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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
17
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Etta T., bea-mama, Claudia33, Mottensprotte, Annette B., Fuzzy-Mama, Filiti, Cilia, Dunkelsinn

Appetitlosigkeit mit Medikinet

Startbeitrag von Etta T. am 13.07.2006 08:54

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Wir gehen heute wieder zur Kinderpsychaterin und sprechen das Thema ebenfalls an. Mein Mann möchte die Tabletten am liebsten absetzen. Ich bin dagegen, solange die Ferien noch nicht angefangen haben. Ich frage mich, ob wir vielleicht zu "Zappelin" wechslen sollten. Allerdings soll es 6 Wochen dauern, bis man eine Wirkung feststellen kann. Und die soll nicht so gut sein, wie mit Medikinet.
Hat Jemand mit Zappelin Erfahrung?

Gruß, Etta

Antworten:

Hallo Etta,

wenn du Medikinet und Zappelin nebeneinander stellst - dann vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Wir hatten vor Medikation einen Versuch mit Zappelin gemacht - null komma null.

Mit dem Gewicht würde ich mich nicht zu verrückt machen - zwei Monate sind noch keine Zeit. Das regelt sich. Meine Tochter ist 9 Jahre, 138 cm groß und wiegt 24,5 kg. Das ist wirklich an der untersten Grenze.
Aber: sie ist nie müde, so gut wie nie krank oder auch nur erkältet. Hat keinerlei Konditionsprobleme. Unser Kinderarzt hält das Gewicht nur für bedenklich, wenn auch gesundheitliche Probleme dazukommen.
Sie isst vorwiegend abends - also gibt es abends warmes Essen. Und anschließend noch Joghurt, Eis oder Chips. Und wenn sie vorm Zubettgehen noch Hunger hat, dann erlaube ich ihr noch ein oder zwei Scheiben Brot.

Ich habe lediglich in der Familie (besonders Omas und Tanten!) und auch bei Freunden Bescheid gesagt, dass ich keinerlei Diskussionen über ihr Gewicht führen möchte. Auch mit Äußerungen wie: Oh ist die dünn! oder ähnliches habe ich mir "verbeten". Ich möchte meiner Tochter kein Mittel in die Hand geben uns unter Druck zu setzen - und ich möchte nicht, dass sie sich zuviele Gedanken über ihr Gewicht macht.

Wir haben versucht, uns mit ihrem Appetit und dem Gewicht abzufinden. Wenn wir sehen, wie toll sie sich in der Schule entwickelt hat und um wieviel zufriedener sie geworden ist, können wir diese "Nebenwirkung" tolerieren.

Liebe Grüße
Claudia

von Claudia33 - am 13.07.2006 11:28
Hallo Claudia,

vielen Dank für Deine Nachricht. Das beruhigt mich jetzt schon ein bißchen. Nur noch meinen Mann muß ich überzeugen.

Gruß, Etta



von Etta T. - am 13.07.2006 12:40
Hallo Etta,

mein Sohn ist fast 8 und ich 36 Jahre; wir sind beide ADS-ler und nehmen Medikinet.

Wegen der Appetitlosigkeit mache ich es bei meinem Sohn so:


Morgens gutes Frühstück (Mehrkornbrot oder Rührei etc.), danach Medikamenteinnahme

Mittags, wenn die Wirkung des Medikinet nachläßt, wird wieder ordentlich gegessen; danach erneute Medikamenteinnahme.

Spätnachmittags kommt dann erneut der Hunger und er holt nach, was tagsüber zu wenig war.


Wichtig ist es, dass man die Kinder ans trinken erinnert und sie auch mal zum trinken (nett) zwingt, auch wenn sie keinen Durst verspüren.

Er ist auch sehr schlank aber gesund. Und vor allem:
Seitdem er Medis nimmt, ist er endlich wieder lebensfroh!!! Er hat Freunde gefunden, er kommt in der Schule klar, fühlt sich wertvoll.

Bei uns überwiegt eindeutig der Nutzen über die Nebenwirkung. Du hast oben gefragt, wie sich MPH auf die Hirnreifung auswirkt. Dazu weiß ich nichts. Ich weiß aber, dass MPH seit den 50er Jahren in Amerika auf dem Markt ist, ursprünglich als Appetitzügler. Das Medikament gibt es also seit 50 Jahren.

