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ADHS ADS Selbsthilfe
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8
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Miss Piggy, Veronika Ehrenberg, Monkele, Yvonne_R.

Borderline?? bei Nichte

Startbeitrag von Miss Piggy am 06.01.2007 07:56

Hallo,

brauch mal Euren Rat.

Meine Tochter hat mir gestern erzählt, dass meine Nichte (Tochter der Schwester meines Mannes) bei ihr war. Sie hat sich ihr dann anvertraut, dass sie es zuhause nicht mehr aushält, lieber in ein Heim möchte.
Sie ritzt sich schon seit einiger Zeit die Arme auf, trägt dann Stulpen, damit die Mutter es nicht merkt.

Sie meinte, keiner hört ihr zu, niemand interessiert sich für sie oder ihre Probs.

Muss dazusagen, der große Bruder ist aus einer Kurzbeziehung, als die Mutter sehr jung war. Die Nichte aus einer Ehe, die jedoch geschieden wurde, als die Nichte noch rel. klein war.
Der Bruder wurde damals vom Ehemann adoptiert. Nach der Scheidung kümmerte er sich nicht mehr so um den Sohn, nur um die leibliche Tochter. Natürlich wuchs so der Hass ein wenig im Bruder auf die Tochter, die von jedem niedlich und nett gefunden wurde.
Er war zu der Zeit schon in der Vorpupertät und kurz darauf so richtig mitten drin und sehr krätzig. Allerdings vermutete ich damals schon immer, dass er hyperaktiv ist.

Die Mutter ging sofort wieder arbeiten, die Tochter kam in den KiGA - dann Schule und Hort bis nachmittags, anschließend ging sie zur Oma. Oder der große Bruder musste auf sie aufpassen - der damit aber auch überfordert war.

Die Mutter ist leider so wie meine Schwiemu - Hilfe? Nein, brauchen wir nicht - ist auch besser so, was denken sonst die Leute. Nach aussen immer schön den Schein bewahren.

Das Mädel erzählte, dass es zuhause nur noch kracht, die Mutter nur nocht tobt und schreit, sich der Neffe mit der Mutter schlägt etc. - danach die Mutter meist verschwindet und dann lässt der Bruder es an der Schwester aus, dass diese blaue Flecken hatten über den ganzen Körper verteilt.

Zu allem Übel ist die Nichte nun oft bei Schwiemu, weil sie nicht alleine zuhause bleiben will - und sie bei der Oma immerhin nicht geschlagen wird. Allerdings merkt diese egoistische Frau auch nicht, was mit dem Kind los ist, im Gegenteil, macht ihr noch den gleichen Druck wegen Schule etc wie die Mutter, hört ihr nie zu, sondern belastet das Kind noch ständig mit ihren eigenen Wehwechen und Probs. Hetzt das Kind gegen uns und sämtliche Leute auf. Denn es darf ja nur eine Göttin verehrt werden - nämlich Oma..... Ach, das wäre eine zu lange Geschichte.

Meine Schwiemu hat Ärger mit ihrer anderen Nichte, weil diese das Elternhaus von ihr erbte..... Die Cousine meines Mannes verlor vor ca. 1 1/2 Jahren ein Kind - weil es sich die Nabelschnur rumwickelte. Damals dachte ich, meine Schwiemu hat dies nur zu mir gesagt, dass sie sich darüber freut, der liebe Gott schon jedem seine gerechte Strafe gibt. Ich war entsetzt und habe seitdem den Kontakt zu meiner Schwiemu nach langem anderen Ärger abgebrochen. Dadurch brach auch gänzlich der eh schon wenige Kontakt zu meiner Schwägerin ab und den Kids ab.
Nun habe ich erfahren, dass sie das nicht nur auch meiner Tochter erzählte, nein, immer und immer wieder auch der Nichte.
Sie redet mit dem Kind teilweise wie mit einer Erwachsenen und lädt ihr alle Streitereien auf, die sie mit anderen hat - erzählt ihr von jedem Arztbesuch und dass sie eh nicht mehr lange lebt (ist nur psychisch - diese Frau wird uralt.....).....
Mit meiner Schwiemu reden ist zwecklos, haben viele versucht - jeder zieht sich nur noch zurück, weil ein Kontakt nur schwer auszuhalten ist.

