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ADHS ADS Selbsthilfe
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19
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Yvonne_R., Agnes69, Cilia, Veronika Ehrenberg, ekiem, dariana, diana-r, Cybele, pralini, Jamie Leon, BarnyHH

Warum so wenig Verständniss?

Startbeitrag von Yvonne_R. am 02.12.2006 22:39

Hallo,

heute war ich mit meinen zwei Kindern und meinem Partner zu Besuch bei meinen Eltern. Meine Ma weiß von dem Ads meiner Tochter und somit denke ich immer (fälschlicherweise) ihr meine Sorgen mit meiner Tochter und dem Umgang im Alltag anvertrauen zu können. Immer wieder vergesse ich , daß meine Ma nicht so wie ich es erhoffe mit Verständniss sondern mit Vorwürfen und Abblocken reagiert. heute bin ich wieder mal mit Tränen in den Augen nach Hause gefahren. Ich bin sonst nicht so anfällig, aber im Zusammenhang mit meiner Ma schon.

Heute habe ich mich zum Beispiel bei meiner ma über das Verhalten meiner tochter in den letzten Wochen aufgeregt. Und das Ihre Ads-Anzeichen deutlich schlimmer geworden sind. Ich erzähle Ihr das aus meinem bauch herraus um es los zu werden und um Ihre Meinung dazu zu hören...nur leider kommt eine ganz andere Reaktion als erhofft.
Warum lerne ich nicht draus und rede einfach nicht mehr mit Ihr drüber? Warum kann ich es nicht einfach lassen, statt wieder total enttäuscht nach Hause zu gehen?

Das läuft doch fast immer gleich ab. Ich erzähle meiner Ma was daheim vorgefallen ist (Unfug den jenni anstellt, die Klauerei, das es nicht so weiter gehen kann und warum meine Konsequenzen nicht anschlagen). Ich versuche Ihr Jenni´s Krankheitsbild zu erklären...und was bekomme ich als Antwort...-ich soll Ihr das nicht im Beisein meiner Tochter sagen (dabei tu ich das doch nicht um sie schlecht zu machen, sondern um meiner Großen zu verdeutlichen wie sehr ich mich um sie sorge), ich soll nicht alles glauben, weil die Ärzte für jedes Verhalten eine neue Bezeichnung finden (als ob ADS nur ein Modewort für lebhafte Kinder wäre), ich würde nur schlecht über meine Tochter reden (dabei habe ich ganz stolz das Elterngespräch mit der Lehrerin und Ihren ersten Platz beim Hochsprung erwähnt), sie habe keine Probleme mit meiner Tochter wenn diese mal eine Nacht bei Ihr schläft (das ist dann ja auch keine Alltagssituation und Jenni hat kaum regeln bei Oma zu befolgen), und ich soll mich nicht beschweren, da sie mir eh nicht helfen kann, ich wollte die Kinder und muss da jetzt auch durch!-
Muss ich mir solche Sprüche antun? Natürlich wollte ich meine Kinder ich liebe sie beide und würde sie nie hergeben! Aber was bitte schön hat das mit der Alltagsbewältigung und den derzeit stark zugenommenen Verhaltensproblemen zu tun?!
Ich wollte doch nur meiner Mutter schildern warum der Alltag oft stressig ist und das sich ADSler manchmal anders verhalten, denken und fühlen als "normale" Kinder. Ich stoße immer wieder auf totales Unverständniss bei meiner Ma.
Zweifel langsam an mir selber...und warum geht mir es so nah?!
Bin doch sonst nicht so sensibel.

Antworten:

Guten Morgen....

ich bin neu hier und auf der Suche nach Möglichkeiten, meiner Tochter zu helfen....

Ich verstehe Dich sehr gut, kenne diese Argumente aus meinem Umkreis.

Jeder Mensch braucht einen Gesprächspartner, um die Sorgen aussprechen zu können. Zu wem sonst, als der Mutter sollte man gehen.... und findet dort Vorwürfe.....

Bei mir ist es ähnlich, nur ist es der Partner, der noch nicht damit klar kommt.... : "Schule wechseln und passt" so der einfach Weg meines Schatzes.... nun, wie sollte er auch anders, er ist einfach kein Kämpfer, bzw. er handelt wie ein Mann.... ohne sich Gedanken zu machen, was dann passiert.... und steht dann, wenn wieder was passiert, voll daneben....

