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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Chr.Heim, Nadineschwarz, BB

Brauche einen Rat

Startbeitrag von Chr.Heim am 24.01.2007 19:57

Hallo,

ich war heute in der Kinderklinik wegen L. ( 8 Jahre, 2. Klasse) und brauche euren Rat.

Wir haben z.Zt. 3 Hauptprobleme weswegen wir dort waren:
1. Konzentrationsschwierigkeiten und Agressives Verhalten in der Schule.
2. Vermehrte Tics nach Medikamentengabe
3. Einnässen fast jede Nacht. (Er war noch nie über längere Zeit nachts trocken!)

Zur Zeit bekommt L. keine Medis.
Wir haben leztets Jahr Equasym gegeben, was für die Schule wohl recht gut funktioniert hat. Leider bekam er massive Tics und wir haben Equasym wieder abgesetzt. Mit Strattera waren die Nebenwirkungen so massiv und das eigentliche Problem in der Schule war ehr noch schlimmer. Er wollte vor Weihnachten nicht mehr in die Schule, hat nicht mehr mitgemacht, gab bloß noch Streit wegen den Hausaufgaben...
Zum Thema Einnässen haben wir Belohnungssystem, Klingelhose und Nasenspray durch, alles ohne nennenswerten Erfolg.

Die Psychologin hat uns nun folgenden Vorschlag gemacht:

Stationäre Einweisung von L. um das Einnässen in den Griff zu bekommen. (ohne Medikamente! ) Mit Klingeldecke, Wachmachen usw... Die Dauer der Behandlung kann 2 Wochen oder auch länger....?? sein. Begleitend dazu soll er neu auf ADS-bzw. Tic- Medis eingestellt werden. Wenn sie das Einnässen in den Griff bekommen, kann er Teil-Stationär weiter eingestellt werden. Dies sieht dann so aus, dass er morgens um 7.30 Uhr hin gebracht wird und um 16.00 Uhr wieder abgeholt werden kann. Er bekommt dort Unterricht. Eventuell kann diese Einstellung dann auch in Zusammenarbeit mit der Schule erfolgen. Also Normal in die Schule bis 12.00 Uhr und anschließend in die Klinik bis 16.00 Uhr. Alles in Allem wird das mind.?? 8 Wochen sein.

Mit der Teil-Stationären Aufnahme habe ich keine Probleme. Das logistische Problem bekommen wir schon irgendwie in den Griff. (Das Einstellen zuhause war für uns problematisch, da ich keine bzw. nicht genügend Rückmeldung von der Schule bekam. Zu viele Lehrer in der Klasse, es wurde vergessen, es waren nicht alle Lehrkräfte, die in der Klasse unterrichteten informiert usw...)
Die Schulleitung und die Klassenlehrerin befürworten die stationäre Einstellung.

Mein Problem ist die stationäre Aufnahme wegen dem Einnässen. Lukas war noch nie länger als 1-2 Nächte alleine irgendwo zum Schlafen. Auch nicht bei Oma und Opa. Die wohnen zu weit weg und sind auch schon sehr alt, denen wollte ich meinen ADSler nicht zumuten. Noch dazu, weiß ich ja nicht ob er es nach 2 Wochen geschafft hat, vielleicht braucht er ja 4 oder noch mehr, wenn er es überhaupt schafft.
Es sind dann zwar tägliche Besuchszeiten, ich weis aber nicht ob ich das durchhalte bzw. er mich weich kriegt damit ich ihn wieder mit nach Hause nehme.

L. ist grundsätzlich nicht dagegen und nicht dafür, aber ich denke er weiss nicht so recht was da auf ihn zukommt. Er möchte ja auch dass er nachts trocken ist.

Hat jemand von Euch damit Erfahrung. Gute oder auch schlechte, ich bin für alle offen:
Am 05.02. haben wir den nächsten Termin, bis dahin sollen wir sagen ob wir es machen wollen.

Vielleicht sollten wir erst das ADS-Problem angehen, vielleicht löst sich das Einnässen von alleine?.

Ach ich weiß einfach nicht....

Lg
Christel

Antworten:

Hallo Christel,

alsoooo... bei meinem Neffen war das Einnässen (und auch Einkoten) auch ein großes Problem. Meine Schwester war wirklich bei Pontius und Pilatus, letztendlich hat aber NUR die Einstellung mit Medis tatsächlich was bewirkt. Alles andere war (auf die Dauer) wirkungslos.

Er hatte auch tagsüber Probleme damit die Blase zu kontrollieren und hat öfter mal eine nasse Hose gehabt. Seine Blase ist durch die Überbelastung wohl irgendwann einfach "übergelaufen" - ihm fehlte sprichwörtlich das Gefühl für´s müssen. Ist wohl auf seine Körperwahrnehmungsstörung zurück zu führen.

Heute ist er längst erwachsen und es kommt immer noch ab und an vor... aber wohl eher selten. Medis nimmt er seit ein paar Jahren nicht mehr.

Auch mein Sohn hat eine ausgeprägte Körperwahrnehmungsstörung und neigt z.B. zum Sabbern. Er spürt einfach nicht dass sein Mund "überläuft". Das ist z.B. während der Wirkzeit der Medis auch weitestgehend ausgeschaltet.

