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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Mottensprotte, anna maria, Cilia, diana-r, Sternchen*, Agnes69, Doris Schmitt, Mama***Barbara

ISt da was dran?

Startbeitrag von Mama***Barbara am 15.12.2006 19:22

Diese Rezension las ich zu einem Buch über ADHS:

Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent
Da mein Sohn unter der sogenannten ADHS "gelitten" hat kaufte ich dieses Buch. Der Autor plädiert für eine medikamentöse Behandlung des ADHS - eben für Ritalin, was auch u.a. Medikinet heißt.
Da dieses Medikament nur über spezielle Rezepte zu beziehen ist, war ich sehr kritisch, probierte verschiedenes, las verscheidene Bücher wie:
"Die Psyche isst mit" S: Fehrmann
"Aminosäuren...! Uta Rau
" Es geht auch ohne Ritalin" und
"Unsere Nahrung - unser Schicksal" von Dr. O. Bruker.
Nachdem wir auf Vollwerternährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren umgestiegen sind, verschwanden auch die ADHS-Symptome.

So kann ich nur jeder Mutter empfehlen, erst die anderen Bücher zu lesen, bevor das Kind ein "Drogen-Rezept" oder Psychotherapie bekommt oder den Eltern die Schuld in Punkto Erziehung "zugeschoben" wird.
Oder man wende sich an einen orthomolekularen Therapeuten, der bei ADHS:
B-Vitamine, Zink, Magnesium u.a. empfehlen wird.

Durch die heutige Ernährung mit Weißmehl und Zucker fehlen diese Nährstoffe und er kommt zu den ADHS-Symptomen, die nach der Ernährungsumstellung dann verschwinden.
Da der Autor nur für eine pharmazeutische Behandlung plädiert, die bei den Kindern immense Nebenwirkungen haben kann,
und ich den Erfolg ohne diese Psychopharmaka bei meinem Sohn erleben konnte, gibt's nur 1 Punkt. Denn man sollte nicht alle Kinder zu Konsumenten solcher Medikamente machen, sondern auch Alternativen aufzeigen.


Ist das eher ein Einzelfall, also dass eine Nahrungsumstellung hilft? Wobei ich dies bei uns gar nicht für praktikabel halte. Oder kann da was dran sein?

LG Barbara

Antworten:

Hallo Barbara,

Natürlich weiß ich in der Richtung lange nicht alles, was es zu wissen gibt, aber ich habe mich auch schon mehrmals zu dem Thema erkundigt. Das kam dabei raus:

Manche Lebensmittel können die ADS-Symptomatik verstärken: wenn viele kleinmolekulare Kohlenhydrate (Zucker!) enthalten sind, gibt das einen plötzlichen Energieschub, was die Abteilung "Zappelphilipp" wohl nicht gerade unauffälliger macht.

Künstliche Farb- und Aromastoffe (z. B. in Gummibärchen) können nervös machen, ebenso wie ein Mangel an bestimmten Vitaminen (Oder es geht in Richtung Depression, z. B., wenn Vit. B fehlt.)

Fazit: Wenn möglich, halte den Anteil an Fertigfutter und chemieüberladenen Süßigkeiten gering (Fruchtsaftbärchen kaufen!) und achte auf vitaminreiche, ausgewogene Ernährung (ganz was Neues!).

Aber setze Dich nicht unter Druck. Eine Mama, die vor lauter Kochstress nicht weiß, wo ihr der Kopf steht, ist sicher auch nicht ideal für die kleinen ADSler.

Meine Schwägerin ist Diätologin und hat mir auch bestätigt, dass die Nahrung zwar Auswirkungen auf die Ausprägung der Symptomatik hat, aber ein echtes ADS nicht durch eine Nahrungsumstellung verschwindet.

Wenn (!) das wahr ist, was in dieser Rezension steht, dann kann das Kind nicht schwer betroffen gewesen sein. - meine Meinung!

Vielleicht hat ja noch jemand anders weitreichendere Informationen...

Liebe Grüße
Agnes

von Agnes69 - am 15.12.2006 23:04
Hallo,

also eigentlich sollten Nahrungsmittelunverträglichkeiten abgeklärt werden, bevor eine Diagnose ADS gestellt wird.

Es gibt Menschen, die leiden unter bestimmten Unverträglichkeiten, die dann wieder Juckreiz, Unruhe ect... auslösen. Es gibt Kinder und Erwachsene, die reagieren auf bestimmte Zusatzstoffe im Körper.

