochbegabung bei euch wirklich seriös festgestellt (seriös gemessenerer IQ größer als 130)? Es gibt dazu heutzutage ja sehr viel Schwachblödsinn. Und wurde das beim Kind genauso seriös (in einem schulpsychologischen Dienst z.B.) festgestellt?
Aber das alles vorausgesetzt: Was hat das mit ADHS zu tun? Zunächst gar nix.

von Voss - am 09.03.2006 19:40

Er kann's nicht lassen....

*LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL*

Köstlich! Da hat er sich mal wieder Bahn gebrochen, dieser offenbar unwiderstehliche (aber eben auch verräterische und zudem tiefe Einblicke erlaubende) Korrekturzwang, an dem man den Peter seit Jahren zuverlässig erkennt !!!

Allerdings lasse ich mir den Schuh durchaus nicht anziehen, denn ich verschließe ebenso bewußt und stur die Augen vor den neuen Rechtschreibregeln wie sich manche Menschen jeglichen Erkenntnissen über AD(H)S entziehen. Bleibt nur noch die Frage, welche dieser Haltungen den größeren Schaden anrichtet. Aber bitte, das wissen Sie schließlich so gut wie ich.

VG Frank



von FrankR - am 09.03.2006 19:41

Re: @voss

Hallo Voss,

kennst Du Name gelöscht ? Wenn die nicht seriös ist dann weiß ich auch nicht wer dann!
Die hat meinen Mann gestestet und er ist als höchstbegabt eingestuft worden. Höchstbegabt ist ein IQ ab 140....nur so nebenbei.

Naja, weiß ja net, mein Mann studiert grad BWL und lernt grad mal 4 Stunden in der Woche und besteht alle Prüfungen. Also, ich würde schon sagen das er HB ist.

von Jasmin78 - am 09.03.2006 19:43

Re: @voss

Voss schrieb:

Zitat

Aber das alles vorausgesetzt: Was hat das mit ADHS zu tun?
Zunächst gar nix.



Bist Du schlau echt! DAS hatte ich ja in meinem Beitrag versucht zu erklären, kam aber scheinbar nicht an bei Dir!!

von Jasmin78 - am 09.03.2006 19:48

Vielen Dank für Eure Worte...

Hallo Ihr Lieben

Ich bin echt überwältigt und hab mit soviel Antworten gar nicht gerechnet. Erst einmal vielen Dank!

Komischerweise hatte ich den Autistischen Verdacht auch schon recht früh. Von Klein auf kam mir unser Sohn irgendwie anders vor. Im Vergleich zu unserem zweiten Sohn hat er sehr wenig gelacht. Er hat sich NIE einfach mal in den Arm nehmen lassen oder hat gekuschelt. Das hat erst langsam angefangen als er ca. 2 Jahre alt war.

Mittlerweile kommt er sogar von allein ganz kurz zum schmusen.

Aber sind Autistische Kinder nicht irgendwie in sich gezogen? Er ist sehr aufgeschlossen, auch Fremden gegenüber. Spricht jeden an und ging, bis vor kurzem, auch mit jedem mit. Eine Fremdelphase hatte er nie.

Gibt es im Internet irgendwo einen Übersicht über Ärzte die sich mit ADS auskennen? Oder über SPZs?

Wir haben durch die Familie eigentlich schon Unterstützung. Meine Eltern wohnen mit im Haus, wo er oft und gerne hingeht. Allerdings ist das auch oft das einzige Druckmittel - das er nicht zur Oma darf wenn er sich zu heftig aufführt.

Einmal in der Woche ist er einen ganzen Nachmittag bei der anderen Oma. Wir gehen mind. 1 mal im Monat Abends weg.
Mein Mann hilft mir wo er nur kann, macht viel im Haushalt und reißt sich auf gut Deutsch den A..... auf für uns.

Bei der Psychologin bestand die Therapie überwiegend in Erziehungsberatung und Videoanalyse.

Leider haben wir hier nur Kinderärzte die der Meinung sind ich bin einfach zu doof mein Kind zu erziehen. Mittlerweile haben wir schon 4 durch!

Ich bin auch an einem Punkt angelangt wo ich einfach keine Kraft mehr haben ständig zu neuen Ärzten zu fahren und wieder enttäuscht zu werden. Aber auf der anderen Seite muß ich es ja machen, mein Sohn kann es ja noch nicht.

Viele liebe Grüße, Jetzt schon Hoffnungsvoller

von Hoffnungslos - am 09.03.2006 19:49

Re: @voss

Hi,
ich will ja deinen Mann nicht entzaubern, aber
Name gelöscht
Zweitens: Einen IQ über 130 seriös zu messen geht gar nicht. Den Terminus "höchstbegabt" gibt es seriös auch nicht. Das ist alles modischer Quatsch.
Frag mal genau, welchen IQ-Test sie da angewendet hat. Und dann melde dich wieder, ich weiß was dazu.

von Voss - am 09.03.2006 19:52

Re: @voss

Ich weiß nach welchem Test er getestet wurde aber das werde ich Dir sicher nicht mehr auf die Nase binden, genausowenig die Höhe seines IQs.
Und Du brauchst meinen Mann nicht zu entzaubern, ich weiß schon wen ich seit 7 Jahren vor mir habe, aber vielen Dank für den "netten" Tip.

Für mich hat sich das Gespräch mit Dir erledigt. Schönes Leben wünsch ich Dir noch und weiterhin viel Spaß und Freude am weiterstänkern hier.

Bin weg.

von Jasmin78 - am 09.03.2006 19:57

Re: @voss

Voss schrieb:

Zitat


Den Terminus "höchstbegabt" gibt es seriös auch nicht. Das
ist alles modischer Quatsch.


Na klar! ADS ist ja auch eine Modekrankheit ;-)

Es ist besser, durch Schweigen den Anschein von Inkompetenz zu erwecken, als durch Reden jeden Zweifel zu beseitigen

Liebe Grüße



von Chaotentruppe - am 09.03.2006 21:06

Re: Er kann's nicht lassen....

Hi,
das interessiert mich
Zitat

Allerdings lasse ich mir den Schuh durchaus nicht anziehen, denn ich verschließe ebenso bewußt und stur die Augen vor den neuen Rechtschreibregeln wie sich manche Menschen jeglichen Erkenntnissen über AD(H)S entziehen.

