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ADHS ADS Selbsthilfe
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16
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Nicole Z., Miss Piggy, SandraW., Marsandro, schwertlilie, Siggi_O, Sternchen*, Veronika Ehrenberg

Wie schafft Ihr das alles nur????

Startbeitrag von SandraW. am 02.01.2007 20:58

Hallo Ihr Lieben!

Ich lese hier von sooo vielen schlimmen Problemen wie z.B. Drogen, Legastenie, ADHS kombiniert mit anderen Krankheiten usw. Wie schafft Ihr das alles nur?

Bei meinem Sohn Lukas 7 Jahre wurde gerade in Bremen (dank sternchen*) ADS diagnostiziert. Wir haben zur Zeit mal wieder eine ganz schlimme Phase. Er zankt bzw. terrorisiert in einer Tour seinen kleinen Bruder 4 Jahre, er verarscht (sorry für den Ausdruck) die gesamte Familie, steht ständig unter Strom, gibt laute unkontrollierte Geräusche von sich (klingt wie Flipper und ist wohl eine Art Ventil) und ist einfach nur ätzend!

Ich kann wirklich jedes Kind verstehen, das sagt: "Der ist ja total blöd, mit dem will ich nicht spielen!"

Ich kann wirklich im Moment nicht mehr, ich behalte keine Ruhe mehr, kann bei der kleinsten Sache an die Decke gehen und würde am liebsten mein Kind nach Strich und Faden "verwackeln"! (Tu ich natürlich nicht!)

Hinzu kommt, das meine Mutti seit 8 Wochen im Krankenhaus bzw. jetzt in der Reha ist und es ihr schon wieder schlechter geht. Ich mache mir große Sorgen meine Gedanken kreisen ständig um meine Mutti.

Ich habe einfach das Gefühl mir wächst alles über den Kopf, ich würde am liebsten abhauen... wohin auch immer!?

Jetzt sitze ich schon wieder da und heule, aber das bringt mich auch nicht weiter und die nächsten 5 Termine in Bremen sind erst im Februar und erst danach wird entschieden ob er Medis bekommt.

Ach, ich will nicht mehr!!

Danke Euch fürs zuhören und lieben traurigen Gruß von Sandra!

Antworten:

Hallo Sandra

Erst mal ein gesundes neues Jahr und viel Kraft.

Kann Dich so gut verstehen, wollte auch schon so oft einfach abhauen und alles hinschmeissen.

Fange auch bei der kleinsten Situation mit heulen an, gar nicht so einfach, wo ich vormittags viele Kundentermine für meinen Mann mache. Macht sich ja nicht so gut, mit verheulten Augen da aufzutreten.

Viel helfen kann ich dir leider nicht, da es mir im moment selbst nicht gut geht.

Wünsche Dir aber für Deine Mutter alles alles erdenklich Gute.
Weiß wie es ist, voriges Jahr lag meine auch über mehrere Wochen im KH und ich wußte nicht wie es weiter geht, da ich in dieser Zeit auch Ihren Haushalt plus Geschwister führen musste.

Schicke Dir ganz viel Kraft.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 02.01.2007 21:58
Hallo Sandra!

Erstmal ein frohes neues Jahr und sei mal lieb gedrückt.

Wenn Du mal reden möchtest,ruf mich einfach an,aber möglichst erst ab 13Uhr,da ich Vormittags arbeite.

Vielleicht können wir uns ja mal kennenlernen,wenn Du mal wieder in HB bist.

Aber es ist doch schon gut,die Diagnose zu haben,kann man da denn nichts drehen,daß es mit den Medis eher klappt??,evt.über den Ki.-Arzt,wenn dieser sich in der mit dem entsprechenden Doc mal kurzschließt??

Mit welcher Begründung soll dein Junior erst nach dem 5Termin Medis bekommen?

Sandra,kann dein Männe Dich mal ablösen,sodaß Du ab+zu Freiräume hast??Das ist wichtig,denn wenn wir Mamis krank werden können wir unseren Kids nicht helfen,wir brauchen einfach Tankstellen.