Mein Mann würde am liebsten gar nicht darüber reden, es sozusagen totschweigen.... weil er keine Lösung weiß, sich deswegen schuldig fühlt und dauernd bestrebt ist seine geliebte Ruhe zu erhalten. Doch Nachts wälzt er sich, weil er sich doch Gedanken macht, am Liebsten heulen würde.... aber Gefühle darf man nicht zeigen....

Ich denke, Deiner Mutter ergeht es ähnlich, sie ist überfordert, fühlt sich schuldig und reagiert genervt. Und fängt an, die Schuldgefühle Dir gegenüber auf Dich abzuwälzen.... und wenn Du außer Haus bist, dürfte sie heimlich weinen, weil sie Dir nicht helfen kann, weil Du ja ihr Kind bist.... und sie glaubt, als Mutter versagt zu haben.... aber wer kann schon Gefühle zeigen???

Auch ich mache den Fehler in der Gegenwart meines Kindes zu reden.... doch mittlerweile zeigt meine Tochter, dass es sie verletzt..... sie kann es nicht als Hilfe annehmen, sondern fühlt sich als Versagerin nur bestätigt, auch ich muss hier umlernen...

Meine Tochter ist anders als meine Söhne..... sensibler.... aber gleich wertvoll... auch sie hat eine Privatsphäre, die ich einzuhalten habe.... Mein Mann reagiert da sensibler.... würde nie in Gegenwart des Kindes darüber reden....

Eben weil diese Kinder wenig Selbstvertrauen haben, möchten sie darüber nicht reden.....

Und ich habe gelernt, Reden bringt nichts, Handlung ist gefordert... und siehe, meine Tochter zeigt Interesse, aktiv bei dieser Handlung mitzuwirken... sie ist interessiert, etwas gegen diese "Schwäche" zu unternehmen..... und es ist der erste Schritt ........

Und deshalb bin ich hier..... gemeinsam mit anderen Betroffenen Wege zu suchen, um unseren geliebten Kindern den Weg in eine schöne Zukunft zu weisen.

Liebe Grüße Maria

von Cybele - am 03.12.2006 07:09
Hallo YR


Meine Eltern "tun" sich auch schwer, sie lieben ihr Enkelkind und die Zeit die er dort ist, ist er meisst ganz lieb.

Ich habe früher,weil ich überfordert habe , auch viel vor meinem Sohn geredet, dass konnte er auch nicht ausstehen, war dann richtig entâuscht und sauer. Ich habe es mittlerweile gelassen.

Damit mein Sohn dort zur Ruhe kommt, erzähle ich nicht mehr viel von zu Hause. So können sich meine Eltern ohne Vorurteile sich ihm widmen. (sagt man das so?)

Mittlerweile ist mein Sohn 17 geht noch immer zum lernen dorthin, dass er es schwerer hat, wissen meine Eltern auch.

Sie haben Zeit und Geduld mit ihm, das tut meinem Sohn gut.

Ich rede wohl viel mit Freunden, natürlich wenn mein Sohn nihct im Hause ist, dass tut mir sehr gut.

Die "Omas" sind wirklich oft mit dem Thema überfordert.

Ich drücke dich ganz fest

Alles gute

ANne

von pralini - am 03.12.2006 07:24
Hallo,

dein Problem mit deinen Eltern kann ich sehr gut nachvollziehen meine Mutter ist genauso. Wobei bei uns in der Familie nicht nur ein Kind etwas "aktiver" ist. Meine Schwester ihr Sohn ist ebenfalls ein ADHS Kind meiner ist Hyperaktiv ohne ADS. Bei meiner Schwester ist das Verständniss da, bei mir nicht.

Ich habe allerdings daraus gelernt und unterhalte mich nicht mit meiner Mutter sondern mit meiner Schwester. Suche dir jemanden der dein Schicksal teilt der wird auch das nötige Verständniss haben.

Ich selber und meine Schwester tauschen uns über alles erdenkliche aus, meine Schwester gibt mir tips ich ihr.

