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ADHS ADS Selbsthilfe
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11
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
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Mama***Barbara, Yvonne_R., quikie, Siggi_O, diana-r, Monkele, dariana

Nur eine Frage der Zeit?

Startbeitrag von Mama***Barbara am 15.12.2006 19:05

Wir beschäftigen uns damit, ob unser Sohn zukünftig MEdikamente nehmen soll oder nicht. (also weiter abwarten) Kann man eignetlich sagen, dass die Medikamentengabe grundsätzlich eine Frage der Zeit ist? Dass die Kinder sich halt weiter entwickeln und irgendwann dieser Punkt da ist, wo man um Medikamente nicht mehr drum herum kommt?

Das ist zwar jetzt etwas blöde formuliert, aber mir kommt es so vor. Wenn wir uns zum jetzigen Zeitpunkt gegen Medikamente entscheiden, dass wir dieses Thema mittelfristig eh wieder auf dem Tisch haben und dass wir halt irgendwann nicht mehr dagegen sind bzw. keine Wahl mehr haben.

Ich fühle mich hilflos, weil ich nicht weiß, wie ich entscheiden soll. Wir hatten die letzte Zeit schon massive PRobleme wie ständige Verweigerung, gerade bei den Hausaufgaben, viele Flüchtigkeitsfehler, schnell Wutausbrüche, sich an keine Absprachen halten, Hausaufgaben vergessen bzw. Arbeitszettel verstecken, weil er die nicht machen woll, stndig muss er Hausaufgaben nachholen, weil er die nicht hatte (1. Klasse). Nun sprach ich gestern mit der Lehrerin, die sagte, dass im Moment viele Eltern Probleme mit ihren Kindern hätten (ob es an Weihnachten liegt?) Sie hätte bzgl. unseres Sohnes keinen Sprachbedarf, da alles ok sei. ER würde mitmachen, sei aufmerksam (????????? kenne ich zu Hause gar nicht), sei freundlich etc. Ich bin da fast vom Stuhl gefallen, da er sich hier zu Hause komplett anders darstell tund ich dachte, dass davon auch ein kleines Stück in der Schule angekommen sein müsste. Aber das ist es wohl nicht.

Bin ich da nun selber zu kurzsichtig? Mir stellt sich imemr wieder die Frage des "Warum?"
Warum ist er zu Hause ganz anders?
Warum sehen andere ihn eignetlich nur als liebenswert?(ISt er zu Hause auch, und sehr fürsroglich, ausgeprägter GErechtigkeitssinn, oftmals aber auch genau das Gegenteil)
Warum ist er woanders freundlich, zuvorkommend, abwartend?
Warum sehe nur ich unser Kind anders? Stelle ich zu hohe Ansprüche (wurde mir mal vom Kiga unterstellt?, dabei ist die Leine hier schon relativ lang, wird bei Bedarf aber eingeholt und dass Hände waschen vor dem Essen, sowei Schuhe und Jacke auziehen nach dem Nach Hause kommen ein zu großer Anspruch ist, kann ich nicht wirklich nachvollziehen)

Ich komme mir jedenfalls so vor, als wenn nur zu Hause diese Probleme da sind und komme mir unfähig vor. Dabei wurde uns von allen SEiten immer wieder bestätigt, wie gut bei uns es strukturiert sei und das von Anfang an, so dass bei uns viele Dinge klappen, die woanders schon ein Problemfall sind. Nur was habe ich davon? Trotzdem Probleme.

Also, ist alles eigentlich nur eine Frage der Zeit? Kann ich dann besser jetzt mit den Medikamenten anfangen und mir nicht in drei Monaten weider überlegen und irgendwann ist es zu spät? ODer sollte ich doch weiter abwarten, beobachten, viel KRaft einsetzen, die ich im Moment gar nicht habe?

LG Barbara

Antworten:

Liebe Barbara,

tja diese Entscheidung ist wirklich für niemanden leicht.

Meiner Meinung nach sollte die Entscheidung für die Medikamente dann fallen, wenn das Kind einem extremen Leidensdruck ausgesetzt ist, sich selbst nicht mehr wohlfühlt und/oder es mit seiner Umwelt bzw. die Umwelt mit ihm nicht mehr zurecht kommt. Wobei für mich der Leidensdruck des Kindes an erster Stelle steht.

