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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Muktscha, Fuzzy-Mama, momfor4, Hustelinchen

Gibt es etwas zwischen ADS und Normal sein?

Startbeitrag von Muktscha am 29.03.2006 09:15

Hallo

ich hab eben einen Beitrag bei RTL2 gesehen über einen kleinen Jungen der ADS hat... und mir sind da überraschenderweise nicht wenige Gemeinsamkeiten aufgefallen...

jetzt will ich ganz klar sagen dass ich definitiv nicht ADS habe...
aaaaaaber... und das ist ein sehr großes aber...
gibt es Gemeinsamkeiten bei den Symptomen...

ich hab das Gefühl dass ich mein Leben mit "angezogener Handbremse" lebe... dass ich mehr kann als immer wieder zeige...
die Angst vorm Versagen ist da (zur Abiturprüfung war mir total schlecht sodass ich nachgeschrieben habe)
Konzentrationsschwächen sind ebenfalls da... die aber mal mehr mal weniger sind... (und das schwankt sehr)
es kommt vor dass ich meinem Gesprächspartner zuhöre aber nicht höre was er sagt weil ich gerade an was anderes denke...
ich suche gerne die Aufmerksamkeit anderer Mensch indem ich einfach nur Müll mach (was mir selbst auch auffällt)
ich neige dazu impulsiv zu reagieren (ich habe einen Prof. indirekt gedutzt was eigentlich total unangebracht war (um nur ein Beispiel zu nennen))

es gibt noch andere Beispiele die ich nennen könnte...

dies sind Dinge die mir selbst auffallen...

aber zu meiner Frage...

es ist bei weitem nicht so dass man von einer Krankheit reden kann da ich noch irgendwo einen gewissen Grad an Kontrolle habe... nur hindert mich das eben schon ein bisschen...

was für Möglichkeiten hab ich wirklich 100% zu geben?
Jetzt wo ich weiß woran das ganze liegt fällt mir das schon einfacher...
reicht diese Erkenntnis damit es besser wird?
Irgendwelche Tipps?

Antworten:

Hallo

Solange du zwar Symptome hast, keine Probleme damit, warum hast du ein Problem damit, dass es ADHS sein könnte?

Wird es ein Problem, sollte man dem nach gehen.

Es rigoros leugnen, schafft eher mehr Probleme, als das es förderlich wäre.

Es gibt viele Menschen, die ADHS haben, in ihrem Leben wunderbar bestehen, ohne die Störung als Krankheit zu bezeichnen.

Allerdings gibt es auch viele Menschen, die ADHS haben und eben nicht klar kommen und daher Hilfe brauchen. Das ist individuell ganz unterschiedlich. Wer was braucht oder wie wer was ansieht.

Gruß

Mom (ADHS- betroffen und dazustehend)

von momfor4 - am 30.03.2006 06:41
Hallo Muktscha!
Ich finde deinen Beitrag sehr interessant !
Die Probleme die du beschreibst, treffen teilweise auf mich und auch auf viele meiner Bekannten zu.
Ich habe kein ADHS (getestet).
Für das, was du beschreibst, kann es viele Ursachen geben. Natürlich auch ADHS.
Wenn dich das alles sehr belastet, solltest du etwas dagegen unternehmen.

Mein Tip:
Erst mal ADHS abklären lassen und zwar bei einem kompetenten Fachmann.
Ist ADHS nicht der Grund für deine Probleme, musst du wohl weiter Ursachenforschung betreiben.

Eins steht jedenfalls fest:
Menschen ohne ADHS sind nun mal auch keine perfekt funktionierenden Wesen !
(Siehe mich !)

Bis bald!

von Hustelinchen - am 30.03.2006 10:44
naja ein Problem hab ich sicherlich nicht wobei es sicher Menschen gibt die sehr viel größere Probleme haben...
aber der Punkt ist dass es mich belastet...
man lernt tagelang und nichts bleibt hängen...
durch solche negativen Erfahrungen neigt man dazu sehr selbstkritisch zu werden was eine sehr große Belastung ist...
man will unbedingt wissen was da ist das dafür sorgt dass man selbst nicht 100% geben kann...

es ist wie schon gesagt so als ob man mit einer angezogenen Handbremse fährt... und das ist auf dauer sehr deprimierend weil man eben nicht weiß woher das kommt...
man weiß da ist etwas was einen bremst... aber man weiß nicht was... und da sucht man erstmal Fehler an seiner Persönlichkeit...
das kann aber so weit gehen dass diese Selbstanalyse nochmal zusätzlich eine Belastung darstellt...
deswegen... will ich das für mich klären... was das genau ist...
damit ich mir selbst ein bisschen Belastung nehmen kann sodass ich eventuell ein einfachereres Leben habe... ohne diese Last...

