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ADHS ADS Selbsthilfe
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9
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Goldbär, Mottensprotte, dariana, lazy, diana-r, Wendi

Zwangseinweisung?

Startbeitrag von Goldbär am 30.11.2006 16:40

Ich weiß nicht mehr was ich machen soll.

Mein siebzehn jähriger Sohn ist am Dienstag völlig ausgerastet. Er hat Flaschen an die Wand geworfen und sein Zimmer demoliert. Er wollte wieder einmal nicht zur Schule gehen, was wir nicht akzeptieren wollten. Während des Ausrastens hat er mit Selbstmord gedroht und auch zugegeben dass er kifft., angeblich damit er besser schlafen kann. Weil wir nicht wussten was wir machen sollten, haben wir die Polizei angerufen, damit sie uns vielleicht eine Adresse geben könnten. Sie sind dann aber bei uns erschienen. Als Chr. die sah ist er vom Balkon gesprungen und weggelaufen.

Da er von Selbstmord gesprochen hat wurde eine Fahndung nach ihm eingeleitet. Auch Freunde haben ihn gesucht und auch gefunden. Er hat uns dann angerufen und ist am Abend auch von allein wieder nach Haus gekommen.

Er blockt jetzt jedes Gespräch ab, hört überhaupt nicht zu. Verweigert jetzt die Schule komplett. Heute morgen sagte er zwar zu mir, er will morgen wieder gehen. Am nachmittag dann, er habe gelogen, damit er endlich seine Ruhe hat.

Zur Vorgeschicht: Er hat ADHS und hat bis vor 3 Jahren Ritalin genommen. Der anschließende Auslassversuch hat prima hingehauen. Seit den Sommerferien ist er psychisch sehr schlecht drauf. Er hat seinen Sport (Er ist Leistungssportler mit großem Erfolg) zu dieser Zeit hingeworfen, worauf es ihm noch schlechter ging. IN den vergangenen Wochen hat er aber wieder einen Einstieg gefunden und wir haben gedacht er hat sich wieder gefangen. Ein Irrtum

Gestern bin ich noch bei der Drogenberatung gewesen und habe 2 Stunden mit einem Berater gesprochen. Dieser ist der Meinung dass er zwar keine Drogenproblem hat aber dringen einer stationären Therapie bedarf. Das bedeutet für uns, wir müssen ihn Zwangseinweisen lassen.

Ich habe Angst, dass wir ihn dadurch völlig verlieren und er vielleicht den Kontakt mit uns nicht mehr möchte. (Vertrauensbruch) Sehe ich das vielleicht falsch? Ich weiß nicht mehr wie ich an ihne herankommen kann, wenn er der Meinung ist, er sei nicht krank und brauche keine Therapie. Wie kann ich ihn davon überzeugen?

Mir selbst geht es sehr schlecht, da ich nicht mehr schlafen und essen kann, da ich nicht weiß wie ich richtig handele.

Mein Mann ist für die Einweisung, da er keine andere Möglichkeit sieht.

Wer von euch hat Erfahrung mit einer stationären Therapie bzw. Zwangseinweisung?

Bei uns tickt eben auch die Uhr, da er bald Volljährig wird und wir dann nichts mehr für ihn machen können.

Goldbär

Antworten:

Hallo goldbar,

fühl Dich erst mal gedrückt.

Hört sich ja schlimm an, was du schreibst.
Ich fürchte, Dir nicht wirklich Tips geben zu können, da mein
ADS-ler erst 10 Jahre ist.

Aber aus dem Bauch heraus würde ich das Gespräch mit noch mal Deinem Sohn suchen. Vielleicht ist er ja auch bereit gemeinsam mit Euch zu einer/em Psych., Erziehungsberatungsstelle oder Drogenberater zu gehen. Man weiss ja nie. Versuchen würde ich es in einem ruhigen Gespräch zu dritt.

Andere hier im Forum können Dir aber bestimmt mehr helfen.

LG
viel Erfolg und alles Liebe und gute

von Wendi - am 30.11.2006 20:01
Hallo Goldbär,

lass Dich von mir auch erstmal fest drücken. Es tut mir sehr leid, was Du durchmachen musst.

Meine Jungs sind zwar auch noch weit weg von dem Alter Deines Sohnes, aber ich habe einen Bruder, mit dem wir viel mitgemacht haben.

Er wurde leider nie diagnostiziert, weil meine Eltern dachten, man kann den Kindern die Flausen schon austreiben mit Gewalt.