Lieber Kollege, bitte um genauere Angabe, vor welchen Erkenntnissen sich manche Menschen über ADHS entziehen. Das dürfte interessant werden, wenn es hier nicht von der Zensur unterbunden wird.

von Voss - am 09.03.2006 21:49

Re: Er kann's nicht lassen....

Lieber Peter Voss,

an ihrer Stelle würde ich mir ganz schnell mal ein Hobby suchen!

Besser ist das! Oder vielleicht um eine neue Aufgabe bemühen, sich vielleicht für Behinderte einsetzen oder was Nützliches!

Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

Grüsse



von Chaotentruppe - am 09.03.2006 22:02

Re: Vielen Dank für Eure Worte...

hallo Hoffnungslos,

nein, es ist keineswegs so, dass autistische Menschen immer in sich gekehrt sein müssen. Es kann auch das genaue Gegenteil der Fall sein. Der Punkt hierbei ist, dass sie die sozialen Signale ihres Gegenübers nicht richtig deuten können und sich darum nicht korrekt an soziale Spielregeln, wie sie ja auch in der Kommunikation herrschen, halten können.

Mein Sohn (14) hat ebenfalls u.a. ADHS und Asperger Autismus.
Auch er hat, als er klein war, nie gefremdelt und jeden "zugetextet", ist manchmal sogar redend hinter Leuten hergelaufen, wenn sie dann irgendwann mal gerne weitergehen wollten. ;) Heute hingegen ist er Fremden gegenüber tatsächlich extrem zurückhaltend und spricht meist überhaupt nicht mit ihnen - außer, sie kommen zufällig auf seine speziellen Interessen zu sprechen, dann redet er "wie ein Wasserfall".

Auch mir liest sich deine Beschreibung sehr nach Autismus.

Arztübersichten in Form spezieller Empfehlungen darf man leider nicht veröffentlichen. Aber wenn du schreibst, wo ungefähr du wohnst, kann man dir vielleicht einen Tipp per Mail geben.

Leider kennt man sich nicht in jedem SPZ automatisch mit ADS und/oder Autismus aus. Dort kannst du also durchaus ähnliche Erfahrungen machen wie bei den Kinderärzten.
Am besten gehst du zu einem mit Autismus erfahrenen Kinder- und Jugend-Psychiater oder einer solchen Klinik-Ambulanz.
Denn wenn es wirklich Autismus ist, brauchst du eine fachärztliche Diagnose, um entsprechende Hilfen und Therapien finanziert zu bekommen.
Dazu brauchst du allerdings natürlich eine Überwiesung durch den Kinderarzt. Aber die muss er dir geben. Anderenfalls kannst du dich an die Krankenkasse wenden, die werden ihm das notfalls schon erklären.

Es tut mir leid, ich weiß, wie anstrengend das ist, aber ich fürchte, ans Kämpfen wirst du dich gewöhnen müssen.

Aber hier gibt es viele Eltern, die dich dabei unterstützen. :-)

Alles Gute
Cornelia



von Cornelia - am 09.03.2006 22:39

Re: Vielen Dank für Eure Worte...

Hallo zusammen,

wenn es darum geht, jemanden zu finden, der sich mit (Asperger) Autismus auskennt, dann kann ich hier folgenden Artikel aus der Ärztezeitung beisteuern.

Hier wird eine Ärzteliste erwähnt. Aber inwieweit die sich mit ADS auskennen, das weiss ich nicht.

Schaut selbst:


Hilfe für Kranke mit besonderer Autismus-Form

NEU-ISENBURG (eb). Um die Betreuung von Patienten mit Asperger-Syndrom, einer besonderen Form von Autismus, zu verbessern, hat der Selbsthilfeverein von Menschen mit Asperger-Syndrom im Web eine Liste erfahrener Ärzte und Therapeuten veröffentlicht.

Die Liste www.aspies.de/aerzteliste.html enthält Adressen von Ärzten, auch Neurologen und Psychiatern, Psychologen, Ergotherapeuten und Heilpraktikern.

Sie ist nach Postleitzahlen sortiert und wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt, wie der Selbsthilfeverein Aspies e.V. jetzt mitteilt. Neue Adressen können gerne in die Liste aufgenommen.

Beim Asperger-Syndrom handelt es sich um eine Form des Autismus, die sich meist bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter mit schweren Kontaktstörungen manifestiert. Vor allem Jungen sind betroffen. Die Ätiologie der Erkrankung ist unklar.


Quelle: www.aerztezeitung.de/docs/2005/11/30/216a1004.asp?cat=/magazin/selbsthilfe


Hoffe, ich konnte helfen!

Liebe Grüße von

Georgia

P.S. Don´t feed the trolls!

von georgia - am 10.03.2006 00:10

@Lilly

Hi Lilly,

ich denke das es schwer abzugrenzen ist. Wie gesagt, bei meinem Sohn wurde ja nebst ADS auch dies Asperger diagnostiziert. Mein Sohn ist ja eher ein Hypo. und Asperger sind ganz, ruhige, liebe, mit sich selbst zufriedene Kinder.
Ich denke, das, wenn Asperger und ADS dann nur wenn es ein Hypo. ist. Vermute ich mal so.

Bei Asperger gibts ja zudem noch die heftigsten Abstufungen, von ganz leicht, bis so schwer das die Kinder ihr Leben lang Betreuung brauchen.

Bei meinem Sohn äußert es sich so: sehr ruhig, mit sich selbst zufrieden, kann mit Gleichaltrigen gar nicht, nur mit Erwachsenen oder ganz kleinen Kindern, sehr berührungsempfindlich und mag auch das Kuscheln nicht, schaut bei Begrüßungen oder Unterhaltungen nicht immer direkt ins Gesicht. Kann Gefühle, Situationen oft gar nicht oder nur falsch deuten.....es gibt sicher noch mehr, aber spontan sind mir jetzt diese Dinge eingefallen.

von Jasmin78 - am 10.03.2006 07:10

Re: @ Fabienne: Neu hier und am Ende!