Ab nächte Wo.ist ja wieder Schule,vielleicht können wir uns dann einen Vormittag mal treffen,wie wärs???

Ich weiß auch,wie schwer es ist,dann noch einen kranken Elternteil unter zu kriegen,bei mir isses z.zt.mein Mann.

Melde Dich mal,ja??

Liebe,kraftspendende Grüße von Sternchen*

von Sternchen* - am 02.01.2007 22:07
Hallo Nicole!

Danke für Deine lieben Worte und Dein Kraftpaket, welches ich gut gebrauchen kann!

Du bist schon wieder das beste Beispiel... hast 3 Kinder....eines mit ADHS....eines mit ADS und eines mit Tic´s. Wie macht Ihr das? Nehmen Deine Kinder Medis? Wie muß ich mir Deinen Alltag vorstellen?
Ich habe nur ein Kind mit ADS (grenzwertig zur Hyperaktivität) und ich bin völlig ausgepauert und am Ende!

Klar, das mit meiner Mutti sollte ich jetzt auch nicht unter den Tisch kehren, ich denke auch das ist momentan meine größte Sorge und nagt an meinen Reserven in großen Stücken. Ich schmeiße momentan auch den Haushalt meiner Eltern mit, aber ich hatte auch vor dieser Sache oft Tiefpunkte, wo ich einfach alles hinschmeißen wollte.

Ich drück Dich ganz doll und wünsche auch Dir viel viel Kraft!

LG Sandra (32) mit Lukas (7) ADS grenzw. Hyperaktiv und Felix (4)

von SandraW. - am 02.01.2007 22:18
Hallo liebe Sandra,

kann Dich gut verstehen. Bis zur endgültigen Diagnose hatte ich oft das Gefühl nichts mehr zu schaffen. Habe oft auch dagesessen und nur noch geheult.

Wir haben das Jahre durchgemacht. Keiner konnte helfen. Dazu noch eine große Tochter mit anderen ADS-Symptomen, auch bei ihr von A nach B gelaufen, keine wirkliche Hilfe.

Erst jetzt, wo die beiden diagnostiziert sind und auf Medis eingestellt, sehe ich langsam Licht am Ende des Dunkels.

Es war eine furchtbare Zeit bis dahin.

Ärger im KiGA - Ärger in der Schule - Ärger mit Verwandten u. Bekannten........ große Einsamkeit und Ohnmachtsgefühl mit der ganzen Situation überfordert.

Und dazu einen Mann, der wahrscheinlich selbst auch ADS hat.

In der Zwischenzeit selbst oft krank, viele liebe Angehörige in der Zeit verstorben..... es war die Hölle.

Junior geht es jetzt soweit gut dank den Medis. Großer Tochter nun inzwischen auch - hatte Anfangsschwierigkeiten mit Nebenwirkungen. Aber spielt sich gerade ein.

Jetzt müsste nur noch mein Mann endlich mal aktiv was gegen sein eigenes ADS unternehmen, dann wäre ich zufrieden.

Aber auch mit Medis gibt es Höhen und Tiefen. Aber vieles wird einfacher und leichter. Die Kinder haben dadurch viel mehr Möglichkeiten und Chancen sich normal zu entwickeln. Unserer hat in den letzten Monaten seit der Medigabe enorm viel aufgeholt. Aber an vielem muss sicher noch lange und dauerhaft gearbeitet werden.
Aber ohne Medis war es bei ihm überhaupt nicht möglich.

Ich kann Dich nur insoweit trösten - die Zeit geht vorbei bis Februar. Und Du wirst sehen, sobald er diagnostiziert ist, er die Therapien bekommt, die er benötigt, dann wird es sicher leichter werden.

Bis dahin musst Du Dich wohl oder übel noch gedulden. Ich weiß, wenn dazu noch das Umfeld nicht in Ordnung ist, da auch noch Probleme und Sorgen sind, dann ist es doppelt so schlimm.