Ich erzähle Dir jetzt mal, was daraus geworden ist. Er fing schon im Kindesalter an, auffällig zu werden. Er war sadistisch veranlagt, hat andere ständig provoziert, ist ab Hauptschule 7.Klasse kaum noch zur Schule gegangen. Er hat seine 1. Freundin mit 16 Jahren das erste Mal verprügelt. Er war auffällig, fing mit 18 jahren mit Drogen und Alkohol an. Ich bin 8 Jahre jünger als mein Bruder. Also, habe ich bewußt den Horror etwa ab meinem 7.Lebensjahr mitbekommen. All die Jahre habe ich nur gedacht, warum bekommt er keine Hilfe? Es war so offensichtlich, dass er krank war. Aber meine Eltern wollten das nicht sehen.

Als er 23 Jahre alt war, hatte er sein 1.Auto geklaut, seine damalige Freundin krankenhausreif geschlagen und war bereits schwer alkoholkrank. Mit 26 Jahren hat er Domestos getrunken, weil er keinen Schnaps mehr hatte. Das Krankenhaus rief meine Eltern an und sie sagten, er schwebe in Lebensgefahr. Zum Glück wurde er dann in die Psychiatrie zwangseingewiesen. Das war 1992. Endlich bekam er Hilfe. Er machte dort einen kalten Entzug und ging nach 2 Wochen nach Hause. Seit 14 Jahren ist er nun trocken, aber alle anderen Probleme sind geblieben. Ich kann mich erinnern, dass ich immer Angst vor ihm hatte, weil er eben so unberechenbar war. Ein falsches Wort und er ist völlig ausgerastet. Alle Menschen um ihn haben Angst vor ihm und alle haben unsagbares Mitleid mit seiner Frau und seinen 2 Kindern. Sein Sohn (heute 13 Jahre) hattte als Kleinkind die gleichen Symptome wie mein Sohn (7 Jahre mit ADHS und Hochbegabung). Als wenn es dasselbe Kind ist! Aber jeden Abend kam mein Bruder nach Hause (wenn er dann mal gearbeitet hat....) und hat ihn verdroschen, weil seine Mama nicht in der Lage war, mit ihm klarzukommen und auch zu viel Angst vor meinem Bruder hatte. Es zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben:Gewalt und soziale Probleme. Ich habe vor 8 Jahren den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen, weil ich dieses Elend nicht mehr mit ansehen konnte und seit dem verstecke ich mich vor meinem Bruder, weil er mich immer mal wieder sucht. Ich habe Albträume, dass er mich findet und mich umbringt.

All das hätte man verhindern können, wenn man einfach nur geholfen hätte!!!

Denk nicht daran, was Du Deinem Sohn JETZT antust. Denk daran, was Du für seine Zukunft tust! Denkst Du, dass er versteht, dass sein Verhalten falsch ist und dass er es ändern muss? Das würde er doch tun, wenn es so einfach wäre.

Er ist fast erwachsen und Du hast eben nur noch diese einzige Chance, ihm zu helfen. Denkst Du, dass ambulante Hilfe was bringt?

Ich würde nicht warten, denn jeder verlorene Tag ist ein weiterer Schritt in Richtung Keller. Du steckst ihn ja nicht ins Gefängnis!!!Du willst ihm helfen und manchmal muß man das durchsetzen, was einem als einzig vernünftig erscheint.

Denk an die nächsten Jahre, was alles noch passieren kann! Gib Deinen Sohn nicht auf. Er braucht Eure Hilfe, er erkennt es nur nicht.

LG Diana

von diana-r - am 01.12.2006 08:04
Hallo Goldbär,

würde er wieder Ritalin nehmen?

ADS wächst sich nicht aus, die Unruhe verlagert sich nach innen, die Impulsivität wird unterdrückt, ist aber immer noch da. Gefühle sind himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Eine immerwährende Pubertät...

Ich bin 37 und erst seit 1,5 Jahren diagnostiziert und nehme seither Medikinet. Es ist ein ganz anderes Leben. Ich weiß nicht, wie lange ich Medis nehmen werde. Ich weiß aber, dass ich mit Medis ein besseres Leben habe, dass ich mir nicht permanent den ... aufreißen muss, um einigermaßen zu funktionieren, dass ich weniger impulsiv bin und nur noch selten etwas kaputtwerfe etc.

Es ist für andere schlimm, solche Wutausbrüche mitzuerleben. Ich aber kann sich nachvollziehen. Einer meiner Träume ist, mal ganz erlaubt mit einem Baseballschläger eine Wohnung zertrümmern zu dürfen. Kein Scherz. Mal alles rauslassen dürfen, ohne dafür schief angesehen zu werden. Einfach mal richtig explodieren ohne sich schämen zu müssen...


