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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Agnes69, HanneM, Karin H.S., Veronika Ehrenberg, Yvonne_R., josiane

eine Eins!

Startbeitrag von Agnes69 am 24.01.2007 18:40

Hallo zusammen!

Die Noten waren ja bei unserem Sohn nie ein großes Problem.

Er hat sich eben die Deutschnote durch seine Schlamperei immer um einen Grad verschlechtert.

Auf die beiden ersten Deutsch-Schularbeiten bekam er trotz seines Erzähltalents jeweils eine Zwei, einfach wegen der unzähligen Flüchtigkeitsfehler. Nicht schlimm, aber unnötig und deshalb ein bisschen schade.

Und die Verbesserung war immer ein Horror. Er musste fast jeden Satz noch einmal schreiben, wegen all der Beistrichfehler, und dann noch jedes falsche Wort zusätzlich 3x. Und das meinem Sohn, dem es ein Gräuel ist, irgendetwas noch einmal zu machen! Da hatten es die mit einer Drei, Vier oder Fünf besser, die mussten einfach das Ganze noch einmal schreiben. Es wurde immer ein Drama draus.

Jedenfalls bekam er heute die erste Deutsch-Schularbeit mit "Ritalin-Unterstützung" zurück, und diesmal ist es eine Eins!
Die Lehrerin schrieb darunter: "Super, J.! Auch die Rechtschreibung ist viel besser!" Und die Verbesserung war ein Klacks - kein Vergleich!

Guter Junge!
Gutes Ritalin, das ihm die Chance gibt, die Leistungen zu bringen, die in ihm stecken!

Liebe Grüße
Agnes

Antworten:

Super Agnes! Das ist schoen fuer Deinen Sohn! Wir hatten heute und gestern in Religion und in der Deutsch Leseverstaendnisprobe je eine Eins! Religion sogar mit nur einem Rechtschreibfehler!

Mein Sohn schwebt auf Wolke Sieben! Ich wusste immer, dass er es kann, wenn er nur die notwendige Konzentration aufbringen wuerde. Und dank Medikinet hat er die nun!

Er ist 8 J. alt und in der 3. Klasse und sagt mir jeden Morgen, ob er fuer den Schultag eine halbe Medikinet brauchen wird, oder ob eine wichtige Probe ansteht und er lieber eine ganze nehmen wuerde. Ich bin so stolz auf den kleinen Mann (der sich dann ab ca. 13:00 Uhr wieder in meinen kleinen staendig singenden, summenden, huepfenden, auf dem Kopf stehenden, im Wohnzimmer ueber Couch und Sessel springenden Wirbelwind verwandelt, der sich benimmt, als waere er 5 Jahre alt!)

Solche Postings wie Deins machen auch denjenigen Mut, die noch in der Testphase sind oder sich nicht an die Medis rantrauen (ich war auch fast 2 Jahre lang so ein Fall - hab immer neidisch hier gelesen, welche Erfolge die Kinder mit Medis hatten, konnte mich aber trotzdem lange nicht ueberwinden).

LG
Karin

von Karin H.S. - am 24.01.2007 20:32

@Karin und alle: Dosierung

Hallo Karin!

Gratulation auch für Deinen Sohn! Ist es nicht schön, wenn sie statt ständiger Unzufriedenheit plötzlich jede Menge Lob einfahren? Das motiviert sie ja ungemein! Meiner platzt geradezu vor gutem Willen. Er deckt mir jetzt morgens jeden Tag von sich aus den Tisch. Und das vor der ersten Tablette!

Eine Frage zum Thema Dosierung: Ich entnehme Deinem Posting, dass Dein Sohn nur morgens eine Dosis bekommt, und dann nix mehr.

Bei uns ist das ganz anders. Wir haben mit 3x 5mg Ritalin begonnen und steigerten dann auf 3x 10mg. (Mein Sohn ist bald 10, ca. 140cm groß und wiegt etwas über 30kg.)

Ich dachte, es wäre gut, mit möglichst wenig Medis auszukommen, deshalb "schenkte" ich mir die dritte Tablette immer, wenn keine besondere Belastung anstand.

Das konnte gut gehen, wenn alles passte. Aber wenn er gerade zum Ende der Wirkungsdauer Anlass zu Aufregung hatte (er hat zwei Schwestern, die sich ziemlich provokant benehmen können), fiel er in einen Rebound mit Wutgeheul. Nach einiger Zeit war er dann wie vor den Medis, aber abends fand er nie zur Ruhe und kam noch -zigmal aus dem Zimmer.

Unser Coach sagte mir dann, es sei falsch, am Abend auf die Medis zu verzichten. Der Tag müsse - zumindest vorläufig - lückenlos abgedeckt sein. Bis er lernt, seine Impulse zu kontrollieren.

