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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
josiane, dariana, Miss Piggy, Birgit 1

Wechsel zu Strattera

Startbeitrag von Birgit 1 am 15.01.2007 19:30

Hallo zusammen,

heute hatte ich einen Termin beim KiDoc.
Bei meinem Sohn liegt wohl eine Angststörung vor,und er soll deshalb behandelt werden.
Habe nun also die aufgabe einen Psychologen zu finden,der sich mit der Thematik auskennt,und wir nicht 1 Jahr auf der Warteliste stehen.

Was mir aber zu denken gibt,ist die Aussage des Arztes,das bei meinem Sohn in dem Falle Concerta das falsche Medikament wäre.
Und er umstellen möchte auf Strattera.Und zwar in den Osterferien,weil Strattera auch ein Antidepressiva wäre.

Ich sitze nun schon den ganzen Nachmittag zu Hause,und denke darüber nach.
Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit Concerta (das leidige Thema Essen mal aussen vor gelassen),und sehe keinen Grund zu wechseln.Unser Leben ist um einiges ruhiger geworden,und bei weitem nicht mehr so nervenaufreibend,wie noch vor einigen Monaten.Auch in der Schule läuft es besser,das Schriftbild hat sich deutlich verbessert,und auch bei den Hausis ist einigermaßen friedlich.
Ich sehe also keine Veranlassung zum wechseln.
Die Angststörung war ja auch schon vorher da,bevor wir mit den Medis begonnen haben,hat sich in den letzten 3 Monaten auch nicht verschlimmert.

Mich irritiert auch etwas die aussage,das Strattera ein antidepressiva ist.
Bei meinem Sohn hatte ich bisher noch keine Anzeichen von einer Depression festgestellt.
Der Kipsy meinte lediglich er wäre emotional angespannt.
Ansonsten ist mein Sohn ein ausgesprochen fröhlicher,aufgeschlossener,teils frecher,und vorlauter Junge.
Manchmal kann ich diese Wandlungen selbst gar nicht verstehen.Es ist als stünde ein ganz anderes Kind vor mir.
Und die Situationen in denen mein Sohn unter der Angststörung leidet....ich weiss wirklich nicht ob ich das unter Depression verbuchen soll.
Er hat halt meist,wenn das auftritt,fürchterliche Angst sich vor anderen zu blamieren.

Z.B. beim Vorlesen in der Schule,beim Gedichtaufsagen,verweigert er sich total,ebenso schweigt er im Stuhlkreis.Und möchte auch nicht,das ihm an seinem geburtstag vorgesungen wird.
Bei den Zeltlagern der Pfadfinder hat er bis heute nicht teilgenommen,und ich bin sicher,würde er sich dazu überwinden,der würd den zeltplatz freiwillig nicht mehr verlassen.

Ich bin ratlos momentan,und weiss nicht was tun.
Eigentlich geht es mir gegen den Strich das Medikament zu wechseln,und ich würde gerne beim Concerta bleiben.

Was würdet Ihr tun ?

LG
Birgit

Antworten:

Hallo Birgit,

ich kann Deine Zweifel gut verstehen.

Wenn Du so zufrieden bist - eigentlich keine Veranlassung zum Wechseln siehst, würde ich diese Bedenken dem Arzt klar sagen.

Unser Sohn hat auch gewisse Ängste - aber unser Doc gab uns erst mal Medikinet - wir haben auch Equasym probiert - aber ich bin dann wieder auf Medikinet zurück - weil wir da die besten Erfolge hatten.

Ich würde denke ich dabei bleiben, wenn ich selbst das Gefühl habe, meinem Kind geht es damit gut. Denke, Du kennst Dein Kind am besten.

Ich kenne mich jetzt allerdings noch nicht so aus, welches Medikament wirklich für welche Art von ADS am besten ist.
Wir haben mit Medikinet angefangen und bisher guten Erfolg damit.

Wenn die Ängste nicht so schlimm sind - und auch hier kleine Erfolge sichtbar sind - dann würde ich selbst auch keine Veranlassung zu einem Medi-Wechsel sehen. Denn ein Mediwechsel ist für die Kids auch nicht immer so ganz ohne.