Hallo Fabienne,
unser jetzt 15-Jähriger hatte nur Infekte bis zum 12. Lebensjahr. Zuletzt 6 Lungenentzündungen und 5 Mittelohrentzündungen in einem einzigen Jahr!! Er war nie infektfrei, jeder kleine Husten wurde sofort eine Bronchitis. Die Kinderärzte sagten nur:Es gibt solche und solche Kinder, das gibt sich. Vonwegen. Ich habe dann die Hotline unserer Krankenkasse angerufen, heulend, weil unser Sohn nur noch Schatten unter den Augen hatte und natürlich keine Abwehrstoffe mehr durch die ständige Antibiotikagabe. Die Hotline gab mir den guten Tip, einen reinen HNO-Arzt aufzusuchen, vermutete als Auslöser die Mandeln (die eigentlich unauffällig aussahen) und eine Streptokokkenuntersuchung durchzuführen. Der HNO schrieb sofort nach dem Blutergebnis die Einweisung ins Krankenhaus aus. Nach der OP blühte unser Sohn auf - die Schatten unter den Augen verschwanden, er nahm endlich ein paar Pfund zu - und seither hat er ab und an, ganz selten, mal einen normalen Infekt wie jedes Kind. Der HNO sagte übrigens: Eigentlich darf ich Ihnen das gar nicht sagen, aber 90 % der Kinder- und auch HNO-Ärzte schieben diese OP so lange es geht hinaus, denn danach sind die Kinder gesund - und die Ärzte verdienen nichts mehr...... Ich traute meinen Ohren nicht. Liebe Grüße Andrea

von Andrea U. - am 10.03.2006 08:03

Re: @Lilly

Danke Jasmin,

mein Sohn ist ADHS und Tourette diagnostiziert. Er wird in 2 Wochen 12. Warum ich frage: mein sohn lebt so in seiner eigenen Welt...wenn er Beispielsweise in die Schule läuft, hört man ihn wie er geräuschvoll in seiner Phantasiewelt befindet samt seines genazen Körper der das ausspielt...die Situationen gibt es sehr oft und ich finde dass für einen 12 jährigen beängstigend....er war schon immer so, aber ich dachte immer gut er hat eine große Phantasie es ist eben ein Kind. Auch spielt er nur mit kleinen Kinder z.B. 5 bis 6 jährigen höchstens 7 bis 8 Jährige....der rest lehnt ihn völlig ab. Er kann auch schwer situationen einschätzen beispiel heute morgen schlägt er mit seinen schulbüchern meiner tochter auf den kopf. ich frage ihn wie es ihm gefallen würde? er sagte keine ahnung. ich: soll ich es bei dir mal machen? ja! ok ich machte es....und fragte ich, gefällt es dir? ...seine antwort: ist lustig!! Hallo? ich versteh es nicht. Sein Verhalten verstehe ich oft nicht....

als kind hat er körperliche Nähe auch abgelehnt, heute läßt er es aber zu. wenn ich ihn als baby bzw. kleinkind kuscheln wollte kamen die arme und drückten mich weg......

LG Lilly

von Lilly. - am 10.03.2006 12:45

Re: @Lilly

Jasmin78 schrieb:

Zitat

Mein Sohn ist ja eher ein Hypo. und Asperger
sind ganz, ruhige, liebe, mit sich selbst zufriedene Kinder.
Ich denke, das, wenn Asperger und ADS dann nur wenn es ein
Hypo. ist. Vermute ich mal so.


Hallo Jasmin,

ups, es wäre schön, wenn das bei allen so wäre. :-)
Ist es aber leider nicht. Unter Asperger Betroffenen gibt es auch ganz heftige Rumpelstilzchen. Und Asperger kann durchaus auch mit ADHS einhergehen.
Mein Sohn ist einer von dieser hyperaktiven Rumpelstilzchen-Sorte und kann ganz schön ausflippen. ;)

Liebe Grüße
Cornelia



von Cornelia - am 10.03.2006 13:00

Re: @Lilly

meiner ist überhaupt nicht in sich gezogen er ist von der extremen hyperaktiven sorte....aber auch in dieser phantasiewelt ist er überhaupt nicht ruhig und zurückgezogen. im gegenteil....kleine kinder können in "diesem spiel" sich noch reindenken...ältere kommen damit nicht mehr klar...da es eigentlich doch typisch kleinkindliches verhalten ist....ich muss ehrlich sagen mich macht dass nervös....

aber was mich da stuzig macht, er kann auch anders....wenn genug action aussenrum ist....oder durch die medis auch in der Schule während dem Unterricht....dass ist doch nicht typisch oder...?? verändert sich dass im alter? es sind bei ihm mehr so die situationen wo keine reize von außen kommen oder er spielt....ist schwer dass zu beschreiben.

LG Lilly

von Lilly. - am 10.03.2006 13:08

Re: @Cornelia

Echt?! Siehst, man lernt nie aus. Ich dacht mir halt das das ja schier net geht mit H weil die Aspis ja eher zurückgezogen und brav sind.
Den Begriff Rumpelstilzchen find ich echt nicht schlecht ;-)

@lilly
Ich weiß, für Dich war die Situation mit den Büchern sicher nicht lustig, aber ich mußt jetzt doch eine klitzekleines bischen darüber lachen ;-)
Ich hab ja solche Situationen mit unserem Sohnemann auch des öfteren mal und ich bin dann jedesmal total verzweifelt und dann kommen auch gleich wieder Gedanken so von wegen: "Oh Gott, was soll aus ihm nur werden?" "Wenn das so weitergeht bleibt er für Ewig ohne Freunde..."
Aber im Großen und Ganzen ist er trotzdem ein wirklich süßer Schnuffel mit viiiiieeel Herz....mein Gott, da blick echt noch einer durch....:-/

von Jasmin78 - am 10.03.2006 15:36

Re: @Lilly nochmal ;-)

Schau doch mal hier nach, da kannst auch direkt ein wenig vergleichen...soweit man das als Laie kann.

[www.bkjpp.de]


[www.asperger-online.de]

Zwei gute Seiten wie ich finde.

von Jasmin78 - am 10.03.2006 15:39

Re: @Cornelia

sehr schwer für mich zu verstehen. ich hoffe ihr könnt mir trotzdem einwenig beiseite stehen....bin doch verunsichert.

wie geschrieben ist mein Sohn auf ADHS und Tourette diagnostiziert..wobei der Doc. in den Akten chron. Ticstörungen stehen hat, auch meinen Wunsch so bleibt.