Und ich weiß, dass UNBEHANDELTE ADS-ler überdurchschnittlich oft drogenabhängig werden, auf Sonderschulen landen (wie der Sohn meiner Heilpraktikerin, der áuch noch Kiffer ist), straffällig werden etc.

Ich nehme das Risiko in Kauf, dass es evtl. noch Nebenwirkungen geben könnte, von denen man heute nichts weiß.

Ich nehme das in Kauf, da mein Sohn jetzt die Möglichkeit hat, relativ unbeschwert und glücklich aufzuwachsen.

Ich habe mir das fast zwei Jahre gut überlegt. Er nimmt es seit der Einschulung vor 2 Jahren, ich nehme es seit 1 Jahr. Ich kann von mir sagen, mit Medikament kann ich endlich so sein, wie ich eigentlich bin. Ich habe endlich einen Reizfilter, der sich auf ALLE Sinneseindrücke bezieht. Dadurch kann ich in etwa wie ein "normaler" Mensch durchs leben gehen.

Ich habe es letztens schon mal hier geschrieben:

Ich kann das Leben ERleben
und nicht einfach nur ÜBERleben

Ich kann Mensch sein, einfach nur Mensch


Viele Grüße,



von Mottensprotte - am 13.07.2006 13:20
Hallo Mottensprotte,

ja dein Bericht baut mich auf. Mich würde aber noch interessieren, wie bei Dir ADS diagnostiert wurde. Da es ja sein, dass ADS vererbt wird, habe ich mich gefragt, ob ich es zumindest als Kind hatte. Die Kinderpsychaterin von meinem Sohn meinte zu mir ganz lapidar, dass ich mal meine Mutter fragen sollte, ob ich ADS - Anzeichen als Kind hatte. Das ist natürlich Blödsinn. Ich war als Kind immer sehr nervös und konnte bei Tisch oder auf der Couch kaum meine Gliedmaßen ruhig halten. Ich war auch immer leicht ablenkbar und sehr träumerisch. Alles bin ich heute noch ein wenig. Habe mich aber gut unter Kontrolle. Gibt es Tests für Erwachsene?

Gruß, Etta

von Etta T. - am 13.07.2006 13:35
Hallo Etta,

ich weiß gar nicht, ob es Standards dafür gibt.

Bei mir war es so, dass ich die Adresse des Arztes hier über einen Forenmitglied bekommen habe. Ich hatte schon vorher sehr viel über ADS bei Kindern und Erwachsenen gelesen. Es war bei mir "die Faust aufs Auge" die passte. Ich hatte seitdem ich 16 bin depressive Verstimmungen, psychische Schmerzen etc.

Ich hatte also einen enormen Leidensdruck, der auch durch jahrelange Therapien nie wegging. Es wurde zwar besser (keine Suizidgedanken mehr), aber richtig gut ging es mir nie... Ende 2004 dann der Burnout, nichts ging mehr.

Beim ersten Termin habe ich Fragebögen zu meinem Verhalten ausgefüllt. Dann gab es ein langes Gespräch mit dem Arzt, in dem ich ihm Dinge geschildert habe, zu denen ich mir im Vorfeld (nach der Terminvereinbarung) Gedanken machen sollte. Die Grundschulzeugnisse sollte ich ebenfalls mitbringen.

Beim nächsten Termin gab es dann schon die Diagnose.

Ich weiß nicht, ob die Diagnose recht schnell zustande kam, weil zum einen ja mein Sohn betroffen ist und zum anderen vorher schon andere Störungen ausgeschlossen wurden.


Wenn Du gut klar kommst im Leben, ist eine Diagnose nicht unbedingt notwendig. Wenn man als ADS-ler seine Niesche privat und beruflich gefunden hat, kann man vielleicht auch ohne Diagnose und Medikament klar kommen.

Ich fand es recht schwer, einen Fachmann zu finden. Ich war vorher an einer Uniklinik, die mich abgespeist hat, ich sei halt alleinerziehend und ein Kind mit ADS sei halt anstrengend blablabla...

Bei Frauen ist das ADS übrigens auch sehr hormonabhängend. Es soll Frauen geben, die erst bei Eintritt in die Wechseljahre auffällig wurden. Ich selbst meine, dass es nach Absetzen der Pille schlimmer wurde. Wenn ich prämenstruell bin, erhöhe ich (in Absprache mit dem Arzt) meine Dosis. Bis zur Pubertät war ich zwar eine Quasselstrippe, die in der Schule verbal nur schwer zu bändigen war, aber ansonsten ging es. Erst mit 16 bekam ich richtige Probleme, ich bin ab der 7. Klasse kontinuierlich abgerutscht, hab die 10. Klasse wiederholt, die ersten Klausuren vergeigt und mich dann vor lauter Panik, von der Schule zu fliegen, mächtig angestrengt und mein Abi geschafft.

