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ADHS ADS Selbsthilfe
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Rita H., tbsjg, Babs L., fiadoni, schwertlilie

Wie bringt "Frau" "Mann" dazu sich testen zu lassen

Startbeitrag von Rita H. am 25.07.2006 13:25

Hi zusammen,

tja, ich denke, mit meinem Problem bin ich nicht alleine. Bevor unser Sohn geboren wurde und ich überhaupt noch nichts von ADS wusste, habe ich einfach gedacht, ich habe halt einen liebenswürdigen Schussel als Mann.

Er ist sehr ruhig - eigentlich war er immer mein Fels in der Brandung.

Nur eins hat mich immer schon gestört, seine Unpünktlichkeit, seine Unordnung im Keller (aber wehe, wenn er mal in meiner Küche aufräumt - dann aber so gründlich, ich finde nichts mehr ;-)

Er vergaß einfach wichtige Termine, sein Handy, obwohl ich einen Termin habe und ihn anrufen soll, wann er mich abholen kann - super, nur Mailbox, zuhause angekommen sehe ich, es liegt zuhause.

Er weiß auch nie, wo was liegt, ist ständig auf der Suche nach etwas. Wenn er nur seine Dinge verlegen würde, wäre es auch kein so großes Problem - aber nein, auch meine Sachen suche ich oft.

Ich musste eigentlich schon immer für ihn mitdenken.
Irgendwann habe ich angefangen "ihn auflaufen" zu lassen. Aber das hat nicht lange angehalten, dann fing ich doch wieder an für ihn "mitzudenken" - da ich ja vergessenes oft mit ausbaden musste.

Auch heute ist gerade wieder so ein Tag, sein Handy fand ich im Bad - seine Geldbörse lag im Wohnzimmer.

Gestern Abend meinte er nur, morgen darf ich die Arbeit vom Wochenende nicht vergessen, das brauche ich unbedingt.

Schätze, am Morgen waren die Gedanken nur dabei, für das Handy und die Geldbörse reichte es nicht mehr.

Für ihn ist das aber normal - wenn ich sage, ich fürchte Du hast auch ADS, dann meint er "und wenn, ich komme gut damit zurecht" - klar, er hat ja mich.....

Wenn ich ihm sage, dass es mich ab und an aber nervt und man doch bestimmt auch bei ihm was machen kann, es auch für ihn Strategien gibt, da spielt er nicht mit - ist ihm einfach zu viel. Er müsste was ändern, ich denke, dass kann oder will er nicht.

Unseren Sohn versteht er gut - nur leider denke ich oft zu gut.

Allerdings muss ich sagen, er hat mich hier zum Glück von Anfang an voll unterstützt, und was unseren Sohn angeht, hier hört er schon auf mich und die Therapeuten und unterstütz alles und das klappt auch gut.

Aber es wäre halt schön, wenn er für sich auch was tun würde.
Er denkt nur, er hätte keine Probleme, er selbst sieht sie wohl nicht oder will sie nicht sehen, dass weiß ich nicht.

Zwingen kann ich ihn nicht und will ich auch nicht. Hat es von Euch schon jemand geschafft den Partner zu überzeugen, wenn ja, wie?? Bin um jeden Hinweis dankbar.

Manches ist ja auch wirklich komisch. Über vieles lachen wir auch und es bereichert unser Leben. Aber einiges erschwert es eben.

Soll ich mal wenn er nicht dabei ist, mit unserem Kipsy reden, evtl. stuppst er ihn mal vorsichtig an. Er weiß ja, dass mein Mann Legasthenie hatte als Kind, bzw. immer noch leichte Probleme damit.

Unser Leben ist nun zwar nicht vollkommen chaotisch und ich will ihn nicht grundlegend ändern - er hat auch mittlerweile einiges angenommen und arbeitet schon an sich. Aber in Stress-situationen klappt es halt doch nicht immer.

Aber man kann es auch nicht immer auf den Stress und die Situation schieben.....

Im Job kommt er gut klar, hier ist er der wahre Strategiemeister.

Aber zuhause wird alles geschoben..... entweder erledigt sich von alleine - oder mal sehen. Er braucht dann immer den Druck, dann klappt es. Oder ich mache es.

Ich habe mir jetzt schon angewöhnt, ihm einiges aufzudrücken, was ich früher machte, weil ich meinte, ich hätte so viel Stress, er muss mir was abnehmen. Damit er mal sieht, wie das ist - aber stört ihn auch nicht. Er sagt ja mache ich - aber drauf verlassen kann ich mich nicht immer.

Manchmal wartete ich auf Antwort von Post, die ich ihm mitgegeben habe zum wegschicken. Ich wunderte mich, warum keine Nachricht kommt - dann finde ich 2 Wo. später den Brief im Auto - nicht weggeschickt.
Die Liste wäre zu lange.....

Ich befürchte, er denkt, es wäre peinlich, wenn er als erwachsener Mann da ankommt. Und er meint, auch andere vergessen mal was - er kommt dann mit zig Beispielen so nach dem Motto "erst kürzlich der Peter so und so, der hat auch...."

Männer habe ich das Gefühl, die gehen nur dann selbst zum Arzt, wenn sie so große Schmerzen haben, dass sie es nicht mehr aushalten - für was anderes nicht.

Leider hatte die letzte Therapeutin die Meinung, wenn er doch keine so großen Probleme hat - auch vom menschlichen nicht - er ist sehr beliebt - dann ist doch alles o.k. Und für K. tut er alles und in der Erziehung sind wir uns doch einig.

Also war für ihn erst mal wieder alles klar.
Das es aber ab und an an meine Substanz geht, das versteht er nicht - bei K. ja, aber nicht bei ihm, er wäre doch erwachsen und könnte auf sich selbst aufpassen.

Dann kommt wieder oft der Satz "ach Schatzi, was würde ich tun, wenn ich dich nicht hätte" - schön, das freut mich auch, wenn er es anerkennt, nur davon habe ich auf Dauer leider nichts.

Also bitte, her mit all Euren Erfahrungen - werde diplomatisch alles ausprobieren :-)))

LG
Rita

Antworten:

Hallo Rita

Genauso war mein Ex-Mann. Ich war 17 Jahre mit ihm zusammen und hatte mich auch an seine "Eigenheiten" gewöhnt.

Wir waren die ganze Zeit selbständig. Er hat mich während der Arbeit angerufen und zugeblabbert. Nach einer gewissen Zeit hat er mich dann angemault, dass er jetzt aber endlich arbeiten müsste und nicht den lieben langen Tag mit mir plaudern könnte. Das er angerufen hat, hatte er schon längst vergessen.

Das mit der Post hatte ich nach einigen Jahren aufgegeben. Lieber hab ich es selber gemacht. Der gute Vorsatz war immer da, aber ...

Ordnung halten war und ist für ihn ein Fremdwort. Kam mir aber sehr entgegen, da ich auch nicht die perfekte Hausfrau bin. Da gabs wenigstens nie ein böses Wort.

Naja, aber Tipps kann ich dir leider nicht geben. Ich habe nie versucht ihn zu ändern. 13 Jahre lang wusste ich ja nicht, dass er ADS hat. Erst nachdem mein Sohn geboren war und ich mich genauer informiert haben, war der Rückschluss nahe, was da los ist. Aber da hatte ich mich ja schon an mein geliebtes Schussel gewöhnt gehabt.

