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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gabriele Ophuis, Monkele, diana-r, Agnes69, BarnyHH, lissi99, Michaela#, Yvonne_R., Miss Piggy

Was hättet ihr gemacht?

Startbeitrag von Gabriele Ophuis am 22.12.2006 05:19

Hallo,
ich hab ein PRoblem zu dem gerne eure Meinung hätte.
Leon (fast 5) ird gerade auf ADS getestet, erhält einmal wöchentlich Ergo (Körperwahrnehmungsstörung, Störung des Sprachverständnisses) und geht täglich von 7.30 bis 12 uhr in den Kindergarten (außer Samstag und Sonntag).
Mein Problem ist nun:
Wir waren gestern nachmittag spazieren, Sohnemann mit Fahrrad, ich und Hund zu Fuß. Auf halber Strecke hat mein Sohn keine Lust mehr mit dem Rad zu fahrne. Ich sag, OK, dann stell es hier ab, wenn wir umkommen, nimmst du es dann wieder mit.
10 min später kommen wir wieder am Fahrrad an und Leon soll es mitnehmen. Er geht hin, stellt dich demonstrativ mit verschränkten Armen neben das Fahrrad und kuckt mich an. Ich sage, Leon nimm bitte dein Fahrrad mit. Nichts passiert.
Leon wir wollen nach Hause. Nichts passiert
Leon komm, ich habe Hunger und du doch auch. Nimm dein Fahrrad und dann gehst ab nach Hause. Nichts passiert.

Ich hab keine Lsut auf Stress und mache was die Pschologin gesagt hat. Ich lasse ihn stehen. OK, dann gehe ich halt mit Bobby (dem Hund) alleine nach Hause. annst ja nachkommen.

Gehe also mit Bobby, etwa 100 Luftlinie entfernt stehen Bäume, verstekce mich da und warte Leons Reaktion ab, doch er macht nichts. Mittlerweile hat er das Rad umgeschmissen und sich sich heulend auf eins der hochstehenen Stützräder gesetzt.

Da es nicht weit bis zu Hause war, hab ich dan nerst den Hudn nach Hause gebracht, damit ich die Ruhe habe die Situation friedlich zu klären. Komme nach max. 3-4 min zurück und er sitzt immer noch da, heuen, mit verschränkten Armen auf dem Stützrad.
Leon , komm wir fahrne nach Hause (hatte mein Rad mitgebracht um schneller wieder bei Leon zu sein, es wurde ja schon dunkel). Keine Reaktion. Sitzt da und kuck wie ne Kuh wenns donnert.
Das ging dann etwa 10 min so. Ungefährer Wortlaute: Leon bitte lass und nach Hause fahren. Komm, es wird schon dunkel. Ich wollte uns jetzt was leckeres kochen. etc etc. Es ging von Engelszungen bis zu Gewaltandrohung die ganze Palette rauf und runter. Nichts pasierte.
Ich dann aufs Rad: Dann bleibst du halt hier. Gleich ist es stockdunkel und dann bist du hier alleine.
Dann bin ich wieder zu den Bäumen und hab mich da versteckt und gewartet. Nichts passierte. Sein Rad (ich hatte es wieder hingestellt, damiter fahren kann) hatte ermittlerweile wieder umgeschmissen und saß wieder heulend auf dem Stützrad.

Nach weiteren 10 min (es waren wirklich 10 min, hab auf die Uhr gesehen), es war mittlerweile so dunkel dass ich Leon nur noc hanhand der Heulgeräusche im Dunkeln ausmachen konnte, bin ich dann hingefahren. Und dann ist mir der Kragen geplatzt.

(Versteh mich nicht falsch, schlagen ist definitiv keine Lösung ich weiß. Aber ich habe seit 4 Tagen ne dicke Grippe, muss mich um Leon, den Hund und meine PFerde alleine kümmern, weil man Mann zur Zeit von 4 bis 22 Uhr arbeitet, und hatte absolut keine Lust mehr noch länger in der Kälte zu stehen.)