Das kann u.U. ähnliche Symptome hervorrufen.

Es gibt Allergien ect.. Eine Freundin von mir muss Hartkäse, Rotwein und bestimmte Gewürze meiden, ansonsten bekommte sie Migräne, Hautausschlag.

Es gibt eine Milchzucker- oder Fruchtzuckerintoleranz, da bekommen die Betroffenen von leichtem Bauchgrimmen mit leichten Blähungen bis zu fürchterlichen Bauchschmerzen und schweren Durchfällen.

Es gibt Unverträglichkeiten auf bestimmte Klebereiweiße in Getreide.

Wenn Du mal das Buch von Dagmar liest, weißt Du auch, das es lange dauert, bis einem die Ärzte da ernst nehmen und endlich eine richtige Diagnose stellen. Denn das Wohlbefinden ist da beeinträchtigt. Aber da wird erstaunlich schnell auf die Psyche geschoben.

Denn wenn solche Sachen dann noch zu ADS dazu kommen, leiden Kinder wirklich.

Eine wirkliche Nahrungsumstellung halte ich für erforderlich, wenn vers. Nahrungsmittel massive körperliche Beschwerden auslösen.

Mein Männe hat eine Fruchtzucker und eine Milchzuckerunverträglichkeit. Da macht das Einkaufen richtig Freude. Denn das Zeug ist in den für mich erstaunlichsten Lebensmitteln.(Was sucht Milchzucker in der Würzmischung für Chips? Wieso gibt es Metzger, die Milchzucker in Wurst machen?)

Für ihn ist es dann z.B. auch schwer, überhaupt Vitamine aufzunehmen. Da muss man z.B. über Ergänzungsmittel handeln.

Ansonsten kann und wird es nie schaden, wenn man:

1. Nicht zu viele Süssigkeiten gibt.
2. Möglichst viel frisch kocht und selbst zubereitet.
3. Darauf achtet, dass nicht zu viele Farbstoffe und Konservierungsstoffe im Essen sind.
4. Viel Obst und Gemüse gibt.

Das ist für alle gesünder.

Ob man Fleisch meidet oder andere natürliche Produkte, bleibt jedem überlassen.

Dr. Brucker kenne ich auch, vieles ist plausibel und bestimmt machbar, aber eben nicht alles. So sind z.B. Wurst nicht erlaubt und vieles andere. Er sieht es auch zu einseitig.

Kochen und Essen sollten etwas schönes sein, denn gutes Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Wir hier sind Genießer.
Durch die Unverträglichkeiten meines Mannes müssen wir vieles frisch machen, selbst zubereiten.

Eine ausgewogene Ernährung mit frischen, qualitativ guten Zutaten ist bestimmt ausreichend, wenn keine Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen.

Ganz furchtbar finde ich die Veganer, die nehmen gar nichts zu, was überhaupt von Tieren kommt, also keinen Honig, keine Milch, keine Käse.

Da könnte die Ernährung bei Kindern auch Verhaltensauffälligkeiten auslösen, denn die anderen Dinge schmecken viel besser.

Doris

von Doris Schmitt - am 16.12.2006 09:03
Hallöchen!

Gehöre ja schon zu den älteren Schreibern und möchte dazu was schreiben.

Wir haben damals auch Allergietests mit einer Ernährungsberaterin gemacht und die Ernährung weitgehends umgestellt,aber:

DAS ADS ist damit NICHT verschwunden!!!!!!

Natürlich kann man mit z.b.Süßigkeitenreduzieren z.b.das hibbelige etwas reduzieren,aber weg bekommt man es nicht,daß kann ich mit ruhigem Gewissen sagen.

Wir benutzen Vollkornprodukte/Mehle,ich backe oft selbst.Allerdings,wenn man eine Roggenallergie hat,muß man Weißwehl nehmen,aber das ist ja nun verschwunden.

Und ich kann das Wort "Drogen" nicht mehr hören.
Ich denke schon,daß es ein Einzelfall ist,sonst hätten wir mit Sicherheit KEINE Medis gegeben.

Nichts für ungut,aber wer ADS hat,bekommt es NICHT mit einem Nahrungswechsel weg.Wäre ja schön.

