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ADHS ADS Selbsthilfe
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10
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
susannethorben, diana-r, Miss Piggy, phantom96, Nicole Z.

Ritalin nur bei bedarf???

Startbeitrag von susannethorben am 15.12.2006 20:01

Guten Abend!
Ich hatte vor einiger Zeit schonmal geschrieben , weil mein 4 jähriger Sohn Ritalin bekommen sollte.
So, und nun hatten wir einen Test und eine Untersuchung ( auch Blut , EKG u. EEG) . Heute war Gespräch und die Psychologin war sich nicht mehr so sicher mit dem Ritalin. Ob ich das denn wollte??? Tja was weiß ich?? Na ja, schlußendlich sind wir so verblieben das er Ritalin 5 mg bei Bedarf bekommen soll. Also wenn Situationen sind wo es immer besonders schlimm ist.
Das hab ich noch nie gehört oder gelesen das so verordnet wird, oder? Ich meine er ist ja auch erst 4,5 Jahre alt und ich will ja auch nicht mehr geben als nötig ist, aber so...
Was meint Ihr???
LG Susanne

Antworten:

Hallo Susanne,

das hört sich aber sehr merkwürdig an.....

Normalerweise muss man ja MPH einschleichen, um dann irgendwann auf eine geeignete Dosis zu kommen.

Also, meiner war 6 1/2 Jahre alt und wir haben mit 2,5 mg Ritalin angefangen. Das 3 Tage, dann 2 x am Tag 2,5 mg 3 Tage. Dann morgens 5 mg, mittags 2,5 mg 3 Tage. Dann morgens und mittags 5 mg 3 Tage. Und so weiter. Bis er bei 2 x 10 mg Ritalin war. Das war passend.

Der Körper muss sich an die neue Wahrnehmung gewöhnen. In unserem Fall war das besonders wichtig, da der Arzt eine Psychose befürchtete, falls wir zu schnell hochdosieren.

Wenn Dein Sohn nur ab und zu mal eine andere Wahrnehmung "genehmigt" bekommt, ist er langfristig nur verwirrt.

In erster Linie wäre es wichtig, mit ihm therapeutisch zu arbeiten! Er muss lernen, sein Verhalten in bestimmten Sitautionen zu verändern. Wenn er dies nicht ohne Hilfe von Medis schafft, weil man nicht an ihn herankommt, dann müsste er eigentlich immer MPH nehmen.

Bei uns in der Klinik haben die Kinder unter 6 Jahren Amphetaminsaft bekommen, da man das besser dosieren kann.

Wenn Du vielleicht nochmal eine 2. Meinung einholst bei einem anderen ADS-Spezialisten? Für mich hört sich das nicht sehr hilfreich an.

Ausserdem ist ja die Medi-Gabe dazu gedacht, dass sich das Verhalten des Kindes langfristig und nachhaltig verbessert. Es geht ja hier nicht um Kopfweh, dass man beheben will. Und danach ist wieder alles gut.

ADS ist immer da und nicht wetterabhängig....

Ich persönlich denke, dass das nicht gut gehen wird mit Ritalin nach Bedarf.

Vielleicht gibt es ja noch andere Meinungen dazu.

LG Diana

von diana-r - am 16.12.2006 10:41
Hallo,

Ritalin bei Bedarf ---- kenn ich schon allerdings nur bei Erwachsenen und auch dann nur, wenn man schon über einen längeren Zeitraum regelmäßig MPH genommen hat.

Ich nehme die Medis mittlerweile auch nicht mehr ganz regelmäßig, versuche immer auch mal wieder es ganz wegzulassen oder nur in sehr stessigen Situationen zu nehmen.

Habs allerdings auch über Jahre regelmäßig genommen und kenne meinen Körper bzw. weiß sehr genau wann ich wieviel brauche.
Kenne mehrere Erwachsene die das so praktizieren

Bei Kindern würde ich aber auf jeden Fall davon abraten !

Langsam einschleichen in 2,5 er Schritten und kontinuierlich geben

LG
Biggi

von phantom96 - am 16.12.2006 13:18
Hallo Diana!
Ich finde die Dosierung auch komisch. Am Montag werde ich die Kipsychol. nochmal anrufen, vielleicht hat sie Zeit mit mir zu sprechen. Sie war sich irgendwie nicht mehr so sicher mit dem Ritalin, weil Thorben ( wie verhext auf seinem Stuhl saß und malte)
ganz ruhig war. Ich könnte ihm auch Zappelin geben *jaja*.
Dann habe ich ihr nochmal ein wenig die Problematik beschrieben und dann kam sie zu dieser b.Bed. Sache!
Habe ihm heute morgen 5 mg gegeben und muß sagen, vielleicht eine ganz ganz leichte Besserung ( ist vielleicht auch nur der Wunsch??).
Soll ich dann morgen und übermorgen noch je 5 mg morgens geben, bis ich mit ihr sprechen kann? Was meinst Du???
LG Susanne

von susannethorben - am 16.12.2006 15:09
Hallo Susanne,

hat er vorher 2,5 mg bekommen????? Eigentlich sollst Du einschleichen! Gerade bei einem so kleinen Buben kommt man leicht in die Überdosis. Das ist nicht gesund und auch unangenehm für Thorben.