Da helfen Dir im Moment wohl sämtliche Ratschläge nichts.

Hast Du jemand zum Reden - zum Ausheulen? Jemand, der Dich etwas auffangen könnte, Dich unterstützen?

Lass Dich einfach in Gedanken drücken und Dir etwas Kraft schicken.

Für Deine Mama wünsche ich, dass es ihr ganz bald besser geht.

Und für Deinen Junior, dass er die Hilfe bekommt, die er benötigt und dass das neue Jahr dann besser für Euch läuft.

Ganz liebe Grüße
Rita



von Miss Piggy - am 02.01.2007 22:18

Re: @Sternchen*

Hallo Gaby!

Ich werde mich die Tage bei Dir melden, hatte ich sowieso vor!
Der Tipp mit dieser Ärztin war super! Ich erzähle mehr am Telefon.
Gerne können wir uns mal treffen! Freue mich!

LG Sandra (muß jetzt leider ins Bett, muß morgen früh raus)

von SandraW. - am 02.01.2007 22:28
Hallo Sandra

Bisher bekommt nur mein ADHS´ler Medis. Bei der Großen will ich es solange wie möglich vermeiden, da Sie nur 19 kg wiegt und ein sehr schlechter Esser ist. Solange es noch in der Schule geht und sie nicht abfällt, versuchen wir es so.

Kurz zu meinem Alltag:
5.30 Uhr aufstehen, Frühstück vorbereiten
6 Uhr die Große wecken
6.45 Uhr Große zum Bus schaffen
8 Uhr Zwillinge in den Kita bringen
bis 12 Uhr Büro und Haushalt schmeißen
danach bis 14 Uhr HA mit der Großen
bis 15 Uhr Büro
danach Jungs aus Kita abholen und mit Ihnen zu meiner Mom, um Tiere zu füttern usw.
ca. 17 Uhr wieder zu Hause
17.30 Uhr Abendbrot und dann bis 20 Uhr Kinderzeit (Spielen, schmusen...)
ab ca 20 Uhr bis nachts Büro

Zwischendurch habe ich aber auch noch die Arzttermine und Ergo mit den Kids, sowie meine Termine.

Ist ziemlich anstrengend, aber was bleibt mir anderes übrig.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 03.01.2007 08:30
Nicole Z. schrieb:

Zitat

Kurz zu meinem Alltag:
5.30 Uhr aufstehen, Frühstück vorbereiten
6 Uhr die Große wecken
6.45 Uhr Große zum Bus schaffen
8 Uhr Zwillinge in den Kita bringen
bis 12 Uhr Büro und Haushalt schmeißen
danach bis 14 Uhr HA mit der Großen
bis 15 Uhr Büro
danach Jungs aus Kita abholen und mit Ihnen zu meiner Mom, um
Tiere zu füttern usw.
ca. 17 Uhr wieder zu Hause
17.30 Uhr Abendbrot und dann bis 20 Uhr Kinderzeit (Spielen,
schmusen...)
ab ca 20 Uhr bis nachts Büro

Zwischendurch habe ich aber auch noch die Arzttermine und
Ergo mit den Kids, sowie meine Termine.

Ist ziemlich anstrengend, aber was bleibt mir anderes übrig.


Hallo Nicole,

wenn ich Deinen Tagesablauf so lese, frage ich mich, wann schläfst Du eigentlich? Wo und wann schöpfst Du Kraft für Dich?

Ich weiß, dass wenn man das Gefühl hat, einem bliebe nichts anderes übrig, man mitunter auch über die eigene Kraft hinaus arbeiten und Berge versetzen kann.

Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass dies nicht unbegrenzt geht und irgendwann der ganz große Zusammenbruch kommen kann.

Auch bei meinem Mann, dem geborenen Workaholic, kam der gesundheitliche und seelische Zusammenbruch nun kurz vor Weihnachten.