Euer Sohn spricht nicht mehr, weil er wohl Angst hat, dass Ihr dann wieder die Polizei o.ä. einschalten könntet.

Es ist schwierig für Euch als Eltern.

Würde er sich auf ein Gespräch einlassen, wenn Ihr ihm versprecht, ihn ernst zu nehmen und versucht, mit ihm gemeinsam und vielleicht auch mit einem seiner besten Freunde, eine Lösung zu finden?

Ich denke, er leidet darunter, dass er nicht so funktioniert, wie (scheinbar) alle anderen. Und das auch noch als (junger) Mann! Und er kifft wohl, damit er sich mal ab und zu besser fühlt oder es ihm zumindest egal ist, wie er sich fühlt...

Ihr macht Euch Sorgen. Versucht aber bitte nicht in Panik zu verfallen. Zeigt ihm , dass Ihr ihn liebt, lasst ihn Euch erklären, wie es sich innen anfühlt und gebt ihm ein Ventil für seine Wut und seine Schmerzen.

Kann Dein Mann mit ihm in den Wald gehen und mit Ästen auf Baumstümpfe schlagen oder einfach mal alles rausschreien. Aber gemeinsam. Dass Dein Mann anfängt und sich seinen Frust mal raushaut oder schreit. Dass sie auf einer Ebene sind, wie Freunde und nicht wie ein Vater, der belehrt... Und dass er nichts für seine Gefühle kann. Es sind seine Erbanlagen. Er kann nicht dafür, wie er sich fühlt, nur dafür, wie er handelt.

Vielleicht findet Ihr dann einen Zugang zu ihm und er zu Euch.


Alles Gute,

.



von Mottensprotte - am 01.12.2006 11:00
Hallo Goldbär!

es tut mir sehr leid, daß Du mit Deinem Sohn in einer so schwierigen Phase steckst. Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem Menschen in Deiner Nähe, mit denen Du diese Sorgen besprechen kannst.

Ich selbst bin Mutter eines sehr symphatischen 15jährigen ADHSlers, der trotzdem seit den Sommerferien 50km von hier entfernt zur Schule (mit angegliederter Arbeitspraxis in verschiedenen Bereichen) geht und während der Woche auch dort in einer sehr gut betreuten Jugendgruppe wohnt. Er kommt an den Wochenenden und in den Ferien nach Hause.

Mein Sohn hatte sich im Umgang mit der Schule und mit mir ein Verhalten angewöhnt, aus dem er nur noch sehr schwer herauskam. Irgendwo war ich das Ventil für seine eigenen Gefühle von Wut, Enttäuschung, Mißerfolg ... das Alter bringt ja wirklich ein wahres Gefühlschaos mit sich. Zudem übten regelüberschreitende Freunde eine wahnsinnige Anziehungskraft auf ihn aus. Wie Dein Sohn zerstörte er eigene, liebgewonnene Dinge – hat mich oder andere aber nie bedroht, jedoch heftig beschimpft.

Für uns war es wirklich eine Chance, daß wir für eine bestimmte Zeit etwas Abstand haben. Damit Ruhe in unsere Beziehung einkehrt und wir auch wieder Akzeptanz und Nähe miteinander erleben können und er sich nicht hauptsächlich in der Palastrevolution mit mir und der Schule verausgabt.

Ich habe damit mit meinem Sohn wirklich gute Erfahrung gemacht. Die Beziehung leidet nicht darunter – das war meine größte Angst. Aber es geht ihm und uns gut und wir können unser Familienleben an den Wochenenden und in den Ferien wieder deutlich schöner für alle gestalten.

Am schönsten finde ich, daß er jetzt beginnt, eigene Lebensperspektiven zu entwickeln und er sich nicht mehr auf die pubertäre Auseinandersetzung mit mir und der Schule beschränkt.

So, jetzt habe ich ganz lange von mir geschrieben. Es war mir einfach wichtig, Dir zu zeigen, daß ich ein Stück weit Deine Situation aus eigener Erfahrung verstehen kann.

Nun zu Deiner Situation:

Wenn es für Euch gerade nicht möglich ist, mit Deinem Sohn persönlich zu sprechen, wäre es vielleicht denkbar, daß Du Deine Gedanken in einem Brief an ihn schreibst und ihm diesen gibst?

