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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Mamabär02, Chaotentruppe, Schlethi, Tanja aus Bayern, Rice, Hustelinchen

immer Probleme nach den Ferien??

Startbeitrag von Mamabär02 am 11.03.2006 21:41

Ich wollte mal wissen wie das so bei euren Kids ist.
Wir haben das Problem, dass Sohnemann immer die ersten ein bis zwei Wochen nach den Ferien Schwierigkeiten hat sich wieder auf den "normalen" Tagesablauf einzustellen.
Nach den Weihnachtsferien war es so, daß er seine Hausaufgaben nur unvollständig machte, bis wir einen Brief von der Lehrerin bekamen.
Jetzt nach den Faschingsferien bekam ich die Rückmeldung aus dem Hort, dass er momentan sehr schwierig ist, nicht hört und sich auch nicht an Regeln hält. Mit der Horterzieherin haben wir ein sehr gutes Verhältnis und sie gibt mir immer Rückmeldung wenn es schwierig ist, aber auch, dass er seit er Medikamente nimmt um vieles besser ist.

Ich weiß natürlich, dass es gerade für ADHSler enorm schwierig ist, wenn sich der reglementierte Tagesablauf ändert. Aber wie lange dauert es bei euch, bis sie sich wieder zurechtgefunden haben?

Ich bin auch etwas verunsichert, ob wir momentan die richtige Dosierung haben. Er ist etwas gewachsen wie mir scheint und er ist momentan, wenn ich ihn aus dem Hort abhole vollkommen von der Rolle. Vor den Ferien war das nicht so heftig.

Ich würde mich über viele Erfahrungsberichte freuen!

mamabär

Antworten:

Hallo Mammabär,

das ist bei uns auch ziemlich krass! Nach den Ferien geht gar nix! Ich bekomme dann auch immer Infos von der Lehrerin, dass mein Sohn nichts mehr macht! Hausaufgaben werden nicht gemacht etc.

Als ich noch nicht von ADS wusste, habe ich es auf die Ferien geschoben und gesagt, dass er extreme Anpassungsschwierigkeiten hat! Mittlerweile glaube ich , dass unsere Kinder immer alles neu lernen müssen.

Da reichen die Ferien aus um Alles zu vergessen. Man hat das Gefühl wieder von Adam und Eva anzufangen.

Mit der Dosierung weiss ich im Moment auch nicht ob unser mittlerer Sohn richtig eingestellt ist. Er bekommt 7,5 mg Equasym morgens und mittags 5 mg. Er ist 8 Jahre uns ein totaler Spargeltarzan, was mir im Moment auch Kummer bereitet.

Seine Schrift ist wieder genauso schlecht, wie zu Beginn der Therapie. Ich werde die Ärztin am Dienstag mal fragen.

Liebe Grüße

Anja



von Chaotentruppe - am 11.03.2006 22:26
Hallo Mamabär,

bei unserer Großen habe ich das Gefühl, dass wir jeden Montag neu anfangen. Sie kommt mit unstrukturierten Tagen einfach nicht zurecht und muß sich dann immer erst wieder reinfinden.

Das Problem am Wochenende ist, dass mein Männe und die Kleine am liebsten auf dem Sofa herrumlümmeln und sich möglichst nicht bewegen möchten, während wir beide am liebsten ständig unterwegs sind, was uns eine gewisse Struktur gibt. Nach den Ferien dauert es ca. zwei Wochen, bis sie sich wieder richtig zurechtfindet, dass hängt aber auch von der Länge der Ferien ab.

Die Dosierung (zur Zeit 5mg Medikinet und eine Ritalin SR) muß bei ihr immer mal wieder kontrolliert werden. Ich schau mir dann ihre Schulsachen an und kann eigentlich an der Heftführung und dem Schriftbild erkennen, ob da was nicht stimmt. Die Dauer der Wirkung hat bei ihr vor Kurzem nachgelassen und nun nimmt sie mittags auch noch eine halbe Medikinet. Sie kann aber auch schon ganz gut selbst einschätzen, ob sie etwas braucht oder nicht. Das hängt auch viel vom Stundenplan und den Freizeitaktivitäten am Nachmittag ab.

einen schönen Sonntag noch

Gruß Rice

von Rice - am 12.03.2006 09:44
Hallo Mamabär!

Wir haben das gleiche Problem.