Bei meinem Leidensdruck spielte aber neben dem ADS auch Traumatisierungen eine sehr große Rolle. Insofern kann ich nicht sagen, wie mich das ADS allein beeinträchtigt hat.


Viele Grüße,



von Mottensprotte - am 13.07.2006 18:22
Hallo Etta,

leider habe ich keine Erfahrung mit Zappelin nur mit Medikinet. Ich habe den Beitrag von Mottensprotte gelesen und kann das nur bestätigen, meiner Tochter geht es endlich wieder gut. Ich habe meine Tochter schon immer so akzeptiert, wie sie ist, aber ihre Probleme nahmen einfach überhand und ich bereue die Gabe der Tabletten nicht. Nach fast einem Jahr ist sie zwar schlanker geworden, aber gegenüber Gleichaltrigen nicht dünn. Sie ist fröhlicher, selbstbewußter, hat Freundinnen und ihre Dyskalkulie ziemlich im Griff. Gegessen wird meistens abends, da hat sie den größten Hunger und isst sehr viel. Ansonsten verlasse ich mich darauf, dass der Körper sich holt was er braucht und vermeide Zwang beim Essen, da dies meiner Meinung zu Essstörungen führt. An manchen Tagen ist sogar ihr Pausenbrot leer(aber vielleicht mochte das nur die Freundin?). Sie isst sehr gerne Obst, also gibt es kein Wurstbrot sondern eine Packung Johannisbeeren. Sie isst allerdings auch sehr gerne süß, dies hält die Obstdosis aber auch in Schach. Ich würde an deiner Stelle prüfen, was sich positiv an deinem/für dein Kind verändert hat. Mir hat sogar die Ohrenärztin meiner Tochter von Medikinet abgeraten und Zappelin empfohlen, allerdings war die Medikinet-Wirkung so gut, dass ich diesen Hinweis von einem "Nicht-ADS"Fachmann ohne Probleme ignorieren kann.

LG Cilia

von Cilia - am 13.07.2006 21:06
Hallo!
Bin gerade ins Forum gegangen um die gleiche Frage mit der Appetitlosigkeit zu stellen.

Meine Maus bekommt Medikinet retard seit Anfang der Woche und isst so gut wie nichts mehr (außer zum Frühstück). Sie läßt sich nicht mal mehr mit Eis locken.

Also, sie gekommt morgens um 7.30 Uhr 50 mg retard und gegen 14.30 nochmal die gleiche Menge, in der Hoffnung, durch die lange Wirkung die Einschlafprobleme in den Griff zu bekommen. Also gibt es nicht wirklich eine wirkungslose Zeit, wo der Appetit kommen könnte. Außerdem klagt sie über Bauchweh.

Wenn ich so Eure Dosierungen lese kriege ich sowieso schon Magendrehen, da zweimal täglich 50 mg - also Tagesdosis 100 mg scheinbar unendlich viel ist.

Habt Ihr noch Erfahrungen zu den Dosierungen bzw. gibt noch jemand mehrmals täglich das Retard Produkt?

Gruß
bea-mama

von bea-mama - am 14.07.2006 06:54
Hallo bea-mama,

zweimal 50mg ist ja wirklich eine ganze Menge. Bin richtig bisschen erschrocken, als ich das gelesen habe.

Hat deine Tochter nicht vorher 20mg Ritalin bekommen? Wie alt ist sie denn?

Meine ist 9 und nimmt morgens vor der Schule 15mg und nach dem Mittagessen nochmal 10 mg für die Hausis und Klavierstunde etc.

Liebe Grüße
Claudia

von Claudia33 - am 14.07.2006 09:12
Hallo Claudia!

Ja, Julia ( 6 1/2 Jahre) hat vorher morgens und mittags je 20 mg Ritalin bekommen und lt. unserer Ärztin muß man beim Retardprodukt schon mal die doppelte Menge nehmen, da es ja auch doppelt so lange wirkt und immer die halbe Menge zur Zeit freigesetzt wird.