Die Entscheidung, ob und wann der Zeitpunkt da ist, kann Dir leider niemand abnehmen. Vielleicht solltet ihr wirklich Weihnachten und die Weihnachtsferien ins Land ziehen lassen. Vielleicht geben sich dann manche Probleme wieder. Kurz vor Weihnachten sind viele Kinder einfach überdreht, überfordert und das was die Lehrerin gesagt hat, klingt ja von dieser Seite her zumindest nicht bedenklich.

Kannst Du denn daheim damit umgehen, oder bringt es Dich an Deine Grenzen? Bringt es Dein Kind an die Grenze des Erträglichen? Oder lassen sich Vereinbarungen treffen, damit die Situation daheim entspannt werden kann?

Freu Dich, dass er sich woanders so normal verhalten kann. Es ist so schlimm, wenn man von diesen Seiten auch noch angegiftet wird.

Es ist aber wohl bei einigen ADSlern so, dass sie sich außerhalb zusammenreißen können, aber dann zu Hause die "Sau" rauslassen, einfach, weil die Anspannung und der Stress, den Ihnen die "normale" Vorgehensweise außerhalb einbringt dann irgendwie rauslassen müssen.

Klingt ein bischen wirr jetzt, aber ich hoffe, Du weißt was ich meine.

Liebe und aufmunternde Grüße

Monkele

von Monkele - am 15.12.2006 19:20
Danke für deine schnelle Antwort. Ich habe verstanden, was du sagen willst. Wir haben auch extra erst für Ende Januar einen Termin, damit wir bis dahin abwarten können.

Tja, gestern und heute den halben Tag ging es für seine Verhältnisse sehr gut. DIe 3 Wochen zuvor? Ahhhhhhhhhhhhhh, echt, nur Streit, keine Absprachen, wobei er sich scheinbar bemüht, es aber nicht klappt.

Eon sehr großes Problem war das LEsen, wo er sich sehr schwer tut, aber da gibt es Fortschritte. Aber er lässt sich von uns nichts sagen, da "wir ja eh nicht wissen was richtig ist" Es tut mir weh, wenn ich so angegriffen werde, jedoch weiß ich nicht, ob dieses Verhlaten nicht auch einfach normal ist für einen 6-jährigen. Lesen zu hause ging lange Zeit fast gar nicht, erst nach einem Wutausbruch, weil er merkt, dass ich nicht locker lassen, kann er sich konzentrieren und dann geht es so einigermaßen. Aber ansonsten? Immer nur Diskussionen, er muss immer im Mittelpunkt stehen, seine Schwester (fast 5) steht hinter ihm zurück, da sie ihre rechte nicht so offensiv einfordert. Mir ist der Tag zu kurz, um allen gerecht zu werden. Und mir tut es weh, wenn ich sehe, dass unser Sohn halt so viel Zeit von mir in Anspruch nimmt - eben für unnötge Sachen, wie Diskussionen, man muss ihn ständig überwachen, weil er die Dinge, die er tun soll (und teilweise auch möchte) dann doch niht macht. Die vielen Fehler bei den hasuaufgaben, obwohle r es richtig weiß und der Frust, wenn ich ihn darafu aufmerksam mache.

Mache ich es mir zu leicht, wenn ich dann doch an Medikamente denke? Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen dabei, auch wenn dies vielleicht BLödsinn ist, aber so fühle ich.

LG Barbara

von Mama***Barbara - am 15.12.2006 19:28
hallo barbara :-)

sei mir nicht böse und nimm es auch nicht persönlich , aber ich bin selbst spät diagnostizierte und behandelte adslerin und alles was du bisher geschrieben hast lässt mich dich nun fragen :

hast du kein schlechtes gewissen mit schlechtem gewissen an medikamente zu denken ?

ich habe schon ziemlich viele postings zu der sache geschrieben und ich verstehe jede von zweifeln zerfressene mutter ( ich bin selbst mutter zweier ads kinder )...ABER....