Ich halso vom Rad runter, hab ihm den obligatorischen Klaps auf den Arsch gegeben und ihn fast aufs Rad geschmissen. Wir sin mit Tränen und Geschrei zu hause angekommen. Ich hab ihn dann in sein Kinerzimmer gesteckt und ihn schreien lassen.

Das Verblüfende: nach 5 min wars ruhig, nach weiteren 5 min stand Leon mit einem strahlenden Lächeln in der Tür, ging in seine Spielecke (wir trennen Schlaf- und Spielbereich bewußt, damit er nachts abschalten kann) und spielte bis zum Abendbrot totla friedich und leise. Beim Abendsbrot half er beim Tischdekcne und räumte nachher auch mit ab, ging ins Bad Zähneputzen (ohne Theater) und ging dann ins Kinderzimemr um sich umzuziehen. (Leon zieht sich nie alleine um, er kiegt den Pulli nicht aus und den Schlafpulli nicht alleine an, dachte ich ). 5 min später steht er in der Kidnerzimmertür: Mamma deckst du mcih zu.

Ich rein, er komplett umgezogen, ging ins Bett, Gutenachtkussi und innerhalb von ein paar Min war er eingeschlafen.

Ich versteh das nicht. Die letzenTage warer eigentlich wie immer (zwischen GEnie und Wahnsinn), nichts außergewöhnliches, keine Planänderung, die ihn aus der Bahn werfen konnten. Vor 2 Tagen haben wir über 3 Stunden PLätzchen gebacken und verziert udn er war absolut göttlich.

Was hätte ihr in der Situation mit dem Fahrrad gemacht?

Bin über Vorschläge dankbar, den ndas was die Therapeuten vorschlagen klappt nicht.

Liebe GRüße
gabi

Antworten:

Hallo,

die Kinder fangen sich manchmal in einer Endlosschleife und kommen da alleine nicht mehr raus.

Und der alte Trick mit "dann geh ich eben allein nach Hause" hat bei uns auch nie funktioniert *tröst*

Im Endeffekt musst du dein Kind aus der Endlosschleife rausholen, ohne Klaps und wenn es geht, auch ohne Gebrüll, aber fest und bestimmt, und gerade auch mit körperlicher Berührung. Damit unterbrichst du den Wahnsinn am ehesten.

Viele Grüße

Michaela

von Michaela# - am 22.12.2006 06:43
Hallo Gabi,

solche Situationen kenn ich zur genüge. Meine Tochter war mit 5 Jahren ähnlich.
Es gab Stress und Bockerei wegen Kleinigkeiten und wenige Minuten später war sie wieder super gelaunt...als ob nie was gewesen wäre.
Ich kann mich noch gut entsinnen wie meine kleine Hexe mich so zur WEißglut gebracht hat, weil sie genau wusste...so steht sie im Mittelpunkt.
Vor einem Jahr hätte ich sicher ähnlich reagiert. Bei meiner Tochter hätte ich ewig lang gebettelt bis sie mitkommt, um dann aus der Haut zu fahren weil alle Bemühungen umsonst sind. Ich gebe es ungern zu, aber bis vor einem Jahr ist mir der Klaps auf den Po auch mal rausgerutscht.
Mitlerweile weiß ich aber, daß dieser Trotz eine Art ist um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Heute würde ich (nach kurzer Frage warum sie jetzt nicht mit heim möchte) meine Tochter nur noch am Arm nehmen (notfalls tragen) und nach Hause ziehen, um ihr dort kurz und sachlich zu sagen, daß ich Ihr Verhalten nicht in Ordnung fand. Dann würde ich es dabei belassen und mich ums Abendessen kümmern.
Dafür würde ich sie als Ausgleich Loben wenn sie sich alleine beschäftigt, den Tisch deckt und sich alleine umzieht. (Sie soll merken, daß sie mit positiven Eigenschaften bei mir punkten kann und nicht mit bocken)

Aber ich denke jede Mama hat da Ihre eigene Art mit ihrem Kind umzugehen. Jeder weiß am besten wie er auf sein Kind eingehen muss.

Liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 22.12.2006 06:53
Hallo Gabi,

so einen wirklichen Rat habe ich jetzt zwar nicht, aber will Dir sagen, mir ging es mit meinem ab und an ähnlich. Er hat es allerdings nie ganz so lange ausgesessen wie Deiner.

Unserer brachte es mal mitten in einem überfüllten Laden. Hockte sich mitten zwischen die Leute und teilte mir bestimmt mit, dass er nun keinen Schritt mehr weiter geht (da war er ca. 3J.) Da habe ich es auch noch mit diskutieren und gut zureden versucht, weil ich keinen Aufstand wollte und nicht als böse Mutter gelten.

Denn Du kennst das sicher - 2 Parteien bilden sich - die einen raunen: Wann macht die endlich was - die andere wenn Du was machst - wie geht die mit dem armen Kind um.

Also, wie Du es machst, in den Augen einiger ist es immer verkehrt.

Da ich damals von unserer Therapeutin auch diesen Rat bekam, ich solle einfach weiter gehen und seinen Wutanfall ignorieren, ging ich weiter. Er saß auch am Boden, tat sich nichts.

So lange ich diskutierte regte er sich nicht.

Da habe ich ihn gepackt und hinter mir gergezogen, dauerte nur paar Schritte, dann ging er brav und seelenruhig weiter neben mir her.

Er wollte wohl einfach austesten, wer den längeren Atem hat, wer das Spiel länger durchhält.

Danach habe ich nie mehr wieder versucht mit ihm zu diskutieren, ihn einfach jedesmal am Arm genommen und bin mit ihm weiter.

Es kostete zwar enorm viel Kraft - aber er hat danach, weil ich überhaupt nicht drauf eingegangen bin dieses Spiel höchstens noch 2-3 mal versucht, danach nie wieder, weil ich nicht drauf eingegangen bin.

Im Wald ging es mir mal genauso, er hatte auch keine Lust mehr zu fahren. Zum Glück hatte ich mein Rad damals nicht dabei, weil er mir zu klein war, musste immer hinter ihm her. Da heulte er auch. Da blieb mir dann auch nichts mehr übrig, als ihn zu packen - das Rad zu packen und beides hinter mir herzuschleifen. Nach knapp 5 Min. war es ihm zu blöd an meiner Hand, dann wollte er wieder fahren.

Wenn man immer so genau wüsste, wie man in jeder Situation richtig reagiert. Vor allem, nicht jeder Ratschlag passt auf jedes Kind.

Aber eines hat bei meinen beiden ADSlern nie funkts - lange diskutieren. Die hatten da stets wesentlich mehr Ausdauer als ich.

Weggehen, das funktionierte gut bei meinem Nicht-ADSler in der Trotzphase. Der brachte das mit dem Hinsetzen im Laden auch mal - in der Spielzeugabteilung. Er wollte noch nicht gehen.... Da bin ich auch einfach weiter gegangen - er bekam die Krise und trottete schön brav hinter mir her - da hat dies wunderbar funktioniert.

Aber ADSler funktionieren nun einfach mal anders.

In Zukunft versuch da Belohnungspunkte zu verteilen. Wenn es beim nächsten Mal gut klappt - versuch es evtl. erst mit ganz kurzen Stücken, wo Du weißt, dass schafft er noch locker - dann gib ihm einen Punkt/Stempel oder wie immer ihr das vorher ausmacht. Und am Ende, wenn er eine überschaubare Menge an Punkten gesammelt hat, darf er die einlösen - in zusätzlich einige Minuten Fernsehen - länger aufbleiben - ein neues Spielzeugauto etc.

LG Rita



von Miss Piggy - am 22.12.2006 07:00
Hallo,

das klingt nach einem klassischen Machtkampf - und den hattest du schon verloren, als er sein Rad zum ersten Mal stehen lassen durfte.

Unser Knabe hatte so mit 2-3 Jahren die Angewohnheit sich an den unpassensten Orten auf den Boden zu werfen und nicht mehr weiter zu gehen. Einmal auch im Supermarkt, ich glaube, diese Situation kennt wohl jede Mutter. Er hat sich immer gerne Situationen mit viel Publikum für seine Trotzanfälle ausgesucht.