Wenn du jemanden brauchst bist du hier bestimmt an der richtigen Adresse gibt es bestimmt viele hier die ähnliches haben.



von Jamie Leon - am 03.12.2006 09:05
Hallo Anne,

es tut gut hier im Forum auf das Verständnis Gleichgesinnter zu treffen.
Da fühlt man sich in solchen Situationen wenigstens nicht alleine.
Drück Dich ebenfalls ganz fest. *schmunzel

MfG Yvonne



von Yvonne_R. - am 03.12.2006 09:15
Hallo auch,

nach meiner Erfahrung sind derartige Probleme keine "Einbahnstraße", vielmehr tragen beide Seiten dazu bei.

Ich z.B. kann Deine Mutter in einem Punkt sehr gut verstehen. Ich mag es genau so wenig wie sie, wenn Anwesende "niedergemacht" werden und wenn über Anwesende wie über Sachen gesprochen wird.

Ich nehme an, daß Deine Mutter Dir gegenüber diesen Punkt in der Vergangenheit bereits mehrfach angesprochen hat und jetzt dauer-frustriert ist, weil Du immer wieder in dieser Art verfährst. Ganz nebenbei: Magst Du es, wenn jemand in Deiner Gegenwart - und sei es nur aus "pädagogischen Gründen" - Dein "Sündenregister" vor Dritten ausbreitet?! Ich denke, eher nicht!

Jetzt noch ein übliches Kommunikationsmißverständnis, was in Eurem Gespräch ebenfalls vorzuliegen scheint:
Manchmal möchte man sich einem anderen Menschen gegenüber einfach nur "auskotzen" - aus dem Bauch heraus sprechen und "alles loswerden". Dem Gegenüber wird in diesem Moment die Rolle "seelischer Schuttabladeplatz" zugewiesen.
Viele Menschen erkennen diese Zuweisung nicht und sehen ihre Rolle als "Ratgeber", nicht als "schweigender Zuhörer". Ergebnis: beide sind frustriert! Der eine bekommt unerwünschte Ratschläge übergestülpt, der andere wundert sich, daß seine wohlerwogenen Ratschläge "niedergebügelt" werden.

Ich hoffe, daß ich mit diesem Beitrag nicht in dieses Mißverständnis gelaufen bin. Andernfalls bitte Beitrag ignorieren!

Einen schönen Sonntag nocch!
Barny

von BarnyHH - am 03.12.2006 10:12
Hallo,

ich würde auch niemals in Anwesenheit Deiner Tochter das Fehlverhalten von ihr diskutieren. Sie ist ein Kind und wird daraus nichts lernen.

Besser wäre es wirklich, ohne dass Deine Tochter dabei ist mit Deiner Mutter zu sprechen. Was soll sie auch sagen, wenn der kleine Teufel daneben sitzt? Großeltern wünschen sich in den meisten Fällen eine ganz besondere Beziehung zu ihren Enkeln. Wenn sie vor ihrem Enkelkind auch noch über sie schimpfen würde, könnte das die Beziehung zwischen den beiden erheblich belasten. Das weiß Deine Mutter bestimmt auch. Deshalb reagiert sie wohl auch so genervt.

Ich würde mir an Deiner Stelle besser eine Freundin suchen, bei der Du Dich auskotzen kannst. Deine Mutter hat es auch geschafft, Kinder groß zu ziehen und sieht die Sache wohl anders. ADS ist ein Erziehungsfehler oder so ähnlich. Schließlich kamen unsere Eltern und Großeltern auch mit ihren Sprößlingen zurecht. Das ist jetzt nicht MEINE Argumentation.

Manchmal ist es auch besser, Alltagssituationen zu schildern und die liebe Mama um Rat zu fragen und nicht gleich alles mit ADS zu begründen. Vielleicht hat sie tatsächlich gute Tipps für Dich!!!

Wenn Du aber merkst, dass Du bei ihr auf taube Ohren stösst, dann würde ich bei Deinen Eltern das Thema ausklammern.

LG Diana

von diana-r - am 03.12.2006 10:43
Hallo Barny,

keine Sorge, Dein Beitrag wirft keine Missverständnisse auf.
Ich verstehe auch beide Punkte.
Ja, meine Ma hat mir das schon öfters mitgeteilt, so wie ich Ihr schon öfters mirgeteilt habe, daß sie es lassen soll vor meiner Tochter alles auszubreiten, was ich damals angestellt habe. Das tut sie nämlich ebenfalls gerne und somit verliert meine kleine hexe den Respekt vor mir.
Daraus folgen meist Vorhaltungen seitens meiner Tochter wenn ich sie in Ihrem Verhalten berichtige (du hast doch auch Dinge getan die nicht immer richtig waren).