Pass auf Dich auf!!!

Liebe Grüße

Siggi

von Siggi_O - am 03.01.2007 09:02

Und das jeden Tag.....?!?!?!?!?

Nicole, dass kann auf Dauer nicht gut gehen.....irgendwann klappst du zusammen.

Können dich deine Mum oder Schwiemu nicht ein klein wenig unterstützen?

Du bist noch verdammt jung, also können die Beiden doch auch noch nicht sooooo alt sein.

Und wenn es nur jede Woche einmal ist, dass sie dir die Kinder mal 2-3 Stunden abnehmen.

Am Wochenende solltest du deinen Mann dahin bringen, dass er dir mit den Kindern Frühstück macht....wenigstens am Sonntag. Du stehst erst auf, wenn der Frühstückstisch gedeckt ist.

Sehen die Omis denn garnicht, was du leisten musst ?


Ach Nicole.....ich denke, es nützt garnichts, wenn wir dir gute Ratschläge geben.

Du musst von dir aus sagen:" Stop!!! Bis hier her und nicht weiter....Ich kann nicht mehr !"

Wie lange willst du in diesem Rythmus noch weiter machen ?
Es sind nicht nur deine Kinder....

Ich wünsche dir eine kleine Portion Egoismus, Durchsetzungsvermögen und Selbsbewusstsein.


Alles Liebe für dich Nicole von

Vero

von Veronika Ehrenberg - am 03.01.2007 10:52
Hallo Vero

Meine Eltern können mir nicht helfen, mein Vater ist die ganze Woche auf Montage und meine Mom ist Herzkrank, der kann ich es nicht zu muten. Sie hilft mir schon wo sie kann, nimmt öfters mal die Große, aber meine Jungs, da sage ich nein. Will sie noch ein paar Jahre haben.

Meine Schwiegereltern, nehmen die Kids nie, sie wohnen zwar nur 20 km von uns weg, sind aber auch selbständig, haben angeblich nie Zeit. Habe früher dort gearbeitet wie vorhin schon geschrieben, früh raus und spät nach Hause.
Sie sehen die Kids so aller 2 Monate mal, meist dann, wenn mein Mann mal wieder was am Rechner machen muss.

Ich bettel da auch nicht, muss ich bzw. Mann damit leben, das sie so sind. Außerdem bin ich schuld daran, dass meine Kids so sind, SchwieVater hat zwar Depris und ist starker ADHS´ler aber sehen sie nicht ein.
ADHS gibt es nicht!!!

So, muss erst mal schnell Essen machen, denn die Große kommt gleich.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 03.01.2007 11:08
Liebe Nicole,

ich kenne das. Da musst Du Dich dann auch nicht wundern, woher Dein Mann diese Einstellung hat.

Mir ging es da nicht anders. Meine Schwiemu machte auch nur mir die Vorwürfe - ich wäre schuld.

Allerdings habe nicht ich ADS - sondern mein Mann - und wenn ich mir seine gesamte Verwandtschaft mütterlicher Seite her betrachte, hatten es da fast alle - aber Einsicht?? Ne......

Mein Göga allerdings sieht es langsam ein.

Und ehrlich Nicole - ich weiß, welches harte Stück Arbeit das ist.

Ich dachte auch oft - bringt ja nichts - warte mal einfach ab, vielleicht ändert sich was.

Aber wenn Du nicht selbst was änderst, ändert sich gleich null.

Jeder ist irgendwie für sein eigenes Leben selbst verantwortlich. Du kannst nicht immer für alles und jeden die Verantwortung übernehmen.

Ich musste lange hinkämpfen an meinen Mann, bis ein wenig Einsicht und Vernunft kam.
Er hier wenigstens der Kinder wegen mit mir halbwegs an einem Strang zieht. Wenn das nämlich nicht funkts, dann funkts bald gar nichts mehr.