bin ich mir keiner schuld bewusst , kann ich ruhigen gewissens sagen , dass es keine erziehungsfehler oder fehlende strukturen oder sonstwas sind ...habe ich eine qualifizierte diagnose und mein kind hat ads UND probleme ( und vor allem auch die probleme , die du schilderst nebst der probleme , die durch das gespannte familienleben aufkommen )...dann stellt sich mir überhaupt nicht die frage eine multimodale therapie einzuleiten..sprich ..auch auf ( dann wohl nötige ) medikamente einstellen zu lassen

vielleicht habt ihr glück und der frontallappen eures sohnes reift in der pubertät nach und die ads symptomatik verschwindet ( mal platt formuliert )...vielleicht habt ihr glück und die medikamentöse behandlung erleichtert deinem sohn das erlernen von strategien , die er braucht um mit ads im leben zu bestehen....vielleicht habt ihr auch pech und ihr habt noch all die probleme vor euch , die zig unbehandelte adsler durchmachen mussten


ich bin kein pharma lobbyist ..sicher nicht ...und medikamente sind kein allerheilmittel...aber meinem kind adäquate hilfe zu verweigern, weil die ads kritiker front und ihre argumente sich in meinen kopf gesetzt haben und ich in meinen ohren die blöden sprüche von leuten , die keine ahnung haben klingeln höre...DAS habe ich für mich entschieden...tut ich mir und meinen kindern nicht an

liebe grüsse :-)
dariana



von dariana - am 15.12.2006 20:28
Hallo Barbara,

ich musste eben laut lachen als ich deinen Beitrag gelesen habe...nicht wegen DIR...sondern weil ich fast den selben Text hätte schreiben können.
Du schreibst als würde es um meine Tochter gehen. *grins


Daß ich nach einen Überlegen im Endeffekt doch auf Medikamente zurückgegriffen habe weißt Du ja bereits. Eben auch weil ich dachte darauf verzichten zu können.
Ob es jedoch notwendig ist, müsst Ihr für Euch selber entscheiden.
Ich habe es jedenfalls bisher nicht im geringsten bereuht.

Und was die Probleme mit Eurem Junior angeht ist es das selbe in Grün mit meiner Tochter.
Bei der lieben Verwandtschaft, bei Freunden und überall woanders kann sich meine kleine Hexe zusammenreißen.
In der Schule läuft es super! Sie ist aufmerksam, bekommt alles mit und ist zu Ihren Mitschülern nett und hilfsbereit.
Daheim genau andersrum... es werden Hausaufgaben in der Schule vergessen oder nicht mitgeteilt. Die Hausaufgaben zu machen wird oftmals ein Krampf weil sie sich nicht konzentrieren kann und ich auch nicht das Gefühl habe, daß irgendwas vom Unterricht bei Ihr angekommen zu sein scheint.
Und sogar die Lehrerin meiner Tochter hat mir Anfang der Woche gesagt, daß zur Zeit alle Kinder der Klasse recht unkonzentriert und fahrig sind. Also muss da ja doch was dran sein wenn es nicht nur unsere Lehrerin so sieht. *schmunzel

Ich denke nicht, daß Du zu kurzsichtig bist!!! Es geht vielen Müttern mit ADSlern so.
Hier im Forum hat kürzlich jemand (sorry weil mir nicht auf Anhieb einfällt wer?! *schäm) diese Frage WARUM sehr schön erklärt.

*Unsere Kinder wissen daheim und im Alltag was auf sie zukommt wenn sie Unfug machen. Und woanders reißen sie sich (was Ihnen sicher nicht leicht fällt), da man nicht wirklich weiß was passiert.
Es spricht ja für Dich, wenn Dein Kind sich anderswo am Riemen reißen kann...Deine Erziehung war also nicht umsonst! ;-)
Nur daheim traut es sich aus seiner Haut.*

Ich fand die Erklärung logisch und verständlich. Seitdem seh ich manche Eigenarten meiner Tochter nicht mehr ganz so eng.
Trotzdem ist es natürlich wichtig auf einen Strukturierten Tagesablauf und einfache Regeln zu achten!
Du machst das schon richtig!
Ich mach auch oft den Fehler (wie Du) mir viel zu oft den Kopf darüber zu zerbrechen, was ich verkehrt mache. Ist schon nicht einfach das abzulegen. ;-)

Oje, das ist wieder ein halber Roman gworden...

...wird Zeit fürs Bett!

Ganz liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 15.12.2006 22:40
Hallo barbara,

und ich jetzt noch mal......