Und Du hast auch mit dem 2.Punkt ins Schwarze getroffen... ich möchte mich nur Auskotzen...meine Ma denkt ich verlange Hilfe oder Ratschläge.

Aber um solche Missverständnisse zu vermeiden muss ich mir wohl endlich mal angewöhnen Ihr alles auf die Nase zu binden. *schmunzel

Danke und liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 03.12.2006 11:06
Hallo Diana,

ich möchte Dir mal den Ablauf bzw. den Hintergrund des gestrigen Gespräches zwische mir und meiner Ma erklären.

Als wir uns auf den Heimweg machen wollten, viel mir aus, daß an dem Maxi Cosi von meinem Kleinen ein Gurt zum Festziehen des 3-Punkt-Gurtes fehlte. Es war komplett weg und ich war sehr verwundert.
Automatisch schaute ich meine Tochter an und fragte ob sie weiß wo dieser Gurt sein könne.
Sie grinste und musste sich sogar schon die Hand vor den Mund halten weil sie dieses Grinsen nichtmal bei Ihere Antwort verkneifen konnte.
Ich weiß es nicht und ich hab Ihn nicht, sagte meine Tochter.
Ich war misstrauisch weil meine tochter in der letzten Zeit viel an Dingen war die sie nichts angehen und uns öfters Dinge entwendet hat.
Dann noch das schelmische Grinsen was sie auch immer auflegt wenn ich sie bei Schandtaten erwische.
Ich konnte Ihr einfach nicht glauben.
Und um meiner muttter mein Verhalten zu erklären und Verständnis zu bekommen, habe ich von den letzten Wochen erzählt.

Ich möchte damit nur sagen, daß ich nicht immer mutwillig und auch nicht alles über Jenni weitertrage.
Ich erzähle meiner Ma viel wenn Jenni spielt, fern sieht oder ich denke, daß sie anderweitig abgelenkt ist.
Es ist wirklich nicht in Ordnung in Jenni´s Beisein diese Dinge zu diskutieren und ich werde es mir schleunigst abgewöhnen.
Manchmal ist es schon wie ein kleiner Machtkampf zwischen meiner Ma und mir und das nützt nun wirklich keinem und schon garnicht meiner Tochter.

Danke auch für Eure Kritik an mir, bin immer wieder bereit dazuzulernen. ;-)



von Yvonne_R. - am 03.12.2006 11:29
hallo :-)

manchmal hilft es auch ads mit humor zu begegnen ...ich spreche da aus guter erfahrung , da wir alle betroffen sind ( wir : meine beiden kinder , mein lebensgefährte , seine tochter , meine schwester und ich

von dariana - am 03.12.2006 11:34
Hallo Yvonne,

Finde ich toll, dass Du auf die Kritik so offen reagierst. Wenn mir so viele gesagt hätten, was ich falsch gemacht habe, könnte es mir passieren, dass ich mich in meinen Schmollwinkel zurückziehe....


Wobei sie natürlich absolut Recht haben. Auch ich muss besser aufpassen, dass ich, wenn ich ÜBER meine Kinder spreche, nur Gutes erzähle, wenn sie es hören können. Ich weiß es, aber ich pfeife noch viel zu oft darauf, wenn ich glaube, mir sofort Luft machen zu müssen.


Übrigens, wenn mir meine Kids meine Jugendsünden vorhalten würden, würde ich wahrscheinlich sagen: "Ja, genau. Ich habe eine Menge falsch gemacht, wie jeder junge Mensch, der noch nicht so genau weiß, was richtig ist, und noch nicht gelernt hat, zuerst zu denken und dann zu handeln. Dazu sind eben die Eltern da, ihren Kindern das beizubringen, und ich tu das gerade für dich, damit du es später für deine Kinder tun kannst..."

Naja, oder so ähnlich - okay - bei einer Sechsjährigen würde ich es ein wenig anders formulieren, mein Großer liebt gelehrte Abhandlungen...


