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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Veronika Ehrenberg, Gabriele Ophuis, Agnes69, schwertlilie, HanneM, Chr.Heim

Das Warteloch

Startbeitrag von Gabriele Ophuis am 09.01.2007 14:36

Hi Leute,
es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet hab. Das liegt aber nicht daran, dass ich hier nicht reingeschaut hab, sondern daran, dass ich als ADS-Frischling noch nicht so viel weiß und nciht so viel Wissenswertes schreiben kann.

Heute wende ich mich mal wieder in Verzweiflung an euch. Der ausschlaggebende Punkt: ich wurde gestern von der Kindergärtnerin ins Personalbüro zitiert.

Aber mal von vorn: Leon wird zur Zeit getestet. Nach mittlerweile 4 Monaten Wartezeit auf einen Termi nim SPZ, wurden jetzt EEG und Sprachtest gemacht. Psychologe und Abschlußgespräch stehen noch aus.

Ergo läuft an, aber durch Weihnachten war viel Leerlauf und es dauert bis sich da was sichtbares tut.

Laut Leons behandelnder Ärztin sollen wir (d.h. Arzt, Mutter und Kiga-Erzieherin) uns jetzt im Jan. zusammensetzen um weiteres Vorgehensweisen zu besprechen. Allerdings sollen wir erst die Ergebnisse des SPZ abwarten.

Gestern kam dann der erste Hammer: Frau Katzmarek, Leons Erzieherin rief mich ins Personalbüro für ein 4 Augen Gespräch. Sie sprach mich darauf an, das Leon immer aggressiver wird, Kinder bedroht und teilweise auch schlägt, nur um seinen Willen zu kriegen. Das Gespräch kam das auch auf das Thema Scghule und laut Erzieherin deutet alles auf eine "Sonderschule" also zumindet keine normale Schule.

Dann kam heute der zweite Hammer: Ich rief im SPZ an und wollte mal fragen wann es weitergeht: in 3 - 4 Monaten!!!! Erst dann sind wieder Termine frei. Ich kann doch jetzt nicht mehr so lange warten.

Ich weiß im moment nciht wo mir der Kopf steht. Ich mache und tue, versuche und überlege, damit es besserwird. Ich renne hier hin und da hin. Einmal heißt es "es ist meine Schuld, ich erziehe ihn nciht richtig", dann heißt es "die Wohnugn ist es, zu klein, kein Raum für Entwicklungsmöglichkeiten" wir solle ni neine Sozialwohnung. (Anmerkung: wir wohnen in einer kleinen aber leibevoll eingerichteten Wohnung bei meinen Eltern unterm Dach, zahlen keine Miete - ne Mietswohnugn könnten wir uns nicht leisten).

Das mag sich jetzt blöd anhören, aber was ändert sich nach der Diagnose. Was waren eure Erfahrung? Passiert da wirklich was oder pendelt das sich irgendwie so ein?

Seit 2 Tagen liege ich nur noch im Bett und heule, ich kann nicht mehr.

Bin für jedes ehrliche Wort dankbar.

Liebe GRüße
gabi

Antworten:

Hallo Gabi!

Lass Dich mal ganz fest drücken! Besch...eidene Situation, das!

Ich bin zwar auch noch nicht eine von den ganz Erfahrenen, aber immerhin ist bei meinem Junior (9) die Diagnose schon durch, und er bekommt Medis. (Übrigens hat mir der Austausch hier so viel Freude gemacht, dass ich einfach von Anfang an mit-drauflos gequatscht habe. Die Mädels hier sind zu jedem nett.)

Ich finde das schrecklich, dass Ihr so hängengelassen werdet! Ich hoffe, Ihr haltet noch halbwegs durch, bis die Diagnose da ist! Dann wird Dein Leon, so wie ich das sehe, bestimmt Medikamente verordnet bekommen, weil die Problematik so ausgeprägt ist. Wie stehst Du zu den Medis? Hast Du da Bedenken? So geht es nämlich vielen.

Meine Erfahrung ist, dass das Kind mit Hilfe der Medis endlich so sein kann, wie es will, und nicht mehr von seinen Impulsen herumgeschubst wird. Die Einstellung auf die richtige Dosis kann ein paar Probleme mit sich bringen, aber wenn man das geschafft hat, hat das Kind eine weitaus bessere Chance, zu lernen, wie es mit seiner besonderen Art, wahrzunehmen und zu reagieren umgehen kann. Dann bestehen auch ganz gute Aussichten, nach einiger Zeit die Medikamente wieder reduzieren oder gar weglassen zu können.

Ebenso wichtig sind natürlich die anderen Therapien, aber von denen profitiert das Kind umso mehr, wenn es sich (mit Hilfe der Medis) ordentlich darauf konzentrieren kann.

Also ich bin sicher, dass es besser wird. Bitte vielleicht die Erzieherin, dass sie bis dahin noch ihre ganze Geduld zusammenkratzt, und Deinen Sohn so gut wie möglich unterstützt. Weiß sie genug über ADS? Würde sie Broschüren lesen, die Du ihr gibst? Es ist wichtig, dass ihr klar ist, dass es kein Erziehungs- sondern ein Stoffwechselproblem ist.