Jetzt lese ich was von behandlungen bei asperger: tic-störungen...??du meine güte....nimmt dass denn kein ende?

treten bei Asperger Ticstörungen auf??
habe das mal kopiert:

Medikamentöse Therapie bei Asperger-Syndrom



Aufmerksamkeitsprobleme, Bewegungsunruhe, Impulsivität, Aggressivität
Stimulanzien
Neuroleptika


Zwangssymptome, ritualisierte Handlungen, Aggressivität
SSRI
Neuroleptika


Tic-Störungen
Neuroleptika


ist er denn vielleicht falsch diagnostiziert mit Tourette, oder wurde da nur noch keine Verbindung hergestellt. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich diese Probleme nicht angesprochen aus dem Grund, da ich es bis jetzt für normal hielt nur jetzt auffällt wegen seines alters. ich weiß ja dass er nciht "normal" ist, und habe auch vieles auf dass ADS geschoben....

Viele Fragezeichen schwirren mir im Kopf und ich würde mich gerne weiter mit jemanden austauschen, speziell in meinem Fall....weil die Beschreibungen doch recht kompliziert sind.

Versteht mich nicht falsch, ich will keine Diagnose. Aber ich möchte die Störung Asperger einfach verstehen. Damit habe ich dann die Möglichkeit vielleicht unsren Doc am 16. gezielt anzusprechen....???

LG Lilly

von Lilly. - am 10.03.2006 16:22

Re: @Cornelia

ist es denn nicht auch ADS typisch, dass die Kinder die Mimiken anderer nicht einschätzen können und dadurch Probleme im sozialen Umgang haben?

er macht ungerne bei Spielen mit die mit Wettkämpfen zu tun haben. er schaut lieber zu oder hilft z.B. die Bälle zu holen.

er lief mit 9 Monaten frei, Mit 5 Monaten konnte er schon krabbeln.

Mit dem Sprechen hat es etwas länger gedauert aber noch eingiermaßen im Norm bereich. Wo andere schon gut gesprochen haben, hat er sich noch nicht so gut ausdrücken. Dass ist mir damals aufgefallen.

was ich auch überlege..es ist bei meinem Sohn eigentlich kein Dauerzustand. Dieses in seiner Phantasiewelt leben. Ist es beim Asperger überhaupt möglich, dass dieser Zustand nicht ständig ist??

LG Lilly

von Lilly. - am 10.03.2006 16:39

Re: @Cornelia

Lilly, Lilly, warte, da fällt mir grad was ein!!
Ich hab mal einen Bericht im Internet gelesen das sich bei ca. 20% aller als Asperger diagnostizierten Kinder mit den Jahren stattdessen das Tourette daraus entwickelt. Was heißt, das die angeblichen Aspis erstmal falsch erkannt wurden und stattdessen Tourett-ler sind. Hat sich dann halt erst mit steigendem Alter richtig hervorgehoben.
Vielleicht find ich die Seite ja nochmal, ich werd mal suchen o.k.?

Was aber nun de facto heißt das sich diese im sagen wir mal "Grund"störungsbild sehr ähnlich sind oder?

von Jasmin78 - am 10.03.2006 18:20

Re: @Cornelia

Viele TS-Kids haben ebenso Anzeichen des Asperger-Syndroms. Es ist schwierig, das so kurz und bündig zu beschreiben --- so könnte man es in einem TS-Hilfegruppen-Treffen als "all die sozialen/verhaltensmäßigen Probleme, die bei TS üblich sind", schildern, "jedoch ohne die Tics." Als Asperger das Syndrom 1942 beschrieb, nannte er es "autistische Psychopathie", aber die Kinder sind nicht in der Art autistisch (nach innen gerichtet), wie diejenigen, die wir heute gewöhnlich mit dem Begriff Autismus (Kanner-Syndrom) beschreiben.

von Jasmin78 - am 10.03.2006 18:39

Re: @Cornelia @Jasmin

interessant. Danke dir. Er hat zu den motorischen Tics auch vokale Tics. Vielleicht sind die Symptome doch sehr ähnlich. So habe ich es auch rausgelesen. Vielleicht hat auch die kombination ADHS+Tourette auch was von Autismus.Die Grenze ist vielleicht sogar fließend. Wer weis.
Im Grunde wird das ja gleich behandelt. Mein Sohn bekommt Medikinet+Tiapridex. Wenn ich richtig gelesen haben, wird bei Asperger Syndrom ebenfalls diese Medikamente angewand.

Wir können nur versuchen unsere Kids auf den besten WEg für sie führen.

Bei meinem Sohn wurde ein Teilbereich als sehr hoch eingestuft: logisches Denken.

Vielen Dank für eure Hilfen.

Ich glaube es hat mir sehr geholfen, diese Verhaltenweise doch anders zu sehen....

LG Lilly

von Lilly. - am 10.03.2006 20:38

Re: @Cornelia

Hallo Lilly,

nein, das ist schon korrekt so. Mein Sohn hat auch u.a. nebeneinander die Diagnosen Asperger Syndrom, ADHS, Tourette-Syndrom, weil er überall jeweils das Vollbild der Diagnosekriterien erfüllt.
In manchen Bereichen überschneiden sich die Symptome der einzelnen Störungsbilder, das ist richtig. Aber jede dieser Diagnosen hat dennoch auch spezifische Eigenarten, die bei den anderen so nicht auftreten.
Asperger Autisten haben auch manchmal Tics, aber zum Tourette Syndrom gehören ja mehrere motorische und vokale Tics über einen langen Zeitraum hin.
Andererseits sind "autistische Züge" und/oder Zwänge noch lange kein Asperger Syndrom.

Wir können uns gerne in den nächsten Tagen nach und nach ausführlich darüber austauschen. :-)

Frag, was immer dir auf dem Herzen liegt.

Liebe Grüße
Cornelia



von Cornelia - am 10.03.2006 23:26

Re: @Cornelia

Hallo Lilly,

Zitat

ist es denn nicht auch ADS typisch, dass die Kinder die
Mimiken anderer nicht einschätzen können und dadurch Probleme
im sozialen Umgang haben?


In gewisser Weise kann das sein. Aber dann aus anderem Grund.
ADS-Kinder haben in der Regel soziale Probleme wegen ihrer Aufmerksamkeitsstörung. Sie schauen nicht so genau hin, sind abgelenkt, impulsiv, oft aufbrausend und ungeduldig oder im Fall Hypo verträumt und mit den Gedanken woanders und vielleicht auch schüchtern und daher unsicher. Aber sie sind grundsätzlich durchaus in der Lage, Mimik richtig zu deuten, wenn sie die Ruhe dazu finden und sie verstehen auch die sozialen Spielregeln unserer Gesellschaft im Allgemeinen recht gut.