Du schreibst, dass es in der Schule und im Umfeld keine Probleme gibt. Dass Du nur zu Hause mit ihm Probleme hast.

Sieh genau hin. Macht er zu Hause deutlich mehr Fehler als in der Schule? Wie sehen die Aufgaben aus, die er in der Schule macht? Er geht in die 1. Klasse, oder?

Meiner geht jetzt in die 2.Klasse und hat ADS ohne H. Er kam in der 1.Klasse eigentlich gut zurecht. Die Lehrerin verstand meine Zweifel nicht. Zu Hause musste ich auch immer 1-2 Std. für die Hausis rechnen. Die anderen aus seiner Klasse brauchten max. eine halbe Stunde dafür. Er konnte den Stoff und deshalb fiel es ihm auch nicht so schwer.

Aber zu Hause musste ich für ein reizarmes Klima sorgen. D.h. er ist jetzt 2. Klasse und macht die Hausis immer noch in der Küche mit einer weißen Wand vor der Nase, keine anderen Dinge auf dem Tisch und immer mit einer Mutetr im nacken, die ihn daran erinnert, dass er weitermachen soll. Langfristig werden wir um Medis nicht rum kommen.

Ich bin immer dafür, erstmal zu schauen, ob man nicht etwas verändern sollte, damit es einfacher für das Kind ist.

Mich würde interessieren, welche Situationen genau so schwierig mit / für Deinen Sohn sind. Kannst Du mal ein paar Beispiele nennen und wie Ihr dann reagiert?

Bei meinem Kleinen war es morgens sehr schwierig. Wir haben einfach den Ablauf etwas verändert und schon klappte es besser. Was für den einen optimal ist, kann für den anderen eine Strapaze sein.

Und wenn es ausschließlich im häuslichen Bereich Probleme gibt, dann würde ich erstmal nicht auf Medis gehen.

LG Diana

von diana-r - am 16.12.2006 12:26
Monkele schrieb:

Zitat


Meiner Meinung nach sollte die Entscheidung für die
Medikamente dann fallen, wenn das Kind einem extremen
Leidensdruck ausgesetzt ist, sich selbst nicht mehr wohlfühlt
und/oder es mit seiner Umwelt bzw. die Umwelt mit ihm nicht
mehr zurecht kommt. Wobei für mich der Leidensdruck des
Kindes an erster Stelle steht.


Hallo Barbara,

ich finde, dass hat Monkele sehr gut ausgedrückt. Wenn wir nur nach den Schulleistungen gegangen wären und wie wir mit im klarkommen, würde mein Sohn zur Zeit nicht auf das Medikament eingestellt.

Mit seiner strukturierten Lehrerin, seiner Begabung und mich Drachen im Hintergrund würde Schule allein wahrscheinlich laufen, auch wenn die Lehrerin meint, mit seiner Unstrukturiertheit und mangelnder Selbstorganisation würde er wahrscheinlich auf der weiterführenden Schule untergehen.

Aber die Probleme liegen bei ihm (ADS ohne H) woanders. Es überfordert ihn mittlerweile z.B. nach einem Schultag, mit Kindern zu spielen. Er muss sich komplett abschirmen - wahrscheinlich um die Reizflut des Vormittags in der Schule und die Zeit im Hort zu verdauen.

Unser Arzt hat ihn eine Zeitlang in mehreren Gesprächen beobachtet und mir hinterher gesagt, dass mein Sohn sich in einem Gespräch, wenn er merkt, dass er wegdriftet, immer wieder selbst zurückholt, d.h. er erkämpft sich seine Konzentration. Dies ist an sich eine wahre Meisterleistung, hat aber jetzt wohl auf Dauer zu einer Überforderung geführt, die sich in Ängsten und zwanghaften Symptomen äußert.

Da ich genau diesen (Leidens-)Weg selber auch gegangen bin und erst mit über 40 die medikamentöse Einstellung als große Erleichterung empfunden habe, habe ich gerne den Rat des Arztes angenommen, jetzt mit den Medikamenten zu beginnen.

Wahrscheinlich werden wir trotz Medikamenten nicht um andere Therapien herumkommen (Ergo läuft schon wieder), ggfs. wird eine Psychotherapie erforderlich sein. Ich denke aber, dass mein Sohn mit Medikamenten erheblich besser von diesen Therapien profitieren kann.