Seit 3 Jahren sind wir nun geschieden. Seine neue Freundin kommt jetzt damit nicht klar. Vor einem Monat hatte er jetzt einen Termin beim Arzt und Psychologen, um abklären zu lassen, ob er wirklich auch ADS hat. Mittlerweile haben wir ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Besser als während der ganzen Ehe. Wir können besser miteinander reden und er hört mir jetzt auch zu, wenn ich ihn auf seine "Eigenheiten" anspreche. Bei seiner Freundin hingegen, schaltet er auf stur.

Gruß Monika

von fiadoni - am 25.07.2006 16:10
Hallo Monika,

ja, ja, das liebe stur stellen - das kenne ich.

Im Grunde genommen kenne ich ihn ja auch nicht anders. Einiges wurde im Laufe der Zeit besser, einiges wird aber schlimmer.

Ich wusste wie gesagt früher auch schon nicht, warum er so ist, und da hat es mich noch mehr gestört als heute, da ich ja immer versuche für meine ADSler Verständnis aufzubringen - aber irgendwann reicht oft die Kraft gerade so.

Ich versuche so viel es geht für mich selbst zu machen.

Gesprächen diesbezüglich gegenüber ist er sehr verschlossen - eigentlich genervt. Denke, er weiß aber, was Sache ist. Über alles andere kann man super reden.

Ich dachte, jetzt wo wir wissen, was unser Sohn hat, der Verdacht nahe liegt, dass mein Mann es auch hat, kann er die Sache anders angehen. Aber vielleicht kommt es ja noch.

Ich denke, ich sollte mal versuchen bei ihm so konsequent zu sein wie bei unserem Sohn :-))

Werde auch mal das Stempel- oder Punktesystem bei ihm probieren. Für jeden nicht verlegten Schlüssel - für jeden abgegebenen Brief - für Ordnung in seinem Büro und Keller (denn es ist schlimm - kaum kommt ein Anruf, ich suche ein Schreiben - muss die Leute vertrösten, die denken doch ich bin bekloppt, weil ich nichts finde). :-))

Irgendwie steht das ganze halt doch oft zwischen uns. Denn er hat schon so einige Eigenheiten.
Es ist zwar eigentlich gar nicht sooooo viel, aber auch Kleinigkeiten können stören, gerade die, weil ich mir immer denke, da verlange ich doch gar nicht viel - dass könnte er doch ändern.
Aber ich glaube, er kann es eben nicht, er vergisst es auch nach kurzer Zeit, was er eigentlich ändern wollte.
Und er ist dann auch wie ein trotziges Kind. Ich weiß eigentlich, lieber nicht so viel sagen, denn sonst macht er es erst recht nicht.
Aber von einem erwachsenen Mann über 30 erwartet man halt einfach doch ein anderes Verhalten.

Aber wie gesagt - tauschen würde ich auch nicht wollen - lieber soll er halt so bleiben. Denn neben seinen Macken hat er ja zig positive Seiten. Er ist liebenswürdig und bringt mich immer wieder zum Lachen.

Aber ich habe halt oft Bedenken, ob es sich nicht doch im Berufsleben mal negativ auswirken kann -bisher konnte er alles hinbiegen, wenn er was vergessen hat.

Sein unmittelbarer Vorgesetzter mit dem versteht er sich super und der hat ihn schon so manches Mal gedeckt - letztens meinte er "in Ausreden bist du immerhin nie verlegen und es fällt dir immer was passendes ein". Aber geht so was immer gut?

Zuhause ist es ja noch egal, da kann man alles wieder glatt bügeln, vergessene Arzttermine kann man nachholen. Die Ärzte kennen ihn zum Glück da schon und lachen auch. Aber ich werde doch mal versuchen unseren Hausarzt und den Kinderarzt mit meinem Verdacht zu konfrontieren - vielleicht können die mal so ganz vorsichtig anklopfen bei ihm.

Denn ich weiß, so manches ist ihm nicht so unangenehm wie er tut. Ich bin lange genug mit ihm zusammen um ihn hier doch hin und wieder zu durchschauen.

Manchmal denke ich auch, eine andere Frau, wer weiß, die hätte es gar nicht so lange ausgehalten.
Aber ihn unter Druck setzen möchte ich keinesfalls - denn es ist sein eigenes Leben und ich habe nicht das Recht ihn zu ändern, das ist mir vollkommen klar, wenn er was ändern will, dann muss es von ihm kommen, sonst wird es eh nichts.

LG
Rita

von Rita H. - am 25.07.2006 18:16
Hallo Rita
ich habe dann hier auch so ein Exemplar eines ADS ohen H Mannes.

Ich habe nach 15 Jahren Ehe und nach der Erkenntnis das voriges Jahr Kind Nr. 1 dann endlich (war halt immer so ein Grenzfall) auf ADS diagnostiziert wurde schon Druck gemacht.

Allerdings war das Leben hier auch unerträglich und zum ADS kamen eben noch tiefste Depressionen dazu, was bedeutete ewig nur auf dem Sofa liegen, nichts mehr peilen, tief versunken. Und dazu kamen sehr starke Störungen der Impulskontrolle, eben schon mal ein bisschen agressiv sein, nur noch rumgebrülle. Kein Wunder wenn man im Dauerfrust lebt.

Und weil es immer schlimmer und schlimmer und schlimmer wurde stand dann auch irgendwann die Polizei auf der Matte. Das gab dann den Startschuß endlich was zu tun. Es geht nun mal nicht bei 5 Kindern das das Leben so aus den Bahnen läuft.

Der Kinderpsych hat dann den ersten Test gemacht und ihn weiter zu einem Psychiater für Erwachsene geschickt. Zusammen mit einer Psychologin wurde er dann nochmal richtig getestet und die Ansage war ganz klar...ADS
Kampf, Kampf und nochmal Kampf, keine Einsicht... ich hatte ja noch nie ADS...aha...

Dann ein halbes Jahr später 10 Wochen Klinik in der sie die Depressionen gut in den Griff bekamen, allerdings null Ahnung von ADS hatten. Er kam zurück mit der Ansage er habe kein ADS. Da fällt mir dann ja garnichts mehr zu ein.

Nach ein paar Wochen hier und einer anderen Belastung als in der Klink fing er dann wieder an Methylphenidat zu nehmen. Tagsüber geht das auch recht gut, der Rebound abends ist aber sehr heftig. Und die Impulskontrolle funktioniert auch nicht wirklich.

Ich habe hier monatelange Hölle hinter mir, wobei es mit Sicherheit nicht nur am ADS liegt sondern an all den kormobiden Störungen die sich im Laufe der Zeit einfach schleichend entwickelt haben.
Und wenn man ADS erst mit Anfang 40 feststellt, das ist schon sehr spät. Jetzt soll dann eine Verhaltenstherapie anlaufen und wir hoffen hier alle das es fruchtet.

Ansonsten sehe ich nicht wie man den Rest des Lebens miteinander verbringen soll.
Und natürlich ist es sein Leben, aber dann muß er es alleine leben wenn es so weitergehen soll. Wenn man eine Familie hat kann man eben nicht nur nach seinem eigenen Gutdünken leben. Da braucht es ein bisschen mehr dazu.

Und auch mit ADS hat man eine Verantwortung seiner Familie gegenüber...da kann man eben nicht mal sagen ..es ist eben so.
Viele Dinge sind bei ADSlern anders..das hab ich ja dann mittlerweile auch schon festgestellt, mit einem Teil davon kann man leben, aber warum sollte man dies mit allem tun was ADS hervorbringt.

Ich habe kein ADS, aber ich lebe ja auch und soll mich ständig anpassen, warum eben die andere Seite nicht auch soweit es eben geht. Mich ärgert es schon das es so wenig Einsicht gibt. Wenn man sieht das es eine Stoffwechselstörung ist kann man ja schließlich was dran tun. Und mit einigen Verhaltensweisen die ein normales Familienleben ermöglichen ist auch ADS nicht dramatisch.