Ich weiß, es ist immer alles ganz schnell und leicht geschrieben - so wie Du es im Erw.-Forum geantwortet hast. Ich gebe Dir vollkommen recht - es ist wesentlich leichter und einfacher anderen Ratschläge zu geben - als sie selbst in die Tat umzusetzen.

Aber ich habe das alles schon mal durch und weiß wovon ich rede. Ich bin bereits mehrfach zusammen geklappt und es ging nichts mehr. Ab da wusste ich, ich muss selbst was ändern...

Gerade gestern Abend hatte ich wieder eine sog. "Diskussion" mit meinem Göga. Weil mir gestern Abend mal wieder die Hutschnur platzte..... Ich weiß aber heute, ich muss mir nicht alles bieten lassen - ich kann und darf mich wehren. Ich bin doch kein Roboter...... ich bin ein Mensch mit einer Seele und einem Körper.... beides leicht zerbrechlich.

Er saß erst mal da ..... wieder null Reaktion. Erst als er sah, ich meine es echt ernst...... da kam er an und hat sich doch bemüht, sich auch entschuldigt und gab zu, dass er eben ab und an ein Hirsch und Troddel ist. Nutzt zwar nichts, wenn er nicht wirklich was ändert - aber immerhin kommt schon mal Einsicht. Aber da habe ich lange drauf hingearbeitet.

Ich habe Vero gestern noch eine mail geschickt, weil ich so gefrustet war. Da ich den Frust aber auch rauslasse und es meinem Mann auch zeige (denn dazu habe ich durchaus das Recht - sobald er meine Gefühle verletzt) geht es mir schneller wieder gut.

Du schluckst sehr viel hinunter und machst alles mit so einer Demut - das drückt Dich runter.

Wir wollen Dir alles nichts böses - wir wollen einfach nur, dass Du ein wenig mehr auf Dich achtest.

Ich denke, wenn wir könnten, dann würden wir Dir alle gerne ein wenig abnehmen.

Eigentlich hat Vero schon alles zum Ausdruck gebracht, was ich genauso unterschreibe.

LG Rita



von Miss Piggy - am 03.01.2007 12:21
Hallo Rita

Die lieben Schwiegereltern, ja das ist meist ein Problem. Wenn ich mir meinen Mann, seinen Bruder, Vater und Großvater anschaue, bin ich fast 100 % sicher, das alle ADHS haben.

Der Sohn von seinem Bruder ist 8 und hat die selben Probs wie mein ADHS´ler, schafft kaum die Schule, aber da redet man gegen eine Wand.

Ich weiß, dass ich was ändern muss, hatte heut wieder Termin bei meiner Psychologin, welche mir auch ein Ultimatum gesetzt hat.
Entweder Veränderungen oder 4 Wochen stationär (lieber nehm ich mir den Strick).

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 03.01.2007 16:13
Liebe Nicole,


ne, ne Du, dass mit dem Strick lass mal lieber sein.

Würdest ganz gewaltig fehlen.

Ich weiß, dass es sehr schwer ist, wirklich was zu verändern.
Ich bin ja in gewisser Hinsicht auch oft der gleiche Typ gewesen, oder bin es sogar noch.

Bei Veränderungen habe ich erst mal Schiß - und zwar ganz gehörig. Da könnte sich ja was ändern ;-))

Und ab und an weiß ich selbst nicht, wo ich dann anfangen soll.

Eine Freundin sagte mir mal "ganz einfach, mach einfach nur einen Schritt nach dem anderen". Super....... wo fang ich an.... wo mache ich den Schritt hin?

Als 1. darfst Du Dich nicht mehr allem unterwerfen.
Wehr Dich.

Ich bin im Moment selbst wieder in einer Situation, wo ich mir denke, ob er sich jemals wirklich ändert? Ob ich dies wirklich alles dauerhaft aushalte, wenn sich nicht der Rest auch noch verändert?

Ich habe mir selbst ein Ultimatum gestellt. Denn ihm eines zu stellen ist zwecklos. Er verspricht, aber ich weiß, solange er nichts gegen das ADS unternimmt, wird er nicht in der Lage sein dauerhaft was zu ändern. Und so wird das, was mich stört immer bleiben.