Ein schönes WE wünscht Sternchen*

von Sternchen* - am 16.12.2006 10:32
Hallo Barbara,

wir haben mal ein halbes Jahr auf sämtliche Dinge verzichtet, auf die mein Großer reagiert. Das war 2003. Er war allergisch auf Milch, Hühnereiweiß, Weizenmehl, Nüsse.........

Also, sämtliche Milchanteile (kleinste Spuren), alles weggelassen, weil er sehr unter Neurodermitis und seinem allergischen Asthma litt.

Zu der Zeit war sein kleiner Bruder (1 Jahr jünger) schon super auffällig. Also, hätten wir Veränderungen bei der Nahrungsumstellung feststellen müssen.

Aber ich kann Dir versichern, dass sich bei ihm nichts verändert hat. Also, hatte die Ernährung gar keinen Einfluss auf sein ADHS.

Ich glaube, dass es bei Leuten mit der Nahrungsumstellung nur funktionieren kann, wenn die Symptome nichts mit ADS zu tun haben! Sie haben Auffälligkeiten durch Nahrungsunverträglichkeiten und sind bei Ärzten gelandet, die eben oberflächlich diagnostizieren. Tut mir leid, hoffentlich bin ich nicht zu weit gegangen. Ist aber eben meine Meinung.

Das einzige, worauf wir achten müssen, ist nicht zu viel Schokolade oder eben Süßes mit viel Farbstoff. Cola gibt es natürlich auch keine.

LG Diana

von diana-r - am 16.12.2006 12:06
Ich geb mal O-Ton meines Kinderarztes wieder: Kinder bei denen eine Ernährungsumstellung hilft haben kein ADHS die sind falsch diagnostiziert! Da liebt dein eine LEbensmittelunverträglichkeit vor die ähnliche Symptome hervor rufen kann.

Und noch was die Bücher die da empfohlen wurden kannst Du getrost in die Tonne geben!

Die Kinder werden nur unnötig gequält, so etwas verursacht mir heftigstes Magenweh!



von anna maria - am 16.12.2006 18:47
Hallo Barbara,

mein Sohn und ich sind ADS-ler.

Er reagiert auf einfache Kohlenhydrate (Zucker, Weißmehl, Chips, Schoki etc.). Morgens bekommt er Roggenvollkornknäcke mit Wurst und trinkt Milch. Eine zeitlang aß er morgens Brot mit Weizenanteil und einen Pudding. Das Medikament zeigte in der Schule so gut wie keine Wirkung!

Unter der Woche darf er mittlerweile nach 18 Uhr keine Süßigkeiten mehr, weil er sonst sehr spät einschläft.

Ich selbst bekomme von Weizen, Mais, Hafer, Schokoküssen, Frietiertem etc. Migräne. Vorgestern abend habe ich Paprika-Sticks gegessen und war morgens total agressiv.

Mir geht es körperlich und mental am besten, wenn ich die obigen Lebensmittel weglasse und nichts Fritiertes oder Gebratenes esse.

Ich denke, wir ADS-ler sind gegenüber ALLEN Reizen recht wehrlos. Und Nahrung ist auch ein Reiz. Meine Symptome verschwinden nicht, bei einer vernünftigen Ernährung, aber sie sind schwächer. - Und meine Waage dankt es mit :-)

Da es ja die Theorie gibt, dass wir die übrig gebliebenen Jäger aus der Steinzeit sind und ich eine Jäger- und Nomadenernährung am besten vertrage, schließt sich für mich der Kreis. - Nur, dass ich nicht selbst jage ;-) und mir Cola light leider nicht verkneifen kann...


Viele Grüße,



von Mottensprotte - am 18.12.2006 09:27
Hallo,

Mottensprotte hat geschrieben:
Unter der Woche darf er mittlerweile nach 18 Uhr keine Süßigkeiten mehr, weil er sonst sehr spät einschläft.


Das habe ich gestern ausprobiert und entweder hat meine "Süße" ganz schön geflunkert oder sie war wirklich bodenlos müde. Sie meinte, ich muss jetzt ins Bett, weil ich ja nichts mehr Süßes essen darf. Frisches Obst hat sie sich noch geholt, aber sie wirkte ziemlich fertig und war ratzfatz eingeschlafen...

Ziemlich nachdenklich

Cilia

von Cilia - am 19.12.2006 14:44
Hallo Cilia,

da bin ich mal gespannt...


Viele Grüße,


.



von Mottensprotte - am 21.12.2006 13:31
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