Ich weiß nur wenn ich es 10 Jahre vorher gewußt hätte wäre uns vieles erspart geblieben.
Ich glaube je eher man sich auf den richtigen Weg, einen Weg der Erkenntnis machen kann desto weniger muß man in einem späteren Lebensalter ausbügeln.

Mit dem älterwerden wird es eben immer schwieriger. Und dann kommt vielleicht der Tag wo es so wie hier ohne Druck nicht mehr geht.
Über die normalen ADS Dinge wie Unpünktlichkeit, oder was vergessen und und und ...das regt mich nicht wirklich auf..darauf kann ich mich einstellen und schon mal in die richtige Richtung schubsen, aber diese ewige Sturheit und die Ansage das alle Welt schuld ist an seinem Zustand...damit kann ich mittlerweile garnicht mehr.

Ich weiß nur das man es nicht schleifen lassen sollte und nicht immer ein Auge zudrücken sollte.

Hört sich an als hätte ich Frust...hab ich auch zwischendurch und Wut dazu weil ich gegen Windmühlenflügel angehe.
Weil Mann mit ADS und zwei Kinder mit ASD, dazu noch eins mit einer Impulskontrollstörung und eins mit depressiven Zügen.. und noch eins was einfach nichts hat, ausser den Allüren einer fast 9jährigen...bisschen Rubikon...
und bei dreien auch noch eine auditive Wahrnehmungsstörung, Legasthenie, Dyskalkulie... wie soll das eine einzelne Mama schaffen...das macht das Leben ausserordentlich anstrengend.

Und die Träumerlein habens schon auch nicht einfach weil sie einfach nicht in die Gänge kommen und weil man es grade bei ihnen erst so spät feststellt.

Mein Kind saß in der ersten Klasse und wenn alle aufstanden um den Morgenspruch zu sagen blieb er sitzen... heute ist es klar warum...damals war er 6 jetzt wird er in zwei Wochen 15.
So viele Jahre in denen man immer sah das was nicht ok war und das dem Kind das Leben zuviel war, aber niemand der einem den rechten Weg wies.
Und meine Jüngste mit ADS die uns hier todredet...ohne Unterbrechung und Punkt und Komma. Dreimal ADS und dreimal in sehr unterschiedlicher Form.

Da kann man nur jeden Tag einzeln für sich nehmen und diesen Tag leben... und morgen eben von neuem...

So..genug gejammert
LG Marita



von tbsjg - am 25.07.2006 22:38
@tbsjg

Hallo Marita,

es ist einfach toll, wie du es alles alleine schaffst! Lass dich nicht unterkriegen und denke auch mal ab und zu an dich .

Ich habe 3 Kids, und da gibt es noch 2 aus erster Ehe von meinem Mann.

Ich genieße die Zeiten, wo vieles rund läuft und daraus schöpfe ich wieder Kraft.

LG



von schwertlilie - am 26.07.2006 06:59

Re: Wie bringt "Frau" "Mann" dazu sich testen zu lassen @ Marita

Hallo Marita,

ja, Deine Wut und Deinen Frust kenne ich.

Ich finde es wirklich bewundernswert, wie Du das alles schaffst.

Vielleicht sollte ich doch mal energischer sein. Depressionen hat meiner nicht und er gibt niemandem die Schuld - er sieht ja nicht mal, dass auch er Probleme hat.

Denke, das kommt von seiner Erziehung. Die Mutter hatte ewig viele Probleme und nun ganz massiv mit sich selbst. Sie schiebt es auf zig Krankheiten. Wenn ihr ein Arzt mal die Wahrheit sagt, das vieles psychisch ist, dann geht sie nicht mehr hin.

Mittlerweile ist sie so bösartig geworden - die Wohnung sieht aus wie bei einem Messi - ich mag gar nicht mehr hin - ewig nur Streit (bzw. lasse ich mich anpampfen und sagte bisher nichts). Sie weiß alles chronisch besser.

Sie ist nun schon sehr einsam, da viele es nicht mehr aushalten.
Bisher ist mein Mann noch bei weitem nicht so - aber was, wenn er so wird??? Sind halt so meine Gedanken.

Dann würde ich sofort meine Koffer packen, das weiß ich. Er sieht auch hier die Probleme nicht, er meint, was geht mich meine Mutter an, sie ist erwachsen und muss wissen, was sie tut. Denke er weiß auch selbst, ein Gespräch mit ihr unmöglich, deswegen lässt er es. Auch alle anderen sehen zwar die Probleme, haben auch eine Meinung, aber die denken, es kommt nur wegen den ganzen Medikamenten, sie ist auch schon auf Entzug gewesen, aber keiner kommt auf die Idee, was es wirklich sein könnte.

Ja Augen verschließen - das ist einfacher.

Lange Zeit gab ich mir die Schuld, dass es mit der lieben Schwiemu nicht klappt. Heute nicht mehr.

Mein Mann meint oft, ich reagiere nun hysterisch, jeder der in meinen Augen ein kleines Problem hat, hätte nun ADS.

Aber das stimmt nicht, denn ich weiß sehr wohl, es gibt auch andere, die sind chronisch faul, auch launisch etc. ohne ADS.
Da liegen halt oft wirklich Erziehungsfehler etc. vor.

Aber in dieser Familie ist es doch sehr auffällig und es gab ja bereits schon diese Probleme vor der Geburt unseres Sohnes mit ADS.
Nur damals habe ich vieles einfach hingenommen und versucht mit viel Liebe ihn da hinzuschubsen, wo er hin sollte. Heute aber da packt mich auch oft die Wut, weil er ja bei seinem Sohn in keinster Weise mehr bezweifelt, das es ADS ist, hier vertraut er auf das Kize und die Psychologin und unseren Kinderarzt.
Aber er vertraut auch zusehr auf mich.... sicher, er unterstützt mich, wo es ihm möglich ist und sogut es ihm möglich ist.

Daher verstehe ich halt jetzt doppelt nicht, warum er nicht an sich selbst mehr arbeitet und einsieht, da kann man was machen. Da kommt bei mir Wut und Frust auf - wenn man es doch jetzt besser weiß. Und vor allem, ich würde ihm ja helfen, aber nicht mehr, indem ich ihm sämtliches Denken abnehme und alles einfach hinnehme.
Gut - ihn stört es nicht, er kommt klar - aber ich habe ihm bereits mehrfach gesagt, mit einigem komme ich nicht klar. Denn ehrlich, mir reicht schon die Arbeit mit unserem Sohn, obwohl ich es selbstverständlich wie alle anderen hier auch gerne tue, keine Frage. Aber warum soll ich mich - sorry an alle anderen erwachsenen ADSler - nicht böse gemeint - um ein Riesenbaby kümmern, für den es andere Möglichkeiten gäbe.
Ich kann Dich echt verstehen - Du hast noch mehr um die Ohren als ich - und mir wird es schon ab und an zu viel.
Ich kann aber doch mal eher alle fünfe gerade sein lassen, die Große ist schon aus dem Haus und bei ihr läuft es jetzt zum Glück ganz gut.
Der Mittlere wie gesagt, der ist schon immer sehr selbstständig gewesen und bei ihm brauche ich mich eigentlich um nichts zu kümmern.

Ich denke, werde doch noch mal ein ernstes Gespräch führen und ihm klar machen, entweder er tut was - oder ich tue was für mich, ob ihm das so schmeckt, ich weiß nicht.