Stehenlassen, Bitten und Diskussionen waren völlig nutzlos und ein paarmal ist es bei uns so geendet wie bei dir und deinem Sohn. Irgendwann habe ich mir dann angewöhnt, diese Trotzanfälle so gut es geht zu ignorieren, danach wurde es besser. Ich habe ihm dann einmal gesagt, dass wir jetzt gehen müssen und wenn er nicht mitkam, habe ich ihn kommentarlos weggetragen.
Natürlich hat er dann gebrüllt wie am Spieß, aber er hat sich schnell beruhigt und irgendwann hat er kapiert, dass er bei mir damit nichts erreicht. Danach hat er das nicht mehr gemacht.

Ich kann mir vorstellen, dass dein Kleiner auch mal austesten wollte, wo denn deine Grenzen liegen - vielleicht auch, ob du deine Drohung ihn stehen zu lassen, wirklich wahr machst. Je früher du ihm deine (und seine) Grenzen zeigst, desdo schneller ist das Theater zu Ende und umso weniger Streß hast du.

Das mit dem Grenzen austesten macht unser Knabe mit seinen 16 Jahren immer noch, nur leider kann ich ihn nicht mehr so leicht wegtragen.

Viele Grüße

Lissi

von lissi99 - am 22.12.2006 08:26
Hallo Gabi,

für mich klingt dieses Verhalten Deines Sohns auch sehr nach Machtkampf - ganz im Sinne von "Erziehung ist Nervenkrieg, und dummerweise hat das Kind meistens die besseren Nerven!".

Gestern hast Du die besseren Nerven gezeigt - sehr zur Überraschung Deines Sohnes (denke ich). Dein souveränes Verhalten - erst zu Fuß weitergehen und dann auch noch alleine nach Hause - hat er wohl nicht erwartet. Deshalb hat er dann auch keinerlei Kontrolle über die Situation und seine Tränen gehabt.

Ich denke, daß er noch öfter derartige "Spielchen" versuchen wird, einfach um Deine Reaktion und Deine Nerven zu testen. Bei ausreichender Konsequenz und Souveränität Deinerseits wird ihm das dann irgendwann einmal zu nervig, und erst dann hast Du diese eine Schlacht im Nervenkrieg gewonnen.

Grüße
Barny

von BarnyHH - am 22.12.2006 09:54
Hi,
wollte euch nur noch kurz was ergänzendes erzählen. Gestern morgen wollte mein Sohn sich partout nicht die Schuhe anziehn um in den Kidnergarten zu fahren.

Es war eigentlich so: Mein ann mußte später arbeiten, war also noch da. Mein Sohn muss normalerweise eine Routine einhalten damit alles (mit ihm und auch zeitlich ) klappt. 6.30 aufstehen, Badezimer Zähneputzen waschen ect, dann kann er seine Lieblingssendung kucken (Altersgerecht und dauert nur 10 min). In den 10 min mache ich seine Kindergartentasche fertig und versorge den Hund. Um 7 umziehen mit mamas Hilfe, anschlieend darf er noch bis 7.20 spielen, dann gehts los.

