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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Mama***Barbara, HanneM, BB, Veronika Ehrenberg, dariana

Neu - Vorstellung und Fragen

Startbeitrag von Mama***Barbara am 09.12.2006 20:06

Hallo zusammen,

ich habe dieses Forum gefunden und finde, dass ihr sehr toll miteinander schreibt. So fasse ich mal den Mut, und stelle mich ein wenig vor. Vielleicht könnt ihr mir ja auch meine Fragen beantworten.

WIr haben drei Kinder, bei unserem Ältesten, 6,5 Jahre wurde vor einem Jahr ADHS diagnostiziert. Bislang sind wir ohne Medikamente ausgekommen. Im Somemr wurde er eingeschult und er hat Glück mit einer ganz tollen Lehrerin. Leider tut er sich sehr schwer mit dem Lesen lernen. Die Hausaufgaben dazu macht er oftmals nicht, verschweigt sie und seit etwa 2 Wochen haben wir immer wieder Zettel, dass er etwas nachholen muss. Beim Rechnen hat er kein eProblem, nur wenn er keine Lust hat, macht er viele Fehler.

Da auch zu Hause immer mehr Probleme auftreten und ich auch auf dem Zahnfleisch gehe, zudem die Geschwister irgendwie zu kurz kommen, haben wir uns entschieden, mti MEdikamenten zu behandeln. Um welches Medikament es geht, steht noch nicht fest.

Mich beschäftigt aber vor allem, warum haben wir scheinbar nur zu Hause solch massive Probleme? Von anderen Leuten wird unser Sohn als aufgeweckt und auch gut erzogen erlebt. Ganz anders, als wir es zu Hause kennen. Man könnte meinen, dass es sich hier um zwei unterschiedliche PErsonen handelt. Auch seine Lehrerin ist (noch?) zufrieden, da unser Sohn Interesse und Motivation zeige, die Aufgaben schnell begreife und halt so im Rahmen liege.
So kommt es mir komsich vor, dass es zu Hause einfach anders läuft, und irgendwie gar nichts mehr richtig läuft. Kann das denn sein? Mir kommt das so unwirklich vor, als wenn es das gar nicht geben könnte.

Zum anderen interessiert mich, ob ihr euch bezüglioch der Diagnose eine zweite Meinung eingeholt habt. Nicht, dass ich die Diagnose anzweifle, aber gibt es da eventuell auchunterschiedliche Ansätze? Ok, ich wüsste nicht, warum sonst so vieles nicht geht, unser Sohn so rebellisch ist, impulsiv, supersensibel, Aufgaben oft nicht oder nur zum Teil erledigt, man ihn ständig an alles erinnern muss.

Bekommen eure Kinder sonst noch irgendwelche Behandlungen?

Puh, ich könnte hier noch lange weiterschreiben, um nur bruchstückhaft zu erklären, wie es hier bei uns zugeht. Ich bin weiß einfach nicht mehr weiter. Die ständigen Diskussionen, das "ich mache das nicht" und später bekomme ich zu hören "das hat mir gefallen" dabei mussten wir unseren Sohn so unter Druck setzen, damit er es macht, dass es echt schon weh tut. Unsere Tochter würde das keinesfalls mit sich machen lassen.

Na ja, wenn ihr Fragen habt, fragt, ich versuche dann, mehr in worte zu fassen.

LG Barbara

Antworten:

hallo barbara :-)

herzlich willkommen hier :-)

ich erachte als wirklich wichtig sich über ads soviel wie möglich zu informieren ...gute bücher zum thema findest du über die linkliste

falls noch nicht geschehen solltet ihr ein elterntraining machen..dort bekommt ihr super tipps zum umgang im alltag

wenn dein sohn ausserhalb seines gesicherten umfelds ein fast vorbildliches verhalten an den tag legt , dann ist das kein ads ausschlussgrund .. meine erfahrungswerte sind , dass eine teilweise kontrolle seines verhalten möglich ist..das ist allerdings ziemlich anstrengend und in seinem gesicherten umfeld ( sprich zu hause ) " leistet " man sich dann eher die kontrolle zu verlieren..kein mensch kann sich 24 stunden am tag kontrollieren...werden oder sind die anforderungen zu gross dann versagt auch diese selbstkontrolle und die ads symptomatik schlägt voll durch

eine medikation wird vermutlich hilfreich sein und auf deine frage zu antworten ...wir haben uns keine zweite meinung eingeholt , weil wir schon in einer sehr angesehen spezialisierten praxis für kinder und jugendpsychatrie und psychotherapie waren

meine jüngste tochter wird seit 3 jahren multimodal behandelt ..sie bekommt medikamente , sie hatte 2 1/2 einzeltherapie und seit einem halben jahr gruppentherapie , alles weitere für sie wichtige arrangieren wir zuhause

desweiteren bin ich ein sehr grosser verfechter der testung ALLER familienmitglieder, wenn auch nur ein ads fall in der familie diagnostiziert wird