von Muktscha - am 30.03.2006 12:08
hm... ich hab gestern mal mit meiner Mutter geredet... und sie ist teilweise auch so :D

ich mein klar... der Mensch ist nicht perfekt... aber es ist schon sehr deprimierend wenn man mal richtig Gas geben will und jeeeedes mal auf die Nase fällt...
da fragt man sich wieso... wieso?
was bringt einen dazu wieder nicht 100% geben zu können?
Der innere Schweinehund? naja... bedingt...
Ich mach mir zum Teil soviel Stress selbst dass der mich lähmt... und hat ja dann nicht so wirklich was mit den schlechten Eigenschaften zu tun die ich haben könnte...

ich suche jetzt hier keine Ausrede für meine charakterlichen Schwächen... sondern nur eventuell eine Erklärung

hm... ok das Testen lassen auf ADS wäre eine Möglichkeit nur würde ich ungern mich medikamentös behandeln lassen zumal das ja kein nicht bewältigendes Problem für mich ist...(würde ich mal so behaupten =))
naja aber was für einen Test sprechen würde ist die Tatsache dass ich bei meiner Geburt Sauerstoffmangel hatte (Nabelschnur war um meinen Hals gewickelt) und dass dies ein Indiz für ADS sein könnte...
(oder sehe ich das falsch? hab die Information nur aus dem Internet)

von Muktscha - am 30.03.2006 12:15
Naja, obs die Nabelschnur war? ADHS wird ja schließlich vererbt. Und sicherlich hat nicht jeder die 100%ige Ausprägung, deshalb gibt's ja auch Grenzfälle. Und garantiert auch ne Menge Leute, die Normalos sind, also nie diagnostiziert werden, aber trotzdem nicht absolut super organisiert und so. Wäre ja auch öde, wenn jeder gleich wäre. So wie bei Zuckerkrankheit ja auch die Insulinproduktion nicht von heute auf morgen total aufhört, sondern nachläßt oder einfach etwas zu niedrig ist. Nur so als Beispiel. Immerhin sind wohl eine Ganze Menge Gene an ADHS beteiligt, nicht nur eins. Also wird nicht einfach nur ein Schalter umgelegt.

Bin nicht selbst betroffen (da spricht einfach zu viel dagegen), aber wenn ich's wäre oder den Verdacht hätte, würde ich mich auf alle Fälle mal in die Diagnose begeben. Und den medikamentösen Weg einschlagen, wenn das Ganze so ist, daß ich wirklich damit Probleme hätte (und meine Umwelt auch, viele ADHS'ler finden sich ganz normal, nur alle anderen machen immer alles falsch). Und sonst denke ich, daß das einfach deshalb hilfreich wäre, weil man dann besser gezielt ansetzen kann, was man ändern muß. Z.B. mehr aufschreiben oder so, statt zu versuchen sich alles zu merken. Viele Sachen, die wir mit unseren Kindern machen, damit die besser klar kommen (weil die Medis auch nur erstmal das ermöglichen, aber nicht als allumfassendes Wundermittel ausreichen würden), sind auch für Erwachsene gut. Z.B. Tagespläne oder Aufgabenlisten. Und da wäre die Diagnose einfach eine gute Standortbestimmung.

Würde mir wünschen, mein Ex würde das auch so sehen anstatt alles auf andere zu schieben!

Und aus deinem Posting ist ja erkennbar, daß du schon gerne was verändern würdest, aber nicht weißt, wie. Dann wäre halt die Diagnose einer der ersten Schritte dafür.

LG, Fuzzy-Mama

von Fuzzy-Mama - am 31.03.2006 09:49
ja... das stimmt...
was ich auf jeden fall machen werde ist mich mal auf ADS testen lassen...
und dann mal schaun was man machen kann... medikamente würde ich ablehnen weil

1. das kostspielig ist
2. ich soviel schon alleine erreicht habe da trau ich mir zu weiterzumachen ohne medikamente...

naja mal schaun wie sich das entwickelt...
aber mit 23 herrauszufinden dass man an ADS leidet ist schon irgendwie verblüffend :))
da denkt man dieses "gewicht" das man immer mit sich ziehen muss ist normal... und dann kommt die erklärung...
was ein ego-schub das ist :D
*hachja*
wenn ich meine klausuren geschrieben habe werde ich mal den onkel doktor mal aufsuchen...

von Muktscha - am 31.03.2006 09:57
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