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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
andi2, Annette B., gerdajohanna, Cilia, phantom96

Was ist Asperger-Synodrom?

Startbeitrag von gerdajohanna am 30.11.2006 14:50

Hallo,

ich habe jetzt öfter vom,,Asperger-Syndrom'' gehört, weiß aber nicht was es genau ist.
Kann mir das jemand erklären?
Interessieren würde mich das frühkindliche ,,Asperger-Syndrom''

LG gerdajohanna

Antworten:

hallo gerdajohanna,

Das Asperger Syndrom ist, einfach gesagt, eine leichte Form des Autismus.

Asperger wirken oftmals einfach nur sehr exzentrisch, schüchtern oder sehr sonderbar.
haben große Probleme im sozialen Bereich, tun sich schwer mit den ungeschriebenen Regeln des sozialen Zusammenleben
haben Probleme aus Mimik und Gesichtern zu " lesen "
wenig Empahtie
Haben oftmals " Spezialinteressen " und/oder Inselbegabungen

Viele Symptome von ADHS und Asperger überschneiden sich
Z.B. Hyperaktivität oder verträumt (in ner anderen Welt )
Reizfilterschwäche, Konzentrationsstörungen, Impulsivität

Viele Kinder haben Beides ( mein Sohn )

Manche Kinder bekommen erst die Diagnose ADS und später Asperger, viele Ärzte tun sich auch schwer mit der Unterscheidung.

Asperger Syndrom ist auch wieder was anderes wie " frühkindlicher Autismus ".
Soviel ich weiß ist der frühkindliche Autismus eine wesentlich schwerere Störung die in der Regel schon im Säuglingsalter bemerkt wird.
Asperger werden häufig recht spät diagnostiziert.

LG
Biggi

von phantom96 - am 30.11.2006 15:18
Hallo gerdajohanna,

lies das mal: [www.autismus-etcetera.de]

Bei meinem Sohn (11) wurde das jetzt erst auch nach 9 Wochen Klinikaufenthalt diagnostiziert!

Ich erzähle Dir gern mehr darüber, doch ich muss morgen um 5.15Uhr aufstehn:((

Am Wochenende melde ich mich, du kannst mir auch gern eine mail schicken!

Liebe Grüße
Andi

von andi2 - am 30.11.2006 23:00
Hallo gerdajohanna,

bei meinem Sohn wurde auch vor Jahren schon ADHS diagnostiziert und erst vor wenigen Wochen der AS-Verdacht bestätigt.
Viele Symptome überlappen sich. Aber vieles kann ich ganz deutlich voneinander trennen. Es sind zu extreme Verhaltensweisen, die bei reinem ADS nicht auftreten.

Aber es ist oft sehr schwer abzugrenzen.

Beim frühkindlichen Autismus (HFA) ist es meiner Meinung nach leichter. Die Kinder haben meistens eine Sprachentwicklungsverzögerung.
Empfehlen kann ich dir www.aspergia.de , da wird das Asperger-Syndrom sehr gut erklärt.

Du kannst mir auch gern schreiben, wenn du noch mehr wissen möchtest. Es ist einfacher auf gezielte Fragen zu antworten, sonst laufe ich Gefahr irgendetwas zu erzählen, was keinen interessiert :-)

Liebe Grüße
Annette

von Annette B. - am 01.12.2006 17:02
Hallo gerdajohanna,

mein Sohn (11) war 9 Wochen in einer Klinik für Kinder -und Jugendpsychiatrie (Trier). Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe! Zuerst war ich sehr geschockt, als zusätzlich zum ADHS noch Asperger- und Tourettesyndrom diagnostizieret wurde. Mir wurde empfohlen, mich ans Jugendamt zu wenden um evtl. Schulbegleitung zu beantragen.
Das habe ich getan. Die Frau vom JA war sehr nett und es sieht so aus, als würde es mit der Integrationshilfe klappen! Die Lehrer wären auch froh!

Für meinen Sohn wäre es eine große Hilfe, ich hoffe es klappt!