leider wird zu oft der charakter als erklärung herangezogen ( beispiel : " er ist halt wie der opa " " sie kommt ganz auf ihren papa " usw. )

nicht jeder mit ads muss therapiert werden und nicht jeder medikamentös behandelt werden ...aber alles in allem ist es hilfreich für die bereits diagnostizierten familienmitglieder ( meist ja die kinder ) und das familienleben profitiert mit sicherheit...selbst wenn nur ein elternteil leicht betroffen ist schleicht sich das in den alltag und erschwert die situation für alle

wenn dein 6,5 jähriger der älteste ist, sind deine anderen kinder vermutlich noch zu jung um eine gesicherte diagnose stellen zu können..aber ihr solltet das im auge behalten

viele grüsse
dariana



von dariana - am 09.12.2006 20:36
Hallo Barbara,

erstmal herzlich willkommen.

Ist dein Sohn auf eine Leserechtschreibschwäche getestet worden?

Es könnte die Verweigerung sein, da es ihm schwer fällt.

Außerdem ist er ohne Medikamente in der Schule vielleicht überfordert, es ist ja schon anders als im Kindergarten oder zu Hause,
er muß sich konzentrieren um alles mitzubekommen,
dann soll er auch noch schreiben lernen und dann
funktioniert es eventuell nicht so wie er es sich vorstellt,
da ist doch seine Reaktion eigentlich verständlich.

So war es jedenfalls bei unserem,
falls eine LRS besteht, fangt früh genug mit einer Therapie an.

Liebe Grüße
Hannelore

von HanneM - am 09.12.2006 20:49
Hallo Dariana,

vielen Dank für deine Worte. Ich hatte mich vor einem Jahr relativ viel informiert. Und man kommt ja ständig in neue Situationen, dass man sein eigenes Verhalten wieder anpassen muss. Jedoch ist mir auch schon da aufgefallen, dass man sehr aufpassen muss, wem man davon erzählt. AD(H)S wird leider auch als Modediagnose angesehen. Und leider sind manche Kinderärzte sehr schnell mit ihrer Diagnose ohne ausführliche "Tests" gemacht zu haben.

Mir selber fällt es schwer zu wissen, was man tun soll und was man besser lassen sollte. Also im Allgemeinen, meine ich. JEder erzählt einem etwas anderes.

Warst du bei einem Elterntraining? Uns wurde bislang zwar nicht davon abgeraten aber es nicht für unbedingt notwendig erachtet. Zum Glück - sage ich heute - haben wir von Anfang an auf eine gute Strukturierung geachtet und instinktiv vieles richtig gemacht, was uns heute sicher so manche Probleme gar nicht erst bringt, obwohl sie angeblich AHDS-Typisch sind. Ohne arrogant klingen zu wollen, glaube ich, dass im Moment die Priorität nicht auf einem Elterntrainung liegt. Dabei möchte ich die Verantwortung auch nicht auf unseren Sohn abschieben. Vielleicht kannst du mir aber Näheres zu einem Elterntraining erzählen?

Und dann: die ganze Familie testen? Zum einen: bezahlt das auch die Krankenkasse? Das hört sich zwar mal wieder so schmarotzerhaft an. Jedoch sind unsere finanziellen Mittel derzeit arg beschränkt und wir versuchen schon, unsere Kinder zu fördern, wo es geht. Also z.b. Schwimmunterricht für die Mittlere (5 Jahre) oder auch Heilpadagogisches Voltigieren für unseren Großen. Da bleibt für Zusätzliches nichts mehr übrig.

und dann: ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meinen Mann "da hin" bekomme. Obwohl er mir sehr nach AD(H)S "aussieht". Bekomme ich doch von unseren großen Sohn oft einen Spiegel meines Mannes vorgehalten.

Ab wann kann man Kinder testen? Unsere mittlere wird im Januar 5. Für sie käme nur ADS ohne Hyperaktivität in Frage, wobei ich es nicht glaube.

WElche Bücher sollte man denn unbedingt gelesen haben, um gut informiert zu sein. Ich habe das Gefühl, dass die Probleme zukünfitg ja eher größer werden.

Nochmals vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

LG Barbara

von Mama***Barbara - am 10.12.2006 18:48
Hallo Hannelore,

wann kann man denn auf LRS testen? Klar, habe ich das im Kopf. Unsere Psychologin meint jedoch,d ass aufgrund der Schilderung eine LRS nicht so in Betracht käme. Sie schaut sich unseren Sohn im Januar nochmals an. Ob es aber dann in 5 Minuten entsprechend auffällt? Es hängt doch sehr stark von seiner Motivation und Konzentration ab.

Leider kann mein Sohn seine Gefühle überhuapt nicht in Worte fassen so dass ich nie im geringsten weiß, was in ihm vorgeht. ER war sowieso nie Schuld und er fühlt sich immer zu unrecht bestraft.

