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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
LunaFee2006, HanneM, AnJu, Chr.Heim

Erfahrungsberichte und Psychologe/in im MTK-Kreis

Startbeitrag von LunaFee2006 am 25.01.2007 07:05

hallo alle zusammen,

ich habe folgendes problem bzw. folgende frage:

bei meinem sohn (9) wurde ende letzten jahres ads festgestellt, nun bekommt er "concerta" und ab märz geht er in ein konzentrationstraining. die tabletten wirken wirklich gut, er nimmt sie seid ca. 60 tagen und ist nun in der schule viel aufmerksamer und konzentrieter als vorher. gestern hat er sogar seine erste 3 mit nach hause gebracht. seine noten waren nie besonders gut, er brachte immer eine 4 oder schlechte 4 nach hause, aber langsam wirds besser :-)

worum es eigentlich geht ist dies:
gestern habe ich "festgestellt" das er das ads wahrscheinlich von mir geerbt haben könnte. Ich habe mir nämlich gestern mal so meine zeugnisse angeschaut und mich über "ads bei erwachsenen" informiert und mir die symtome durchgelesen. also, was die zeugnisse betreffen, dachte ich, ich würde die meines sohnes lesen.... "unaufmerksam, unkonzentriert, rechnen schwach, träumt....usw." alles das was bei meinem sohn drin steht, stand bei mir auch mit drin. bei den symptomen genau das gleich eigentlich....es muß ja nicht ALLES vorkommen. natürlich kann ich daraus jetzt noch kein ads schließen, aber die wahrscheinlichkeit ist doch sichtlich gegeben, oder?
nun würde ich mich gerne testen lassen. kann mir vielleicht jemand sagen, wie das bei erwachsenen gemacht wird und wie lang sich solch ein test hinzieht? kennt jemand eine/n psychologe/in wo man relativ schnell einen termin bekommt. ich wohne im main-taunus-kreis!
ich würde mich auch über erfahrungsberichte anderer eltern freuen. wie macht ihr das zu hause mit den hausaufgaben? wie geht ihr mit "unlust" eurer kinder um? wie siehts aus mit zimmer aufräumen usw.

ich freue mich auf eure antworten und bedanke mich schomal vorab

viele grüße
Lunafee

Antworten:

Hallo Lunafee,

bitte mache Dich jetzt nicht fertig!
Bisher hast Du doch auch alles gut gemeistert. Hätte Dein Sohn nicht ADS, wärst Du doch auch nicht auf den Gedanken gekommen, welches zu haben.....
Ich denke, im Grund haben wir denn alle etwas ADS, oder???
Auch bei mir treffen da manche Punkte zu-wenn ich solche Cheklisten durchlese.

Hast Du schon das"ADS Das Erwachsenenbuch" gelesen?
Der Frau von meinem Cousin geht es genau wie Dir. Tochter hat ADHS und nun findet sie die Gemeinsamkeiten und es paßt alles-wenn sie an ihre Kindheit und Jugendzeit denkt. Leider hat sie kein Internet, sie könnte Dir bestimmt besser helfen.
Ein Psychologe hat ihr Ritalin verschrieben, aber sie hat es wieder abgesetzt...... Im Moment ist ihrer Tochter zur Medikamenteneinstellung in der Psychiatrischen Abt. stationär, sie ist total am Ende, obwohl sie eigentlich eher eine Kämfernatur ist.

Ich würde die ganze Sache erstmal langsam angehen. Was soll sich denn ändern, duch einen Test? Man muß sein Leben trotzdem irgendwie in den Griff bekommen. Mit oder ohne ADS!

Liebe Grüße von Andrea

von AnJu - am 25.01.2007 23:35
Guten morgen Lunafee,

ich weiß ja nicht wie alt du bist??!!
Und da muss ich Andrea beipflichten, ich glaube auch jeder hat was von ADS, mal mehr mal weniger.

Mein Mann hat sich testen lassen und er hat es nicht, ja da muss ich die jenige sein, die es an unseren Sohn weiter gegeben hat.

Nur was ist daran schlimm?

Testen lassen möchte ich mich mit meinen 47 Jahren nicht, ich komme sehr gut damit zurecht.

Bei unserem ersten Treffen des Frankfurter Symposium, haben mir, mittlerweile sind sie Freundinnen, gesagt, wenn DU kein ADHS hast, dann wissen wir es nicht.

Zuerst meinte ich, die spinnen, im nach hinein, können sie recht haben.

Ich sehe es positiv, denn sonst würde ich alles nicht schaffen und auf die Reihe bekommen.

Die Parallelen zu meinem Sohn sehe ich natürlich auch, wer in der Schule immer aufgefallen ist, das war ich, wer war überall dabei, ich, usw.

Dafür können wir gut organisieren, haben ein offenes Ohr für die anderen usw.

Für mich sehe ich nur das gute an ADHS.