Ich würde nur wechseln, wenn überhaupt kein Erfolg mit dem Medikament wäre - oder dadurch die Ängste ausgelöst worden wären.
Aber Du schilderst ja, die waren vorher schon da.

Es ist auch nicht jeder gleich. Also ich persönlich habe laut Doc kein ADS - habe aber auch verschiedene Ängste. Ich bin selbst aber noch nicht mal auf die Idee gekommen, die zu therapieren - weil ich halt so bin, wie ich bin und damit gut klar komme - ich mag nicht unbedingt vor einer Versammlung an Menschen eine Rede schwingen - alleine wo hingehen mag ich auch nur bedingt.
Wenn es drauf ankommt - o.k., ich kann es dann wohl - aber mit großer Überwindung.
Mein Junior ist da genauso. Er gab lange Zeit niemandem fremden die Hand - mal holt er sich bei Mc Donalds selbst was - mal muss unbedingt jemand mit. Verlässlich schafft er so was noch nicht.
Ganz alleine zu einer Freizeitaktivität - z.B. von der Kirche aus etc. - das schafft er auch noch nicht.

Vom Sportverein fahren sie jetzt dann in ein Trainingslager - da will er mitfahren - aber auch nur, weil sein Trainer gleichzeitig sein Taufpate ist - und er da alle kennt.
Sonst wäre da keine Chance ihn mitzubekommen.
Zudem fährt wohl sein Papa als Betreuer mit - hat er früher schon beim Großen gemacht.
Er braucht auch immer Sicherheiten. Gewisse Ängste halte ich persönlich auch für normal und einiges hat sich bei meinen Großen von selbst gegeben - je älter sie wurden.

Ich würde nochmal reden mit dem Arzt und sagen, sollte sich da mit den Ängsten gar nichts ändern - oder sie schlimmer werden, dann kann man ja wechseln.
Eine zusätzliche Verhaltenstherapie bezügl. der Angst halte ich aber schon für sehr sinnvoll.

LG Rita



von Miss Piggy - am 15.01.2007 20:38
hallo birgit :-)

wir hatten concerta + 10 mg strattera als dauermedikation...sie schlief besser und albtraumfrei ...nach einiger zeit stieg das aggressionspotential meiner tochter etwas an und wir entschieden uns strattera wieder abzusetzen..

das ging eine zeitlang gut und dann kamen wieder die schlafstörungen und die albträume und wir geben seit einer woche wieder 10mg strattera dazu

bereits in der zweiten nacht schlief sie wieder durch und hatte keine albträume mehr

es ist sicher keine ideallösung , aber für meine tochter im moment die lebenswerteste

viele grüsse
dariana



von dariana - am 15.01.2007 20:53
Hallo Birgit,

Seit einige wochen nimmt unsere Tochter Strattera, ich habe ein paar berichte darüber geschrieben in dieser Forum, du brauchst ein bessien Zeit es ist doch einiges.

Ich kann deine bedenken verstehen da ich die selbe hatte. Aber wie die andere denke ich das du dein gefühl folgen musst.

Einer der gründe von unsere weschsel auf Strattera war auch diese angst zustände und Panik die meine Tochter entwikelt hatte.
Es kamm anschleichend, es wurde aber immer schlimmer. Auf jeden fall solltest du es gut beobachtern.

Meine Tochter war auch vor die behandlung mit Medikinet ein änglichen Kind und wie dein sohn will sie nicht etwas vorsingen oder vorführen. Seit sie Strattera nimmt ist sie viel weniger ängstlich und will auch selbständiger werden. Sie möchte allein von der Schule nach Hause kommen und selber etwas im geschäft holen.

Es ist auch sehr erleichternd als Eltern zu sehen das sie sich da sicher fühlt und ich muss sie nicht lange überreden das sie es kann und keine angst haben muss.

Wenn du noch fragen hast stehe ich dir gerne zu verfügung.

Tchüss,



von josiane - am 17.01.2007 19:31
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