Leider ist meine Schwägerin nicht viel besser. Ein Statussymbol ist wichtiger - einen guten Eindruck nach aussen machen - Geld besitzen um jeden Preis, lieber Tag und Nacht arbeiten - dann kriegt man auch zuhause nichts mehr mit und hat seine Ruhe.

Das arme Kind kommt dann nach all dem Stress von der Oma heim und findet zuhause auch nur chaotische Verhältnisse vor - kann mit keinem über ihre Probs reden - dort nimmt sie keiner ernst.

Sie wird nur mit Geschenken überhäuft, damit sie was zum beschäftigen hat. Dann heißt es - was willst Du undankbares Kind - hast doch alles.
Ja, an Spielen hat sie alles - nur was sie braucht nicht: LIEBE.

Ach, ich könnt mich da so reinsteigern, weil sie mir so leid tut. Ich kenne diese Familie nun lange und gut genug, weiß, warum ich mich zurückgezogen habe, weil es echt nicht zum aushalten ist.

Aber wenn sich ein Kind mit 12 Jahren die Arme aufritzt, dann muss sie einen enormen Druck haben.

Natürlich habe ich nun auch Bedenken, weil sich meine Tochter da auch reinsteigert und helfen will, sie liebt ihre kleine Cousine sehr, sie hatten immer schon einen guten Draht zueinander.

Sie bat mich nun, weil sie es alleine natürlich nicht schafft - sie hat genug eigene Probs zu bewältigen, dass ich der Kleinen helfe.
Nur ich bin im Moment damit selbs überfordert, da wir ja keinen Kontakt haben.
Sie muss aber nun schon geäußert haben, dass sie gerne mehr Kontakt zu ihrem Onkel hätte.

Ich habe nun zu meiner Tochter gesagt, sie soll sie zu sich einladen - ohne Mutter und dann mit ihr mal bei uns vorbeikommen.
Nur, wie baue ich so schnell als möglich ein Vertrauensverhältnis auf zu ihr, damit sie sich uns anvertraut. Denn eigentlich dürften wir ja nichts wissen, weil sie so große Angst vor der Reaktion der Mutter hat.
Die würde es nur versuchen aus ihr rauszuschreien oder rauszuprügeln.
Sie darf ja niemand was von den Verhältnissen zuhause erzählen - muss schweigen und erdulden.

Einfach mit der Mutter reden - das wird schwer werden - dann leidet die Kleine noch mehr. Meine Schwägerin wird die Kleine als Lügnerin hinstellen und die bekommt es danach noch vermehrt ab.

Was kann ich nur machen? Würde so gerne helfen, denn wenn sie das jetzt schon macht - keine Hilfe bekommt, was wird dann aus ihr?

Habt Ihr Rat? Lieben Dank. Da kann ich nun nicht einfach wegsehen und nichts tun.

LG Rita

Antworten:

Liebe Rita,

ich finde es einen ganz großen Vertrauensbeweis von Deiner Nichte, dass sie sich Deiner Tochter anvertraut hat. Allerdings entsteht daraus auch eine ziemlich große Verpflichtung ... da ist ein Rat nicht einfach.

Ich glaube aber, dass Dein Plan, dass Deine Tochter mit Deiner Nichte mal zu Euch kommt gut und richtig ist.

Das Mädchen braucht eine "Insel", wo sie sich verkrümeln kann, wo sie sich sicher fühlt, sich angenommen vorkommt, wo mal sie die "Hauptrolle" spielt, wo sie nicht als Mülleimer für alle Probleme herhalten muss.

Zumindest das kannst Du versuchen ihr zu geben. Einen Zufluchtsort.