Zu den anderen Sachen, wie Zimmer aufräumen, kann ich nichts sagen, da das überhaupt nicht bei uns klappt, Unlust der Hausaufgaben genauso, das ist Stress.
Dies geht bei uns nur mit Androhung von Strafen, z.B. Hausarrest, dies ist die schlimmste Strafe, da Sohn 16 Jahre ist und gerne raus geht.
Bei ihm wurde ADHS erst mit 12 Jahren festgestellt, dazu kommt seine Legasthenie und HB.

Das ist ein Kampf.

Liebe Grüße

Hannelore



von HanneM - am 26.01.2007 06:56
Hallo HanneM,

danke erstmal für deine antwort.

ich mache mich nicht verrückt deswegen, es ist nur so, das ich es schon gerne wissen würde weil es einiges in meinem leben erklären würde und ich dann evtl. eine "therapie" machen könnte.....
ich habe mit einigen dingen wirklich sehr zu kämpfen und wäre froh wenn ich wüßte warum das so ist und ob oder was man dagegen tun kann.

da dein mann sich ja hat testen lassen, kannst du mir bestimmt sagen wie ein solcher test bei erwachsenen abläuft, oder?

du schreibst du siehst für dich nur das gute an adhs. was wären denn bei dir die "schlechten eigenschaften"?

viele grüße
lunafee

von LunaFee2006 - am 26.01.2007 07:59
hallo andrea,

danke für deine antwort.

hätte mein sohn nicht ads, wüßte ich nicht einmal das es sowas gibt. ich würde halt gern den test machen lassen, weil es einiges in meinem leben erklären könnte/würde, denn einiges bei mir läuft gaaaanz anders als bei anderen.

warum ist die tochter stationär? als mein sohn die tabletten bekommen hat, habe ich sie ihm zu hause gegeben....

wie alt ist dein kind? und wie läuft das bei euch zu hause ab mit hausaufgaben und so?
hat dein kind ads oder adhs?

viele grüße
lunafee

von LunaFee2006 - am 26.01.2007 08:10
Hallo Lunafee,

die schlechten Eigenschaften bei mir???!!!

Gibt es sie?

Kann sehr gut Arbeit liegen lassen,
lass mich von anderen Sachen sehr gut ablenken.

Beispiel:
Da ich die Steuererklärung mache, brauche ich dazu 2 Jahre, das ist eine Arbeit die ich grundsätzlich vor mir her schiebe, es nervt mich selber,
in der Zwischenzeit erledige ich lieber andere Dinge.

Oder, wenn ich arbeite, dann vergesse ich die Zeit und arbeite ..... bis zum umfallen,
dann bin ich aber garantiert die nächsten 2 Tage k.o. und kann gar nichts machen.

Da ich ein ziemlich positiv eingestellter Mensch bin, sehe ich die negativen Seiten gar nicht,
denn meine Freunde und Bekannten, kennen meine Macken und wollen mich so wie ich bin.
Was will ich mehr.

Dieses Empfinden habe ich auch meinem Sohn gegenüber, auf Umwegen kommt er dahin, wo er hin soll oder will.
Was andere an ihm negativ oder nervend empfinden, das finde ich nicht gravierend, außer es wird zu viel,
ansonsten hat er mehr positive Eigenschaften, als negative.

Der Test meines Mann ging über etliche Seiten von Fragebögen und persönlichem Gespräch beim Psychiater, der auf ADS für Erwachsene spezialisiert ist, auch wurde ich mit ins Gespräch eingebunden.
Ach ja, ich musste für ihn die gleichen Fragen beantworten, wir haben sie fast synchron beantwortet.

Gruß

Hannelore



von HanneM - am 26.01.2007 10:49
Hallo Hannelore,
ich musste beim Lesen doch etwas schmunzeln. ;-)
Das mit der Steuererklärung kommt mir sehr bekannt vor. Bist du mit 2005 schon fertig ? ich nicht ...!

Ich glaube auch es steckt in jedem von uns ein bißchen ADS...

Lg
Christel

von Chr.Heim - am 26.01.2007 12:28
Hi,

die letzte war 2004/2005

du kannst dir ja vorstellen, was wieder auf mich wartet.

Habe ja wieder 2 Jahre Zeit;0))))))