In der Klinik sagten sie mir, dass viele Kinder, die die Diagnose ADS haben, warscheinlich auch Asperger haben. Das kann man aber nur über einen längeren Zeitraum feststellen, zumal Aspergersyndrom nocht nicht so bekannt ist!

Sprech auf jeden Fall Deinen Arzt mal drauf an!

Liebe Grüße
Andi

von andi2 - am 03.12.2006 22:39
Hallo,

ich habe über Asperger etwas nachgelesen und hätte folgende Frage. Wie therapiert man den Asperger? Ändert sich hier etwas gegenüber der ADS-Behandlung? Muss man sich da anders verhalten? Da ist vieles sehr ähnlich zu ADS.

VG Cilia

von Cilia - am 04.12.2006 06:20
hallo Andi,

ich frage eigentlich nicht wegen meinem Kind.
Mein Sohn hat ADS, aber ich glaube der Sohn meiner Nachbarn könnte Asperger haben.
Er ist 5 Jahre alt, für sein Alter sehr groß.
Bis er in den Kindergarten kam war er für seine Eltern ein total liebes Kind.
Nach einer Woche im Kindergarten, wurden die Eltern schon dort hin bestellt.
Er wusste mit 4 Jahren keine,,Farben'' und hatte hatte eine schlechte Sprachentwicklung mit Stottern.

Ich beobachte den Jungen manchmal und mir ist immer schon aufgefallen, das was nicht stimmt.
Er hat einen komischen Gang und wedelt immer mit den Händen wenn er spricht.
Er hat kaum diesen kindlichen Bewegungsdrang, ist immer sehr langsam.
Am liebsten sitzt er mit seinem Vater auf dem Sofa und schaut Fernsehen. (Der Vater findet das toll)
Er sitzt manchmal minutenlang auf seinem Trammpeltrecker und schaut bewegungslos in die Weltgeschichte.
Auf Fremde wirkt er total stur.
Als 3jähriger wollte er jeden Tag nur Erbsensuppe essen und das einzige Spielzeug, was ihn interessierte war ein Spielzeugbus, den er den ganzen Tag auf dem Couchtisch hin und her schob.

Sein Stottern ist jetzt dank Logpädie besser geworden.
Der Logopäde hatte den Eltern gesagt:
Ihr Sohn wurde bestimmt später nie begreifen warum er überhaupt arbeiten gehen sollte und sein täglich Brot verdienen.

Die Eltern waren geschockt: Ihr lieber artiger Sohn. (Alle sind gegen uns!)
Dieser Junge soll nun nächstes Jahr in die Schule!

Die Eltern wollen nicht sehen, das mit ihrem Kind etwas nicht stimmt.

Wie kann man ihnen helfen ohne ihnen zu nahe zu treten?

LG gerdajohanna

von gerdajohanna - am 04.12.2006 11:19
Hallo gerdajohanna,

diesen Leuten kannst du nur helfen, in dem du ihnen immer wieder Informationsmaterial rüberbringst. Aber ich denke, sie werden es erst in der Schule begreifen, dass uhr Kind anders ist! Denn dort wird er mit aller Wahrscheinlichkeit "auflaufen"!

Du kannst immer wieder deine Hilfe anbieten, mehr kannst du nicht machen. Hab deswegen kein schlechtes Gewissen! Sie werden es irgendwann hoffentlich selbst begreifen!

Liebe Grüße
Andi

von andi2 - am 07.12.2006 22:26
Hallo Cilia,

mein Sohn bekommt weiterhin MPH. Mir wurde nur immer wieder gesagt, dass bei Asperger-Kindern das oberste Gebot die Konsequenz und die Regeln sind. Und möglichst immer den Tagesablauf gleich gestalten:

Mahlzeiten, Hausaufgaben, Pausen, Schlafengehn, vorlesen....wenns geht immer zur gleichen Uhrzeit!