Gut, ich habe mit meinem denke ich weniger Probs wie Du.
Aber ich weiß, damit es mir gesundheitlich und psychisch wieder gut geht, muss ich auch noch viel an meiner eigenen Situation ändern.

Und dazu gehört, dass ich noch viel mehr auch für mich tue.

Ich musste sogar den Kontakt zu meiner Schwiemu abbrechen, weil ich das alles nicht mehr aushielt.

Mein Göga war natürlich nicht sehr glücklich darüber. Aber ich hatte keine Lust mehr mich ständig schickanieren zu lassen. Es machte mich so krank, dass mein Arzt meinte, wenn ich nichts ändere, dann gibt er mir nicht mehr lange (auch durch meine Erkrankung).

Ich habe mich für "mich" entschieden. Egal, welche Konsequenzen es hat. Denn die andere Konsequenz wäre mein eigener Untergang gewesen. Manchmal muss man einfach an sich selbst denken. Das hat auch nichts mit Egoismus zu tun, aber ein wenig gesunder Egoismus schadet manchmal gar nicht.

Wünsch Dir ganz viel Kraft liebe Nicole.
Wir kämpfen einfach gemeinsam - ja?
Jeder stärkt den anderen, dann schaffen wir das schon.

LG Rita



von Miss Piggy - am 03.01.2007 16:26

Re: @ Nicole - Nachtrag

...
weißt Du, was ich auch schlimm finde? Da ADSler sehr gut und geschickt drin sind, immer anderen die Schuld zu geben, habe ich mir den Schuh auch lange angezogen.

Meine 1. Ehe ging in die Brüche, meine 2. da gibt es auch Probs, mit der Schwiemu gibt es Probs....... dachte echt, was ist mit Dir los, Du hattest nie so Schwierigkeiten, bist immer mit jedem ausgekommen, plötzlich klappt nichts mehr.

Heute weiß ich, ich bin es nicht - zumindest nicht alleine.

Zieh Dir ja nicht den Schuh an liebe Nicole.

Dadurch, dass ich immer mehr über ADS erfahre, weiß ich heute, ich kann nichts für die Situation. Und ich bin nicht schuld daran.

Es gibt ADSler, die merken irgendwann, sie haben das Problem und änder was - und dann gibt es leider die Sorte, die sehen es nicht ein und geben lieber allen anderen die Schuld - ist auch wesentlich einfacher.

Meine Schwiegermutter ist eine, bei der sind alle Leute blöd, nur sie nicht. Sie streitet ständig mit allen, aber sie ist nie schuld - immer nur die anderen.

Weißt Du, ich habe irgendwann, da ich nur von "Negativ-Menschen" umgeben war angefangen, dieses Verhaltensmuster zu übernehmen und habe mich gewundert, warum ich plötzlich alleine dastehe.

Heute weiß ich, ich muss mich davon abgrenzen.

Und mit eingen Menschen blieb mir nur noch die "Stecker-raus-Methode".

Entweder man ist so stark, dass man wirklich dagegen ankämpft - wenn nicht, ist es oft besser, man macht sich rar und geht seinen eigenen Weg.

Ich habe meinem Mann klar gemacht, wenn er unsere Ehe retten will, dann als 1., dass seine Mutter nicht mehr dazwischen funkt..... Das habe ich regelrecht eingefordert.

Ansonsten - ehrlich Nicole? Hätte ich ihn zu Mami heimgeschickt.

Ich weiß, klinkt knallhart..... diese Erkenntnis hat mich lange Zeit gekostet, denn sie kam mir recht spät. Dazwischen habe ich mich leider fertig machen lassen.

Und wenn sich Leute nicht helfen lassen wollen - oder nicht einsehen, dass sie Hilfe brauchen, dann kannst Du es nicht erzwingen.