Autisten aber schauen - außer sie haben zusätzlich ADS ;) - nicht deshalb ungenau hin, weil sie abgelenkt sind, sondern weil sie der Mimik sowieso nur wenige Informationen entnehmen können, ja sie sogar oft stark irritiert und die dadurch daran hindert, wneigstens di verbalen Informationen aufzunehmen, die das gegenüber aussendet (bei denen sie aber weitgehend auch nur die Sachebene mitbekommen und nicht die Gefühlsebene, oder aber Probleme haben, diese korrekt zu entschlüsseln). Sie merken oftmals noch nicht einmal, wenn ihr Gegenüber schon kocht vor Wut un dsind ganz erstaunt, wenn es ihnen irgendwann, wenn die Signale dermaßen deutlich wurden, dass auch sie sie zuordnenkönnen, auffällt. Den Auslöser haben sie damit noch lange nicht verstanden, in Situationen, wo einem ADS-Kind das längst sonnenklar ist.

Natürlich haben alle Menschen manchmal Probleme, die Gedanken und Absichten eines Interaktionspartners richtig einzuschätzen. Bei Autisten aber ist das fast immer so, es sei denn, die Signale sind extrem deutlich. und auch dann entgehen ihnen in der Regel die Feinheiten darin oder sie missdeuten sie.



Zitat

er macht ungerne bei Spielen mit die mit Wettkämpfen zu tun
haben. er schaut lieber zu oder hilft z.B. die Bälle zu holen.

Das ist ebenfalls recht typisch für Menschen mit Autismus. Die meisten davon sehen gar keinen Sinn darin, sich mit anderen zu messen. Vielen ist ein Mannschaftsspiel auch viel zu unübersichtlich und erscheint ihnen chaotisch. Alle rennen durcheinander, man verliert den Überblick, wer üüberhaupt zur eigenen Mannshcaft gehört und hat auch probleme, die Positionen deranderen gut genug zu erfassen und einzuschätzen.

Autisten nehmen ihre Umwelt in Details war, die sie über die Logik wie ein Puzzle zusammenfügen müssen, um ein Gesamtbild zu erhalten, das der ADSler in einem Blick erfasst. Diesem entgehen dafür dann so manche wesentlichen Einzelheiten ... Einem Autisten hingenen ershceinen wiederumoftmals ganz andere details als wesentlich als dem rest der Welt.

Ein Therapeut, der viel auf Tagungen spricht, erklärt das gerne so:
Wenn ein "normaler" Mensch in einem Vortrag sitzt, dann hat er in der Regel kein Problem damit, dem Redner zuzuhören und dabei vielleicht auch zu registrieren, dass es zieht und dass seine Hand gerade auf seinem Oberschenkel ruht. (Eine Ergänzung von mir: Ein ADSler winkt mit der anderen Hand womöglich auch noch einem Bekannten zu, den er gerade entdeckt hat und wippt zudem mit den Füßen ... *g*).
Ein Autist aber nimmt immer nur eine Sache zur Zeit wahr. Er hört also dem Redner zu. Dann bemerkt er, dass seine Hand auf etwas Warmem, Weichem ruht. im nächsten Moment registriert er, dass da auch etwas Warmes, Weiches auf seinem Bein liegt. Und dann kombiniert er, dass es wohl seine eigene Hand sein muss, die da auf seinem Oberschenkel liegt. Währenddessen aber hat er nichts mehr von dem mitbekommen, was der Redner sagte.

Das alles braucht Zeit. Im Falle des Ballspieles wären die Mitspieler also längst an ihm vorübergerannt, bevor er überhaupt Zeit hatte, zu überlegen, wem er den Ball zuspielen soll usw.


Dazu dann noch die bei den meisten Aspergern vorliegende motorische Ungeschicklichkeit, die oft ausgeprägte Lärmempfindlichkeit, usw. usf.

Zu dem Blick fürs Wesentliche erzählt jener Therapeut gerne eine Anekdote von einer Kollegin, die mit einer Patientin zu Fuß durch Los Angeles ging. ich hoffe, ich gebe sie korrekt wieder:
An einer Ampel hielt neben ihnen ein rosa Cadillac. Nun gut, dass ist dort noch nichts Ungewöhnliches, aber auf dem Beifahrersitz saß ein lebender Orang Utan. Die Therapeutin machte ihre patientin darum auf den Wagen aufmerksam, die daraufhin völlig baff war und rief, das dürfe doch nicht wahr sein usw.
Im Weitergehen bemerkte sie jedoch, dass die Patientin offenbar etwas anderes meinte, als den Orang Utan. Sie fragte, worüber genausie denn eigentlich so erstaunt gewesen sei beim Betrachten des Wagens und bekam zur Antwort, ob sie denn nicht die Zierleiste bemerkt habe, die habe doch zu einem völlig anderen Baujahr gehört als der rest des Wagens ...


---

es ist sehr spät geworden. Ich werde versuchen, morgen zu dem Rest auch noch etwas zu schreiben, okay?

lieben Gruß
Cornelia



von Cornelia - am 11.03.2006 00:01

Re: @Cornelia

Aber woher kommt denn das Asperger? Ist es genetisch bedingt? Manchmal hab ich wirklich Angst davor selbst ein paar Anteile davon zu haben. Mein Bruder z.B. ist laut Asperger-fragebogen der totale Aspi *g*
Wie äußert sich denn Asperger bei Erwachsenen?
Grad was es die Interptretation von Gefühlen von anderen angeht...
Oh Gott, ich hoffe doch sehr das wir uns net gegenseitig verrückt machen mit unseren Erklärungen hier.

von Jasmin78 - am 11.03.2006 05:03

Re: @Cornelia

Hallo Jasmin,

ja, Das Asperger Syndrom ist wie jede Form von "echtem" Autismus vererbbar und damit angeboren. Allerdings nicht so gradlinig wie Mendels Kaninchenfarben. Da müssen viele verschiedene Aspekte zusammenkommen. Doch es ist erwiesen, dass es familiär gehäuft auftritt und man hat erste Genbereiche gefunden, die wohl damit zu tun haben. Aber da besteht noch viel Forschungsbedarf. Es wird aber auch weltweit geforscht. Auch in Deutschland. In Frankfurt befasst sich Dr. Poustka mit der Genetik von Autismus, in Marburg Prof. Remschmidt speziell mit dem Asperger Syndrom.
Ich betone den "echten" Autismus, weil es auch noch andere Beeinträchtigungen gibt, die wie Autismus wirken können, ohne welcher zu sein. Dazu gehören Hopitalismus (der durch schwere Vernachlässigung bewirkt wird, aber bei entsprechend dauerhafter und intensiver Zuwendung auch wieder zurückgeht), die Phenylketonurie (eine Stoffwechselstörung, auf die aber heutzutage jedes Baby routinemäßig nach der Geburt untersucht wird) und andere.