Liebe Grüße
Agnes

von Agnes69 - am 03.12.2006 20:43
Guten Abend Agnes,

wie gerne würde ich meiner kleinen Hexe mal sowas in der Art sagen.
Aber wie vermutlich bei den meisten ADSlern würde sie mir ins Wort fallen um mir was Ultrawichtiges (wie Ihre Zahnlücke die sie seit 14 Tagen hat oder Ihren letzten Traum den sie mir schon zweimal erzählt hat) mitzuteilen.
Tja und wenn ich dann Frage was ich gesagt habe kommt nur ein Schulterzucken...und mein Hexchen dreht sich rum um sich mit was Wichtigerem zu beschäftigen.
Ich denke es wäre zuviel verlangt, von meiner Tochter zu erwarte, daß sie mein Verhalten und meine Einstellung versteht...vielleicht in einigen Jahre oder wenn die Retardmedikation die gewünschten Erfolge zeigt (hinsichtlich ihrer Konzentration um mir mal länger als nur zwei Wortlängen zuzuhören). *zwinker

Ich bin so offen Kritik gegenüber weil ich genau aus diesem Grunde hier im Forum bin...nicht um mich vollmeckern zu lassen...um mich auf meine Fehler aufmerksam machen zu lassen und mein Fehlverhalten zu korrigieren.

Also hätte mir ein Freund das direkt in Gesicht geknallt so würde ich vermutlich explodieren...ich würde denken, was willst Du von mir und woher willste wissen was richtig und falsch ist.

Aber die meisten hier (so wie Du) haben schon mehr Erfahrungen im Umgang mit ihren kleinen (oder großen ) Fegern. *schmunzel
Diese Erfahrungen fehlen mir, ich möchte meiner Tochter ein möglichst sicheres Heim geben, indem sie sich wohl fühlt.

Das geht natürlich nur mit Geduld (die ich nicht immer habe da ich selber ein Wirbel bin), viel Liebe und eben Verständniss, soviel habe ich in den 3 Tagen hier im Forum schon gelernt. *jubel
Wer hätte das gedacht. ;-)

Liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 03.12.2006 21:41

Re: Warum so wenig Verständnis?

Hallo Yvonne,

je mehr Druck, desto mehr Gegendruck, manchmal ist "In-den-Arm-nehmen" für beide die beste Medizin, wenn auch nicht immer und in jeder Situation. Und mancher "Druck" ist nur der Spiegel der eigenen Lebensumstände.

Vielleicht wollte deine Tochter beim Maxi Cosi einfach deine Nähe und ein bisschen Suchen und Kitzeln entschärft die Situation. Versuche zunächst immer einen positiven Weg zu finden mit Phantasie und Humor. Wenn du dir klarmachst, dass sie kein Problem ist, sondern deine phantasievolle kleine Tochter, ergeben sich manche Situationen von selbst.

Im ADS-Seminar haben wir gelernt, dass wir unseren Kindern jeden Abend beim Zubettgehen drei Dinge sagen sollen, die sie an diesem Tag gut gemacht haben. Das schärft deinen Blick für die guten Seiten und es gibt immer etwas zu loben. (Dann kannst du auch bei der Oma die tollen Seiten hervorheben...)

Originalzitat des Trainers "und wenn das Kind statt 20mal nur 19mal vergessen hat das Spielzeug wegzuräumen, dann loben sie es hierfür. Wenn es nur einen Ansatz zeigt, das Spielzeug heute nicht zerbrochen ist oder...". Ehrlich, es macht Spaß über den Tag hinweg Gutes zu entdecken, zusammen zu kuscheln und ganz bewußt zu loben... Und es gab dort Eltern mit ganz schlimmen Hypie-Problemen, auch bei denen hat man eine Änderung gesehen.

Wenn du gerne liest, versuche es doch mal mit einem Buch z.B. "Zen im Alltag(Autorin?)" oder "Anleitung zum Unglücklichsein (Paul Watzlawick, sehr humoristisch)". Da wirst du vieles entdecken, was man in einem Beitrag gar nicht so gut wiedergeben kann. Manchmal steckt das Problem in einem selbst oder um einen herum.

LG und in der Ruhe liegt die Kraft

Cilia

von Cilia - am 04.12.2006 07:23

Re: Warum so wenig Verständnis?