Gestern leiß das anders. Mein Mann war halt da, obwohl er normalerweise um die Zeit arbeitet (hat wechselnde Arbeitszeiten wegen der Feiertage). Leon trickste Papa aus, indem er sagte, dass er die nachfolgende Sendung auch sehen dürfte. Deshalb wollte er sich dann nicht umziehen lassen, weil er die Sendung sehen wollte. Hab den Fernseher dann ausgemacht und gesagt, es wird sich erst umgezogen. Mit GEzehter hat er sich dann umziehen lassen, vom mithilfe keine Spur. Und als es dann späer ums Schuheanziehen ging, streikte er völlig. Setzte sich auf die Treppe und sah mit wieder an wie ne Kuh wenns donnert.
(Wir haben eigentlic hein Spiel eingeführt "Wer zuerst die Schuhe anhat hat gewonnen", aber gestern war ihm das egal)
Ich mich also fertig gemacht (Schuhe Jacke Mütze ect) und er saß da und tat nichts. Ich dann seine Jacke genmme num ihm beim anziehen geholfen (mach ich imer ist normal), Mütze und Fahrradhelm an fertig. Er immer noch ohne Schuhe.
Ich hab dann noch einmal gesagt, dass er bitte seine Schuhe anziehn möchte, aber nichts passierte. Dann hab ich mein Fahhrad aus der Garage geholt (zum Kiga nehm ich ihn immer auf mein Rad, weil seins kein Licht hat und er im Dunkeln nicht zurecht kommt).
Hab ihn dann ohne Sche aus Rad gepackt "Wen ndu keine Schuhe anziehn willst, fährst du halt ohne". Auf halber Strecke fing er dann an zu jammern udn zu weinen. Im Kiga hab ich der Erzieherin die Situation geschildert und sie sagte zu Leon: "Ja enn du keine Schuhe anziehn willst, mußt du halt ohne in den Kiga". Der war dann bis mittags ohne Schuhe im Kiga. Laut Erzieherin waren alle Kinder im Hof zum Speilen nur LEon nicht, weil er keine Scuhe hatte. Saß dann weinend an der Fensterscheibe und hat den anderen zugesehen. Als ich ihn mittags abgeholt hab, kam er trautig auf mich zu "ich wil meine Schuhe haben". Hab ihm dann erklrät, das seine Schuhe zu hause sind, wweil er sie ja nciht anziehne wollte und dass er sie halt nächstes mla wieder anziehen muss.

Ihm ist die Sache superpeinlich. (die böse Mama hat ja auc hdafür gesorgt, dass Oma und Opa - wir wohne ni neinem Haus - und Papa und auch sonst alle mit denen wir täglich kontakt haben, davon wußten und alle fragten dann immer: Wieso hattest du denn heute keine Schuhe an?) Alle sprachen hin drauf an und er versank im Boden. Klingt jetzt total böse und gemein, aber viellicht war das der richtige Weg.

Liebe GRüße
und schöne Feiertage euch allen
gabi

von Gabriele Ophuis - am 23.12.2006 04:54
He Gabi,

gut gemacht, bravo !!!!!!!!!!!!!!!!!

Du hast Dich nicht provozieren lassen, hast nicht diskutiert, hast ihm gesagt, wies läuft und das dann auch so durchgezogen. Dafür bekommst Du eine 1* :)

Auch wenn es hart ist für uns Mütter, aber manchmal brauchen unsere Kiddis das, dass Sie wissen, dass das was gesagt wird auch gilt und dass sie selber mit den Konsequenzen leben müssen.

Wir hatten mal so eine Situation, da war unser Sohnemann ca. 4 - 5 Jahre alt. Wir wollten wegfahren, aber er stieg nicht ins Auto ein, weil er lieber bei uns auf der Straße mit den anderen Kindern spielen wollte. Nachdem wir 2 x was gesagt hatten, sind wir einfach eingestiegen und langsam losgefahren. Sohnemann kam dann hinterhergerannt und wollte mit (Gott sei Dank, denn ich weiß nicht was wir gemacht hätten wenn ihm das egal gewesen wäre ;))

Viele Grüße und ein wunderschönes Weihnachtsfest wünscht Euch

Monkele

von Monkele - am 23.12.2006 10:02
Hallo Gabi,

ich finde Deine 2 Berichte sehr spannend, denn Du machst es so, wie ich es jahrelang auch gemacht habe. Aber leider hatte ich dabei auch keinen Erfolg.

Mein Sohn ist 7 1/2 Jahre alt. Er war von Januar bis Mai 2006 stationär aufgenommen (ADHS Testung, etc.). Dort habe ich etwas entscheidendes gelernt:wenn Du willst, dass Dein Kind die Sache auf alle Fälle tut, die Du gerade möchtest:bitte ihn nicht darum!!!In Deinem Bericht habe ich sehr oft "bitte" gelesen. Irgendwie hat er doch dann die Wahl, schließlich ist es eine Bitte und keine Aufforderung, wie Du sie meinst.