Die meisten Eltern autistischer Kinder haben selbst auch einige Aspekte davon, so, wie es bei ADS ja auch ist. Angst brauchst du davor aber nicht zu haben, du bleibt ja dennoch diejenige, die du immer warst, ebenso wie die Kinder sich durch eine Diagnose nicht plötzlich in andere Menschen verwandeln. Es gibt dann nur endlich eine sinnvolle Erklärung für ihr oft merkwürdiges und unverständlich scheinendes Verhalten. Und dadurch wird es in gewisser Weise auch leichter, damit umzugehen.

Die Fragebögen und Onlinetests kann ich allerdings nicht empfehlen. Sie sind viel zu unzuverlässig und vage, fast jeder findet sich darin wieder.

Und einige Aspekte zu haben ist noch weit entfernt von der Diagnose Asperger Syndrom, so wie ja auch ein bisschen lebhaft sein noch kein ADS ausmacht.

Für Erwachsene werden dieselben Diagnosekriterien angewendet wie für Kinder, die Auffälligkeiten müssen natürlich auch bereits seit der Kindheit bestehen. Man ist wohl dabei, sie für Erwachsene auch zu erstellen, das wird aber noch dauern.

Ich hatte hier schon mal einige eigenschaften von Aspies aufgeführt:
[forum.myphorum.de]

Ich setze mal die Erläuterungen zu den Diagnosekriterien hier unten dran, die ich auf meiner Website dazu geschrieben hatte. Die Formatierung wird dabei verloren gehen, ich hoffe es hilft euch trotzdem weiter. Die Diagnosekriterien nach verschiedenen offiziellen Standards findest du z.B. hier im obersten Abschnitt auf der Seite von Diana, einer jungen Frau mit Asperger Syndrom:
[www.aspiana.de]


Lieben Gruß
Cornelia

____________________

Für Laien sind die Diagnosekriterien des Autismus nicht immer klar verständlich. Hier folgt bald eine Beschreibung der Merkmale des Autismus, die allgemeinverständlich ist, auch ohne Fachbegriffe zu kennen.



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Bis dahin möchte ich auf ein paar immer wieder auftauchende Aussagen eingehen, die häufig auch von Ärzten fälschlich gemacht werden.

Denn es ist wirklich fatal, dass aus diesen Gründen bei autistischen Menschen eine Diagnose oftmals nicht gestellt wird, obwohl sie alle Diagnosekriterien voll erfüllen.



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Fehlender oder vorhandener Blickkontakt ist KEIN Diagnosekriterium oder Ausschluss-Kriterium, auch wenn die Art des Blickkontaktes bei autistischen Menschen oft - aber eben nicht immer! - auffällig ist.
Oftmals wird behauptet, autistische Menschen blickten ihrem Gegenüber niemals ins Gesicht.
Das ist zwar häufig tatsächlich der Fall, es muss aber nicht so sein!
Ebenso kann der Blickkontakt nur flüchtig oder sogar ziemlich unauffällig sein.
Viele Menschen mit Asperger Autismus sehen z.B. Gesprächspartner an, wenn sie selbst reden, blicken aber zur Seite, wenn sie zuhören.
Und es kommt auch das Gegenteil vor, nämlich dass autistisch Behinderte einen auffallend starren und durchdringenden Blick haben.
Manche autistische Menschen blicken andere Menschen auch zwar bei der Begrüßung ins Gesicht, weil dies mit ihnen eingeübt wurde, aber beim Abschied dann blicken sie zur Seite, weil sie dann nicht mehr daran denken oder es nicht für so wichtig halten.



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Entgegen der landläufigen Meinung sind autistische Menschen keineswegs automatisch schüchtern, oder zurückhaltend oder verschlossen.
Es kann auch das genaue Gegenteil der Fall sein, nämlich verblüffende Distanzlosigkeit oder auch ein extrem dominantes Verhalten.



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Oft heißt es, autistische Menschen ließen sich niemals freiwillig durch andere berühren.
Schon das reichen der Hand gilt manchen Ärzten als Ausschlusskriterium, eine Diagnose zu stellen.

Die meisten autistischen Menschen lehnen tatsächlich Körperkontakt ab, wenn er nicht von ihnen selbst gesteuert wird. Oft ruft ungewünschter Körperkontakt sehr heftige Abwehr- oder Panikreaktionen hervor.
Das heißt aber nicht, dass sich jedes autistische Kind niemals in den Arm nehmen ließe.
Es gibt nämlich auch solche autistischen Menschen, die ein sehr starkes Bedürfnis nach Körperkontakt haben und geradezu “schmusesüchtig” wirken können. Es gibt solche Betroffenen, die vielleicht auch fremde Menschen zu küssen versuchen, die auch fremde Menschen in den Arm nehmen, die ständig gedrückt werden wollen, auf den Schoß wollen, kuscheln wollen.
Was natürlich eine hohe Gefahr des Missbrauchs durch andere birgt.
Bei der Mehrzahl der autistischen Menschen ist es so, dass sie Körperkontakt nur durch ihnen vertraute Menschen zulassen und nur unter von ihnen diktierten Bedingungen. Viele von ihnen können ihn aber unter diesen Voraussetzungen durchaus genießen.
Auch macht es bei den meisten autistischen Menschen einen erheblichen Unterschied, ob sie nur zart berührt werden oder kräftig gedrückt. Und auch an welchem Körperteil man sie berührt.
Hüten Sie sich bitte, autistischen Kindern ungefragt über den Kopf zu streichen!