Du siehst, die Motivation, mit der medikamentösen Behandlung zu beginnen, kann ganz unterschiedlich sein.


Viele Grüße

Siggi

von Siggi_O - am 16.12.2006 15:00
Hallo Barbera
Auch ich höre bei unserm zweitem ständig wie toll er doch ist. Auch er bekommt Wutanfälle. Er kommt allerdings super in der Schule mit, braucht auch nicht ewig bis er Hausaufgaben fertig hat. Aber oft ist er mittags so K O, dass er erstmal nicht dazu zu bekommen ist anzufangen. Besonders schlimm ist es wenn seine Brüder, dritte und erste Klasse weniger aufhaben, dann kann er Stundenlang rumzicken, weil er das ungerecht findet.
Ich schicke ihn dann in sein Zimmer, weil ich mir das rumgeschreie nicht anhören muss. Sie haben aber auch häufig einen riesen Berg auf. (Zwei Seiten im Buch;Arbeitsblatt dazu)

Der große ist Grenzwertiger ADSler. Bei ihm liegen die Probleme am meisten in der Schule. Wenn er mittags rumzickt, dann meistens weil er irgendetwas nicht kann, oder in der Schule mal wieder was gewesen ist. Besonders tragisch sind die exklusiven langweiligen Schönschreibübungen. Oder aber wenn er auf die Strafbank mußte, oder Strafarbeit aufhat(Über mehrere Heftseiten). Auch Regenpausen in der Schule machen sich bemerkbar.
Auch meine Kinder sind zur Zeit aufgedreht. Sie sind reif für die Ferien.
Gruß Quikie

von quikie - am 16.12.2006 15:20
Hallo Dariana,

ich habe deine Antwort nun mehrmals gelesen und bin dir überhaupt nichtböse. Ich wollte ja verschiedene Meinungen hören, weil ich hier keine Meinungen bekomme.

Du schreibst:

"...bin ich mir keiner schuld bewusst , kann ich ruhigen gewissens sagen , dass es keine erziehungsfehler oder fehlende strukturen oder sonstwas sind ...habe ich eine qualifizierte diagnose und mein kind hat ads UND probleme..."

Tja... ich kann nicht beantworten, ob ich mir einer Schuld bewusst bin. Ich habe oftmals das Gefühl, ich müsst emich intensiver um meinen Sohn kümmern, aber es geht aus Zeitmangel nicht und manchmal auch, weil ich selber einfach kaputt und fertig und deprimiert bin. Mir wurde vielfach gesagt, dass ich schon sehr viel getan habe, dass es gut war... aber scheinbar war es nicht genug, oder warum habe ich PRobleme? ODer sage ich es anders. Wären die Probleme soweiso da oder wären die wengier, wenn ich mich noch mehrzusammen genommen hätte, nochmehr Zeit, noch mehr Geduld, denn dabei fehlt es mir doch oftmals?

Dann das nächste: Woher weiß ich, ob ich eine qualifizierte Diagnose habe? Im Moment stelle ichauch die Psychologin in Frage, denn ich fühle mich sehr allein gelassen. ICh bkeomme zwar Tipps, gutgemeinte, vielleicht auch mehr theroretische Tipps, aber im alltag geht es oftmals dann doch anders, da wir eben nicht nur ein Kind sondern drei Stück haben, die allesamt Bedürfnisse haben. Der Theorie nach müsste ich die Bedürfnisse der anderen auf Null schrauben, damit der Platz für unseren ältesten Sohn da ist. Aber das ist ja Blödsinn und geht so nicht. Wer sich aber so wenig auf die Familiensituation einstellen kann... kann der eine qualitative Diagnose erbringen???


Probleme... was sind denn Probleme, die ernst genommen werden müssen. dEnn Probleme gibt es in jeder Beziehung/Familie.... sind das ADHS-typische Probleme? Wenn ich hier so lese, dann hört es sich so an, aber von den behandelnden Leuten hat es hier noch niemand gesagt.