Ich werde ihm die Pistole auf die Brust setzen, dass wir gemeinsam zu einer Beratung gehen, hoffe, er geht mit, werde echt einfach mal einen Termin machen, denn ich fürchte, dies ist auch so was. Er geht ja dann doch meist mit, aber den Termin muss ich machen, ich muss den Anfang machen - von ihm kommt da nichts.

Das schlimme ist, durch die Blume - das kann man bei ihm glatt vergessen, das versteht er nicht. Mit Diplomatie so eine Sache. Stößt man ihm was vor den Kopf, dann murrt er erst mal - er überlegt zwar dann doch, das merkt man schon, kurzfristig bemüht er sich dann auch - aber leider schafft er es eben nicht längerfristig - ist dan neinfach wieder weg.

Ich weiß ja, er macht es nicht absichtlich, er kann es einfach nicht anders - man versucht überall Verständnis dafür aufzubringen - aber ich habe halt doch jetzt keines mehr, da man weiß, man könnte ja ..... ach ja....man dreht sich im Kreis.

Drücke Dir auch alle Daumen, dass es bei Euch bald bergauf geht, Du auch mal Zeit für Dich findest und etwas durchschnaufen kannst.
Wann immer es mir zuviel werden soll, so denke ich an Dich, dann weiß ich, Du hast es noch härter. Und dann will ich dankbar sein.

Alles Liebe
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 09:12
Das mit dem Mann lässt sich tatsächlich noch steigern, wir haben getauscht: Mann ist Hausmann und erzieht die Kinder... ich geh arbeiten

Beim Sohn haben wir ja jetzt die Anfangsprobleme und noch keine Medikamente für ADS (und kämpfen auf Zeit die die Ärzte leider nicht haben Termin Spezialklinik nicht vor Dezember...Zwischenhilfe mit Arzt läuft jetzt)

Tja und anscheinend Mann mit ADS auch...ich kann versuchen zu planen und organisieren (Für was eigentlich noch)

Schussel eher weniger, aber 20 angefangene Arbeiten (Wir bauen Haus alleine ohne Firma) und keine Prioritäten, die setzte ich (dann ist er sauer), OK a bisserl Schusserl, das Werkzeug bleibt da wo es das letzt Mal gebraucht wurde, bis der Rappel kommt und dann mal 2 Tage aufgeräumt wird, da man nichts mehr findet.

Ansprechen brauch ich darauf gar nicht um Gottes willen ich habs probiert!

Main Mann hat jetzt die Fürsorge für die Kinder nach der Schule....und ich schau nach der Arbeit was falsch ist und versuche es wieder grad zu bügeln...Mal sehen was da rauskommt und ob wir das so auf Dauer laufen lassen können

Ach ja unsere Kleine fängt jetzt auch an, wobei ich bei ihr noch nicht weiß, ob sie es einfach nachmacht, oder wirklich ein Problem hat. Aber ich melde sie jetzt auch für die Tests an, dann haben wir es ja (hoffentlich) bis zum Schulbeginn (noch 1 Jahr Zeit).
Komme mir hier manchmal wie ein Dompteur im Flohzirkus vor...

von Babs L. - am 26.07.2006 10:33
Hallo Babs,

das mit den zig Baustellen - ja das kenne ich. Musste ein wenig lachen. Irgendwie beruhigt es mich ja, wenn ich sehe, auch anderen geht es so.

Warum nur reagieren Männer so anders als Frauen - kommen die wirklich vom Mars und wir von der Venus?? Habe früher zig solcher Bücher gelesen um die Männerwelt besser verstehen zu lernen - aber das ist wohl eine Wissenschaft für sich.... :-))

Ich versuche es wirklich so gut es geht mit Humor zu nehmen, sonst glaube ich, ich hätte schon längst das Handtuch geworfen.

Manchmal denke ich, eigentlich müsste ich ein Managergehalt bekommen.
Doch auf der anderen Seite ist es doch oft so, man wird dann noch so hingestellt, als wäre man irgendwie nicht fähig seine Familie zu managen, weil doch vieles anders ist als in "normalen" Familien. Hat man ein oder gar mehrere Kinder mit solchen Problemen, dann ist man halt nur nicht fähig....

Aber für mich denke ich immer wieder, lass gut sein, du weißt es besser. Sollten die mal all das hier managen, sie würden kapitulieren, und das nach wenigen Tagen.

Mein Mann als Hausmann?? Habe ich schon mal überlegt, doch dann dachte ich, es reicht mir schon, dass ich mich jetzt bereits um das meiste kümmern muss, und zudem arbeite ich stundenweise bereits mit. Würde dann Abends heimkommen und müsste mich dann um alles kümmern. Denn tagsüber würde man wohl nur vor dem Fernseher hocken, Essen aus der Dose oder das Restaurant "zum goldenen M" ihr wisst schon.

Ich weiß, die Förderung für unseren Sohn das würde nicht klappen, er würde es schleifen lassen und dann könnte ich ihn sofort auf einer Förderschule anmelden.
Aber wünschen würde ich ihm ab und an echt mal, dass er sieht, wie das so den ganzen Tag ist.

Er meint zwar, er weiß, was ich leiste und er schätzt es auch, aber das ist auch sehr bequem für ihn.

LG
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 10:52
Hurra bin ned allein!!!!!!!!
Nein ich weiß leider aus meinem Umkreis dass es nicht so ist (leider, weil es denen auch so geht)

So kümmert sich mein Mann ja prima drum, nur er versteht ja vieles selber nicht so gut, Lesen, Rechtschreibung ist ein Graus, was wir jetzt wissen ist mein Man sowiese eine arme S..

Bei ihm ADS unerkannt, Schule wurde geschleift (Mutter kein Interesse...da mein Mann ein Unfall war, daher den zu alten Geschwistern überlassen, da natürlich kein Interesse usw erst in der Berufschule kümmerte sich ein Lehrer um ihn...)

Hausarbeit wie er noch alleine war klappte aber!

Nein ich hab noch einen Hausgeist: Eine Tante meines Mannes wohnt bei uns (da aus ehemals Elternhaus und festen Wohnort bei Schwägerin rausgeworfen, da Kinder gross bei denen, überflüssig...interessante Familiengeschicht. nie langweilig!)

Die Dame ist rüstig, macht Holz, Wäsche, Essen, usw, versteht aber natürlich nicht mehr so das Schulsystem, obwohl sie sich Mühe gibt, liest mit dem Sohn usw.
UNERSETZLICH!!!!
(aber: meine Tochter (5) heult, sie rennt, meine Tochter nutzt das natürlich schamlos aus, ihr Sortiersystem der Wäsche ist interessant, und sie redet uns rein wenn wir die Kinder schimpfen, die nehmen uns dann natürlich nicht wirklich ganz voll, kommt doch von dort die Beschwichtigung)

OK alles in allem läuft es aber
irgendwie

von Babs L. - am 26.07.2006 11:14
Flohzirkus und Managergehalt...genial. Das triffts zu 100%.

Eure Männer gehen wenigstens arbeiten, mein Mann ist immer da. Er geht nicht mehr arbeiten seit das ADS so zugeschlagen hat...na ja weniger das ADS als seine Probleme drumherum. Er will auch garnicht... ich könnte ja nun mal...grins.

Da bleibt mir nur ein müdes Lächeln...hab ich doch grade gelesen ..Mann vor der Glotze und Essen aus der Dose. Und Kinder unter ferner liefen.
Ich hab mir das auch schon überlegt...es würde in Mord und Totschlag enden.