Die Frage ist nur, kann man das vor der Mutter geheim halten? Wenn sie es wüßte, dass das Mädchen Kontakt zu Euch hat, kann es sein, dass sie erst recht ausrastet und was tut man dann? Jugendamt??? Aber da das Mädchen ja selber lieber in ein Heim gehen würde als weiterhin zu Hause zu wohnen - vielleicht nicht die schlechteste Lösung.

Ich hoffe, dass Dir hier jemand anderer noch einen Rat geben kann, da wir Gott sei Dank damit keine Erfahrung haben.

Auf alle Fälle würde ich versuchen, ihr das Gefühl zu geben, dass sie jederzeit kommen kann.

Ich drücke Euch und Eurer Nichte ganz fest die Daumen, dass ihr eine Lösung finden könnt, auch wenn das sicher nicht von heute auf morgen geht.

Alles Liebe

Monkele

von Monkele - am 06.01.2007 22:09
Liebe Monkele,

danke für Deine Antwort. Ja, die Verantwortung - ehrlich, ich fürchte mich davor, denn die ist wohl wirklich in dieser Familie doppelt so schwer zu tragen. Hilfe von keinem Verwandten zu erwarten.

Und ehrlich gesagt war ich so froh, dass es bei uns nun eigentlich so ganz gut läuft.

Aber ich kann da einfach nicht anders. Ich habe nun mal davon erfahren - zum Glück - und da muss ich einfach helfen. Augen zu und durch - wird schon werden - das bin ich nicht.

Ich dachte mir das gleiche wie Du. Erst mal langsam Vertrauen aufbauen. Ich glaube nicht, dass meine Schwägerin ausflippt, wenn sie unsere Tochter mit zu uns nimmt. Es muss halt aber unauffällig sein. Erst mal muss ich wirklich langsam Vertrauen aufbauen zu der Kleinen. Ich will mir erst mal selbst ein Bild machen.

Göga wollte sofort seine Schwester anrufen und sie sich zur Brust nehmen - wollte sich sofort seinen Neffen greifen....
Aber ehrlich, ich finde das keine gute Idee. Man muss erst mal sehen, was wirklich genau los ist, behutsam schauen, wie man an die Sache rankommt. Und der Junge hat doch selbst massive Probleme. Meine Schwägerin ist keine einfache. Sie tut nach aussen so eisern - so mutig und stark. Sie erzählte überall rum, welch tolles Verhältnis sie immer schon zu den Kindern hatte - weil sie ist ja eine perfekte Mutter. Alle anderen gab sie tolle Ratschläge - wenn nun das Kartenhaus plötzlich auseinanderbricht - die dreht durch.
Sie kann sich keine Fehler eingestehen.

Ans Jugendamt dachte ich auch schon - aber da muss das Mädel dann entscheiden und mitmachen - wirklich erst dann, wenn nichts anderes mehr geht. Denn sofort werden die eh nicht einschreiten - und wenn, dann mus gewährleistet sein, dass die Mutter sich helfen lässt. Sonst wird es schlimmer -bzw. kommt die Klene echt raus dort. Ob sie das aber wirklich will?
Ich will so helfen, dass ein Zusammenleben dort wieder mögilch ist. Wird sicher ein hartes Stück Arbeit.
Erst mal werde ich auch schauen, dass wir dem Kind das Gefühl geben, sie kann und darf jederzeit zu uns kommen - uns anrufen, wenn was ist, wir sind für sie da und nehmen ihre Probleme ernst.