Das Argument mit der kleinen Wohnung finde ich übrigens auch komisch. Er ist ja nicht mit Geschwistern zusammengepfercht (das könnte die Situation wirklich erschweren), und Du gehst doch mit ihm raus, oder?

Bestimmt können Dir hier noch andere Zuspruch und Rat geben!
Von mir erstmal ein Kraftpaket!

Agnes

von Agnes69 - am 09.01.2007 16:02
Liebe Gabi,

dies haben wir alle hier hinter uns oder mal wieder vor uns.

Damals mußte ich die Schule, 6.Klasse um 8 Wochen Geduld bitten, dies war genau 2002/2003 um diese Zeit.

Chris wurde mit Ritalin eingestellt, dann hat er während der Schulzeit seine weitere Dosis weggeworfen, sodaß sie die Tabl. in der Klasse fanden,
dann mußte ich wieder um Geduld bitten, er wurde auf Concerta eingestellt,
dann mußte ich um Geduld bitten, da die freien Therapieplätze erst ab 8-9 Monaten erhältlich waren,

und so geht es weiter.

Ich kann dir nachfühlen, zur Zeit sieht es bei uns auch sehr grau aus,
man hat Herzrasen, kann nur heulen und und und

aber schau dir dein Kind an,
er hat doch auch seine positiven Seiten, die nur du kennst,
erfreue dich daran,

und leider hilft nur sich in Geduld üben,

das sagt die Richtige,
an Geduld mangelt es mir auch,
dann heule ich mich bei meiner Mutter aus, bekomme Streicheleinheiten und dann geht es wieder,
und diese Streicheleinheiten gebe ich an unseren chris weiter und weiß er ist was besonderes.

Du kannst leider nichts anderes machen, als abwarten.
Mache dich nicht verrückt, du brauchst die Kraft für deinen Sohn und laß dir bloß nicht einreden du oder die Wohnung oder sonstwas ist schuld.

Hab bitte Geduld.

Liebe Grüße

Hannelore

von HanneM - am 09.01.2007 19:43

Hallo Gabi,

kann dich so gut verstehen und glaube, dass du den Kopf am liebesten in den Sand stecken möchtest.

Das ganze haben fast alles hier hinter sich....
Ich weiss, dass ist nur ein ganz schwacher Trost für dich.

Auch wir haben acht Monate auf den ersten Termin gewartet....es war die Hölle.....aber die Zeit ist rum gegangen.

Und wir haben viel ausprobieren müssen bis wir die richtige Einstellung der Medis hatten.

All' das hat sich alles in Allem über Jahre hinweg gezogen...das können dir viele hier bestätigen.

Aber unsere Geduld hat sich gelohnt und unsere Kinder profitieren heute davon, dass wir all' diese Geduld aufgebracht haben.

Im Moment bist du ungeduldig....verstehe ich....aber du wirst noch sehr viel Geduld aufbringen müssen ;o)

Du bist hier im Forum sehr gut aufgehoben und wenn es brennt, hat immer jemand ein offenes Ohr oder aber ein liebes Wort für dich..... du bist hier nicht allein Gabi.

Hier sind gaaaaanz vile liebe Menschen die dir helfen.... du wirst es merken.

Ich schicke dir nun erst einmal einen ganzen Arm voll Geduld
und gaaaanz viel Kraft um stark für dein Kind zu sein.

Herzliche Grüsse von

Vero ;o)



von Veronika Ehrenberg - am 09.01.2007 20:19


Gabi....

lass dich bloss nicht verrückt machen wegen der Wohnung !!

So einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört.

Ein Kind kann sich überall gut entfalten, wo es mit Liebe, Geborgenheit und Fürsorge aufwächst.
Da spielt es keine Rolle, ob die Wohnung 50 oder 70qm gross ist.

So dümme Sprüche machen mich wahnsinnig...


Gute Nacht wünscht

Vero



von Veronika Ehrenberg - am 09.01.2007 20:24
Hallo Gabi,

vielleicht kannst du die Erzieherin bitten, sich mit einzuschalten. Wenn es von offizieller Seite kommt, sind die Wartezeiten oft kürzer. Wenn du eine offizielle Stellungnahme vom Kindergarten hast, dass dringend Handlungsbedarf da ist geht es sicherlich schneller. Die Erzieherin wird sicherlich damit einverstanden sein, sie scheint ja auch mit Leon überfordert zu sein, und ist an einer raschen Lösung interessiert.
Auch ein Anruf von eurem behandelnden Arzt (ist sicher der KiArzt, oder !) im SPZ beschleunigt das ganze sicherlich.
Einen Versuch ist es allemal wert.