Positiv an deinen Schilderungen finde ich nämlich
-daß er Sachen zerstört hat, und keine Menschen angegriffen hat
-daß er zu Freunden gegangen ist, Euch angerufen hat und am Abend nach Hause kam
-daß es bei Euch "erst" seit den Sommerferien so rapide bergab geht
-daß er mit seinem Leistungssport wieder angefangen hat

Daß Du dies positiv wahrnimmst, könntest Du ihm ja schreiben.

Und daß Du Dir Sorgen machst, weil er von Selbstmord spricht.

Fragen würde ich ihn an Deiner Stelle gerne
wie er sich das vorstellt, nicht mehr in die Schule zu gehen. Ohne Vorwurf, sondern wirklich interessiert und in dem Bewußtsein, daß Du dies sowieso nicht ändern kannst. Man kann ja einen sechsjährigen noch zur Schule bringen, aber keinen siebzehnjährigen – leider.
was er für Pläne und Gedanken er für seine Zukunft hat
welche Voraussetzungen bräuchte er für diese Zukunftswünsche – was denkt er, müßte er dafür tun und wobei könntet ihr ihn unterstützen?

Erklären würde ich ihm

daß ihr in großer Sorge um ihn seid, wenn er so mächtige Austicker hat, wenn er von Selbstmord spricht, wenn er nicht mehr zur Schule will, welche Wichtigkeit hat das Kiffen für ihn?
daß ihr für Euch persönlich Beratung und Begleitung suchen werdet, wie ihr die ganze Situation wieder für alle tragbar bekommt. Damit ihr einen Überblick über die Möglichkeiten habt
daß ihr Euch freuen würdet, wenn er an diesen Beratungen teilnimmt
daß es für Euch unabdingbar gewisse Regeln im Umgang miteinander gibt, so daß es jedem von Euch halbwegs gut geht


Abschließen würde ich damit, daß ich mich trotz aller Sorge schon darauf freue und sehr gespannt darauf bin, ihn bald als jungen Erwachsenen zu erleben. Und ich es sehr schön finden würde, wenn er erzählen würde, was er für Gedanken bei Deinem Brief hatte. Gerne auch gemeinsam mit einem Freund oder einem Erwachsenen, dem er vertraut.

Euch als Eltern würde ich noch wünschen, daß Ihr ganz schnell einen Termin bei einem Facharzt bekommt, der sich mit dieser Problematik auskennt und der Euch erklären könnte, was im Falle des stationären Aufenthalts gemacht würde. Einstellung auf Medikamte – Bearbeitung der Selbstmordgedanken – Auszeit/Ruhephase und Neuorientierung?

Tja, das wars. Ich für mich habe die Erfahrung gemacht: Egal, wie übel es aussieht – wenn der wirkliche Wunsch nach einem guten Weg für alle im Vordergrund steht, dann spüren das unsere Jungs und Mädels, auch wenn es gerade nicht möglich ist, dies im Gespräch auszudrücken.

Viele Grüße und alles Gute für Dich und Deine ganze Familie!
Viele Grüße an meine Vorrednerinnen – Eure Worte haben mich berührt!
Viele Grüße an alle Eltern von pubertierenden ADHSlern im Forum!

Irmi

von lazy - am 01.12.2006 12:08
Vielen Dank für die ersten Antworten.

Ich versuche jeden Tag mit Christoph zu sprechen, aber er reagiert überhaupt nicht auf mich. Er ist seiner Meinung nach nicht krank und brauch auch keine Hilfe.

Er geht nicht zur Schule. Ich wecke ihn wie bisher jeden Morgen. Gestern sagte er mir, dass er heute in die Schule gehen will. Am nachmittag dann, er habe gelogen um seine Ruhe zu haben.

Verschwindet am Nachmittag irgenwohin und kommt erst nachts wieder. Er sagt nicht was er macht und wo er hingeht.

Ich habe ihm jetzt auch gesagt, dass, wenn er nicht bereit mit mir zum Psychologen zu gehen, wir zu anderen Maßnahmen greifen müssen. Er reagiert überhaupt nicht darauf.

Heute habe ich mit dem Jugendamt telefoniert. Die können auch nicht helfen, wenn er sich nicht helfen lassen will. Dazu müssen wir dann einen Antrag beim Familiengericht stellen. Der Richter befragt dann das Jugendamt, dass vorher mit ihm Kontakt aufnehmen muss. Wenn er die Kontakaufnahme ablehnt und auch die Anordnung zur Untersuchung in der Kinder und Jugendpsychatrie, kann er dort zwangsvorgeführt werden.