Wenn Du mit 5 mg nicht feststellst, dass er total "komisch" ist:z.B. apathisch in der Ecke sitzt oder total durchdreht oder nur weint oder Angstzustände hat, dann lass es mal bei 5 mg für die nächsten 2 Tage (also insgesamt 3 Tage).

Deine Ärztin hat ein Rad ab (Entschuldige). Bei einem Kind mit 4 Jahren handelt sie nach meiner Meinung grob fahrlässig, wenn sie Dich nicht aufklärt!!!

Sprich mit ihr am Montag bitte noch mal. Du darfst nur in 2,5 mg Schritten hochdosieren. Ich nehme an, hier habt 10 mg Tabletten bekommen. Also, gibst Du weiter eine halbe Tablette. Aber bitte vorher frühstücken lassen. Am Montag fragst Du sie dann, ob Du ab Dienstag auf eine 3/4 Tablette gehen sollst oder 2 x eine halbe (morgens und mittags).

Bitte sei ganz behutsam mit der Dosierung! Wieviel wiegt Thorben eigentlich? Meiner ist 7 1/2 Jahre alt und wiegt 23 kg. Er kam mit einer Dosis von 10 mg gut zurecht. Also müsste Thorben evtl. mit weniger zurecht kommen.

Und dass er bei ihr schön brav gemalt hat, ist doch gar nicht so ungewöhnlich! ADHS`ler haben Hyperfocus. Sie können sich total in eine Sache vertiefen. Ausserdem wart Ihr ja nur zu dritt und nicht mit einer Horde Menschen. Da ist das auch nicht soooo schwer.

Hat Deine Kinderärztin überhaupt Ahnung von ADS? Weißt Du darüber etwas? Wer hat Thorben denn getestet? Das war doch bestimmt ein Kipsy, oder?

Mein Sohn z.B. hat vor der Diagnose täglich den Gruppenraum seines Kindergartens zerlegt. Die Kinder hatten alle Angst vor ihm und wenn er ausgerastet ist, haben die Mädels geweint! Beim KiA war er brav, weil er da ja nicht so überreizt wurde. Mein KiA zweifelt aber deshalb nicht an der Diagnose, sondern bezieht meine Erfahrungen mit ein.

Du kennst Dein Kind. Und wenn Du mit anderen vergleichst, merkst Du am Besten, was nicht stimmt. Sie sollte Dir da mehr vertrauen.

LG Diana

P.S.: Bei den kleinsten Fragen wegen den Medis schreibe uns bitte unbedingt und versuche nicht was auf gut Glück!! Wir helfen Dir, Susanne.

von diana-r - am 17.12.2006 08:28
Hallo Diana!
Vielen Dank für deine Antwort! Wir haben ihm gestern und heute je 5 mg gegeben und das wollte ich morgen auch machen, weil es sehr gut geklappt hat! Heute war die Wirkung noch besser als gestern. Es ist so als wenn er sonst ( ohne Medis) hinter einem Vorhang lebt wo er halt nur die hälfte mitkriegt. Jetzt mit Tablette ist er viel klarer, nicht so agressiv und was total klasse ist - er redet ohne Punkt und Koma OHNE zu stottern!!! Wir sind ja in der Logo wegen dem stottern. Da werde ich gleich mal morgen anrufen! Ist übrigens die Kinderpsychologin bei der wir jetzt waren.
Einen schöne Sonntag noch, lg Susanne

von susannethorben - am 17.12.2006 14:21
Hallo Susanne

Wir haben bei meinem Sohn auch mit Ritalin angefangen, noch bevor er 5 war.
Allerdings haben wir auch mit 2,5 angefangen und langsam höherdosiert.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 17.12.2006 21:31
Liebe Susanne,

also diese Aussage finde ich auch höchst merkwürdig.

Wenn Du bei einem Kind nur nach Bedarf gibst, wird es nicht viel bringen.

Du musst erst mal langsam einschleichen und dann (meist so nach einer Woche) langsam höher dosieren, bis Du merkst, die richtige Dosierung gefunden zu haben, mit der es gut klappt.

