ADS + Ängste

Startbeitrag von Siggi_O am 08.08.2006 05:29

Guten Morgen zusammen,

gestern abend hat mir mein Sohn (9) vorm Schlafengehen sein Herz ausgeschüttet und seine ganzen Sorgen und Nöte berichtet.

Ich wusste, dass er mit Ängsten kämpft und bin doch erschrocken,
wie weit sich das jetzt ausgebreitet hat. Eigentlich gibt es kaum
noch einen Bereich, wo ihn Angst nicht beeinträchtigt.

In vier Wochen steht z.B. die Klassenfahrt an und er betet jetzt,
dass er krank wird, weil er partout nicht teilnehmen will.

Nach der Diagnostik im Frühjahr - wie auch schon vor drei Jahren
- kamen die Ärzte zu dem Schluss, dass seine Ängste vor allen
aus seinen Wahrnehmungsproblemen (niedriger Handlungs-IQ)
entstünden.

Ganz abgeschlossen ist die Diagnostik auch noch nicht, sondern
es wird noch geschaut, wo er hauptsächlich beeinträchtigt ist.
Dann läuft die Behandlung (Verhaltenstraining, etc.) an.

Da die Schule bei ihm trotz allem gut läuft, ist zur Zeit von ärztlicher Seite noch keine medikamentöse Behandlung geplant.

Wie kann ich noch helfen? Im Augenblick versuchen wir, ihm vor allem mehr Selbständigkeit zu vermitteln. Aber er will eigentlich
kein "großer Junge" sein, sondern mimt das Kleinkind. (Nur
nicht, wenn er sauer ist, da argumentiert und diskutiert er, wie
ein 14jähriger)

Hat einer von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht.

Siggi

Antworten:

Hallo,

mein Sohn hatte auch einige Ängste.

Ich habe mit ihm darüber gesprochen, und gemeinsam versuchten wir diese Ängste schrittweise anzugehen.

z.B. Höhenangst
mit niedrigen Höhen anfangen, ihm dabei Halt/Hand geben,
auf ihn ruhig einreden, ihn loben, wie fällt man richtig, bei höheren Höhen, wie findet man alleine Halt (drei Punkte), evtl. sichern, loben, loben, belohnen
(vom 3mBrett im Schwimmbad zu springen,macht er heute manchmal, manchmal nicht)
(auf dem Eiffelturm, vor zwei Jahren, ging er auch mit nach oben)

da gab es auch die Angst vor Dunkelheit, vor Gewitter, vor Tod, vor Krankheiten, Krebs, vor dem was kommt, und dem man nicht weiss, was es ist, vor dem Klassenausflug und und und...

Gruss A.Maria

von A.Maria - am 11.08.2006 09:46
Hallo Siggi,

unser Sohn (7) hat auch sehr viele Ängste, ist aber andererseits wieder total "wichtig" mit dem, was er sich so alles traut (Skorpione angreifen....)

Seine Hauptangst besteht allerdings darin, verlassen zu werden. Und das ist inzwischen so eine Phopie, dass ich dabei fast wahnsinnig werde.
Ich kann nicht mal den Müll raustragen oder Wäsche aufhängen. Spielt er irgendwo in der Nachbarschaft, kommt er ständig angerannt, ob ich wohl noch da bin. Auch wenn wir irgendwo zu Besuch sind, kommt er ständig aus dem Kinderzimmer zur Kontrolle.

Er macht das auch, wenn er ohne mich irgendwo auf Besuch ist. Natürlich haben die meisten Mütter dafür kein Verständnis, die wollen ja, dass die beiden Jungs miteinander spielen und nicht die Mutter den Unterhalter für meinen Sohn macht.
Er geht also inzwischen nur noch zu 2 Mamas, die das kennen und akzeptieren.

Aber ich kann nicht mehr. Meine kleine "Nabelschnur" erdrückt mich inzwischen damit. Ich habe nun Kontakt zu einer Kinderpsychologien aufgenommen. Wir brauchen hier einfach professionelle Hilfe, um dem Kleinen zu helfen.

Er wacht auch oft auf, weil er Albträume hat, kann diese aber nicht definieren.
Er hat einfach kein Grundvertrauen in die Menschen, obwohl wir ihn noch nie alleine gelassen haben.

Wer hat ähnliche Erfahrungen?



von fabianne - am 11.08.2006 20:04
ich geb mal meinen (bin 30) Senf dazu, aber keine Ahnung obs hilft. vielleicht ists ja eher so:

Bei mir war es nicht Angst, aber anders konnte ich so sachen damals auch nie ausdrücken. ich glaube es war (und ist wohl heute auch noch) bei mir eine gewisse Scham. Der Umstand mit anderen so lange zusammen zu sein. Denn selbst wenn man weis, das man ein wenig anders ist als andere, und man selbst weiß das die anderen davon wissen, so hat man doch einen intimen Bereich an Eigenheiten, den man aber anderen nicht offenbaren will.

Und so hatte ich früher massive bedenken, wenn ich mal mit anderen Leuten länger, womoglich auch noch über 24 Stunden an einem Fremden Ort sein musste. Wer weiss, was die da von mir noch rausfinden??? :-) alles sehr peinlich.....


Aber alles in Allem, haben mir dann die Trips schon Spass gemacht und spätestens nach der zweiten Nacht kann man sich eh nicht mehr so unter Kontrolle bekommen, dass man das einschlafen aktiv zu verhindern versucht. Und im Tiefschlaf ist es dann eh alles scheißegal .... :-)

...und den anderen ist es auch egal.....

gruß
kermit

von kermit - am 25.08.2006 15:05
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