Mit 40 mg MR hat sich allderdings nicht so ein Erfolg gezeigt wie mit dem Ritalin also nochmal erhöhen und 50 mg haben dann wieder besser gewirkt.

Ich bin auch ganz fertig, da mir die Menge auch gigantisch vorkommt. Manchmal könnte ich alles hinwerfen - heul!!

Das schlimme ist eigentlich für mich, daß Julia im KiGa angeblich immer ein super tolles Kind ist und wir hier zu Hause aber die Hölle mit ihr haben. Trotzdem lautet die Diagnose halt ADHS und wir geben Medis. Ihr Verhalten ist dadurch zu Hause auch echt besser - völlig anderer Tonfall, Blickkontakt, Ruhe beim Spiel und sie läßt ihren Bruder leben. Den "Rest" (Handschrift, schulische Leistung) können wir eben noch gar nicht beurteilen, da sie erst eingeschult wird. Unser Arzt meinte allerdings, es ist besser das ganze vor der Schule eingestellt zu haben.

Oh je, ich glaube ich schreibe gerade einen Roman - aber manchmal brauche ich das einfach!!

Was meinst Du denn zu der Dosierung (retard = doppelte mg)?

Liebe Grüße
bea-mama

von bea-mama - am 14.07.2006 09:51
Hallo Bea-Mama,

unser Großer bekommt 20 mg Medikinet am Tag bei damals 32 kg Körpergewicht (er wird 11, jetzt hat er fast 2 kg mehr)! Höchstens + 2,5 mg Medikinet (normal) zum Ausschleichen an "schlechten" Tagen oder + 2,5 mg Medikinet (normal) in der großen Pause, wenn er in der 5. Stunde einen Test schreibt (denn er hat dann ein kleines Wirkungsloch weil er MPH wohl etwas schneller verstoffwechselt).
Mehr hält der Kinderarzt für schlecht.

Die Dosis die Du beschreibts kenne ich nur von Concerta - hier wurde uns gesagt 36 mg Concerta entspricht etwa 15 mg Medikinet.

Kann es sein, dass deine Ärztin da was verwechselt?

Man geht von allgemein 0,6-1 mg MPH je kg Körpergewicht aus. Eher weniger als mehr - aber immer schauen, wie die Wirkung ist.
Natürlich gibt es Ausnahmen - aber die sollten dir erklärt werden.

Grüße

Filiti

von Filiti - am 14.07.2006 10:01
Hallo Bea-mama,

mein Sohn (7,5 Jahre, zur Zeit 28,5 KG bei 1, 32 cm) bekommt morgends eine Medikinet (10 mg) und mittags für die Hausaufgaben eine halbe Tablette (5 mg). Damit fahren wir gut was die verbesserte Verhaltensweise von meinem Sohn betrifft. Seine Lehrerin ist sehr zufrieden mit ihm. Anfänglich hatten wir morgends nur eine halbe und mittags auch nur eine halbe Tablette gegeben. Die Wirkung war aber dann halt auch nicht so gut, wie mit der ganzen Tablette. Mehr braucht er aber auch nicht. Das hängt aber wahrscheinlich damit zusammen, wie stark die Symptome ohne Tabletten sind. Unser Sohn hat m.E. nur eine leichte Ausprägung von ADHS. Aber ich merke immer, wann die Tabletten nicht mehr wirken.

Was habt Ihr eigentlich in der Ferienzeit bezüglich der Tableteneinnahme vor? Ich weiß nicht, ob ich die Tabletten da absetzen soll oder lieber nicht. Mach ich vielleicht vom täglich geplanten Vorhaben abhängig.

Gruß, Etta

von Etta T. - am 14.07.2006 11:35
Die Beziehung Körpergewicht - Medikamentendosis gilt m.W. mittlerweile als überholt.

von Dunkelsinn - am 14.07.2006 13:12
Liebe Bea,

bring deiner Ärztin doch mal rechnen bei, ja?

Wenn deine Tochter vorher insgesamt 40 mg am Tag bekommen hat, dann sollte es mit dem MR auch weiterhin in dieser Größenordnung bleiben. Klar, die Wirkung ist länger. Aber eben statt 4 h dafür 6 - 8 h. Und dann wird nicht nochmal mittags das gleiche obendrauf gepackt, das ist ja nicht der Sinn eines Retardpräparats! Nur bei Concerta ist die Wirkung etwas geringer, da nicht alles freigesetzt wird, aber nicht beim MR.