Da hilft es Tagebuch zu führen, mussten wir sogar von unserem Kipsy aus machen. So siehst Du, bei welchen Aktivitäten er wie reagiert hat, ob es besser wurde, eher schlechter etc.

Wenn dazwischen nichts gegeben wird, fällt er ja in ein Loch. Das kann sehr unangenehm werden.

Unser Arzt meinte sogar, wir sollten auch am WE und den Ferien immer weitergeben, damit er hier nicht in ein Loch fällt, bzw. nicht feststellt, mit Medis bin ich gut, ohne geht nichts.... Das ist nicht so optimal für das Selbstbewusstsein - eine Gleichmäßigkeit sollte hier sein.

Ich rate Dir jedoch nichts auf "Emfpehlung" zu machen, und schon gar nicht eigenmächtig zu dosieren. Das kann gefährlich sein - eine Unterdosierung ist für das Kind unangenehm, eine Überdosierung ist gefährlich. Man kann zwar hier im Forum seine eigenen Erfahrungen austauschen, wie es bei einem selbst gut funktioniert hat - aber jedes Kind - egal ob gleich alt und etwa gleiches Gewicht - reagiert anders. Es kommen die versch. Anforderungen - ein anderer Stoffwechsel - und der Schweregrad des ADS dazu - und da kann die Dosis, die für das eine Kind richtig ist - für das andere aber nicht optimal sein.

Bei der Dosierung würde ich mich lediglich und ausschließlich nur an die Anweisung eines fähigen Arztes halten, der das Kind untersucht hat.

Die Fähigkeit Eurer Ärztin jedoch zweifle ich ehrlich gesagt bei so einer Aussage an.

Würde mir ernsthaft überlegen, hier zu wechseln. Es sollte jemand mit guter ADS-Erfahrung sein. Sonst kommt ihr nicht weiter.

Und die 1:1-Situation ist immer anders. Meiner hat zwar bei der Psychologin auch gut mitgemacht, jedoch hat sie trotzdem eine gewisse Unruhe festgestellt und auch die Gesamtsituation ergab die Diagnose ADS.

Die Psychotherapeutin riet uns auch lange von den Medis ab, weil es bei ihr doch soooooooo gut läuft. Da ging er Anfangs auch gerne hin und die hat auch Situationen vermieden, die unser Sohn nicht mochte, weil man die Kids ja nicht zwingen soll...... Na, wenn er in der Schule immer nur die Dinge machen hätte dürfen, die ihm Spaß machen und die er auch ohne große Anstrengung kann, hätte es wohl auch geheißen, er hätte kein ADS..... Aber das sind 2 Paar Stiefel.

LG Rita



von Miss Piggy - am 18.12.2006 12:27
Hallo Susanne,

dann könnte das vielleicht schon ausreichen. Meine "Dosieranleitung" sollte Dir natürlich nur zeigen, wie wir es gemacht haben. Das heisst ja nicht, dass Du das jetzt auch so machen sollst, weil Doktor Diana das sagt. Aber das hast Du ja wahrscheinlich auch so verstanden, gell?

Ausserdem wäre es ja Unsinn, so wie wir zu dosieren, da meiner ja 2 Jahre älter und wahrscheinlich auch schwerer ist.

Man kann sich nur so einigermassen orientieren, da es bei den meisten Kindern im selben Alter / selbes Gewicht ungefähr gleiche Dosis ist (Ausnahmen gibt es natürlich).

Ich würde auch noch mal mit der Ärztin sprechen, ob Ihr nicht täglich Medis geben solltet. Und vor allem, wie Du jetzt weiter dosieren sollst.

Tagebuch finde ich auch sehr gut, da man Kleinigkeiten leicht mal vergisst. Und so hast Du alles schwarz auf weiss.

Schön, dass es Thorben besser geht. Das freut mich sehr für Euch.

LG Diana

von diana-r - am 18.12.2006 14:25
Hallo Diana!
Na klar da habe ich Dich schon richtig verstanden ;o)).
Ich habe heute mit der Kipsy gesprochen , habe ihr gesagt das ich das so nicht will sondern einschleichen. Daraufhin hat sie mir die Dosierung durchgegeben. Da bin ich jetzt auch zufrieden.
Meine Güte - es ist doch mit den ADHS Kindern sowieso nicht einfach wieso muß man mit den Ärzten dann auch immer noch Probleme haben?? Ich habe zB immer Probleme Ergo Verordnungen zu kriegen ( zumindestens bis jetzt) , das nervt mich auch!
Vielen Dank und einen schönen Nachmittag Dir noch!
LG Susanne

von susannethorben - am 18.12.2006 15:11
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