Also ich würde erst einstellen. 8 Wochen sind doch ganz schön lang und vielleicht könnt Ihr sie Euch dann "sparen".

Viel Glück,
Birgit

von BB - am 25.01.2007 19:00
Hallo,

darf ich mal fragen woher du kommst??
mir kommt das so bekannt vor,denn unsere Psychologin hat uns genau das auch vorgeschlagen
(allein schon wegen dem nächtlichen einnässen)

ich habe das abgelehnt.

mit dem einnässen haben wir super allein(innerhalb 14 tage) in den griff bekommen-der als letztes von uns ins bett geht,bringt ihn nochmal auf die Toilette.das ist meisstens so um 24 Uhr herum.
wenn er dann morgens trotzdem nass war,sind wir die nächste nacht dann auch nochmal so um 03 uhr aufgestanden und haben ihn auf die toilette gesetzt.

ne klingelmatte hatten wir auch.da hatte er ganz schnell raus,wie er das kabel abzieht.

er sollte wie gesagt auch stationär hin.ca.4 wochen sollte es dann dauern-einstellen auf die medis udn das einnässen.
oder aber in die "Tagesklinik"-von 8-16 uhr ausser am we.
da dauert das ganze dann ca.6 monate

siehat es hauptsächlich vorgeschalgen,weil qwir mit unseren nerven am ende waren.da unser sohn aber mega sensibel ist,habe ich das abgelehnt.
und ich habe ihr gesagt,ich möchte das trotz meiner sehr dünnen nerven allein probieren(und wenn ich die sonst wo her hole die Kraft)
wir haben gesagt,wenn wir es nicht in den griff bekommen,wären wir einverstanden,es stationär zu behandeln.

zum glück brauchen wir das nun nicht.

lg
nadine

von Nadineschwarz - am 27.01.2007 08:26
Hallo Nadine,

ich war in der Kinderklinik St. Anna in Ludwigshafen.

Wir haben das mit dem Wecken auch schon probiert. über mehrere Wochen hat mein Mann ihn nachts 1 bis 2 x geweckt und auf Toilette gesetzt. Richtig wach wurde er jedoch nicht. Wenn wir es mal vergessen hatten, war er morgens nass, und schob meinem Mann dafür die Schuld in die Schuhe. ("Er hätte ihn ja nicht geweckt !"). Der Psychologe sagte uns dann, das wäre nicht gut, wenn wir ihm die Verantwortung für sein Einnässen abnehmen würden. Er muss es selbst schaffen es zu merken. Die Klingelhose haben wir 12 Wochen durchgehalten ohne nennenswerten Erfolg. Dann habe ich/wir aufgegeben. Ich war die allabendlichen und nächtlichen Debatten und Verweigerungen leid. Das war bevor er eingeschult wurde, also mit 6 1/2. Vielleicht ist er ja jetzt vernünftiger und arbeitet besser mit ?

Wie alt ist, bzw war dein Sohn als ihr es mit dem Wecken geschafft habt. Weckt ihr immer noch, oder geht er nachts alleine bzw. hält er es die ganze Nacht durch ?

Lg
Christel

von Chr.Heim - am 27.01.2007 19:04
Hallo,

also wir kommen aus Wolfsburg.

Leon ist 7 Jahre.Wir haben das ganze kurz vor Weihnachten angefangen und am 4.januar war das Thema größtenteils erledigt.
Wir setzen ihn nachts aber immer noch einmal auf die Toilette.

Ich find das etwas krass,zu sagen,man soll ihm die Verantwortung nicht abnehmen und so.Manche Kinder merken es auch einfach nicht-ist das bei eurem sohn auch schonmal organisch abgeklärt wurden??

So mit Ultraschall der Blase und der Harnwege??

LG
nadine

von Nadineschwarz - am 27.01.2007 19:15
Hallo Nadine,

ja, er war bis etwa zum Alter von 5 Jahren tagsüber noch öfter nass. Damals waren wir in der Uniklinik Mannheim in der Kinderurologie. Dort wurden einige Tests gemacht. Es wurden dann dort Medikamente verordnet, die ich etwa ein 1/4 Jahr gegeben hab. Aber sobald ich die mal vergessen hab, war er wieder nass. Unser Psychologe damals sagte, solche Medikamente werden eigentlich nur kurzfristig gegeben, wenn mal eine Übernachtung mit der Schule oder so ansteht. Das hat mich dann doch sehr verunsichert, mal abgesehen von den Nebenwirkungen die im Beipackzettel standen ! Er hat es dann mit Belohnungssystem und viel Geduld tagsüber geschafft.

Mir wurde immer gesagt, dass die Blasenfunktion bei Lukas noch nicht richtig ausgereift ist, bei manchen dauert es halt etwas länger. Und es wäre statistisch gesehen noch nicht bedenkenswert, da ja noch soundsoviel % der Kinder in dem Alter noch einnässen usw. Aber langsam mach ich mir doch Sorgen. Vor allen Dingen steht ja im 3. Schuljahr ein Landschulheimbesuch an !

Ich werde auf jeden Fall drauf bestehen, dass in der Kinderklinik alle organischen Ursachen abgeklärt werden bevor wir irgendwelche Behandlungen dort anfangen.
Lg
Christel

von Chr.Heim - am 28.01.2007 15:25
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