Gibt es bei euch eine Erziehungsberatungsstelle? Bei uns läuft das über das Diakonische Werk. Das wäre auf jeden Fall mal ein Anlaufpunkt für dich um die lange Wartezeit zu überbrücken.
Dort läuft alles viel unbürokratischer ab (du brauchst keine Versichertenkarte!) und es gibt da Therapeuten, die dir sicherlich schon mit vielen Tips und Ratschlägen beistehen können, und dich vor allen Dingen etwas "aufpeppeln" können. Unser Kindergarten damals empfahl mir die Beratungsstelle und veranlasste dort auch einen Termin. (Der dann innerhalb 3 Wochen zustande kam). Obwohl die auch 2 Monate Wartezeit hatten. Der damalige Therabeut kam dann sogar in den Kindergarten um Lukas zu beobachten, und hat dann zusammen mit uns und der Kindergärtnerin weitere Vorgehensweisen besprochen. Es gab dort auch eine Spielgruppe an der Lukas teilnahm, da das Sozialverhalten bei ihm auch ein großes Problem war. Dort werden auch Einschulungs-Tests gemacht. Ich hatte damals so meine Zweifel ob Lukas die Regelschule besuchen kann. Wir fanden dort im Lauf der letzten 5 Jahre immer wieder Hilfe und vor allen Dingen "offene Ohren". Meine Nächster Termin dort wird wahrscheinlich die Testung auf Dyskalkulie sein.

Ich hoffe ich konnte dir ein bißchen helfen.
Laß den Kopf nicht hängen, es kommen auch wieder bessere Zeiten!

LG
Christel

von Chr.Heim - am 09.01.2007 21:47
Hi,
danke für die lieben Worte. Tja so manchmal hängt einem das Leben zum Halse raus.

Hab jetzt wieder den Kopf oben und den Weg nach vorn eingeschlagen. Morgen telefoniere ich mit der Ärztin vom SPZ dass wir den Psychologentermin weglassen können, da LEon bei seiner behandelnden Ärztin (Psychiaterin und Kinderärztin) psychologisch untersucht werden kann und das schneller geht.

@ agnes: wegen den Medis. Klar hat man als erstes den Satz "ich setz mein Kind unter Drogen" im Kopf, aber ihc bin mittlerweile soweit das ich sage,"wenn es hilft, ist es ok". Ich würde sogar mittlereile Handauflegen und spirituelle Riten in Betracht ziehen, wenn es eine Chance geben ürde das die helfen.

Ich glaube das das Problem das LEon mit sich hat, sic hirgendwann gibt. Das er in einem bestimmten Alter (wenn der Kopf anfängt über sihc nachzudenken) klarer sieht und offener wird. Das war bei mir ähnlich. Allerdigns mußte ich erst vorher heftig auf die Nase fallen und das will ich ihm ersparen.

Gehen denn eure Kidies auf normale Schulen. Ich will nicht, das meinen Sohn ein Stempel aufgedrückt wird, wenn er späte rauf die "Sonderschule" muss.

Liebe GRüße
gabi

von Gabriele Ophuis - am 10.01.2007 05:04
Liebe Gabi!

Schön, dass Du wieder ein bisschen nach vorne schauen kannst!

Also das mit dem Handauflegen lass vielleicht lieber. Ich glaube zwar dran, dass Gott auch heute noch heilt, aber die - auf gut wienerisch - "Taschlzieherei", die die verschiedenen selbstberufenen Wunderheiler betreiben, bringt sicher gar nix. Wenn Du gläubig bist, dann ist es sicher sehr gut, wenn Du für Dein Kind betest. Ansonsten halte Dich an Medis und sonstige erforschte Therapien.

Meine beiden großen gehen in die normale Volksschule und haben ziemlich gute Noten. Von Anfang an war klar, dass die Probleme meines Sohnes alleine beim Verhalten und nicht bei der Leistung liegen. Sein IQ wurde auf 130 beurteilt, und viele ADS-Kinder sind ja hochbegabt.

Wichtiger als der Schultyp sind die Menschen, mit denen Ihr es dort zu tun habt: Der Direktor und die Lehrer - ob sie verstehen, worum es geht, und Euch unterstützen, oder ob sie nur meckern und blöde Sprüche schieben. Wenn Du Dich hier ein wenig durchschmökerst, wirst Du bei den Erfahrungen auf alle Variationen stoßen.

Ist die Erzieherin bereit, Euch zu unterstützen?
Halt uns auf dem Laufenden!

Liebe Grüße
Agnes

von Agnes69 - am 10.01.2007 11:23
Hallo Gabi,

ich kann mich da nur Agnes anschließen. Versuche doch einfach deine Sorgen im Gebet dem Herrn abzugeben.

Alleine die Gedanken zu sammeln und sie auszusprechen hilft mir schon unheimlich. Es gibt mir immer wieder neue Zuversicht, dass ich mit den Problemen nicht alleine da stehe und entscheiden muss.

Er lässt uns nur so viel Leid ertragen, wie wir tragen können. Da bin ich mir durch viele Erfahrungen ganz sicher.

Versuche es doch einmal es kostet sogar nichts.


Liebe Grüße



von schwertlilie - am 10.01.2007 21:17
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