Das mit dem Reichen der Hand ist wieder eine andere Sache. Viele autistische Menschen mögen dies tatsächlich nicht, manchen bereitet es geradezu körperliche Qualen. Dennoch trifft dies nicht auf alle zu. Und die meisten Kinder werden von klein auf dazu angehalten, bei Begrüßungen zumindest die Hand zu reichen. So auch autistische Kinder. Insofern kann es sich bei einem autistischen Menschen auch so verhalten, dass er/sie die Hand trotz einer starken Abneigung dagegen reicht, einfach weil es ihm als Kind mühsam so “antrainiert” wurde und weil er/sie gelernt hat, dass dies so sein “muss”.





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Kennzeichnend und damit wirklich typisch für das Asperger Syndrom ist in erster Linie ein frappierend ungewöhnliches Sozialverhalten bei ansonsten mindestens normaler Intelligenz, ein fehlendes Gespür für soziale Situationen, für das "richtige", angemessene, gesellschaftlichen "Normen" entsprechende Benehmen in jeder Lebenslage, beruhend auf massiven Störungen in der Wahrnehmungsverarbeitung aller Sinnesorgane und damit einem völlig anderen Erleben der Welt.


Das kann sich dann sehr unterschiedlich auswirken, etwa so, dass ein Kind
tatsächlich mutistisch wirkt, also kaum oder nur unter bestimmten Umständen spricht,
sich abkapselt,
gleichgültig wirkt,
sich nicht oder nur nach eigenem Ermessen berühren lässt,
niemandem die Hand gibt,
niemandem in die Augen blickt, oder nur sehr flüchtig,
still an einem Ort sitzt und sich monoton mit immer dem gleichen beschäftigt, ohne Notiz von der Umgebung zu nehmen,
starke Phobien entwickelt,
stark depressiv ist usw.,

aber auch in der Form,
dass es jedem geradezu in die Augen starrt,
jeden zutextet, dem es begegnet, egal in welcher Situation dieser sich gerade befindet, wobei es meist immer das gleiche Thema wählt und sich davon durch nichts abbringen lässt,
sich auch Fremden unbekümmert auf den Schoß setzt,
manchmal geradezu schamlos zu sein scheint,
seiner gesamten Umgebung bis ins kleinste Detail jedes Verhalten, ja, selbst die genaue Wortwahl vorzuschreiben versucht,
in Situationen lacht, in denen eigentlich Trauer oder Bedrücktheit erwartet wird,
extrem schnell wütend wird und sich dabei auch gegenüber “Respektspersonen” gehen lässt,
auch heftig aggressiv reagiert, verbal wie körperlich, egal, wen es gerade trifft,
hyperaktiv herumrennt und alles anfasst etc.

Und es kann auch durchaus all dieses bei ein und demselben Betroffenen vorkommen, abwechselnd je nach Tagesform und Umständen, auch oft sehr plötzlich umkippend vom einen ins andere Extrem.



Zur Früherkennung von Autismus gibt es hier eine Checkliste häufiger möglicher Symptome, sortiert nach verschiedenen Altersstufen:

[home.t-online.de]



von Cornelia - am 11.03.2006 09:48

Re: @Cornelia

Hallo...

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Dazu dann noch die bei den meisten Aspergern vorliegende motorische Ungeschicklichkeit, die oft ausgeprägte Lärmempfindlichkeit, usw. usf.
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Lärmempfindlich ist er. Sehr extrem sogar. Was aber vom Tourette ja auch gesagt wird...??

motorische Ungeschicklichkeit...feinmotorisch ja....
grobmotorisch...hm....er ist sehr ungeschickt..ja dass kann ich sagen. Aber er lernte schon sehr früh das Krabbeln und Laufen, er war mit groben Bewegungen seinem Alter immer sehr voraus...Fahrrad hatte er auch früh und schnell gelernt wobei er massive Probleme mit dem Strassenverkehr hat.


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Autisten aber schauen - außer sie haben zusätzlich ADS ;) - nicht deshalb ungenau hin, weil sie abgelenkt sind, sondern weil sie der Mimik sowieso nur wenige Informationen entnehmen können, ja sie sogar oft stark irritiert und die dadurch daran hindert, wneigstens di verbalen Informationen aufzunehmen, die das gegenüber aussendet (bei denen sie aber weitgehend auch nur die Sachebene mitbekommen und nicht die Gefühlsebene, oder aber Probleme haben, diese korrekt zu entschlüsseln). Sie merken oftmals noch nicht einmal, wenn ihr Gegenüber schon kocht vor Wut un dsind ganz erstaunt, wenn es ihnen irgendwann, wenn die Signale dermaßen deutlich wurden, dass auch sie sie zuordnenkönnen, auffällt. Den Auslöser haben sie damit noch lange nicht verstanden, in Situationen, wo einem ADS-Kind das längst sonnenklar ist.

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Autisten und ADS widersprechen sich ja dann eigentlich....?? Wie ist es denn auseinanderzuhalten was vom ADS kommt und was vom Autismus??

Beispiel: mein Sohn spielte lange Fußball...er versuchte es jedenfall...oft stand er planlos im spielfeld und wußte nicht was er tun sollte....??
ich habe dass so erklärt: durch dass ADS sind einfach zuviele einflüsse auf ein eingeströmt, so dass es einfach ein durcheinander für ihn war....da ja alle eindrücke für ihn auf einmal einströmen...?? dass könnte man aber genauso auf den autismus auslegen...??


wenn ich autismus höre, sehe ich die Kinder vor mir, die an der außenwelt nicht mehr teilhaben. die normal dinge einfach nicht können. Wenn man meinen Sohn sieht, und ihn nicht näher kennt, wirkt er wie ein "normales" Kind.....


Wenn ich meinen Doc darauf anspreche, und es wäre wirklich noch zusätzlich Asperger... was hat er denn für Nachteile...z.B. Versicherungen etc....
Welche Vor- und Nachteile bringt es ihm? Ich meine er wird ja schon auf ADHS und Tourette behandelt...??


@conny....der eine link geht nicht (der letzte)....


was mir so einfällt...als Baby hatte er totale Panik wenn ihm etwas über den Kopf gezogen wurde...oder ein Handtuch aufs Gesicht kam....er schrie jedesmal wie am Spiess....dass war vom 1. Tag an so.... ich habe es mir immer so erklärt (wir wußten ja nicht was los ist mit ADS....) dass es an der schwierigen Geburt wahrscheins liegen muss....
möchte ich einfach mal hier einschmeissen....keine Ahnung ob dass irgendeine Bedeutung hat...??