Und die Medis stellen nicht ruhig. Und machen nicht brav. Wenn sie im Kiga ok ist, aber zu Hause nicht, dann mußt du definitiv die Situation zu Hause ändern, aber in Bezug auf Strukturen, Regeln, Respekt usw. Nicht mit den Medis. Die schaffen nur die Voraussetzung daß die Kinder darauf dann auch positiv reagieren können. Das ADS ist dann aber nicht weg, d.h. die Erziehung muß nach wie vor sehr spezifisch sein.

Die Erziehung ist nicht einfach, ganz im Gegenteil. Und richtig schwierig vor allem noch für den Elternteil, der auch noch selbst betroffen ist. Hol dir dazu externe Hilfe, die Medis allein können das nicht reparieren.

VG, Fuzzy-Mama

von Fuzzy-Mama - am 14.07.2006 13:17
@Filiti
Hm, sorry, aber ich glaube, da verwechselst du was. Wenn ich falsch liege, dann korrigiert mich aber bitte....

So weit ich weiß werden bei Concerta 18mg nur 15mg MPH freigesetzt. Bei der Concerta 36mg wären es dann entsprechend 30mg. Ich hab irgendwo eine genaue Tabelle gelesen, hab jetzt aber keine Zeit, das zu suchen.


@Etta
Die mg/kg-Faustregel ist sicher überholt; es gibt etliche Kinder, die mehr MPH benötigen. Allerdings erscheint mir das mit den 2x 50mg MR auch etwas merkwürdig.....
Außerdem frage ich mich, wie das weitergehen soll, wenn die Anforderungen steigen.

Mein zwölfjähriger Sohn bekommt insgesamt 35mg MPH an den Schultagen. Er wiegt aber nur 29 kg. Trotzdem funktioniert es gut.
In der 3. Kl. kam er noch gut mit 20mg aus. Ab der 5. Kl. steigerte sich sein Bedarf deutlich, weil es in der Schule wesentlich stressiger und anstrengender für ihn war.

Also ich würde ziemlich schnell wegen der Dosierung noch mal nachhaken. Wenn MR nicht richtig wirkt, dann probiert es doch mal mit Concerta oder Ritalin.

Ansonsten schließe ich mich Fuzzy-Mamas Worten an....es ist für ADHS-Eltern (bin selbst betroffen) noch schwieriger ein betroffenes Kind richtig zu erziehen. Das kostet sehr viel Kraft.

von Annette B. - am 14.07.2006 17:06
Hallo Bea-mama,

mit Retard-Produkten und deren Wirkstoffabgabe habe ich nicht viel Erfahrung. Ich weiss darüber nur das, was ich mir hier und in anderen Berichten "angelesen" habe.

Da meine Tochter Probleme in der 5.Stunde hat, denke ich, dass sie über kurz oder lang auch ein Retardprodukt bekommt.

Wir haben am Montag unseren "Halbjahrestermin" bei der Psychologin für ein längeres Gespräch. Dabei geht es um die Noten, das Zeugnis, Schule an sich und so weiter. Bei der Gelegenheit frage ich sie mal.

Vielleicht kann ich Montag dann was sagen.

Schönes Wochenende,
Claudia

von Claudia33 - am 15.07.2006 10:49
Hallo!
Erstmal vielen vielen Dank für Eure viele Reaktionen.

Ich habe bereits für Mittwoch einen Termin bei unserem Kinderarzt und unserer Psychologin gemacht, da mir das Ganze im Moment wirklich nicht behagt und ich Gespräche zur Klärung führen möchte.

Unsere Lütte ißt einfach nichts mehr, außer zum Frühstück und wiegt nur noch 16,9 kg bei 116 cm. Ansonsten ist sie tagsüber scheinbar am liebsten allein und in ihrem Zimmer (spielt und malt). Hat keine Lust auf irgendwelche Unternehmungen, was sie sonst immer toll fand. Vielleicht fällt uns das nur so extrem auf, weil sie das sonst gar nicht konnte und das ist so richtig???
Die Einschlafprobleme sind allerdings immer noch da und das paßt ja irgendwie gar nicht dazu, daß wir nachmittags nochmal eine Dosis geben, damit diese Probleme nicht mehr auftauchen.

Also - Mittwoch abwarten und dann gebe ich Euch mal ne Info, was dabei rausgekommen ist.

Viele liebe Grüße

bea-mama

von bea-mama - am 16.07.2006 15:09
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