Sie hat sich unserer Tochter wohl auch anvertraut, weil die ihr erzählt hat, dass sie selbst solche Probleme hat - auch früher mit uns, weil sie so schwierig war - eben heute erst weiß, dass sie ADS hat.
Die Kleine meinte, erzähl das ja nicht Oma - die glaubt das nicht, die meint nur, Du bist verrückt..... Das meinen sie von mir dann sicher auch.....
Meine Tochter erzählte halt, dass ich so gedrängt habe, dass sie sich testen lässt, dass sie mit uns über alle diese Dinge redet und wir sie unterstützen.
Dann muss das Mädel geweint haben und meinte - das wünschte sie sich auch...... dass sich mal jemand um sie so kümmert....
Denke, sie erwartet auch Hilfe von uns - sie hat sonst echt niemand. Dort haben alle ihre eigenen Probleme... sehen die aber nicht als Problem an, sind aber trotzdem überfordert.

Erst heute Abend erzählte mir meine Tochter, dass sie mittlerweile erfahren hat, dass sie schon Kontakt zu Punker und Jugendlichen mit Alkoholproblemen aufgenommen hat, weil die sie verstehen.......
Es muss echt schnell Hilfe her.

LG Rita



von Miss Piggy - am 06.01.2007 22:39
Hallo Rita,

ich muss Monkele zustimmen... wenn Deine Nichte wirklich schon freiwillig ins Heim gehen würde, dann wäre es vernünftig (natürlich mit vorheriger Absprache Deiner Nichte) das Jugendamt einzuschalten.
Das heißt ja nicht gleich, daß sie von daheim weg kommt. Aber es könnten durchs Jugendamt Schritte eingeleitet werde, die das Familienleben (hoffentlich) verbessern.
Ein ernstes Wort vom Jugendamt an die Eltern und regelmäßige Kontrollen wäre ein erster Schritt.
Vielleicht ein Betreuer, der die Familie bei Überforderung unterstütz und zeigt wo die Probleme liegen.

Man kann dann nur hoffen, daß die Probleme in der Familie endlich erkannt werden und die Mutter dann nicht Ihren Frust auch noch an Deiner Nichte auslässt.
In diesem Fall muss sie wissen, daß Ihr immer für sie da seid!

Auf jeden Fall sollte man Handeln bevor Deine Nichte sich noch mehr antut.

Leider kann ich die Situation nicht einschätzen, weil ich die ganzen Umstände nicht kenne. Aber aufgrund deiner Erzählungen wäre das eventuell eine Lösung.

Würde mich freuen, wenn Du uns auf dem Laufenden hälst.
Drück Dich und wünsche dir viel Kraft!

Yvonne



von Yvonne_R. - am 07.01.2007 10:27
Hi Yvonne,

ich werde jetzt erst mal schauen, dass wir ihr Vertrauen gewinnen. Sofort das JA einschalten kann ich nicht, solange ich nicht wirklich weiß, was Sache ist. Der Schuss könnte nach hinten los gehen. Wenn die erst mal den Eindruck haben (was bei meiner Schwägerin der Fall sein könnte bei ihrem äußeren Aufreten) dass ja alles gar nicht so schlimm ist - diese Erfahrung habe ich bei einer ehemaligen Nachbarin erlebt - dann machen die nicht mal was.
Für meine Nichte könnte es aber noch schlimmer werden.

Ich werde das machen, was ich mir selbst schon vorgenommen habe - und Monkele auch schon erwähnte. Wir werden versuchen ihr Vertrauen zu bekommen - wieder einen Kontakt herstellen (den wir ja abgebrochen haben mit der Mutter) und ihr eine Wohlfühlinsel bieten. Eine Rückzugsmöglichkeit, wo sie nicht mit Problemen zugemüllt wird, sondern wo man mit ihr normal spricht - sich um sie kümmert, mit ihr lernt - Spiele spielt und sie auch mal in den Arm nimmt und mit ihr knuddelt, wenn sie es braucht.

Und sollte sich die Lage nicht bessern, an meine Schwägerin kein Rankommen sein, dann werde ich zusammen mit der Kleinen zum JA gehen.
Sollte die Mutter einem Familienhelfer (der sicher Sinn machen würde - und was ich mir auch dachte) nicht zustimmen - einer Therapie ebenso wenig, dann mal sehen, ob ich mit unserer früheren Therapeutin mal Kontakt aufnehme und sie frage, was sie zu dem Fall meint und ob sie nicht helfen könnte.
Evtl. dürfte ich mal mit dem Mädel so zu ihr - notfalls übernehme ich die Kosten für ein Gespräch.