LG Lilly

von Lilly. - am 11.03.2006 14:20

Re: @Cornelia

irgendwie habe ich dass Gefühl es passt .... dann aber auch wieder nicht....oje....auch weiß ich nicht ob sich mein Doc auf diesem Gebiet sich gut auskennt...er ist schon ein sehr guter auf ADS GEbiet bei uns in der Gegend sogar eine korifee (falsch geschrieben ich weiß...ich weiß nciht wie richtig)...

ich habe im Moment dass GEfühl, meinen Sohn gar nciht zu kennen....

LG LIlly

von Lilly. - am 11.03.2006 14:28

Re: @Lilly

Hallo Lilly,

ich habe Eure Unterhaltung mit Intresse verfolgt, da mein Kleinster auch autistische Züge hat. Die Beschreibungen passen teilweise auf meine anderen Kinder, ich denke ADS-bedingt.

Er lebt in seiner eigenen Welt. Auch ich habe meinen Sohn schon oft als Rumpelstielzchen bezeichnet. Mein Mann benutzt gerne Familienterrorist ;-). Im Kindergarten ist er der immer liebe Sonnenschein, hat seit er da ist (1,5J) nicht einen Konflikt gehabt. Er hat da wohl eine Sonderstellung.

Entweder er gibt nach oder die anderen Kinder finden das i.O.,
wenn er etwas wegnimmt. Der darf das.

Hier zuhause geht der ab wie Schmidts-Katze. Und wie der sich auseinandersetzten kann. Im warsten Sinne des Wortes: bis zum Erbrechen! Das ist nicht selten passiert.

Da passt so ein wenig der Vergleich wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Im Fussballverein hat mein mittlerer Sohn auch nur unorientiert herumgestanden. Vor der Einschulung gab es einen Spielenachmittag, da hat der angefangen zu weinen und wollte nicht mitgehen. Grosse Gruppen sind immer ein Problem.

Neue Gesichter / Umgebungen brauchen erstmal bei uns eine lange Eingewöhungszeit. Komm ich zu meiner Freundin und dort sind andere Kinder, dann wird erstmal bei Mami auf dem Schoß geparkt und sich gaanz laanngsam an die neuen Gesichter gewöhnt.

Bis er sich dann gefangen hat müssen wir fast wieder gehen.
Meine Kinder sind halt alle drei etwas speziell.

Ich habe mal rein intressenhalber nachgeschaut, weil ich auch nicht weiß, wie es geschrieben wird. ;-)

Die Koryphäe (griechisch κορυφή, korifí, „die Spitze, der Gipfel“, über lateinisch coryphaea und französisch coryphée ins Deutsche) bezeichnet:
ursprünglich einen Anführer/Chorführer insbesondere: den Chorführer in der griechischen Tragödie
heutzutage meist eine herausragende Persönlichkeit in einem wissenschaftlichen Fachgebiet.

Ist aber auch ein schwieriges Wort!

Liebe Grüße und einen schönen Samstag

Anja



von Chaotentruppe - am 11.03.2006 16:42
Hallo,

auch ich erkenne mein Kind in deinen Beschreibungen wieder.
Ich möchte dir gerne ein wenig Hoffnung machen.
Mein Dominik ist mittlerweile 8 Jahre alt und ein ganz nettes, liebenswertes Kind geworden. Er ist höflich zu allen Leuten, es gibt nie Ärger wegen sozialen verhaltens in der Schule und im Hort, das Zeugnis war okay und wir beide verstehen uns gut.

Diese positive Entwicklung kommt, glaube ich, dadurch dass ich auch schon ganz früh gemerkt habe, dass er ein ADHS-Kind ist. Ich habe alles wahrgenommen, mich informiert und mir frühzeitig Hilfe gesucht. Der Durchbruch war denn die Einstellung mit Medikamenten.

Verliere nicht den Mut, mir hat auch mein Ex gesagt mit 12 prügelt er uns aus der Wohnung raus und jetzt sagt er, er hätte nie für möglich gehalten, dass er sich so schön entwickelt hat.
Gruß
Marianne

von Marianne. - am 12.03.2006 19:56

Re: @Cornelia

Also, nun die Fortsetzung. ;)

Zitat

er lief mit 9 Monaten frei, Mit 5 Monaten konnte er schon
krabbeln.


Das ist sehr früh, wider spricht aber nicht der Dioagnose. Mein Sohn ist mit 10 Monaten frei gelaufen, mit 10,5 Monaten schon gerannt wie "jeck". :-)

Zitat

Mit dem Sprechen hat es etwas länger gedauert aber noch
eingiermaßen im Norm bereich. Wo andere schon gut gesprochen
haben, hat er sich noch nicht so gut ausdrücken. Dass ist mir
damals aufgefallen.


Auch das widerspricht nicht einer Asperger-Diagnose, solange der Spracherwerb noch im Rahmen der Norm ist.
Wäre er ernsthaft verzögert gewesen, so bekäme der Junge gegebenenfalls vermutlich die Diagnose High-Functioning-Autismus (HFA).

Zitat

was ich auch überlege..es ist bei meinem Sohn eigentlich kein
Dauerzustand. Dieses in seiner Phantasiewelt leben. Ist es
beim Asperger überhaupt möglich, dass dieser Zustand nicht
ständig ist??


Er ist natürlich ständig Autist, das bleibt. Aber die Tagesform der Kinder schwankt durchaus. Es gibt Phasen, in denen sie zugänglicher sind und es gibt dann auch wieder Phasen, die einen geradezu fassungslos machen, gerade auch wiel es doch mal besser lief ... Aber grundsätzlich sind Asperger Autisten ja mindestens normal intelligent und durchaus bis zu einem gewissen Grad (vor allem auch je nach Thema) über logische Argumente ansprechbar, sofern sie nicht gerade gestresst oder in ihre Spezialinteressen/ihre Phantasiewelt abgetaucht sind. Und auch sie entwickeln sich weiter, wenn auch langsamer als andere Kinder, so dass der Unterschied immer deutlicher wird, je älter sie werden.

So, jetzt muss ich mich dringend um meinen Sohnemann kümmern ...
:-)

Gruß
Cornelia



von Cornelia - am 12.03.2006 21:56
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