Gruß

Hannelore



von HanneM - am 26.01.2007 13:13
Hallo Lunafee,

Meine Tochter ist 8 und hat ADS eher ohne Hyperaktivität. Es ist eine Mischform. Irgendwie hat sie schon eine motorische Unruhe z.B. wenn ich sie in ein Konzert mitnehmen würde, könnte sie nicht sillsitzen für diese längere Zeit-auch weil sie das nicht interessieren würde. Ansonsten ist sie ein Einzegängertyp-schon im Kindergarten. Leider hat sie keine Geschwister ich hatte nicht den Mut zum 2. Kind. Mein Mann hätte gerne noch ein 2. gehabt. J. war ein Schreibaby und hatte schon mit 3/4 Jahr motorische Auffälligkeiten. Die Entwicklungsverzögerung machte für mich das Leben mit ihr schwer, obwohl sie nach dem Babyalter eigentlich ein fröhliches Kind war. Laufen, Reden alles kam bei ihr spät und sie wurde mit 5 Jahren auf alles mögliche untersucht. Damals wußte ich leider noch zu wenig über ADS, und der Kinderarzt ging darauf nicht ein, als ich ADS ansprach. Man teilte mir mit, ihr IQ sei eben niedrig und ich soll sie nicht überforden. So wurde sie in eine Lernförderschule eingeschult. Ich suchte aber immer eine Ursache für die Entwicklungsverzögerung und ich konnte es nicht begreifen-klar die Schwangerschaft war ein einziges Fiasko, aber bei der Geburt war J. ok Apgar 10.
Auf alle Fälle kam ich duch die Infos im Internet wieder auf ADS, ich konnte es nicht glauben. Die Berichte waren-als würden sie ein Buch über mein Kind schreiben..... Ich druckte mir vieles aus und markierte die zutreffenden Stellen-es waren sehr viele. Damit ging ich zu einer Kinder- und Jugendpsychiaterin, da ja der Kinderarzt sich gar nicht für das Thema interessierte. Sie wurde getestet und ja sie hat ADS, langsam, verträumt mit den motorischen Problemen. Den niedrigen IQ hat sie wahrscheinlich durch diese metabolische Störung erlangt und die Behandlung mit MPH wirkt sich gut aus. Leider bekam sie es erst mit 7 und 3/4 Jahren. Ich bin traurig, dass es solange gedauert hat bis man eine Ursache gefunden hat. Bestimmt wäre ihre Entwicklung und damit ihr Kleinkindalter besser verlaufen, wenn man eher etwas gemacht hätte.
Jetzt geht es ihr wirklich besser, aber der Schaden ist nicht mehr gutzumachen..... Sie ist eben in der Förderschule und würde auch die Anforderungen einer Grundschule im Moment nicht schaffen. Zur Zeit nimmt sie Concerta 36, aber wir wollen ab nächste Woche mit 10mg MPH zusätzlich anschubsen, da sie Früh Anlaufprobleme hat: trödelt ohne Ende und auch in den ersten Schulstunden läuft das Concerta langsam an. Darauf bin ich aber nur durch das Forum hier gekommen.

Zu Hause läuft es ganz gut. Hausaufgaben machen wir meißt nicht sofort nach der Schule, da hat sie oft ein "Loch" und sie ißt dann erst Mittag und hat etwas Zeit für sich. Wir hatten eine Zeit lang einen Punkteplan, das fand ich gut. Man braucht eben feste Regeln und die muß man einhalten. Damit klappt das eigentlich. Zimmer aufräumen fällt ihr schwer, aber ich bin schon froh, wenn sie den Willen zeigt und sie ist eigentlich nicht so furchtbar unordentlich, da werden wir uns einig. Natürlich ist auch nicht ein Tag wie der andere und es gibt manchmal Situationen wo man aufpassen muß, damit sie mich nicht um den Finger wickelt. Z. B. solange tödelt, bis ich es nicht mehr mit ansehen kann-und es selber mache....

Zu der anderen Familie: Anne ist 7 3/4 Jahre und war schon immer auffällig hyperaktiv. In der Schule kam sie nicht klar und wurde zum Psychologen überwiesen. Dieser verschieb ihr MPH und es kamen jetzt so nach und nach 50 mg/ Tag zusammen. Echt viel, außerdem hat sie kaum noch was gegessen und ein Test hat er auch nicht gemacht, ganz zu schweigen von Voruntersuchungen.... Aber die Frau von meinem Cousin war total "hin und weg" von dem Arzt, denn ich machte sie auf die unfachmännische Vorgehensweise aufmerksam. Das Anne Ritalin bekam (also die Tabletten von dem Psychologen) war ihr nicht bewußt und was ADS ist schon gar nicht, ich klärte sie erst mal darüber auf.....also unglaublich!
Auf jeden Fall klappte jetzt gar nichts mehr: Schule , Essen, Verhalten-deshalb meldete sie Anne in der Psychiatrischen Abt. in einer Kinderklinik an. Nun sieht Heike die Ursache bei sich und denkt eben auch sie hat ADS.

Leider weiß ich nicht wie so ein ADS Test bei Erwachsenen abläuft, aber so schlimm kann das nicht sein. Ich weiß nur, daß man auch viele Fragebögen ausfüllen muß (was in der Kindheit war) u.s.w. aus den Antworten errechnet dann der Comuper auch irgendwas. Für Heike habe ich das Erwachsenenbuch bestellt, aber gelesen habe ich es allerdings nicht.
Ja sicher, es könnte Dir irgendwie Sicherheit geben, wenn Du weißt, ob Du es hast oder nicht. Bitte denke positiv und ich glaube nicht, daß sich dadurch soviel ändern könnte. Aber ich habe eben keinerlei Erfahrung damit. Ich weiß nur das die ADS-ler liebe Menschen sind, sehr sensiebel und einfühlsam. Das ist doch wirklich eine gute Eigenschaft.

Liebe Grüße von Andrea

von AnJu - am 27.01.2007 00:09
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