In der SChule scheint es (noch?) zu klappen. Kann ich davon ausgehen, dass die Probleme wohl eher mehr werden und wir um Medikamente wohl nicht herum kommen werden? Ja, ich weiß. Das ist eine blöde Frage. Ich tu mich nur so schwer mit der Entscheidung. Innerlich ist sie gefallen, aber es bedeutet nun mal neue Kämpfe. Ich weiß nicht, wie sehr unserem Sohn seine Schwierigkeiten bewusst sind. WEnn ich mit ihm rede, weiß ich auch nie, ob er zuhört. Manchmal erfahre ich es nach Wochen, weil er dann davon redet. Am besten behält er sich etwas, wenn ich zwar mit ihm drüber geredetr habe, aber wenn er das Gleiche unabhängig von mir von jemand anderem (auch unbewusst) bestätigt bekommt. Es ist mituner sehr schwer, wenn einem permanent nicht geglaubt wird.

Danke auch für deine Antwort und einen schönen Abend.

LG Barbara

von Mama***Barbara - am 10.12.2006 19:04

Hallo Barbara,

hatte dir auf dein Posting geantwortet....unter dem Thread "Wahnsin....."

Natürlich wieder sofort geantwortet ohne erst einmal deine Postings zu lesen *grrrrrrr* "ADS" lässt grüssen.....auch ich bin auf Medis eingestellt ;o))

Also......hat sich meine Bitte erledigt.

Trotzdem ein herzliches Willkommen an dich ;o))


Herzliche Grüsse

Vero



von Veronika Ehrenberg - am 11.12.2006 07:41
Guten morgen Barbara,

ich würde mich an ein SPZ-Sozial-Pädagogisches-Zentrum wenden um eine gute Adresse für die Testung zu bekommen.

Denn nicht jedes Zentrum ist kompetent dazu, auch wenn sich viele mit den Namen schimpfen.

Mit der Medigabe haben wir uns auch sehr schwer getan, das für und wider.
Bei uns war es allerdings schwieriger, da unser Sohn schon 12Jahre war, als man das ADHS feststellte und auch die Legasthenie, da uns kein Glauben geschenkt wurde und somit viel Zeit verloren ging.
Hauptsächlich die Therapie seiner Legasthenie, dies ist leider nicht mehr aufzuholen und das sind auch hauptsächlich seine Schwierigkeiten.

Nur heute sind ja auch die Lehrer in der Grundschule sensibler, als zu seiner Zeit.

Kopf hoch und weiter kämpfen auch wenns schwer fällt.
Ich wünsche euch viel Kraft
Hannelore

von HanneM - am 11.12.2006 08:52
Hallo Barabara,

bei uns ist es auch so, dass mein Großer (gerade 8 geworden) "draußen" gar nicht groß auffällt. Er hält sich sehr zurück und beteiligt sich eher wenig. Nur zu Hause ist er immer schon um den Tisch gerannt (hat er letzthin seit laaaaanger Zeit mal wieder gemacht). Geht über Tische und Bänke... Außerdem ist er ziemlich aggressiv uns gegenüber (gegen mich und seinen kleinen Bruder).

Er kommt mit Reizen von außen nicht gut zurecht. Die ganze letzte Woche war keiner zum Spielen da - und siehe da - das Kind war wesentlich relaxter! Er ist lange nicht so hippelig und schreit und schimpft und droht auch nicht so viel!

Überhaupt hab ich schon oft beobachtet, das Besuch mancher Kinder ihn unheimlich (auf/)anregt. Was kann man da machen? Er ist sehr gesellig und grundsätzlich bin ich ja froh, dass er eine Auswahl an Spielkameraden hat. Das ist ja nicht immer selbstverständlich. Trotzdem muß ich immer wieder eingreifen und Kinder heimschicken, mehr wie 2 Std. spielen am Stück verkraftet er ganz schlecht.

Er bekommt seit 2 Jahren Medikamente und wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Er hält sich zwar immer noch ziemlich zurück (z.B. beim Melden, bei Gruppenarbeiten etc.), aber er kommt sehr gut in der Schule klar. Bewegt sich fast immer im vorderen 1/3. Und damit bin ich vollauf zufrieden.

Wir haben neben Frühförderung, Ergotherapie und z.Z. Psychomotik ausprobiert. Reiten hat ihm auch sehr gut getan, aber er spielt jetzt seit 1/2 Jahr Fußball und er kann leider nicht alles machen... Obwohl für Sport bei ihm immer Raum ist *grins*.

Leider hat er immer noch Probleme im Sprachgebrauch und da werden wir nun erstmal weitersehen müssen... Ich hoffe das er sich den Satzbau irgendwie "merken" kann und so zurecht kommt. Wie es dann allerdings mit Fremdsprachen aussieht? Man wird sehen...

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 11.12.2006 19:00
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