Dann hilft nur eins - hilf Dir selbst - tu was für Dich und lass Dich nicht mit runter ziehen.

LG Rita



von Miss Piggy - am 03.01.2007 16:39

Inventur im neuen Jahr!

Hallo,

ich denke viele ADSler brauchen einen gewissen Stress, um zu funktionieren. Das dieser Stress irgendwann mal der eigenen Gesundheit schadet, das habe ich mittlerweile auch am eigenen Körper erfahren.

Es ist wie eine Sucht. Natürlich hat man mit den eigenen ADS-Kindern so seine Sorgen und Nöte und gerade da sind wir wieder angreifbar. Wir ziehen uns schnell den Schuh für alle Fehler an.

Irgendwie können wir es keinem so recht machen, bzw. wir haben immer dieses dämliche Gefühl.

Wichtig ist es da einen Weg aus diesem Kreislauf zu finden. Entweder man schafft es alleine, oder man holt sich Hilfe.

Mir graut es davor, wenn ich dann daran denke, dass ich mal ausfallen würde und dann fange ich wieder an mir kleine Inseln zu schaffen.

Ich werde jetzt wieder einmal in der Woche auf die Sonnenbank gehen, damit meine Neurodermitis besser wird, beim nächsten Walkingkurs melde ich mich dann an, damit ich meine Stimmung in sinnvoller Art und Weise verarbeiten kann. Da provitiert dann auch mein Stressgeplagter Körper von.

Das nächste Ziel ist eine Kur in den Osterferien. Damit ich mal von dem Alltag ganz Abstand gewinnen kann. Drei Wochen mal kein Essen kochen, nicht einkaufen gehen müssen, keine Hausafgaben machen,.....

Ich habe mich mal vor Weihnachten hingesetzt und mir mal einen Wochenzeitplan erstellt und war entsetzt. Man funktioniert halt einfach, aber bis wann? So weit soll man es nicht kommen lassen.

Ein neues Jahr und man sollte auch mit sich Inventur machen. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gutes neues Jahr und denkt mal drüber nach.

Liebe Grüße



von schwertlilie - am 03.01.2007 21:48
Liebe Sandra

Oft weiss ich auch nicht wie ich das schaffe.

Einige Punkte helfen mir manchmal.

- Suche Dir Inseln im Tag, wo Du nur für Dich was tust und wenn es nur 10 Min sind, wo Du einfach mal kurz ums Haus läufst, eine Tasse Tee trinkst und dabei Ferienfotos anschaust oder ein Kurzzeitschläfchen. D.h. Du nimmst ein Buch in die Hand und legst Dich hin. Sobald es Dir aus der Hand fällt hattest Du einen kurzen Schlaf in dem der Körper Energie tankte. Dann machst Du weiter.

- Versuche es nicht allen recht zu machen. Mir ging es lange wo. Da wussten es die Nachbarn besser oder die Grosseltern. Mach es so, wie Du das Gefühl hast, dass es stimmt für Dich und Deine Familie.

- Ich mache mir Wochen- bzw. Tagespläne. Die kosten zwar auch Zeit, aber im Endeffekt sparen sie Dir eine Menge Zeit ein. Ich gehe z.B. auch nur 1 x in der Woche einkaufen. Das spart Zeit. Gemüse und Früchte lagere ich auf dem Balkon oder im Keller. Vieles kann man heute ja auch einfrieren.

- Mir hilft es auch am Morgen den ganzen Tag einfach in Gottes Schoss zu legen oder auch mal zwischendurch einfach Gott zu bitten in dieser Situation einzugreifen und mich dabei ruhig zu machen.

- Kreativität tut mir z.B. auch sehr gut. Etwas basteln oder ein Puzzle machen, das Du irgendwo liegenlassen kannst und zwischendurch mal 10 Min. dich darin vertiefen und an was anderes denken.

So, das sind so meine Mittel, die ich Dir empfehlen kann.

LG

Marsandra

von Marsandro - am 10.01.2007 21:13
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