Guten Morgen Cilia,


Das mit dem Loben vor dem Schlafengehen, haben
wir auch immer gemacht.

So hat der Abschluss des Tages immer einen schönen harmonischen Abschluss gehabt.

Und wenn es eine halbe Stunde vorher noch "zoff " gab .....
weil er wieder keine Zähne putzen wollte.... erst nach viermaliger Aufforderung duschen gegangen ist......seine Schulsachen nicht gepackt hatte, ob wohl er schon seit einer viertel Std. im Bett liegen sollte usw.

Aber das Loben der guten Dinge, die wollte er unbedingt noch hören ;O)

Er sagte dann oft:" Gell Mami, heute hat es aber nicht so viel Streit gegeben, du hast dich doch auch manchmal über mich gefreut heute !?!? "

Dann musste ich ihm sagen, worüber ich mich an diesem Tag ganz besonders gefreut habe.


Es ist schon toll mit unseren Süßen......ob klein oder groß !!!!


Liebe Grüsse und einen schönen Tag

Vero



von Veronika Ehrenberg - am 04.12.2006 08:32
'n Morgen, Yvonne!

Schade! Da habe ich Deine Antwort gestern wohl knapp verpasst. Ich bin um diese Zeit ins Bett gegangen. Ich muss Montags immer eine Viertelstunde früher raus, weil ich da Schülerlotse bin. Übrigens saukalt heute!


Auja! Das mit dem Abschweifen kenne ich bei meinen Kindern zur Genüge. Mein Großer: "Du, Mama, schau mal!" - "Schatz, du musst doch zuerst Hausi machen, bevor du spielen darfst!" - "Ja, Mama...schau mal, was der Bionicle kann!" - DIE Botschaft ist wohl nicht so richtig angekommen...


Oder die Kleine: Gestern ist sie wieder - wie unser Coach das formuliert hat - ständig "auf ihren Gefühlen ausgerutscht". Dass wir bei ihr auch mit der harmlosesten Neckerei aufpassen müssen, wissen wir ja inzwischen. Und das ist gar nicht leicht, denn gutmütiges Necken ist eigentlich der Grundton in unserer Familie. Aber gestern ist sie sogar ausgerastet, weil wir ihren Bruder ein wenig aufzogen.

Als ich dann zu ihr ging, um herauszufinden, warum sie gar so unglücklich ist, kam dann plötzlich der Satz: "Ich hab Angst, wie das im Himmel sein wird. Kann ich dann überhaupt noch was spüren?" Keine Ahnung, woher solch Ängste kommen. Ich malte ihr dann den Himmel in den schönsten Farben, und versicherte ihr, dass ich selbst mich - wenn ich auch noch recht lange mit meiner Familie hier auf der Erde bleiben möchte - schon sehr auf den Himmel freue.

Sie fiel mir um den Hals und rief sehr gefühlvoll: "Danke, liebe Mami!" Als ich dann das Thema abrunden wollte, "schnackelte" sie plötzlich von Existenzangst zu grenzenloser Albernheit um und steigerte sich in einen wahren Lachkrampf hinein. Nix dagegen, wenn sie glücklich ist, aber das war die Art Lachen, wo man genau weiß, dass daraus von einer Sekunde auf die andere wieder das Heulende Elend werden kann.


Ich glaube zwar eigentlich nicht an Mondphasen, aber es war schon auffällig, dass gestern (bei Vollmond?) alle drei nicht zu bändigen waren. Normalerweise gibt es sonst immer wenigstens ein Kind, das gerade nicht vollen Nerveneinsatz fordert. Aber dieses Wochenende sind der Große und die Kleine zu Mimöschen mutiert, und die Mittlere gab ihr Bestes - nee - Schlechtestes, um die beiden durch ständige Provokationen permanent auf hundertachtzig zu halten.

Und als sie dann zu mir schmusen kam, fühlte es sich eher an wie ein Mordversuch: anspringen, Ellenbogen in den Bauch, Haare reißen, Kopf gegen Kopf stoßen... Ich weise meine Kinder ungern zurück, wenn sie zum Schmusen kommen, aber diesmal musste ich sie glatt in ihr Zimmer verbannen, um mich vor weiteren blauen Flecken zu schützen.