Ich hasse es, aber heute bin ich in solchen Momenten der Feldwebel. Ich bitte max. 1 Mal (aber auch nur, wenn auch nur ansatzweise die Chance besteht, dass er meiner Bitte folgt), ansonsten kommt der Befehlston. "Zieh Deine Schuhe an.", "nimm jetzt Dein Fahrrad".

Das Problem bei der Situation mit dem Rad war wohl, dass Dein Sohn die Wahl hatte, was er tut. Du bittest und für mich hörte sich das schon nach Betteln an!! Der junge Mann hatte die Karten in der Hand und das wußte er.

Wir hatten die Situation mit dem Rad auch schon. Ich habe ihm gesagt, dass er sein Rad nehmen soll und zur Not laufen wir halt alle. Wenn er dann heulend neben seinem Rad läuft, rede ich nicht mehr darüber. Ich frage ihn etwas ganz anderes und sehe, wie er darauf reagiert. Entweder er fängt sich und hört auf zu heulen oder er heult weiter, dann ignoriere ich das.

Mit den Schuhen hatten wir auch schon. Aber ich nehme dann seine Schuhe mit, damit er sie später anziehen kann. Aber ich sage nicht mehr, dass er sie anziehen soll. Er musste vor 2 Wochen auch auf Socken zur Bushaltestelle. Auf halbem Weg hat er sie dann angezogen, weil er natürlich kalte Füsse hatte (er muss laufen). Aber ich bin langsam weitergelaufen und als er die Schuhe anhatte, musste er hinter mir herrennen. Dumm gelaufen.

Du bist der Boss in Eurer Firma und das muss auch Dein Sohn lernen. Sich auf Diskussionen einlassen bringt ja prinzipiell nichts. Und das ist echt ein harter Lernprozess, das NICHT mehr zu tun und zwar niemals!!

Meiner diskutiert Dich zu Tode, wenn Du nicht aufpasst. Der hat Argumente, da fällt einem nichts mehr ein. Und ich sage mir, wenn ich nicht auf diese Diskussionen einsteige, werde ich auch nicht sauer. Und wenn ich nicht sauer werde, sage oder tue ich auch nichts, das mir später leid tut. Das halte ich mir immer vor Augen, wenn ich mich auf sein Spiel einlasse.

Du schaffst das. Ich wünsche Euch frohe Weihnachten!

LG Diana

von diana-r - am 24.12.2006 09:09
Liebe Gabi,

Was die anderen geschrieben haben, kann ich größtenteils unterstreichen.

Trotzdem möchte ich noch etwas dazu anmerken. In manchen Postings kam es irgendwie stark rüber, als ob Du gegen Deinen Sohn kämpfen musst.

Natürlich musst Du konsequent bleiben. In der Sache darf er mit solchem Verhalten rein gar nichts erreichen. Sonst wird wirklich eine "Masche" daraus - doof isser ja nicht. Und dass sich dieses Konsequent-Sein-Müssen in der Situation wie ein Kampf (nicht zuletzt gegen das eigene Bedürfnis, nachzugeben, um den Druck loszuwerden) anfühlt, ist auch klar.

Ich möchte aber gerne herausstreichen, dass Dein Kleiner unter Garantie in diesem Moment mindestens ebenso leidet, wie Du. Er will ja nicht spinnen. Aber seine Gefühle haben ihn gnadenlos "am Wickel" und er kommt nicht dagegen an.

Worauf ich hinaus will, ist: Tu das, was Dir hier geraten wurde. Aber achte darauf, dass Du von der inneren Haltung her Deinem Sohn nicht als Gegner entgegentrittst, sondern ihn spüren lässt, dass Du seine Notlage siehst, und ihm mit Deinen Maßnahmen helfen willst, gegen den "ADS-Kopf" zu gewinnen. Ihr seid Verbündete - nicht Gegner!

Nicht dass das jetzt fasch ankommt: Ich denke nicht im Traum daran, Dir die Liebe und die Loyalität zu Deinem Sohn abzusprechen. Ich denke nur, dass er genau DIE gerade in solchen Situationen ganz stark spüren muss.

Alles Liebe Euch beiden!
Agnes

von Agnes69 - am 24.12.2006 22:34
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