Wir bitten ihn seit 3 Tagen den Kopierer aus der Ecke, in den er ihn gestellt hat, rauszuholen, weil das Ding unsagbar schwer ist und Tobias dringend seine Zeugnisse kopieren müsste. Keine Reaktion. Mir ist echt noch nie so viel Ignoranz untergekommen. Er übergeht es einfach, lächelt beseelt und macht keinerlei Anstalten. Manchmal denke ich er kommt von nem anderen Stern...außerirdisch.

Aber er will ja das es besser wird mit der Beziehung und den Kindern...das fördert er durch auf dem Sofa liegen, ins Fernsehn starren, unsinniges Gerede, ewigem Zuspätkommen, Anschuldigungen an Alle, nicht zuhören und nicht in die Gänge kommen.

Ich denke manchmal er weiß mehr um seine Defizite als er zugibt. Das schafft er einfach noch nicht...sein Selbstwertgefühl ist nach vielen unschönen Dingen ziemlich tief unten im Keller. Ich kann ihn da auch nicht rausholen, bin ich ja nur die dumme Ehefrau die alles aufs ADS schiebt...
Nene tu ich garnicht, und ich lasse auch nicht zu das er sich dahinter versteckt, ist ja so einfach...ich hab ja ADS!...damit hat Mann einen Freifahrtschein für ein seltsames Benehmen. Es ist zu einfach sich nicht damit zu beschäftigen wie es anders werden könnte. Da kann wohl nur eine fähige Therapeutin noch was ausrichten.

...statt dessen versucht er hier Macht auszuspielen die er so nicht hat und auch so nicht bekommen wird. Das widerum macht ihm schon Frust. Und das widerum macht das Agressionen wachsen die man dann wieder an dem ein oder anderen auslassen muß, indem man ungerecht wird und Beschimpfungen losläßt. Ein ewiger Kreislauf.

Er hat so die Ruhe weg und je mehr er sie weg hat desto grantiger wirds in meinem Innern. Ruhe haben ist ja schön und gut, aber von Ruhe alleine läuft leider ein 7 Personenhaushalt nun mal nicht. Tagsüber mit den Medis gehts ja auch recht gut, aber...wehe sie wirken nicht mehr.

Da brauchs schon ein bisschen mehr zu. Manchmal bin ich hoffnungslos überfordert.

LG Marita



von tbsjg - am 26.07.2006 12:27
Hallo Babs,

sag mal, darf ich Dich fragen, aus welchem Bundesland Du kommst - wegen dem Dialekt.

Wir sind aus Bayern.

Schön, dass Du mit der Tante eine tatkräftige Unterstützung hast.

Doch wenn sie sich doch etwas in die Erziehung einmischt (oft nachgibt) gibt es da nicht auch Probleme?

Denn gerade Kinder mit ADS spüren das sofort, wenn jemand nachgibt und nutzen das sofort für sich aus.

Bei unserem wenn ich mal nicht so ganz konsequent bin, er tanzt mir auf der Nase rum - aber wie.

Ich habe daher mit unserer Schwiemu kaum noch Kontakt, da sie es nicht einsehen wollte und überall alles besser wusste, ADS gibt es nicht, sollte mein Kind so erziehen wie sie ihre - klar, klar, sehe ja, was aus meinem Mann geworden ist.
Hätte sie viel früher was unternommen (aber denke, dass konnte sie nicht, da sie selbst so viele Probleme mit sich hat) wäre es mit meinem Mann jetzt sicher auch besser.

Auch dort sind die Familiengeschichten nicht gerade langweilig.

Ich scheine eine Gabe zu haben, solche Männer und Schwiegereltern anzuziehen.

Die Familie meines 1. Mannes war auch chaotisch. Zwar habe ich mich mit denen um Längen besser verstanden, aber chaotisch war es allemal, auch mein 1. Mann.
Aber der war auch sehr aggressiv und grundlos und krankhaft eifersüchtig und auch schnell "bei der Hand" - wenn Du verstehst.

Habe mich dann getrennt, meine ersten beiden sind von ihm. Meine älteste Tochter vermute ich, hat ihre Schwierigkeiten von ihm geerbt. Aber sie weiß dass und tut was dagegen und hat es gut im Griff deshalb. Zum Glück.

Habe damals eine stink Wut auf ihn gehabt, doch irgendwie denke ich, er war auch ein armes Würstchen, die Eltern haben ständig gearbeitet, kaum Zeit, auch große Familie, die älteren Kinder haben auch immer die jüngeren mitgeschleift. Er war so in der Mitte, der erste Sohn und von Mami absolut verzogen.

Meine damalige Schwiemu meinte mal zu mir, auf ihrer Familie liegt ein Fluch. Habe das damals nicht verstanden. Sie meinte, aber nur die Männer. Alle aggressiv und Machos. Der Vater meines Schwiegervaters muss so gewesen sein, mein Schwiegervater war so, die Söhne auch alle. Die meisten meiner früheren Schwager und Schwägerinnen sind bereits geschieden.

Mit einigen deren früherer Ehepartner hatte ich noch eine Zeit Kontakt, sie sind aus den gleichen Gründen gegangen wie ich.

Aber solange diese Menschen selbst nicht einsehen, dass sie ein Problem haben, kann man wohl auch nicht helfen, oft bleibt dann leider nur noch die Flucht, damit man selbst nicht vor die Hunde geht, vor allem, ich musste meine Kinder schützen und ich wollte sicher nicht, dass sie in solchen Verhältnissen aufwachsen. Geändert hätte der sich nie.

Die 2. Ehe von ihm ist nach kürzerer Zeit auch schon wieder geschieden, die hielt es nicht mal die Hälfte der Zeit mit ihm aus.

LG
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 12:40
Liebe Marita,

ja, das mit der Ruhe.

Viele Freundinnen haben mich immer um meinen ruhigen Mann beneidet.

Mich hat das früher auch sehr beeindruckt, da ich vorher genau mit dem Gegenteil verheiratet war.

Der 1. wohl ein ADSler mit ganz dickem H drinne, heute ein Träumerle-ADS. Weiß aber echt langsam nicht mehr, was schlimmer ist. Naja, der erste war schon heftiger. Der war in etwa so wie der Typ aus dem Film "Der Feind in meinem Bett" oder so ähnlich.

Aber beide sehen es nicht ein.

Und streiten kann man mit ihm ja auch nicht. Manchmal ist es für mich auch aus der Haut zu fahren. Dann komme ich mir immer vor wie eine Furie. Und ich werde dann auch so hingestellt.
Ja, muss ja keiner mit ihm zusammenleben.

Er ist überall der beliebte, weil ja sooooo ruhig und nett. Ist er ja auch. Aber diese verdammte Ruhe macht mich oft wahnsinnig.

Das mit dem Wegräumen - das kenne ich zu gut. Letztens musste ich dann weil jemand kam die Kiste, die ich schon Tage zuvor gesagt habe, bitte in den Keller, sonst kommen die da nicht durch; selbst aufräumen, er hat es ganz einfach wieder vergessen.
Die Kiste wiegte ja fast gar nichts - ha,ha. Hätte mir zwar beinahe einen Bruch geholt und die Treppe bin ich auch fast runtergefallen, doch was solls.
Er am Abend - "ach ja die Kiste, wollte ich noch machen, habe ich vergessen - hast Du sie runtergetragen, war die nicht zu schwer für dich?" - Ach ne, wie kommt er nur da drauf?

Und dann kann er nicht verstehen, warum ich oft sauer bin und das die Beziehung stört. Ich bin dann "kleinlich". Wäre doch alles halb so schlimm - ja für ihn schon, für mich nicht.