Ich hoffe, die drei haben sich heute wieder einigermaßen gefangen, sonst tun mir Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen von Herzen Leid.


Upps! Hab mich wohl etwas verplaudert! Aber wenn Du vielleicht gerne Romane liest - das dürfte einer geworden sein!


Ein "Pfiat di!" aus Tirol
Agnes

von Agnes69 - am 04.12.2006 08:41
Einen ebenfalls schönen guten Morgen Agnes,

ich bin immer dann lange Abends auf (gestern oder heute Früh bis halb zwei) wenn mir sehr viele Dinge durch den Kopf gehen oder ich wie letzte Nacht einfach nicht schlafen kann. Lag vielleicht auch am Vollmond. *schmunzel

Und dann quäle ich mich gegen sechs in der Früh raus um dafür zu Sorgen, daß meine Kids den Start in den Tag gut packen.

Heute lief das garnicht! Meine kleine Hexe kam nicht aus dem Knick und hat 30min mit Ihrem Frühstück rumgespielt.
Trotz Versuch ihr zu erklären wie wichtig es ist vor den Tabletten wenigstens eine Kleinigkeit zu essen...sie hatte keinen Hunger.
Ich musste sie dann 5min. bevor der Sulbus weg war r4egelrecht vor die Tür setzen, sonst wäre sie noch zu spät zum Unterricht gekommen.
Aber Stress am Morgen vertreibt ja bekanntlich Kummer uns Sorgen.


Ohja, wie ich diese Stimmungsschwankungen kenne. Meine Hexe ist darin auch sehr gut und das Schlimme ist...ich lass mich oft davon anstecken. Ist meine Tochter schlecht drauf und meine Versuche sie aufzuheitern schlagen fehl...so bin ich dann auch depremiert.

Ach übrigens...ich habe nichts gegen Romane...schreibe ja selber welche.

"Pfiat di!" aus Thüringen zurück



von Yvonne_R. - am 04.12.2006 09:43

Danke @alle

Eure Beiträge haben mir gezeigt, daß man immer beide Seiten sehen muss.
es bringt nichts sich über das Verhalten unserer Kids aufzuregen.
Da hilft nur die negativen Seiten zwar zu Kenntniss zu nehmen, aber nicht lange drumrum zu reden (denn ändern kann ich so sowieso nichts) und stattdessen die guten Seiten hervorheben.
So bekommen die Kids ihre Aufmerksamkeit die sie brauchen und werden durch Lob immer auf Neue motiviert das Richtige zu tun.

Mal sehen wann ich Euch von den ersten Erfolgen berichten kann.


Liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 04.12.2006 10:03
Hallo Agnes,

mußte unwillkürlich tränen lachen, als ich von dem "Mordversuch ähnelndem Schmusen" Deiner Tochter las. Das ist die absolut treffende Beschreibung unseres Sohnes, wenn er mittags zum "Kuscheln" kommt: wir, v.a. mein Mann, fühlen uns dann eher als Trampolinersatz. Meist endet es leider mit Strafandrohungen oder einem Zimmerverweis, weil er kein Ende findet - schade.

LG, Meike

von ekiem - am 04.12.2006 23:42
Hi Meike,

Jaaa....Vorgestern fand ich's zwar noch gar nicht lustig, zumal ich zu der Sorte ADSler gehöre, die eher schmerzempfindlich sind, aber inzwischen kann ich auch schon wieder drüber lachen.

Umso mehr als meine Süßen inzwischen wieder zu Engelchen "remutiert" sind. Die Kleine darf heute Nachmittag bei Oma und Opa sein, und da muss ich mir über ihr Benehmen keine Sorgen machen, da sie dort ja immer die alleinige Verfügungsgewalt über die volle Aufmerksamkeit der Großeltern hat.

Und die beiden großen sind ein Herz und eine Seele. Sohnemann hat gerade seiner Schwester schriftliches Addieren beigebracht, und jetzt schnippeln beide in schönster Eintracht Früchte für einen Obstsalat.

Habe ich ihr Benehmen jemals als mühsam empfunden? Ääääääähmmmmm.....


nööö, kann mich nicht erinnern!

Liebe Grüße
Agnes

von Agnes69 - am 05.12.2006 13:30
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