Stoppuhr beim Zähneputzen stellen ( er erinnert mich immer dran, wenn ichs mal vergesse:))

Ich hab einen Plan mit Ablauf und Uhrzeit in die Küche gehängt, da schauen wir immer drauf!

usw......

So viel Erfahrung hab ich auch noch nicht, weil unsre Diagnose noch nicht allzulange feststeht!
Du kannst mir gern eine persönliche email schicken wenn du willst, dann können wir uns austauschen!

Liebe Grüße
Andi

von andi2 - am 07.12.2006 22:40
Hallo Cilia,

unser Sohn bekommt auch weiterhin MPH - anders würde er in der Schule und auch im privaten Leben nur schlecht zurecht kommen. Denn sein ADHS hat er ja weiterhin, ob da nun AS dazukommt oder nicht.

Mich ärgert es ein wenig, dass wir es erst so spät erfahren haben. Denn die größten Schwierigkeiten hatte er in der 1.-3. Klasse. Da wäre für alle Beteiligten - auch Lehrer - eine Schulbegleitung eine Erleichterung gewesen.

Die Schulproblematik ist jetzt in der 7. Kl. nicht verschwunden, aber er hat immerhin gelernt besser damit umzugehen - Verweigerungen sind nicht mehr täglich; allerdings muss ich auch zugeben, dass wir seit diesem Jahrgang sehr gute Lehrer haben, die auch auf seine Bedürfnisse eingehen. Sie provozieren erst gar keine Verweigerung, indem sie ihn nicht zwingen etwas vorzulesen oder zu machen, sondern sie lassen ihm die Möglichkeit sich das nochmal durch den Kopf gehen zu lassen, ob er es nicht vielleicht doch machen möchte und oft gelingt es dann auch.
Das ist aber ein ewiges Auf und Ab bei ihm, manchmal denke ich trotzdem, dass ein Schulbegleiter immer noch gut für ihn wäre. Allerdings wäre er selbst damit nicht einverstanden....er tut sich sehr schwer überhaupt Hilfe anzunehmen.

Wir haben zuhause auch einen sehr starren Plan. Es läuft alles nach dem gleichen Schema ab. Das habe ich schon seit Kleinkindalter so gehalten, auch ohne AS-Diagnose. Erstens hat er das selbst so eingefordert oder ist dann eben völlig ausgetickt, und zweitens brauche ich selbst diese Routinen. Somit ist der Umgang damit für mich vermutlich einfacher und eigentlich "normal" als für nicht betroffene Eltern.

Wenn irgendwelche Veränderungen anstehen, muss man ihn allmählich darauf vorbereiten. Wir hatten vor kurzem sein Zimmer neu gestrichen und eingerichtet. Das hätte niemals friedlich funktioniert, wenn man ihm an einem Tag alles rausgerissen hätte und ihn vor vollendete Tatsachen gestellt hätte. Das war bei uns ein tagelanger Prozess! Und wir mussten einige "altbekannte" Möbel (Regal) stehen lassen, damit nicht plötzlich alles fremd ist.

Ansonsten läuft bei ihm noch nicht allzu viel mit Therapien. Er geht regelmäßig zur Psychotherapeutin - aber das hatten wir auch vorher schon gemacht. Nun soll er mit ihr Gruppentherapie machen ,weil er sich in keine Gruppe integrieren kann. Aber das funktioniert nicht so, wie die Thera sich das vorgestellt hat. Er lässt das überhaupt nicht zu. So versucht sie es erst mal mit "Paartherapie", d.h. ein fremder Junge mit ähnlicher Problematik wird mit ihm für ein Gespräch dazugenommen. Aber auch das war das erste Mal eine ziemlich unangenehme Sache...... mal sehen wie es weitergeht....

Ansonsten halte ich es wie Andi: Konsequenz ist oberstes Gebot; aber das gilt auch bei ADHSlern. :-))
Mit Druck ausüben kommt man bei ihm gar nicht weiter; das verschlimmert nur die Situation.


Liebe Grüße
Annette

von Annette B. - am 08.12.2006 07:29
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