Habe ich weitere Probleme vor mir? sicherlich, .. aber bleiben es dann "normale" Probleme, die ich mit "Struktur" in den Griff bekomme.. oder ist es halt nur eine Frage der Zeit, dass ich doch medikamentös behandeln muss? Einfach wweil die Probleme mehr werden und usner Sohn überfordert sein wird? Denn gerade das weiß ich nicht, auf meine Fragen geht niemand ein.

Wir bereiten die MPH-Therapie vor, aber bringt sie uns auch was? ODer müsste ich auch andere Sachen ändern? Wir erhoffen uns eine Besserung mit MPH, mehr Bereitschaft unseres Sohnes und dass ihm dann viele Dinge leichter fallen.
Jedoch sehe ich auch so, dass er sich sehr bemüht und das ist echt super. Viele REgeln kann er doch einhalten, frustrierend ist halt immer, dass er nie an etwas Schuld ist, immer nur die anderen..... ist das ein grundsätzliches ADHS-Problem? Oder ist das für 6-jährige normal? Ist es normal, dass nach jeder Aufforderung diskutiert wird?

Y, Zieh dir bitte die Schuhe an, wir gehen einkaufen. (Zuvor hatten wir schon drüber gesprochen, dass wir noch einkaufen müssen)

Warum soll ich die Schuhe anziehen?

Wir gehen einkaufen

Ich ziehe die Schuhe nicht an!!! in einem drohenden Ton

Yannik, diskutiere nicht, zieh dir die Schuhe an

Ah.. ne,. ich mache das nicht.

Ok, dann gehst du ohne Schuhe, dann musst du halt im Auto warten, weil du mit Hausschuhen draußen nicht laufen darfst (ich weiß, dass er seine Schuhe dann halt doch anzieht)

heulllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll

alternativ muss ich anzählen..., wenn ich mit 1 anfange, fängt er lieber mit huelen und auf dem boden wälzen an, als schnell die Schuhe anzuziehen (oder die bücher ins regal zu räumen bevor ich mit der mülltüte komme...)


hm, das war jetzt ein megablödes Beispiel, aber das fiel mir gerade ein, weil es irgendwie IMMER so ist. Uns immer diskutiert er, weigert sich.... inwieweit ist das normal?

und weidergeben kann ich die situationen hier auch nicht richtig. Denn das hört sich ja echt saublöd an. Aber deshalb zweifle ich halt so.

Ich lobe ihn, wo es geht (nich tnur ihn, usnere Tochter auch, denn sie möchte es auch) er verpsirhct mir dann immer, dass er das jezt immer so machen wird.... was naütlrich nicht klappt, weil er es dann schon wieder vergessen hat



puh, ich könnte hier endlos schreiben, auch viel müll....


vielleicht ist ja ein bisschen was angekommen von dem, was ich sagen wollte.

LG Barbara

von Mama***Barbara - am 01.01.2007 18:33
Hallo Yvonne,

vielen Dank auch für deine Zeilen. Ich finde es interessant endlich mal was von anderen Eltern zu lesen. Ich kann mich hier mit niemandem austauschen und das sit ein großes Problem.

In den Ferien ging es mit unseren Wohn relativ gut. Na ja, sicher sind wir auch des öferen aneinander geraten, aber er hat sich so sehr bemüht, das rechne ich ihm hoch an. Ich weiß nicht, ob ich eine so hohe Motivation wie er aufbringen könnte. Vieles hat auch geklappt, so dass dann immer wieder die fragen kommen: Hat usner Sohn wirklich ADHS? Ich weiß nicht was ich denken soll, habe keinen Vergleich, da er ja nun mal unser Ältester ist, die nächste ist ein Mädchen und ganz anders... Aber anders, weils ie ein Mädchen ist? Oder weil sie kein AD(H)S hat?

Hinzu kommt, dass das Vertrauen in unseren Kinderarzt verloren ging, ich an der Psycholgin zweifel, weil ich nicht weiß, ob sie die LAge richtig erkennt. Es sit ja schön,w enn sie immer nur das eine Kind sieht, aber wir sin dhier nun eine gnaze Familie und da kann ich nicht die anderen Kinder zwei Stunden wegsperren, damit die Umgebung hausaufgabengerecht ist. Das sind doch weltfremde Tipps... kann ich also so eine rPerson völlig vertrauen, die solche blöden Tipss gibt? Die Theorie weiß ich selber, das sagt einem der normale Menschenverstand. Aber oftmals geht es im Tagesablauf nicht.. manches geht unter, die anderen wollen auch etwas von einem und meine Kraft und Geduld ist auch mal am Ende (Wo gibt es eigentlich neue?)