Was mich dabei etwas traurig macht ist ,dass mein kleiner Mann in der ersten Woche nach den Ferien so aufdreht, dass er in dieser Zeit einige Mitschüler gegen sich aufbringt. Danach braucht es dann Wochen, bis wieder ein einigermaßen normales Klima zwischen den Kindern herrscht.
Mir als Mutter tut es richtig weh, wenn der Kurze dann nach Hause kommt, und erzählt, dass er auf dem Schulhof alleine gespielt hat.Und Einladungen zum Spielen am Nachmittag bekommt er auch nicht.
Ist dann alles wieder in Ordnung, beginnen die nächsten Ferien. Oh Graus !!!
Noch bekommt er keine Medikamente. (Letzte Untersuchungen fehlen noch ), aber ich habe die stille Hoffnung, das diese extrem überschießenden Reaktionen nach den Ferien mit den Medikamenten etwas weniger werden.
Denn eigendlich geht er supergerne zur Schule.
Es ist tatsächlich so, dass jedes noch so bekannte Ritual jedesmal neu erlernt und jeder Mitschüler neu kennengelernt werden muss.
Die Selbstverständlichkeit, dass der Schulalltag nach den Ferien noch der gleiche ist wie vor den Ferien, erkennt er nicht.
Die Unsicherheit ist einfach enorm groß, und dementsprechend auch der Druck, der auf den Kindern lastet.
Wir schreiben uns spätestens nach den Osterferien wieder !!!!
Bis dann

von Hustelinchen - am 12.03.2006 10:09
Vielen Dank für eure Antworten!

Zumindest habe ich wieder eine Bestätigung bekommen, dass wir nicht die einzigen sind, die mit solchen Problemen zu kämpfen haben!

OK. Problem erkannt - aber wie gebannt?
Können wir unseren Kindern da irgendwie helfen?
Eine Idee, die mir spontan kommt ist, in den Ferien, vielleicht auch in abgeschwächter Form, so eine Art Hausaufgaben einzuführen und seien aus nur Dinge, die ihnen wirklich Spaß machen, obwohl es was mit der Schule zu tun hat. Mein Junior geht nämlich nicht wirklich gerne zur Schule.

@Hustelinchen

Du hast recht, wahrscheinlich schreiben wir uns nach den Osterferien über das gleiche Thema wieder ;-)) Aber vielleicht haben wir bis dahin einen Weg gefunden den Einstieg für unsere Kinder leichter zu machen. So leicht gebe ich noch nicht auf!

Ist es denn nicht auch vielleicht so, dass auch "normale" Kinder eine gewisse Eingewöhnungsphase brauchen? Und bei unseren ist es "nur" ein bißchen langwieriger bzw. schwerer? Hat jemand von Euch einen Vergleich bei den eigenen Kindern?

nochmals herzlichen Dank

Mamabär

von Mamabär02 - am 12.03.2006 20:02
Mamabär02 schrieb:

Zitat

Ist es denn nicht auch vielleicht so, dass auch "normale"
Kinder eine gewisse Eingewöhnungsphase brauchen?


Hallo Mamabär,

ich denke, dass auch andere Kinder Anpassungsschwierigkeiten haben, aber bei uns ist es extrem!

Wir haben festgelegt, dass wir während der Ferien die Bettgezeiten genauso streng einhalten, wie zur Schulzeit. Das klappt nicht immer ;-).

Meine Kinder sind unausstehlich, wenn sie mal länger aufbleiben.

Ich hatte mit auch vorgenommen, mit ihnen etwas zu arbeiten, das hat bis jetzt leider nicht funktioniert, weil ich auch denke: "komm es sind Ferien". Aber besser wäre es vielleicht. :-)

LG

Anja



von Chaotentruppe - am 12.03.2006 20:54
Hallo,
eigentlich bin ich auch gegen Schularbeiten in den Ferien.

Wir machens mit diesen Lern und Rätselheftchen die es in jedem Schreibwarenladen gibt. Ist nicht das gleiche wie Schule, hat aber mal mit sitzenbleiben müssen und konzentrieren zu tun. Manchmal schreiben wir der Oma auch einen Brief oder ich lass ihn ein Rezept abschreiben, das ich dringend! brauche. Es gibt ganz viele Sachen , sei einfach kreativ , es muss ja auch nicht viel sein, aber der Einstieg in die Schule ist dann vielleicht ein bisserl leichter.

Liebe Grüße
die Tanja

von Tanja aus Bayern - am 12.03.2006 23:06
Hallo mamabär,

wir kennen das Problem nach den Ferien nur allzu gut, aber auch der Start in die Ferien ist immer ein Graus.

Sohni freut sich tierisch auf die Ferien. Dann ist er endlich da der letzte Schultag und er ist noch keine zwei Stunden zuhause, dann langweilt er sich!

Das geht meist die ganze erste Woche so. Ferien sind alles andere als Entspannung für uns. Auch wenn wir weg fahren. Sobald wir die normale Alltagstruktur verlassen, haben wir Megastress.

Nach den Ferien habe ich auch meist den Eindruck das wir wieder von vorne beginnen. Deshalb haben wir die Ferien durch ein Miniprogramm. Das bedeutet das er Tagebuch über seine Ferienerlebnisse schreibt dazu malt und ab und zu im Alltag eingebaute Rechenaufgaben löst.

Es geht leider nicht anders!
L.G
Schlethi

von Schlethi - am 13.03.2006 13:49
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