Manchmal würde ich ihn am liebsten anschreien, doch ich weiß, er würde mich auch nur anlächeln, oder er verdreht die Augen (wie unser Sohn - selbes Verhalten).Manchmal sitzt er dann da und schaut einfach - sagt aber nichts.
Wenn ich frage, warum er nichts sagt: "ja was soll ich denn sagen?"

Redet man mit einer Wand - die schaut einen wenigstens nicht so treu-doof an...
So, nun ist langsam der Frust draussen, musste wohl mal sein.

Gruß an Euch Leidgenossinnen
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 12:53
Aber hallo ja es gibt Probleme, aber wir reden mit der Tante, erklären es (wenn auch mal heftiger) und da geht es ja um meine "Süße" (da wo ich noch erst einen ganz ganz leisen ADS Verdacht habe, eher nachmachen was großer Bruder vormacht....) die leider weiß wie süß sie ist....

hey auch das Glück mit den Männer gepachtet gehabt? Gott sei Dank ich habe wirklich den liebsten Mann den es gibt, Kinderlieb und sehr sehr fleißig, (bis auf Manko mit vielen Baustellen und Prioritätenliste).

Ich hab die Männer früher immer therapiert (Probleme mit Frauen) und kaum hatten die es gerafft waren sie auch schon weg...bis auf meinen Mann, der blieb!

Des mit Hand ausrutschen hatte ich daheim, aber noch nie von Lebensgefährten, da wär ich auch ganz schnell weg gewesen.

Wir haben durch unsere Familien gelernt: es gibt nur uns, es hält keiner zu uns, wir halten zusammen egal was kommt. So werden wir das hoffentlich auch schaffen.


Es ist leider ja auch so, dass es ihm eher auch noch wehtut, wenn man ihn auf die Probleme anspricht, man hätte ja damals was tun können doch es kümmerte sich keiner darum...

OK Bayern ist richtig, Neumarkter Kreis (Neumarkt Oberpfalz)

von Babs L. - am 26.07.2006 13:04

Re: Wie bringt "Frau" "Mann" dazu sich testen zu lassen @ Rita

Ach Rita...
er ist auch noch 10 Jahre jünger wenn ich das richtig gelesen habe. Vor 10 Jahren war es hier auch noch sehr anders. Aber mit zunehmender Kinderschar wurde zum einen die Belastung größer, dazu kam das er immer unkonzentrierter wurde was seine Arbeit anging.
Stress mit dem einen Chef, dann mit dem nächsten, dann mit dem übernächsten. Das machte dann auch erneuten Stress zu Hause, Unzufriedenheit und langsam aber sich gibt dann das Selbstwertgefühl auf.
Er wurde immer schweigsamer und versunkener in sich selbst.

Das erste mal hat er ne Therapie gemacht vor meiner Zeit. Seine erste Frau hat ihn nach 2 Jahren sitzen lassen - vermutlich hat sies schon nicht mehr ausgehalten. Er hat einen Sohn aus dieser Ehe der dann auch die typische ADS Laufbahn hinter sich hat. Mit vielen Prolemen aus allen Richtungen. Und jetzt mit zwanzig zum ersten Mal diagnostioziert. Auch so ein Träumer.

Es war in all den Jahren wirklich so das ich immer nur gestaunt habe wegen irgendwelcher Bemerkungen oder Aktionen die ich nicht nachvollziehen konnte.

Und dann kam der Tag der Depression... zum ersten Mal im Winter vor zwei Jahren. Da ist er dann dem unfähigsten Therapeuten der Welt begegnet und alles wurde nur noch schlimmer. Er brach die Therapie ab. Ganz aus war es dann als seine Mutter im Sommer darauf starb. Da war dann nur noch Sofa angesagt. Es schüttelt mich wenn ich daran denke. Und nachdem ich mir das ein halbes Jahr angesehen hatte habe ich ihm mitgeteilt wenn er nicht sofort aufstünde hätte er am Tag drauf die Scheidung auf dem Tisch.

Ein Wort gab das andere und schon hatte er mich am Hals gepackt. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht...er ist nicht gewalttätig, aber ich glaube er wußte sich in dieser Situation einfach nicht mehr anders zu helfen. Ich habe ihm das Leben schon schwer gemacht und die Pistole war mein Dauerwerkzeug. Von alleine ging ja garnichts. Und das war dann der Punkt an dem was passieren konnte. Erst einmal 10 Tage Hausverbot und eben meine Ansage tu was...

Er hat garnicht verstanden warum er was tun sollte. Er versteht es jetzt noch nicht immer. Es war ein langer und mühsamer Kampf ihn zum Doc zu bewegen und zu den Untersuchungen. Und dann kam als Ergebnis...da man ja seine Kindheit auch nicht mehr so verfolgen konnte... ich habe die größtmöglichste Wahrscheinlichkeit ADS zu haben....

Also immer noch mit einem Hintertürchen das er sich offen halten wollte. Dann kam eine lange Zeit in der er mir immer wieder mitteilte er habe ja nichts aber ich hätte sie nicht alle, nen Schuß weg, ich sollte mich behandeln lassen.
Ich habe dann auch diesen QB Test gemacht...ist ein ziemlich neuer aus Schweden. Ich habe danach ganz sicher kein ADS, aber meine Psyche ist schon auch angeschlagen wegen der ganzen Kämpfe hier. Nur es gibt eben grad noch keine Auszeit. Wir stecken mittendrinn.

Die behandelnde Psychologin schlug dann eine ADS Klinik vor aber der med. Dienst sah das anders. Also eine andere Klinik..10 Wochen ..Depressionen gut im Griff als er wieder nach Hause kam. Aber keine Ansätze wegen ADS. Freudestrahlend erzählte er mir er nehme keine Pillen mehr und ADS habe er schon garnicht. Die Klinik konnte also nichts feststellen. Und schon ging der Kampf von vorne los.
Schon klar..so ein Klinikleben ist doch auch nett...man sezt sich an den gedeckten Tisch, macht ein bisschen Therapie..sagt selbst nix und öffnet sich nicht wirklich, dann ein bisschen Sport und ne Menge Freizeit. Sehr schön. Null Belastung...da kann Mann leben ohne ADS. Da war er nicht gefordert.

Hier zu Hause ist das eben sehr anders. Und nach ein paar Wochen war er dann soweit das er doch wieder mit Methylphenidat anfing.

Ich vermute seine Mutter hatte auch ADS...so im Nachhinein betrachtet... und sicher einige seiner Geschwister, weil da eben auch nichts geht wie es soll. Aber davon darf ich schon garnichts sagen...
Na ja ist ja auch nicht mein Problem. Es macht nur die Zusammenhänge klar.

Eine Mutter die ADS hat und nichts davon weiß und deren Leben caotische Züge hat, wie soll es denn dann beim Kind fluppen. Wenn man als Kind nicht lernt wie es geht Ordnung zu halten, wie soll man es denn dann als Erwachsener hinkriegen. Es war ja immer so. Und wie bitte soll man dann seinen eigenen Kindern vermitteln was Ordnung ist, wenn man selber das Chaos als normal ansieht.

Bei 5 Kindern und teilweise sind sie ja auch noch jung muß man einfach zusammen aufräumen...er sieht das anders. Ich habe ihnen einmal geholfen und nun müßen sie es alleine können. Urghs... das geht nicht und wenn dann noch diese Schwächen der Kinder dazukommen schon garnicht. Also wieder Stress.