Als erstes habe ich mich hingesetzt und mal sämtliches gegoogelt, was ich über Borderline-Syndrom gefunden habe.
Alles würde passen, was ich gelesen habe, was Boderline auslöst.

Aber meine Vermutung, dass ich dieser Familie noch mehr ADS-Fälle vorkommen, verhärtet sich immer mehr. Obwohl ich es weniger von meiner Nichte vermute - eher von Schwiemu - meine Schwägerin und der Neffe. Ich denke, die Kleine leidet eher darunter, dass der Rest der Familie das eigene Leben nicht auf die Reihe kriegt, sie für jeden da sein soll und ihr zu viel Verantwortung auferlegt wird. Denn jeder kommt zu ihr als 12-jährige an mit seinen Problemen. Das ist nicht normal, das ist zuviel für sie. Sie darf ja kein normales Mädchen mehr sein.
Und die Mutter verlangt Perfektionismus von den Kids - den sie selbst nicht hat. Denn: es soll den Kindern ja mal besser gehen....
Die Kinder sind aber überfordert. Ich habe oft damals versucht mit meiner Schwägerin zu reden, das unser Neffe mit der Realschule total überfordert war - er rackerte und rackerte - sie meinte - nö, der kriegt seinen Arsch nur nicht hoch und ist zu faul. Da siie selbst "nur" den Quali hat - sollten die Kids wenigstens die Mittlere Reife schaffen. Der arme Kerl durfte dann teilweise ewig nicht rus, bevor die Noten nicht besser wurden - einmal ein halbes Jahr am Stück!!!
Und da haben viele versucht mit ihr zu reden.... auch die Lehrer haben auf sie eingeredet, der Sohn geht unter, wäre absolut nicht geeignet, er will - aber er kann nicht. Sie meinte nur, der könnte, wenn er wollte.
Er war so fix und fertig, wurde immer aggressiver - je aggressiver er wurde - umso strenger sie. Es war ein Teufelskreislauf, sie hat es damals schon nicht kapiert.
Wir hatten den gleichen Fall - unser Großer hatte super Noten - kam auf die RS und stürzte ab. Er hat gebüffelt, hatte aber solche Versagensängste, wir konnten machen was wir wollten. Er kam einfach mit der RS-Situation - mehr Lehrer - versch. Klassenräume etc. nicht so zurecht. Wieder zurück auf der HS - er hatte nur noch super Noten - sein Verhalten wurde wieder vollkommen normal - er war wieder ein glückliches Kind.
Das dürfen die Kids meiner Schwägerin nicht sein - es müssen "perfekte" Kinder sein - ob glücklich oder nicht.

Na, ich hoffe wirklich, wir können helfen. Erst mal werde ich für sie da sein. Werde mal schauen, ob wir den Großen nicht auch mal zu uns bekommen und mal wirklich ganz ruhig mit ihm reden - ihm klar machen, dass wir sehen, dass auch er leidet.
Er ist zwar schon 20 - aber braucht trotzdem noch die Liebe und Fürsorge, weil er die jahrelang nicht bekam.
Wie soll er die dann weitergeben? Haben beide nur immer Kälte erfahren. Wer keine Liebe erfahren hat als Kind - kann sie als Erwachsener nur schwer weitergeben.

Danke noch mal für Euren Zuspruch.

LG Rita



von Miss Piggy - am 07.01.2007 13:27


Liebe Rita,


es ist heftig, was ihr euch da noch alles aufbürdet.....hast du doch in eurer Familie schon einiges an Kämpfen.

Aber wenn ich gaaaaanz ehrlich bin.......ich würde ganz genauso handeln. Könnte auch nicht zuschauen.....zumal es auch noch in der eigenen Familie ist.