Tja, und so läuft das jetzt ganz gut. Er bekommt die Tabletten normalerweise um 7:00, 13:00 (weil er sich in der Schule lieber in der fünften Stunde zusammenreißen will, als dort nachzudosieren) und 17:00. Schlafen sollte er um 21:00.

Ein Vorteil ist auch, dass ihn sein Papi jetzt auch "chaosfrei" erlebt. Der hatte sonst, wenn er heimkam, nur den unruhigen Sohn, und wurde schon ziemlich ungeduldig, und Sohni war sauer auf ihn, weil er nur Gemecker von ihm bekam. Eindeutig besser für die Beziehung, wie es jetzt ist.

Aber zwei Dinge verstehe ich noch nicht ganz: Erstens: Hier im Forum lese ich meist, dass Eure Kinder morgens etwas bekommen, dann mittags oder am frühen Nachmittag vielleicht noch etwas, und das war's dann. Wie passt das dazu?

Und zweitens: Als wir anfingen, sagte unser Coach, dass J. nach spätestens 17:00 nichts mehr bekommen soll, weil er sonst nicht einschlafen kann, und jetzt heißt es, er muss bis zum Abend versorgt sein, weil er sonst nicht zur Ruhe kommt. Ääähm - also wie jetzt?

Ich werde das natürlich noch unseren Coach selbst fragen, aber es würde mich interessieren, ob Euch dazu etwas einfällt...

Liebe Grüße
Agnes

von Agnes69 - am 24.01.2007 21:47
Hi Agnes,

das freut mich für deinen Sohn und natürlich auch für dich.

Liebe Grüße

Hannelore



von HanneM - am 24.01.2007 21:51
Hallo Hanne!

Drollige Signatur! Würde ich gerne mal HÖREN!

Hast Du vor, Dich so im späteren Frühling mit uns zu treffen? Dann hätte ich ja eine Chance auf dieses Sprach-Erlebnis...

Gute Nacht!
Agnes

von Agnes69 - am 24.01.2007 22:22
Meine liebe Agnes,

könntest du mir bitte eine mail schicken?????
Meine Adresse ist frei geschaltet.

Gruß
Hannelore



von HanneM - am 25.01.2007 06:13
Möchte noch kurz erläutern, was die Gesetze bei uns heißen:

Et kütt wie et kütt:
Akzeptiere Veränderungen und lerne damit umzugehen.

Et hätt noch immer jot jejange:
Bleibe auch in kritischen Situationen gelassen.
Es gab bisher immer noch einen Ausweg.

Wer weß wozu et jot is:
Sei immer offen für neue Wege und neue Lösungen.

Nach diesen 3 Aussagen habe ich eigentlich immer schon gehandelt, mal mehr, mal weniger.
Und sie geben mir Trost und Mut.

Mittlerweile sagt sogar meine Mutter, wenn ich nicht mehr ein und aus weiß,Mädel wie sagst du immer und da fange ich schon an zu lachen;0)))

Liebe Grüße
Hannelore



von HanneM - am 25.01.2007 06:53

Re: @Karin und alle: Dosierung

Hallo Agnes,

also ich denke, das kommt wohl ganz auf das Kind an und darauf, wo genau seine/ihre Problemfelder liegen.

Bei uns ist es ganz klar nur die Schule. Er ist sehr schlau, hat sich aber seine Noten immer damit versaut, dass er die Aufgabenstellung nicht genau gelesen hat, Aufgaben uebersehen hat, Buchstaben weggelassen hat etc.
Die Lehrerin hat ihn auf einen Platz alleine gesetzt, weil er - so stand's auch im Zeugnis - Chaos um sich herum verbreitet, in das er seinen Banknachbarn mit einbezog. Sprich, er hat sein Arbeitsmaterial auf dem Boden und ueberall verbreitet und rutschte staendig auf dem Stuhl hin und her, fiel auch mal runter etc.

Die Dosis, die er nun bekommt (zuerst 1x5 mg morgens, jetzt sind wir bei 1x 10 mg morgens), reicht bis ca. 11:30 Uhr. Er hat Schule bis 13:00 Uhr, aber die letzten Stunden sind meistens nur Faecher, bei denen er sich auch bewegen kann (Sport, Handarbeit).

Unser Kipsy. hat gesagt, wenn wir nachmittags Probleme wegen der Hausis oder im Sportverein haben, dann sollen wir nochmal 5 mg oder auch 10 mg geben. Dazu muss ich sagen, dass die Hausis im Rahmen bleiben, dauern ca. 1 Stunde (koennten mit Medis vielleicht schneller gehen, aber das sehe ich nicht als Problem). Der Sportverein (Fussball) laeuft auch super und ausser, dass Sohni nachmittags und abends immer in Bewegung ist, gibt's keinerlei Probleme mit Freunden oder auch zu Hause. Gut, er ist manchmal nervig, aber das rechtfertigt fuer mich noch keine zusaetzliche Medi-Gabe. Aus diesem Grund geben wir keine 2. Dosis, auch Wochenende und Ferien bleiben Medi-frei. Das ist im Moment fuer uns eine tolle Loesung. Natuerlich kann ich nicht sagen, was naechste Woche oder naechsten Monat ist.