Es ist alles ein riesieger Umstand Hilfe für unseren Jungen zu bekommen. Ich weiß selber nicht, wie lange ich noch stark bin, um das durchzuziehen. Ich schlafe nur noch 2-3 Stunden die Nacht und kann nichts mehr essen.

Vielleicht muss ich auch einfach loslassen, und ihn weiterleben lassen wie er will und mich darüber hinwegsetzen, dass er sein weiteres Leben versaut.

Goldbär

von Goldbär - am 01.12.2006 12:25
Hallo Goldbär,

ich hatte bisher nicht verstanden, dass die Lage bei Euch soooo ernst ist!

Tut mir leid für Euch!!!

Gibt es bei Euch ein Institut für Jugendhilfe? Die sind zwar irgendwie dem Jugendamt zugehörig, aber gleichzeitig unabhängig. Da arbeiten Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter etc.

Was ist mit Deinem Mann? Versucht er , mit Deinem Sohn zu reden? Gibt es jemanden in Eurer Familie, Bekanntenkreis, dem sowohl Ihr als auch Euer Sohn vertraut?


Ich schicke Dir viel Kraft!


.



von Mottensprotte - am 04.12.2006 15:13
Gestern sind wir auf Anraten des Jugendamtes beim Amtsgericht gewesen, um Christoph zu einem Zwangstermin beim Kinder- und Jugendpsychologen zu bekommen. Die Richterin kann nichts machen, die Problematik wäre nicht gravierend genug und verweist uns an das Jugendamt. Beim Jugendamt sagt man uns, sie können nichts machen, sie kennen den Jungen nicht. Wir sollen zum Psychater gehen, damit er ihn in eine Klinik einweist. Der Psychater sagt, ich habe den Jungen 2 Jahre lang nicht gesehen, ich kann ihn nicht einfach einweisen.

Wir (und besonders er) bekommen keine Hilfe. Ich glaube er muss sich erst umbringen, oder jemanden gefährlich verletzen damit etwas passiert. Dann sind wieder die Eltern an allem Schuld, da sie nichts unternommen haben.

Und Christoph will sich immer noch nicht helfen lassen. Er liegt den halben Tag im Bett und verschwindet anschließend und kommt erst nachts wieder nach Haus.

Auf Gespräche reagiert er gar nicht.

Wenn das so weitergeht sind mein Mann und ich eher in einer psychatrischen Klinik als unser Sohn.

Goldbär

von Goldbär - am 05.12.2006 11:49
hallo goldbär :-)

es tut mir so leid für euch ..an dieser stelle erstmal einen dicken sack verständnis und mitgefühl

ich denke ihr habt nur wenige möglichkeiten...entweder ihr bekommt ihn irgendwie zu einem arzt oder in eine klinik

soweit ich informiert bin muss er nicht zustimmen

die andere möglichkeit , und die solltet ihr dann auch konsequent umsetzen, ist die , dass ihr ihn rausschmeisst , wenn er sich nicht helfen lassen will

dann MUSS auch das jugendamt was tun und kann nicht wegsehen

aus eigener erfahrung kann ich dir sagen , dass ich mit 16 von zu hause ausgezogen bin und in ein betreutes wohnen kam bis zur volljährigkeit...ich brauchte abstand zu meinen eltern und sie zu mir

ein jahr lebte ich alleine , 2 jahre in einer beziehung und danach zog ich in das gleiche haus wie meine mutter wo ich immer noch wohne und wir haben heute einen sehr guten entspannten kontakt

meine schwester meinte mit 17 ausziehen zu müssen , weil sie sich ausserstande sah einmal täglich den müll rauszubringen

sie wollte bereits nach 6 monaten alleine wohnen wieder zurück nach mama

das ist sicher nicht immer der fall und kein garant und es kann auch nach hinten losgehen..aber was ich sagen will ist , dass ihr so keinesfalls weitermachen könnt..damit ist niemandem geholfen

meine schwester und ich sind übrigens beide spät diagnostizierte ads´ler und was wir in kindheit und jugend
( unbehandelt ) durchmachen mussten wünsche ich meinem ärgsten feind nicht...erst heute können wir , dank multimodaler therapie ein normales leben führen

versuch nochmal mit deinem sohn zu reden ....gerne schicke ich ihm als selbst betroffene eine mail mit meinem lebenslauf ...soll er mal lesen und frag ihn mal ob er auch so eine " karriere " hinlegen will

viele grüsse
dariana



von dariana - am 05.12.2006 14:55
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