Du handelst schon richtig...... hoffe aber so sehr für eure Familie, dass dadurch bei euch nichts auf der Strecke bleibt.

Du weisst, was ich meine.......hoffe du kennst mich mittlerweile gut genug ?!?!?!


Ganz liebe Grüsse von

Vero

von Veronika Ehrenberg - am 07.01.2007 16:23
Hi Vero,

ich verstehe Dich schon... und ich habe davor Angst. Aber da ist ein Kind ohne richtige Lobby, kann sich nicht wehren und braucht Hilfe.

Soll ich es alleine lassen? Nein, Vero, dass kann ich echt nicht.
Sie hat niemanden sonst. Und alle anderen aus der Verwandtschaft machen schon die Augen zu - weil es ihnen zu unbequem ist.

Weißt Du, im Moment läuft es mit meinen Kids ganz gut - habe da also nun mehr Luft.
Also nochmal wieder Ärmel hoch. Die Kleine ist es wert - sie ist ein liebes Mädel und sehr sehr intelligent. Es wäre so sehr schade um sie. Nichts zu tun, das könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Stell Dir vor, da passiert mehr - ich würde mir ewig Vorwürfe machen.

Du kennst mich nun schon einige Zeit näher Vero - ich verspreche Dir, ich mache nur so viel, wie ich einigermaßen Kräfte mäßig schaffe und ich hole mir Hilfe dazu.

Habe lange überlegt - werde die frühere Therapeutin meines Sohnes anrufen - eigentlich eine liebe Frau. Hatte zwar leider wenig Erfahrung mit ADS - aber sonst eine einfühlsame kluge Frau - sie hat evtl. noch mehr Tipps für mich im Umgang - besonders, was das Vertauen aufbauen bedeutet.
Alleine wage ich mich da doch nicht ran.

Und für mich - da suche ich schon weiter Ausgleich. Werd ich irgendwie auch noch schaffen.

Dafür bin ich viel zu sehr "Muttertier" um das Mädel hängen zu lassen.

Und wenn ich alleine nicht weiterkomm - dann schreie ich hier wieder gaaaaanz laut um Hilfe. Und mein "Machma" ;-) hat mir versprochen, er unterstützt mich hier mit - weil es immerhin ja auch um seine Nichte geht.

LG Rita



von Miss Piggy - am 07.01.2007 18:32

Re: Borderline?? bei Nichte Nachtrag

... mir ist grade noch eingefallen ... unser Diakon beschäftigt sich sehr mit Familienangelegenheiten.

Den sehe ich ja am Samstag sowieso, er kommt auch noch mit zur Feier, weil er sich so um uns und unsere Familie gekümmert hat, haben wir ihn mit eingeladen.

Das ist ein sehr feinfühliger Mensch, vielleicht kann er mir auch paar Tipps geben, zumindest evtl. etwas psychologischen Beistand, wenns mir zu viel wird. Der ist auch verheiratet, hat selbst Kinder und hat hier bestimmt auch Verständnis dafür.

Und evtl. wäre der als doch eher neutraler Vermittler gar nicht so schlecht.

Aber erst mal schauen, was er dazu meint. Werde mich mal mit Göga kurzschließen und schauen, ob es ihm recht ist. Wenn nicht, mir auch egal, dann rede ich alleine mit ihm.

Irgendwas muss ja geschehen, irgendwo muss ich anfangen. Aber alleine wie gesagt, ne, das traue ich mir doch nicht so zu, denn ich habe gesehen, wie emotional es mich trifft. Wenn ich dann hinterher selbst niemand zum reden habe (ja, o.k., ich weiß, hier darf ich es mir von der Seele schreiben ;-)) dann packe ich es sicher nicht so einfach.

JA habe ich einfach im Moment noch nicht so ganz das Vertrauen, das behagt mir noch nicht so. Nur im wirkl. Notfall.

LG Rita



von Miss Piggy - am 07.01.2007 19:01
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