Ich hoffe eben nur das eine Verhaltenstherapie da Besserung und Einsicht bringt. Ob das so sein wird ...mal sehen.
Er sagt mir seit Wochen er macht die Therapie sowieso nur für sich... na soll er ja auch... aber wenn er mit seiner schönen Fassade da sitzt und die Dinge aus seiner Sicht mitteilt, er sieht sie ja nun mal anders, weiß ich eben nicht was dabei rauskommt.
Das ist immer wieder das Problem.

Beratung zusammen ist nur sinnvoll wenn sich da auch jemand mit ADS auskennt. Einfach so eine Familientherapie geht voll in die Hose. Die erste Ansage die wir bekamen war: Ihr Mann ist nicht familienfähig! Na danke, das wußte ich selber schon. Ich hatte gehofft das jemand ihm mitteilen kann was verkehrt läuft in seinem Leben, also schau genau bevor du irgendwo hingehst.

Ich sollte jetzt aufhören...könnte immer weiter schreiben von den großen und kleinen Dingen die hier täglich stattfinden.
LG Marita



von tbsjg - am 26.07.2006 13:05
Ehrlich...
mir fällt darauf nichts anderes ein als bestätigend zu nicken.. genau so ist es.
Und schade das du so weit weg bist...mit dir möchte ich doch gerne mal in gepflegter Atmosphäre ganz entspannt nen Kaffee trinken.
LG, viel Kraft und nicht aufgeben
Marita



von tbsjg - am 26.07.2006 13:09
Hi,

ja, des hört ma a bisserl raus....

Wir sind aus der Nähe von München.

Ja, so wie dem ersten die Hand ausgerutscht ist, da war ich weg......
Da kenne ich keine Gnade, da hört bei mir der Spaß auf, vor allem, wenn da jemand uneinsichtig ist.

Zum Glück ist der zweite nur ein Träumer - aber eigentlich ja ein liebenswerter - eben halt leider mit vielen Macken.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er doch noch mitzieht.

Mir ist klar, es muss eine spezielle Therapie sein und erst dann, wenn er wirklich bereit dazu ist, sonst hockt er da und tut so, als wenn nichts wäre.

LG
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 14:27
Hi,

wisst Ihr was mir gerade noch auffällt? Eigentlich habe ich angefangen hier über meinen Sohn zu erzählen und mich auszutauschen, inzwischen bin ich bei meinem Mann angelangt.

Irgendwie schon komisch. Und zu sehen, wie viele Frauen es gibt mit den gleichen Problemen.

Hier bin ich inzwischen leider schon etwas vereinsamt, viele Freunde haben wegen unserem Sohn den Rückzug vollzogen - von anderen haben wir uns getrennt - Dauergelaber und Besserwisserei nervten.

Ja, mal gepflegt Kaffee zu trinken, mit jemand, der einem so richtig versteht, da die gleichen Probleme, einfach nur auszutauschen, ohne dass sich jemand über einen profiliert (leider auch ein solches Thema - jeder meints ja nur gut, aber im Grunde will sich jeder nur über einen profilieren - momentane Schwäche wird gnadenlos ausgenutzt) das wäre toll.

Habe hier bei uns schon mal eine Anzeige geschaltet in unserem lokalen Anzeiger, dass ich eine Mutter suche, deren Kind ADS hat zwecks gemeinsamen Austausch und gelegentl. Treffen - aber entweder gibt es hier niemand mit ADS (was mir aber nicht so scheint) oder es traut sich da keiner - evtl. wegen dauernder schlechten Erfahrungen. - Irgendwie schade.

Und eine SHG ist weiter weg - für mich schlecht hin zu kommen. Also habe ich eben überlegt mal selbst Mütter zu suchen - aber es gibt ja keine....... Sind halt alle wohl glücklich und ohne Probleme. Na denn...

Aufgeben???? NEIN!!! Kennen wir das Wort? NEIN. Geht ja auch gar nicht - unsere Süßen brauchen uns.

LG
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 14:40
Hallo Rita

Kommt mir doch etwas bekannt vor. Meine ehemaligen Freund haben zuerst meine Erziehung kritisiert, dannach die Medikamentierung. Der Freund meiner Mutter meinte nur, dass meinem Sohn nur einmal richtig der Frack verhauen gehört. Dannach bin ich nicht mehr hingegangen.

Irgendwie ziehe ich aber die Scientologen,Naturheilpraktiker, sowie andere Besserwisser, wie Fliegen an.

Meine Kontakte habe ich schon vor einiger Zeit auf 10-minütige Gespräche am Kiga-Bus reduziert. Den Rest der Zeit verbringe ich lieber alleine zuhause, als mir immer wieder "gutgemeinte" Ratschläge anhören zu müssen.

Gruß Monika

von fiadoni - am 26.07.2006 16:31
Hallo Rita, vielleicht hast du ja mal Lust mit mir im ICQ zu tippern.. meine Nummer ist im Profil..

Das große Problem sind hier nicht wirklich die Kinder. Sie haben einen großen Freundeskreis und das geht eigentlich recht gut.

Mein Mann hat keine Freunde, jedenfalls niemand den ich so titulieren würde. Er kann nicht wirklich kontakten.
Ich habe viele Freunde aber leider wenig Zeit für sie.
Sie sehen schon auch das mein Mann etwas komisch ist manchmal, deswegen geht aber niemand auf Rückzug oder so. Er ist derjenige der sich immer wieder absondert und zurückzieht.

Nur, ich kann ihnen mein Leid zwar klagen aber sie können es oft nicht so recht nachempfinden. Sie sind eben nicht in dieser Situation. Ist schon schwierig und manche Dinge sind ja auch eher zu belächeln. Das sie aber in der Fülle immensen Stress auslösen ist eben die andere Seite.

Unsere Kinder sind vielleicht schwieirg, aber es sind Kinder und ihnen kann man auch schon mal vorschreiben wos lang geht. Sie kann man immer noch lenken in die passende Richtung.

Das geht bei Erwachsenen eben nicht. Ich weiß selber das ich dominant bin, aber ohne das ich hier die Zügel in der Hand halte und ohne den gewissen Überblick würde das ganze zusammenstürzen wie ein Kartenhaus.

Es ist auch sehr leicht über die Probleme der Kinder zu reden, über Schule und Co., aber genauso schwer ist es wenn es um den Partner geht. Er verhält sich in vielen Dingen wie ein weiteres Kind, will aber natürlich nicht diese Kinderrolle. Ist aber auch momentan nicht in der Lage sein Leben anders auszufüllen.

Manchmal denk ich es ist hier schon sehr extrem und lange nicht jeder hat solch einen Hintergrund.
ADS ist mit dem nötigen Humor, dem Wissen darüber und einer passenden Medikation sehr wohl in den Griff zu bekommen. Aber das rundherum macht es so schwierg, eben das es keine Einsicht gibt.

Alles schwierig.
Und wegen der Kinder ist es schon klar das man nicht aufgibt, und es bedarf schon einer sehr großen Liebe um seinen Partner nicht einfach vor die Türe zu setzen.
Ich habe ihn geheiratet und in guten wie in schlechten Tagen geschworen, das seh ich schon auch so. Die schlechten Tage sind eben die wo Krankheiten über einen hereinbrechen, soll ich ihn ausgerechnet da sitzen lassen? Sicher nicht.

Ich habe lange gedacht er ist ein A--loch und macht das ganze um uns wehzutun. Seit ich weiß das es nicht so ist denke ich auch man kann ihm schon noch helfen. Es muß doch irgendwie möglich sein ein halbwegs normales Familienleben hinzubekommen. Ich will einfach nicht glauben das Hopfen und Malz verloren sind.