Ich denke, Du kennst Dein Kind am besten und wirst sicher auch ein bisschen mit den Medis ausprobieren muessen, wie's bei Euch am besten laeuft. Du kannst da denke ich ein bisschen flexibel arbeiten und die verschiedenen Dosen (ist das die Mehrzahl von Dosis? Hoert sich doof an...) zeitlich rumschieben, bis es fuer Euch am besten passt. Generell denke ich aber, dass man versuchen sollte, so wenig Medis wie moeglich, aber so viel wie noetig zu geben.

Ich hoffe, ich hab das so einigermassen erklaert. ich bin naemlich selbst noch ein Neuling auf dem Medi-Gebiet. Vielleicht koennen die alten Hasen hier im Forum mich ja verbessern.

LG
Karin

von Karin H.S. - am 25.01.2007 09:07
Huhu Agnes,

ich freu mich sehr für und mit Euch!
Es ist schön zu hören (lesen), wie gut die Leistungen durch`s Ritalin geworden sind.

Bin ja mal gespannt was für Noten meine kleine Hexe mit nach Hause bringt, sobald sie Noten bekommt.
In der 1. Klasse gibt es ja nur Beurteilungen. ;-)

Ganz liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 25.01.2007 10:13
Hallo Agnes,

Das ist ja toll, da hat sich dein Sohn auch ein erfolserlebniss.

Als meine Tochter mit eine 2 nach hause kamm war sie so Glücklich, es gibt nichts schöneres wie Glückliche Kinder.



Bis bald,



von josiane - am 25.01.2007 13:02


Supiiiiiiiii Agnes !!!!


Ich freue mich so sehr für euch.....

ich weiss noch genau wie gross die Freude war, als bei uns die ersten zweier oder gar einser kamen.

Ein soooooooooo schönes Gefühl !!!!

Halt es gaaaaaaanz fest.......es tut gut ;o)


Herzlichste Grüsse von

Vero

von Veronika Ehrenberg - am 25.01.2007 15:51

Re: @Karin und alle: Dosierung

Ihr Lieben!

Vielen Dank für's Mitfreuen! Das multipliziert die Freude!

@Karin:
Dankeschön für Deine Antwort auf die Dosierungsfrage! Dafür, dass Du da noch wenig Erfahrung hast, hatte sie ordentlich Hand und Fuß!

Ich denke, das passt schon zusammen.
Auch, wenn die Verhaltensstörungen in der Schule das Hauptproblem waren, und der Auslöser, dem ADS-Verdacht nachzugehen, hat J. - und wir mit ihm - auch am Nachmittag einen großen Leidensdruck:

Die Hausübung ging entweder in erträglichem Tempo, wenn ich die ganze Zeit daneben sitzen blieb, wobei es allerdings manchmal Krach gab, wenn ich nicht von allem, was ich ihn da tun sah, restlos begeistert war.

Oder ich ließ ihn (wie es mir eine Schulpsychologin geraten hatte!) damit alleine. Dann geschah es nicht selten, dass ich ihn mittags an die Arbeit schickte, und er fünf Minuten vor der Abendessenszeit die Panik bekam und zu schludern begann, weil ich ihm nur bei fertiger Hausübung etwas zu Essen geben wollte.

Jetzt geht er mit zwei, drei Erinnerungen selbst zum Schreibtisch, manchmal hat er gern meine Gesellschaft dabei (vorausgesetzt, ich quatsche ihm nicht zuviel rein), meist jedoch komplimentiert er mich aus dem Zimmer: "Sei nicht böse, Mami, ich glaube, ich mache das lieber alleine..."

Stress gibt es auch oft mit seinen beiden Schwestern (bald 6 und 8), die ebenfalls von der ADS-Veranlagung in verschiedener Ausprägung betroffen sind, und nicht die Reserven haben, auf ihn Rücksicht zu nehmen.

An den lächerlichsten Kleinigkeiten schaukelten sich so den ganzen Tag lang mittlere "Familientragödien" hoch, sodass wahrscheinlich bei uns genug Grund besteht, den ganzen Tag medikamentös abzudecken...

@alle: trotzdem würde ich mich auch noch für weitere Beiträge zu dem Thema freuen, um das Bild abzurunden.

Euch allen liebe Grüße!
Agnes

von Agnes69 - am 25.01.2007 20:46
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