Ich werde mich morgen dran machen und weiter telefonieren, versuche ein eZWeiteminung.. aber damit schiebe ich die Medikamentegabe erst wieder weiter hinaus, um etwa 3 Monate. Oder soll ich mit MPH anfangen und derweil eine Zweitmeinung einholen? Verfälscht die Medikation nicht eine andere Meinung? Ich weiß echt nicht.

LG Barbara

von Mama***Barbara - am 01.01.2007 18:43
Hallo Barbara,

erst einmal ein schönes, glückliches neues Jahr!


...schön, daß Du antwortest. *schmunzel

Die Zweifel, ob die Kinder wirklich ADS/ ADHS haben, hatte ich auch oft. Bis letztes Jahr war es ja auch nur so, daß meine tochter grundsätzlich daheim nicht gehört und bei jeder Kleinigkeit in die Luft gegangen ist.
Jetzt weiß ich jedoch (nach genaueren Hinschauen), daß es hauptsächlich esklalierte, wenn eine neue und ungewohte Situation auf meine Tochter zukam oder sie eine bestimmte Aufgabe gewissenhaft ausführen sollte.
Das war zu viel für meine kleine Hexe...zumindest bevor sie die Medis bekam.
Diese Zweifel gibt es nur noch ganz selten, denn meine Tochter spricht sehr gut auf die Medikamente an und es läuft auch besser seitdem der Tagesablauf gut durchstrukturiert ist.

Eine Zweitmeinung ist auf jeden Fall nicht verkehrt, nur wenn die Situation daheim zu sehr eskaliert würde ICH die Medigabe nicht noch 3 weitere Monate hinausschieben.
Das Bild des Arztes wird sicher nicht verfälscht. Sprich den Arzt, der für die Zweitmeinung in Frage kommt drauf an.
Du könntest ihm die Sache erklären und kurz vorm Termin mit der Medigabe aufhören.
Meine Tochter fällt schon an den Tagen wo sie mal kein Medikinet bekommt in ihr altes Muster zurück.

Eine reizarme Umgebung für die Kids zu schaffen ist tatsächlich nicht immer einfach. Da versteht mich unsere Kipsy zum Glück!
Gerade wenn es da noch Geschwister gibt die ebenfalls die Aufmerksamkeit der Eltern brauchen.
Ich seh das ja bei meinem Kleinen...meine Tochter bekommt fast mehr Aufmerksamkeit als das Baby und will oft nicht verstehen, daß es nicht geht und schon garnicht wenn sie es will...nämlich immer sofort!
Das es so nicht geht muss sie auch noch lernen, erst recht jetzt wo ich wieder mit Arbeiten anfange. (ab morgen *freu)

Für die Hausaufgaben habe ich glücklicherweise eine Lösung gefunden. Sie werden grundsätzlich gemacht, wenn der Kleine seinen Nachmittagsschlaf hält. (meist ist das zwischen halb drei und halb vier)
Im Gegensatz dazu muss meine Tochter sich leise in Ihrem Zimmer beschäftigen, wenn ich den Kleine füttere. Er lässt sich sehr leicht ablenken und verweigert das Essen wenn keine Ruihe ist und jemand neben ihm rumhüpft.

Diese kleinen Regeln funktionieren ganz gut, aber eben auch erst seitdem meine Hexe ihre Medikamente bekommt.
Was ich ihr sage kommt bei Ihr an und das war ohne Medikinet unmöglich! Wie oft habe ich gegen die Wand geredet, da haben mir unsere Katzen ja besser zugehört. *schmunzel

Die Hoffnung und neue Kraft habe ich durch die richtige Einstellung der Medikamente und gute Förderung für meine Tochter (Auslastung) wie Leichtathletik und Volleyball geschöpft.
Ich wünsche Dir, daß Ihr den richtigen Arzt und KiPsy findet (einer der Eure Probleme ernst nimmt und machbare Tips gibt).

Drück Dir ganz fest die Daumen!!!

Liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 02.01.2007 08:03
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