Nur erst mal muß einem da der richtige Mensch begegnen der es auch dahin bewegen kann. Und das ist das schwierige daran genau dem zu begegnen. Jedenfalls hab ich schon eine Menge dazugelernt und leider auch das viele Psychos eben nur ihren Job machen... sie werden bezahlt um zuzuhören und das wars.
Den Eindruck hatte ich zumindest in der Klinik in der mein Mann war. Man geht eben nach seiner Stunde mit seinem Patienten nach Hause.

Und Mütter suchen...warum das nicht geht keine Ahnung. Es braucht schon eine Weile um über das ganze einen Überblick zu bekommen, aber irgendwann fügt sich eins zum anderen. Es gibt immer noch jede Menge Menschen die glauben nur ihr Kind habe ein Problem und die Schwierigkeiten die sonst auftreten schiebt man auf sich selber oder weit weg.

Man muß genau hinschauen und es auch als Partner annehmen das es eben anders ist. Nur dann hat man vielleicht eine Chance. Und nicht umsonst werden so viele ADS Ehen geschieden.

Psyche ist eben kein Beinbruch.
LG Marita



von tbsjg - am 26.07.2006 16:40
Hallo Monika,

ja, das mit den Kontakten. Ich ziehe die letzte Zeit leider auch sehr viele Besserwisser an.

Komisch, früher war es überhaupt nicht so - aber seit den ganzen Sorgen und Problemen - ich denke, man strahlt auch nicht immer so "positiv" - und dann zieht man eben so was an.

Zum Glück durchschaue ich es jetzt doch recht schnell und habe mir wieder etwas von meinem alten Selbstbewusstsein aufgebaut - aber es schwankt natürlich. Irgendwie schlaucht einen der ganze Stress ja.

Meine Art damit umzugehen - sind wohl meine zig Kilos, die ich seitdem drauf habe. Das nervt mich auch noch.

Es ist eigentlich schon traurig, wir können überhaupt nichts dafür, und ich bin eigentlich ein lebenslustiger - menschenfreundlicher Typ und ziehe mich immer mehr zurück. Und sehr gerne würde ich ab und an mein altes Leben wieder führen mit etlichen Bekannten und Freunden, einfach mal unbesorgt leben. Tja ein Traum.... irgendwann wird er mal wieder Wirklichkeit..... darauf arbeite ich hin. Fest dran glauben - soll helfen.

Man muss sich schon eine gehörige Portion positives Denken aneignen, aber im größten Stress, da gelingt das nicht immer.

Ich vermeide es, meinen Sohn direkt vor der Schule abzuholen, ich mag von der Klasse die anderen Eltern gar nicht unbedingt kennen lernen, obwohl einige auf den ersten Blick ganz nett zu sein scheinen - aber eben scheinen, wissen tue ich es nicht.
Und ich bin zu oft enttäuscht worden.

Und auf blöde Kommentare kann ich auch verzichten.
Erst mal habe ich mir vorgenommen einiges zu klären mit meinem Mann - zu klären, was ich nun will.
Und ich habe mir ganz viele Wünsche und Träume aufgeschrieben, was ich mir von meinem eigenen Leben erträume und überprüfe gerade, was sich verwirklichen lässt.

Drückt mir mal die Daumen, dass ich nur einen Bruchteil davon erreiche.... dann geht es mir vielleicht auch schon etwas besser und finde mehr Abstand.

LG
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 17:52

Re: Wie bringt "Frau" "Mann" dazu sich testen zu lassen @ Marita,

Hallo Marita,

habe jetzt gerade nur sehr wenig Zeit, Essen gerade fertig und Sohnemann muss ins Bett.

Antworte Dir später ausführlicher.

Gruß
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 17:55

Re: Wie bringt "Frau" "Mann" dazu sich testen zu lassen @ marita

Hallo marita,

da ich merkte, es brodelt so unterschwellig doch schon die ganze Zeit in mir, habe ich mir vorhin meinen Mann geschnappt und ihm klar gemacht, dass ich unser Zusammenleben echt nicht mehr so prickelnd finde und ich nicht einsehe, warum es mir ständig schlecht gehen soll - während er findet, es ist doch alles wunderbar in Ordnung, und er hätte ja keine Probleme.

Ich meinte ganz klipp und klar - ABER ICH!!! Und ich gehe deswegen nicht zum Psychiater, weil ich nicht mehr kann.
Und wenn er nicht einsieht, er muss echt was ändern, dann tut es mir leid, dann bin ich weg - bei aller Liebe.

Denn wir leben seit einiger Zeit nebenher, wälzen die Probleme gemeinsam, was die Kinder und unser sonstiges Leben anbelangt, doch die Beziehung bleibt vollkommen auf der Strecke.
Er meinte immer, nur wegen der Probleme.
Ich meinte, ne, mein Lieber, auch wegen DEINER Probleme.

Er lachte dann erst mal so blöd, als ich wieder von ADS kam, als er aber merkte, es ist mein vollkommener Ernst und ich lasse jetzt nicht mehr locker meinte er "und was soll ich jetzt tun, deiner Meinung nach?" Ich: "dich erst mal testen lassen und dir dann helfen, wenn es so ist". Dann kam die Frage, die ich nie erwartet hätte (war ich bisher nicht Furie genug? ha,ha)
"und wer macht das bei mir, wo muss ich da hin - (ganz vorsichtig: etwa zu einem Neurologen?" Ich meinte nur um ihn festzulegen "Schatz dass mach ich schon - aber den Rest machst Du dann - ich helfe Dir auch dabei"

Der erste Anlauf verlief nicht so toll - da war er noch bockig und verstand die WElt nicht mehr - so nach dem Motto "warum hast Du mich nicht mehr lieb" - Dackelblick - Verzweiflungsblick...
Als er nun aber beim 2. Anlauf merkte, es wird eng, dann lenkte er ein.

Hoffe nur, er bleibt auch dabei, versprochen hat er mir schon so manches - nur gehalten nicht.

Hey, ihr alle - drückt mir mal die Daumen.

Denke, das würde uns allen gut tun, und auch unserem Stöpsel helfen.

Drücke Euch auch und auch für Dich und deine Familie liebe Marita wünsche ich, dass sich was zum Positiven verändert.

Musste erst mal den Großen und den Mann fragen, was ICQ ist, werd jetzt bestimmt ausgelacht - bin da nicht so fit.
Muss zwar viel am Computer arbeiten und google oft, doch ansonsten bin ich echt froh, wenn ich das Ding zum laufen bringe.
Meine Tochter ist da ganz fit. Die sind ja quasi damit groß geworden.
Ich lernte das Tippen noch auf einer schönen altmodischen - jedoch schon elektrischen Kofferschreibmaschine - habe im Büro noch auf den riesigen alten Telefaxgeräten geschrieben, das waren noch Zeiten..... bin ich etwa schon alt? Hab ich gar nicht so mitgekriegt :-)))

Gute Nacht - bis demnächst.
Sonnige Grüße aus Bayern
Rita

von Rita H. - am 26.07.2006 19:33

Re: Wie bringt "Frau" "Mann" dazu sich testen zu lassen @ marita

Hallo Ihr Lieben,

Eure Unterhaltung erwischen alle die hier auch mal was geschrieben haben irgendwie mit....

Macht doch einfach einen neuen Beitrag auf, wo Ihr Euch unterhalten könnt, ich weiß nicht ob Ihr wollt dass alle anderen auch immer ne Mail bekommen......

Und immer lächeln, das ist nicht immer ADS das sind MÄNNER!
(die sind doch "etwas anders", oder?)

von Babs L. - am 27.07.2006 06:08
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